so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichkeit ?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Imix
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von Imix »

chrissi hat geschrieben:Wenn ich das Forum und meine IBCLC nicht gehabt hätte, hätt ich beim zweiten auch nicht stillen "können". ES gibt noch soooooooooooo viele Hebammen die mindestens 2-3 Stündige Pausen empfehlen, damit das Baby kein Bauchweh bekommt. Und da das den Clusterphasen natürlich nicht gerecht wird während Schüben, ist das Kind unzufrieden und nach der ersten Flasche Kustmilch natürlich papsatt und zufrieden, umkehrschluss: Milch zu wenig.
wie schon chrissi hier beschreibt ist das mit Grund. Die meisten Frauen gehen sehr blauäugig, fast naiv zum Thema Stillen hinein. Die Haltung ist meist, das wird schon klappen...

Das Problem ist, dass die meisten, die zu wenig Wissen haben, sich zu schnell verunsichern lassen.
Welche Mutter will das ihr Baby verhungert?

Gerade in der Anfangsphase von 6-8 Wochen ist es oft fatal mal ein Fläschen zu geben, mal weniger zu pumpen usw... Da wird diese empfindliche Zeitspanne, in der sich die Milchproduktion für die gesamte Stillzeit einstellt ganz schön aus dem Gleichgewicht gebracht...

Manchmal sind es kleine Veränderungen, die alles wieder ins Lot bringen, manchmal ein richtiger Kraftakt. Dann ist es von der Frau abhängig, wieviel Willen sie hat, noch mitzumachen, welche Betreuung sie hat und wie ihr Partner/Umwelt dazu steht.

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten, wenn es zu kompliziert wird oder die ganze Geschichte nicht in 2 Tagen behoben ist, keine Lust mehr haben weiter zu machen... Ich kann es ihnen nicht verübeln. Aber hätten sie schon in der Schwangerschaft, die richtigen Infos gehabt, hätte vl die eine oder andere mehr gekämpft, mehr Widerstand bei falschem Handeln des Fachpersonals entgegen gebracht...

Sehr selten, haben die Frauen von Natur aus zu wenig Milch. Oft liegt es am falschen Management, Teilwissen, kein Wissen zum Stillen in schwierigen Phasen... von seitens der Frau und auch von dem Fachpersonal...
LG von Imix mit süßem Wirbelwind *(10/2010) und kleinem Sonnenschein *(4/2013)
Hebamme, Still- und Laktationsberaterin (IBCLC)
Zufriedenheit und Erfüllung kannst du nur in dir selbst suchen Dalai Lama
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MaareMum
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AW: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von MaareMum »

Ich glaub auch, dass es viele Gründe hat.
Schlecht informiert, Unsicherheit wurde ja schon genannt.
Aber auch als Ausrede, wenn Flasche als praktischer angesehen wird.
Und ich erleb grad ganz viele Mamas, die abstillen, Pre zufüttern, oder (wenigstens) abpumpen, damit sie Abends mal ins Kino können.
Ich glaub, es sind wirklich die unterschiedlichsten Gründe. Und bei den allerwenigsten ist wirklich zu wenig Milch das Problem.

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Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
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cosima83
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von cosima83 »

diaho11 hat geschrieben:guten morgen,

der Beitrag ist für mich momentan sehr interessant,weil wir uns gerade erst in dieser post-Schubphase von der 6. Woche befinden. Ich hatte erst vor 2 Tagen ein Thema eröffnet,indem ich ein verändertes Trinkverhalten unserer Tochter angab,welches mich besorgte. Eine Stillberaterin sagte die Kleine würde somit mehr Milch abverlangen. Nun warte ich aber auch darauf das da mehr Milch kommt,was es aber nicht tut.
Eher der Gegenteil ist eingetreten. Gestern habe ich einmal komplett abgepunpt,um zu schauen wieviel Milch ich überhaupt noch habe und es waren mit langer Pumpzeit nurnoch 70ml insgesamt.
.
Das du "nur" 70 ml abppumpen kannst, sagt nichts über deine Milchmenge aus, da eine Pumpe, auch die allerbeste, deine Brust nicht so effektiv stimuliert wie dein Baby. Ich stille meine Maus noch oft und habe auch noch ordentlich Milch.
Wenn ich aber versuche abzupumpen kommt oft nur sehr wenig und ich bin ewig beschäftig um eine Minimenge Milch zu sammeln. :wink:
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cosima83
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von cosima83 »

