Nur 6 Monate oder doch kürzer?!

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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4tiere
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Nur 6 Monate oder doch kürzer?!

Beitrag von 4tiere »

Die WHO empfielt ja mind. sechs Monate voll zu stillen. Warum gerade 6 Monate?

Meine beiden Grossen habe ich viel länger voll gestillt (beide 8 Monate).

Ändert sich da die Zusammensetzung der Milch?
Oder wie wurde gemessen, dass dann die Babys was anderes bräuchten?

Mir kommt der Zeitraum so willkürlich vor und wenn ich dann solch einen Artikel lese
"http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 37,00.html"
werde ich sauer. Die empfehlen ja eine noch kürzere Vollstilldauer.

Dann gucke ich mir meine fast vier Monate alte Tochter an und denke, sie soll jetzt schon feste Nahrung zu sich nehmen.
Neeeeeee, das geht gar nicht! :5:

Aber so werden Mütter verunsichert und was argumentiert man denen dann ?!
Bild-liche Grüße

Natalie
mit drei wundervollen Kindern!
Den beiden Großen (19m und 21w Jahre) und die kleine Maus (01.10.2011), die ich immer noch total genieße! Bild
Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
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Leyket
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Re: Nur 6 Monate oder doch kürzer?!

Beitrag von Leyket »

Ich glaube, ich würde erstmal mindestens mit Misstrauen argumentieren, bis nicht weitere und vor allem unabhängige Studien diese Ergebnisse bestätigen.
Spiegel online hat geschrieben:Janet Fyle von der britischen Hebammen-Vereinigung etwa sagte dem Sender BBC, die Stillempfehlung auf vier Monate zu beschränken, wäre ein "Rückschritt" - und spielte den "Herstellern von Babynahrung in die Hände" - drei der vier Studienautoren haben bereits als Berater für die Babynahrungsmittelindustrie gearbeitet oder Forschungsgelder von ihr erhalten. Auch das britische Gesundheitsministerium bekräftigte, Babys bis zum sechsten Monat erhielten alle für sie notwendigen Nährstoffe aus der Muttermilch.
Und ausserdem:
Spiegel online hat geschrieben:Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE erklärt die Stillkommission zudem, dass gegen die Empfehlungen der WHO allgemein gesehen nichts spreche. Man müsse aber sowieso im Einzelfall entscheiden. Kinder etwa, die schon im Säuglingsalter unter Eisenmangel litten, kämen an einer Beikost zu einem früheren Zeitpunkt wahrscheinlich nicht vorbei.
Find ich sowieso am allerwichtigsten :) Es kommt auch immer gewaltig auf den Einzelfall an
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cher123blau
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Nur 6 Monate oder doch kürzer?!

Beitrag von cher123blau »

Ich denke es kommt immer auf das Baby an! Meine kleine wäre auch noch nicht bereit etwas zu essen aber vielleicht "kaut" sie in ein paar Wochen schon auf einem Brot! Ich weiß es nicht! Mir ist das alter ganz egal sie soll entscheiden wann sie dafür bereit ist. Nicht ich!!!
"Wenn Mama ihr T-Shirt hochschiebt, werde ich vor Aufregung ganz zappelig, weil ich weiß: Jetzt darf ich an den schönsten Ort der Welt!"
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Morgaine47
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Re: Nur 6 Monate oder doch kürzer?!

Beitrag von Morgaine47 »

Kennst Du "Mein Kind will nicht Essen" von Carlos Gonzales? In einem der letzten Kapitel schreibt er, wie die Empfehlungen für Beikosteinführung in Babybüchern von 1900 bis in die 80er oder 90er Jahre waren. Das fand ich fast am interessantesten in dem Buch.
LG
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Moogie81
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Re: Nur 6 Monate oder doch kürzer?!

Beitrag von Moogie81 »

Morgaine47 hat geschrieben:Kennst Du "Mein Kind will nicht Essen" von Carlos Gonzales? In einem der letzten Kapitel schreibt er, wie die Empfehlungen für Beikosteinführung in Babybüchern von 1900 bis in die 80er oder 90er Jahre waren. Das fand ich fast am interessantesten in dem Buch.
Und wie waren die?
Würde mich auch sehr interessieren.

