Hab ich noch eine Chance zu stillen?

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Tinchen31
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Hab ich noch eine Chance zu stillen?

Beitrag von Tinchen31 »

Jeder sagt, ich soll akzeptieren, daß ich nicht stillen kann, aber ich bin mir nicht sicher, ob es so ist .
Ich fange einfach mal vorne an. Mein Sohn Connor kam durch einen Kaiserschnitt, nach 5 Tagen einleiten, zur Welt und wurde noch im OP mit meiner Muttermilch gefüttert. Nach dem ich mich etwas erholt hatte, versuchte die Hebamme, ihn anzulegen aber er schrie und bog sich wie wild. So versuchten unterschiedlichste Schwestern ihn an meine Brust zu bekommen, aber außer das man mir sagte, daß er bestimmt Bauchweh hat, passierte nichts. Er ging einfach nicht an meine Brust. Ich fing an ihn mit abgepumpter Milch zu füttern und stieg dann, weil meine Milchmenge abnahm, mit Aptamil Comfort um.
Ich versuchte immer wieder ihn anzulegen, ab und an gelang es mir das er an der Brust saugte, aber er schlief dann recht schnell dabei ein.
Er ist nun 2,5 Monate und trinkt eigentlich nur noch Flaschennahrung.
Ich arbeite als Tagesmutter Vollzeit.
Nun frage ich mich ob ich überhaupt noch eine Chance habe zu stillen, oder ob die Anderen recht haben und ich es aufgeben soll.
Wäre ein Brusternährungsset eine Alternative für uns?
Muss man damit jede Mahlzeit füttern oder kann ich es auch nur Nachmittags und Abends nutzen?
Ich bin sehr traurig und wünsche mir nichts mehr wie zu stillen.
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MaareMum
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AW: Hab ich noch eine Chance zu stillen?

Beitrag von MaareMum »

Hast du es mal mit Stillhütchen versucht.
Ich kenn ein Kind, was anfangs auf Intensivstation lag und nur die MuMi aus der Flasche bekam. Der wollte dann auch nicht mehr die Brust und die Mutter hat es aber mit Stillhütchen geschafft.

2,5 Monate sind halt schon ein bissl spät, was deinen Körper angeht. Dein Körper richtet sich vor allem während der ersten etwa 6 Wochen nach der Geburt aufs Stillen ein. Aber wenn du jetzt noch Milch hast würde ich es auf jeden Fall versuchen, vielleicht kannst du es wieder voll ankurbeln.

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EUaVBl
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Re: Hab ich noch eine Chance zu stillen?

Beitrag von EUaVBl »

ich denke nicht, dass es zu spät ist. wenn du es willst, kannst du es durchaus probieren. aber ich denke, dass sich hier noch eine der stillberaterinnen zu wort melden wird.
ich drück dir die daumen!!!! :)
jusl
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Re: Hab ich noch eine Chance zu stillen?

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich willkommen hier!

Euer missglückter Stillstart tut mir sehr leid; das war sicher eine schwierige Zeit.
Nun frage ich mich ob ich überhaupt noch eine Chance habe zu stillen, oder ob die Anderen recht haben und ich es aufgeben soll.
Grundsätzlich ist es so, dass in den ersten Wochen nach der Geburt (eher weniger als 6 Wochen) die Milchproduktion so weit angekurbelt werden muss, dass die Milchmenge zur ausschließlichen Versorgung des Babys ausreicht. Das liegt an der speziellen Hormonlage nach der Geburt, die nötig ist, um das Brustdrüsengewebe voll auszubilden. Später kann die Milchmenge dann meist auch noch erheblich gesteigert werden. Wird dieses Zeitfenster nach der Geburt allerdings verpasst, dann ist es schwierig bis unmöglich, SPÄTER noch eine Milchmenge auf Vollstill-Niveau zu erreichen, eben weil das Drüsengewebe nicht richtig entwickelt wurde.

Ich fing an ihn mit abgepumpter Milch zu füttern und stieg dann, weil meine Milchmenge abnahm, mit Aptamil Comfort um. [...]Er ist nun 2,5 Monate und trinkt eigentlich nur noch Flaschennahrung.
Wie lange hast Du denn nach der Geburt abgepumpt? Nur wenige Tage, oder bis vor kurzem? Diese Info ist wesentlich, um Eure Chancen auf eine erfolgreiche Relaktation (= Wiederaufnahme des Stillens) und ein geeignetes Vorgehen dabei abschätzen zu können.