Imix hat geschrieben: Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten, wenn es zu kompliziert wird oder die ganze Geschichte nicht in 2 Tagen behoben ist, keine Lust mehr haben weiter zu machen... Ich kann es ihnen nicht verübeln. Aber hätten sie schon in der Schwangerschaft, die richtigen Infos gehabt, hätte vl die eine oder andere mehr gekämpft, mehr Widerstand bei falschem Handeln des Fachpersonals entgegen gebracht...
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Das kenne ich auch. Im Bekanntenkreis gab es einige, die als es mal nicht so rund lief gleich abgestillt haben. Flasche geben ist ja so unkompliziert, da hat man alles selbst in der Hand, kann mehr kontrollieren. :roll:
Das zeigt aber dann auch, dass diesen Frauen das Stillen doch nicht so wichtig war. Den Hinweise auf Stillberatung etc. wurden ignoriert, eine Bekannte hat sogar die Stillberaterin besucht aber die Anweisungen nicht befolgt und schwupdiwup wie aus Zauberhand wurd die Milch immer weniger. Da will und kann man dann auch nicht mehr helfen und versucht sich zu freuen, dass wenigstens ein paar Wochen oder Monate gestillt wurde.
Eine Bekannte hatte angeblich auch an einem Abend (ihr Kind war da 2 Wochen alt) keine Milch mehr. Musste dann zufüttern, Sachen in der Apotheke besorgen, etc. Ihr FA hat sie in dieser Annahme bestättigt und ihr sicherheitshallber Abstilltabletten verschrieben, falls doch nochmal was kommt.... :roll: Ein paar Tage später kam dann wieder ein Milcheinschuss, aber das Flaschegeben war nun schon Routine und wurd beibehalten.

Meine Schwägerin kann wohl tatsächlich nicht ausreichend Milch produzieren. Sie hat bei ihrem ersten Sohn schon sehr gekämpft, da aber auch ihre Brustwarzen nicht heilen wollten (sie hatte damals keine kompetente Hilfe), gab sie noch einer Weile Pumpstillen + zufüttern auf.
Bei Sohn zwei besuchte sie schon vor der Geburt eine Stillberaterin und suchte nach einer qualifizierten Nachsorgehebamme.
Aber auch hier wollte die Milch nicht reichen und sie mussten eine Flasche am Abend zufüttern. Sie haben eine Woche lang unter Betreuung versucht, diese Flasche wegzulassen, aber diese Woche war Horror für Mutter, Kind und auch Bruder und Vater, der Kleine war sichtlich unzufrieden und das Gewicht stagnierte.
Sie sind dann zu der Abendflasche zurückgekehrt, mit dem Ziel diese ab Beikostalter wegzulassen.

Bei der älteren Generation, z.B. meiner SchwieMu reichte die Milch irgendwann nicht mehr, da nach Plan und nicht nach Bedarf gestillt wurde und oft der Rat befolgt wurde, nachts nur Wasser oder Tee zu geben. Dadurch waren dann die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten zu groß, eine magische Grenze ist meines Wissens ca. 4 Stunden. Länger sollten die Stillmahlzeiten tagsüber in den ersten Monaten nicht auseinanderliegen, weil dann der Prolaktinspiegel unter ein gewisses Niveau sinkt und der Körper die Milchproduktion runterregelt, weil er denkt das Kind stille langsam ab.
Meine Schwiemu hat alle drei Jungs gestillt, aber jeweils nur wenige Wochen (die längste Stillzeit hatte mein Freund mit drei Monaten). Sie hat den Still-Plan, der ihr vom Kinderarzt ausgehändigt wurde aufgehoben, wenn ich mich recht erinnere wurde da ab der achten Woche zum "Schoppen" (Flasche) geraten.
Es gibt rührende Stillbilder von SchwieMu, mit liebevoller Beschriftung. Sie hat gerne gestillt, aber sie hat sich bei diesem Thema voll und ganz auf den Rat des Kinderarztes verlassen. Und der war der Anfang vom Ende. :roll:
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BlueSwan
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von BlueSwan »

Ich habe erst vor kurzem erlebt wie stark der Druck von aussen ist. Wir mussten eine Woche zu Schwiegergroßeltern und nur weil der Kleine einem Abend nicht zufrieden war durfte ich mir den Rest der Woche anhören „er hatt doch noch hunger” „nun gib ihm doch ne Flasche” und der schlimmste Spruch ich wär doch nur zu faul die Flasche zumachen. :shock: Zu Beginn hab ich es versucht zu erklären immerhin hatten sie ja nicht gestillt aber da war nix zu machen. Zum Schluss hab ich nur noch dicht gemacht und stur abgewunken. :roll: Aber wenn einen diese Penetrans in einem Moment der Unsicherheit trifft dann gibt man halt die Flasche, immerhin hat Schwiegeroma 2 Kinder und ein Enkel groß bekommen für mich ist halt das erste Kind ... Und so denken dann sicherlich viele und dazu kommen noch derartige Ratschläge vom Fachpersonal (Ärzte, Hebammen u.s.w) z.B. Ist zufüttern in unsere Klinik standart (ohne Indikation). Da ist ja kein Wunder das so viele denken das wäre normal ...
Ich finde es echt traurig das eigentlich alle die ich kenne und sicher noch viele andern denken das die Milch ihrgenwann einfach weniger wird „bei dem einen früher bei andern später” - Zitat meiner Schwiegeroma
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yiska
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von yiska »

