Hallo Morgaine,Morgaine47 hat geschrieben: Es gibt da wohl eine neue ominöse Studie, die herausgefunden hat, dass man ab 4 Monate Beikost geben sollte, da das Allergierisiko dann geringer ist. Gerüchteweise habe ich schon gehört, dass die Studie irgendwie von der Babykostlobby finanziert wurde, aber da ich nichts zu der Studie gefunden habe kann ich das nicht bestätigen.
das ich ein Ausschnitt aus dem aktuellen Newsletter der ELACTA. Ist keine neue Studie...
Empfehlungen zum Einführungszeitpunkt der Beikost erneut in der Diskussion
Eine neue Veröffentlichung sorgt aktuell für hitzige Diskussionen: Ein britisches Forscher-Team rund um Dr.
Mary Fewtrell hat in der aktuellen Ausgabe des BMJ (British Medical Journal) einen Artikel veröffentlicht, in dem
sie die offiziellen Empfehlungen der WHO zum Zeitpunkt der Beikosteinführung in Frage stellen. Für ihre
Analyse haben sie keine neuen Studien verwendet sondern hauptsächlich die Studien re-analysiert, die bereits
den WHO-Empfehlungen im Jahr 2001 zugrunde lagen. Sie kommen zu dem Schluss, dass für schlechter
entwickelte Länder weiterhin die Empfehlung gelten sollte, Babys ungefähr 6 Monate voll zu stillen, wohingegen
sie für Industriestaaten wie Großbritannien empfehlen, die Beikost bereits ab dem 4. Monat einzuführen. Sie
argumentieren, dass andernfalls ein erhöhtes Risiko für Zöliakie, Eisenmangel und Allergien für diese Babys
bestehe und außerdem die frühere Einführung von Beikost möglicherweise zu einer besseren Gewöhnung an
Nahrungsmittel wie Gemüse mit Bitterstoffen führen könnte, so dass diese Kinder später lieber und häufiger
Gemüse essen würden als Kinder, die erst später mit Beikost in Kontakt kamen.
Schon diese Argumentation, schlechter entwickelte Länder 6 Monate vollstillen und Industrieländer 4 Monate ist so daneben...
Der Artikel, der als „Analyse“ überschrieben ist (also weder eine neue Studie beschreibt noch ein offizielles
Review vorhandener Studien darstellt, weil hierzu die vorgeschriebenen Methoden nicht eingehalten wurden),
hat in der internationalen und auch deutschsprachigen Medienlandschaft sofort ein enormes Echo erzeugt
(Spiegel, Tagesspiegel, Welt). Drei der vier Autoren geben an, dass sie innerhalb der letzten 3 Jahre auch an
Projekten gearbeitet haben, die von der Babynahrungs-Industrie finanziert wurden.
Viele Organisationen und Stillexperten haben auf den Artikel geantwortet und sehr differenziert dargelegt,
warum die Vorschläge der Autoren teilweise sogar kontraproduktiv sein können und wo die Schwächen ihrer
Argumentation liegen. Alle Antworten sprechen sich dafür aus, die aktuellen Empfehlungen, wonach die Beikost
„um den 6. Monat herum“ eingeführt werden soll, beizubehalten.
Statement von UNICEF/ BFHI, Antworten verschiedener Experten direkt bei BMJ (z.B. Miriam Labbok, Adriano
Cattaneo and Mary Renfrew), Statement der WHO (Randa Saadeh), Statement der Academy of Breastfeeding
Medicine (ABM), IBFAN und MAMI in Italien (auf italienisch)
Die nationalen Empfehlungen der Staatsregierungen bzw. der Gesundheitsbehörden basieren häufig auf den
WHO-Empfehlungen, werden jedoch auch unabhängig davon immer wieder überarbeitet und überprüft. Aktuell
hat Österreich seine Empfehlungen für die Einführung von Beikost um den 6. Monat veröffentlicht.
Natürlich gibt es auch Kinder, die früher als 6 Monate beikostreif sind, aber die wenigsten nach 4 Monaten. Beikost soll den Kindern Freude bereiten, zu erfahren das Essen Spass macht. Sie sollen Lust darauf bekommen...
Da hast du vollkommen Recht, es gibt nicht den einen Weg für alle Kinder. Aber von vielen wird es so behandelt, als wäre es eine hohe Wissenschaft für sich.Giraeffchen hat geschrieben: Das Problem ist, dass Werbung und Zeitschriften, Kinderärzte und teils auch Hebammen so tun, als ob es nur einen Weg gäbe (bzw. als ob der eigene vorgeschlagene der einzig richtige sei). Dabei gibts für jedes Kind einen eigenen, gemessen an seinen jeweiligen Bedürfnissen.