Meine KiÄ meinte auch das nach 6 Monaten die Nährstoffzufuhr durch die Mumi nicht mehr ausreicht und deswegen zugefüttert werden MUß. (Kann ich mir aber kaum vorstellen bei den paar Löffelchen die die runter kriegen das das die Nährstoffzufur aufbauen soll).
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Morgaine47
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Re: Nur 6 Monate oder doch kürzer?!

Beitrag von Morgaine47 »

Ich habe das Buch gerade verliehen und kann nicht nachschauen. Ich erinnere mich dunkel, dass um 1900 so mit einem Jahr etwa angefangen wurde Brotsuppe zu geben. Und in den Folgebüchern (also "neueren" Babyratgebern) wurde der Zeitpunkt der Beikosteinführung immer früher und Beikost wurde immer schneller eingeführt. Also immer was neues in kürzeren Abständen.
LG
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mayra
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Re: Nur 6 Monate oder doch kürzer?!

Beitrag von mayra »

Ab der ersten Formula "musste" der Beikostzeitpunkt immer weiter nach vorn verlegt werden, weil sie damals noch nicht in der Lage waren, diese so mit Vitaminen usw. zu versetzen, dass die Kinder gut versorgt waren. Daher musste dann eben Saft in die Formula oder direkt ins Kind, bzw. Obst/Gemüse ;-)
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marykate
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Re: Nur 6 Monate oder doch kürzer?!

Beitrag von marykate »

Hm, ich finde, BEIkost und Vollstillen schließen sich nicht unbedingt aus.

Meine Tochter bekommt immer wieder was in die Hand gedrückt seit sie Interesse an unserem Essen gezeigt hat. Keine Ahnung mehr, wann das war, aber deutlich vor 6 Monaten. Seitdem "isst" sie im Prinzip bei unseren Mahlzeiten mit, aber sie entscheidet selbst, was sie von dem Angebotenen isst und wie viel. Füttern lässt sie sich nur in Ausnahmefällen. Die Mengen die sie tatsächlich isst sind, von seltenen Ausnahmen abgesehen, nicht im geringsten so hoch, dass sie seltener an meiner Brust wäre. Ich persönlich sehe es so, dass ich sie noch voll stille.

Das Hauptproblem ist doch nicht die Beikost an sich, sondern dass mit der Einführung der Beikost immer gleich versucht wird so viel ins Kind "reinzustopfen" (sorry :oops: ), dass sich damit möglichst bald eine Stillmahlzeit ersetzen lässt.

Aber wenn ich meiner Maus die Essensteilnahme verwehren würde und mit einem Jahr anfangen würde, sie mit Brotsuppe zu füttern würde sie mir was husten, glaube ich.
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moselkind
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Re: Nur 6 Monate oder doch kürzer?!

Beitrag von moselkind »

marykate hat geschrieben: Das Hauptproblem ist doch nicht die Beikost an sich, sondern dass mit der Einführung der Beikost immer gleich versucht wird so viel ins Kind "reinzustopfen" (sorry :oops: ), dass sich damit möglichst bald eine Stillmahlzeit ersetzen lässt.
das liest man halt auch in jedem ratgeber. pro monat eine stillmahlzeit ersetzen oder so.
(würde bei uns ja sowas von nicht funktionieren. hier wird auch nach wie vor oft, viel und gerne gestillt. und halt nebenbei gegessen, mal mehr, meistens weniger.)
ach, und bzgl. gonzales - "interessant" an den ganzen ernährungsplänen von früher fand ich ja auch die genaue uhrzeitangabe, wann es milch oder andere nahrung zu geben hatte.
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marykate
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Re: Nur 6 Monate oder doch kürzer?!

Beitrag von marykate »

moselkind hat geschrieben:(würde bei uns ja sowas von nicht funktionieren. hier wird auch nach wie vor oft, viel und gerne gestillt. und halt nebenbei gegessen, mal mehr, meistens weniger.)
Och, wenn Du die Signale Deines Kindes ignorieren würdest, würde das sicher funktionieren. Erst letztens wieder (über eine Ecke) gehört, dass eine Mutter nach verweigerter Gläschenkost achselzuckend festgestellt hat, dass das Baby wohl keinen Hunger hat. Als es später schrie, war es wohl "müde und konnte nicht schlafen", weil die Zeit für die nächste Mahlzeit noch nicht gekommen war :roll:
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