Hallo..
dann bin ich wohl eine von den seltenen die wenig Milch haben. Ich kämpfe schon seit Wochen um meine Milch. Mein Sohn hat wochenlang gebrüllt und war nur unruhig aber ich wäre nie darauf gekommen dass es an meiner Milchmenge liegen könnte bis er nicht mehr zugenommen hat.
Zu mir hat man auch immer gesagt "Zu wenig Milch gibt es nicht" Meine Hebi sagt ich hab nur 1.5 Brüste und den Rest muss ich eben zufüttern.Ich denke es ist nur eine Frage der Zeit bis sie ganz versiegt.
Was ich aber sagen wollte ist: Wirklichkeit , kein Mythos ^^

lg yiska
s-b1
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von s-b1 »

yiska hat geschrieben:Hallo..
dann bin ich wohl eine von den seltenen die wenig Milch haben. Ich kämpfe schon seit Wochen um meine Milch. Mein Sohn hat wochenlang gebrüllt und war nur unruhig aber ich wäre nie darauf gekommen dass es an meiner Milchmenge liegen könnte bis er nicht mehr zugenommen hat.
Zu mir hat man auch immer gesagt "Zu wenig Milch gibt es nicht" Meine Hebi sagt ich hab nur 1.5 Brüste und den Rest muss ich eben zufüttern.Ich denke es ist nur eine Frage der Zeit bis sie ganz versiegt.
Was ich aber sagen wollte ist: Wirklichkeit , kein Mythos ^^

lg yiska
Hallo Yiska,
eine Freundin von mir hatte fast von Anfang an immer massive Probleme mit einer Brust (mehrere Brustentzündungen, häufig Schmerzen, etc) - nach ein paar MonatEen hat sie dann in Abstimmung mit der Stillberaterin einseitig abgestillt. Ihre Kleine wurde zu dieser Zeit auch noch vollgestillt und sie hatte daher große Angst, daß dies "der Anfang vom Ende [der Stillzeit] ist". Naja, dies ist jetzt über 1 Jahr her und sie (teil)stillt immer noch...
Um es jetzt aber nicht als total easy hinzustellen: sie hat nach dem einseitigen Abstillen einige Tage fast durchgehend gestillt bis die eine Brust sich auf die Milchnachfrage eingestellt hatte.
Liebe Grüße,
s-b1 mit Engelchen (08/2010) im Arm
ninscha83
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von ninscha83 »

Ich muss ehrlich sagen, dass bei mir ein rasches Abstillen auch passier wäre, hätte ich nicht zufällig eine Stillinformation besucht.

Dort habe ich eine Stillberaterin kennen gelernt, die mir an meinem 3. Tag im KKH nach der Geburt zum Glück wieder über den Weg gelaufen ist.

Eine gute Beratung/Ansprechpartner ist da wirklich so, so wichtig! Gerade in Krisenzeiten!

Ich denke es GIBT Frauen mit zu wenig Milch, aber sicherlich nur auf einen geringen Teil der abgestillten Frauen trifft das zu
Viele Grüße
Ninscha *2011, *2015, *2023 - getragen, gestillt, geliebt...
Bansenga
Herzlich Willkommen
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von Bansenga »

Der Druck, der in dieser Sache ausgeübt wird, hat mich auch immer gestört. Sobald das (noch kleine - bei denen ist es am augeprägtesten - Kindchen unruhig war und ohne ersichtlichen Grund ständig gebrüllt hat, gab es nur zwei Erklärungen: a) es hat Bauchweh, b) du hast zu wenig Milch :roll: Das die Kleine halt noch nicht ganz heimisch auf dieser Welt geworden ist, was in meinen Augen ja ganz nachvollziehbar ist, wurde kaum als Erklärung akzeptiert - es musste halt immer was Handfestes sein. Ich kenne mehrere (!) Frauen, die schon im Krankenhaus (d.h. 1-3 Tage nach der Geburt) überzeugt davon waren, nicht genug Milch zu haben, weil das Kind halt nicht ruhig werden wollte und dann gleich auf Pre umgestiegen sind.
Schlingoline
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Re: so viele Frauen keine Milch mehr, Mythos oder Wirklichke

Beitrag von Schlingoline »

Ja, die Informationen, die man oft bekommt sind z T haaresträubend..
Meiner Freundin wurde z:b von der Hebamme noch geraten, ja nicht kürzer als alle 2h zu stillen, da sonst die ate Milch auf neue trifft :roll:
Wenn ich nicht im Internet vom Clusterfeeding (und dies von einer Stillberatung bestätigt bekommen hätte) gelesen hätte, wäre ich sicher auch unsicher gewesen, mein Kind bei jedem kleinen Maunzen sofort anzulegen.
Neulich war ich bei einer Bekannten, die ich im Ausgangspost erwähnt hatte, nach 5 Minuten stillen, hat sie dann das Fläschen gemacht, da die Milch ja leider sonst nicht reiche.. :roll:
Schlingoline mit dem kleinen Sensibelchen 19.09.2011, dem wilden Rabauken 1.10.2013 und für immer im Herzen unser Engelchen Eva Maria 07.04.2106 - 13.04.2016
Regenbogenbaby Anna Maria 13.09.2017
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