Wäre ein Brusternährungsset eine Alternative für uns?
Praktische alle relaktierenden Mütter nutzen hierzulande das Brusternährungsset (= "BES") dafür. Mit dem BES ist es möglich, sämtlichen Bedarf an zusätzlicher künstlicher Milch WÄHREND des Stillens zuzufüttern. Auch Mütter, die z.B. wegen Fehlbildungen der Brustdrüsen nicht in der Lage sind, Milch zu bilden, können damit stillen; sie füttern dann sozusagen 100% an der Brust zu. Wichtig für den erfolgreichen Einsatz des BES ist, dass das Baby relativ gut andockt und mit einer relativ guten Saugtechnik stillt. Für schwere Saugverwirrung und ähnliche Saugstörungen ist das BES entsprechend (noch) nicht geeignet. Der Einsatz dieses Stillhilfsmittels sollte auf jeden Fall stillberaterisch gut abgewogen und begleitet werden.
Ich arbeite als Tagesmutter Vollzeit.
Das stellt meiner Einschätzung nach ein erhebliches Problem dar, leider. Ich durfte schon relativ viele Mütter bei ihrer Relaktation begleiten, und als eine Konstante dabei habe ich immer erlebt, dass eine Relaktation ausgesprochen zeitaufwendig und arbeitsintensiv ist. Unbedingt notwendig ist, dass die Mutter dabei durch ihr Umfeld unterstützt wird und dass die Mutter viiiiiel Zeit hat. Während der Relaktation sollte sie von möglichst allen anderen Aufgaben (Haushalt, Betreuung älterer Geschwister usw) so weit wie möglich entlastet werden, denn die Maßnahmen zum Ankurbeln der Milchproduktion, die Hilfe für ihr Baby welches erst wieder richtig stillen lernen muss, der Umgang mit den notwendigen Stillhilfsmitteln usw. ist ausgesprochen zeitintensiv. Die Bewältigung einer Relaktation während einer Vollzeitberufstätigkeit halte ich daher für komplett ausgeschlossen.
Muss man damit jede Mahlzeit füttern oder kann ich es auch nur Nachmittags und Abends nutzen?
Das hängt vom Einzelfall ab. Mütter, deren Laktation bei mindestens ca 50% liegt (d.h. dass die andere Hälfte des Tagesbedarfs durch zugefütterte künstliche Milch abgedeckt wird), können häufig bei der ein oder anderen Mahlzeit auf das BES verzichten. Oft sind dies ein oder zwei nächtliche Stillmahlzeiten, die dann auch ohne BES gelingen, oder auch eine Mahlzeit am Morgen oder Vormittag, da zu dieser Tageszeit bei vielen Frauen die meiste Milch gebildet wird.
Frauen mit geringerer Milchbildung sind in der Regel bei jeder Mahlzeit auf das BES angewiesen.

Ich bin sehr traurig und wünsche mir nichts mehr wie zu stillen.
Das kann ich gut verstehen. Sinnvoll ist sicherlich, wenn Du Dir zunächst möglichst viele Informationen zum Thema Relaktation beschaffst, einfach auch um realistischer einschätzen zu können, was da auf Dich zukäme, falls Du Dich dafür entscheidest. Dafür kann ich Dir unsere Linksammlung Stillwissen empfehlen, insb. die Links zu den Stichwörtern

* Was bedeutet Stillen nach Bedarf?
* Trinkmengen junger Vollstillbabys
* Verringerung der Zufüttermengen, zurück zum Vollstillen
* Gedeihen, Gewichtskontrolle, korrektes Wiegen
* Gewichtszunahme beim problemlosen Stillen nach Bedarf
* Beurteilung Gewichtszunahme
* Was ist Saugverwirrung?
* mögliche Behandlungswege der Saugverwirrung
* Tipps zum erfolgreichen Abpumpen
* Syntocinon, Bockshornkleesamen und Domperidon
* Vorüberlegungen zur Relaktation
* Voraussetzungen für Relaktation

Auch hier im Forum gibt es einige Mütter mit Relaktationserfahrung, vielleicht melde sich einige ja hier noch.
Rückfragen immer gerne und LG
Julia
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