Hallo Marilu,
ich lebe seit ca. 22 Jahren vegetarisch und seit 17 Jahren vegan. Und ich mochte als Kind sehr gerne Tierprodukte. Fleisch, Wurst, Fische, Käse, Eier ..... hab ich gerne und irgendwas aus der Palette auch zu jeder Mahlzeit gegessen.
Ich denke, um nicht permanent "rückfällig" zu werden, muss man sich immer wieder den Grund vor Augen führen, warum man es macht.
Mein Hauptgrund war der ethische Aspekt. Es gibt im Netz genug Texte und Bilder, an denen man sehen kann, was man da unterstützt und durch sein Essen bzw. Kaufen immer wieder in Auftrag gibt.
Ich ziehe keine Trennlinie zwischen uns Menschen und (anderen) Tieren. Oder auch zwischen Haus- und so genannten "Nutz"tieren. Ich lehne Vergewaltigung, Kindesentführung, Folter und Mord an Menschen ab und das Gleiche gilt für mich auch für Tiere, die ebenso schmerz- und leidensfähig sind wie wir.
Ihr lebenslanges Leiden steht in keinem Verhältnis zu meinem Leiden, wenn ich auf Tierprodukte verzichte. Mal davon abgesehen, dass bei einer pflanzlichen Ernährung ja nicht nur verzichtet wird, sondern es gibt auch vielerlei Produkte, die den Speisenplan bereichern und der "normale Allesesser" gar nicht kennt bzw. nicht einbezieht. Z. B. Soja- und Weizenprodukte (also außer in Form von Brot

), Kichererbsen, Getreidesorten wie Grünkern, Hirse, Amaranth u.v.m.
Ich finde, wer wirklich gerne den Geschmack von Tierprodukten mag, der sollte sie einfach in Form der pflanzlichen Alternativen essen. Davon gibt es mittlerweile soviel Auswahl, dass für jeden etwas dabei sein sollte und man seine Lieblingsgerichte weiter kochen kann und daher den "Verzicht" gar nicht so sehr merkt.
Die Seite
http://www.alles-vegetarisch.de gefällt mir sehr gut, das ist ein Versand für vegane Lebensmittel, wo du dir auch die Zutaten der Produkte anschauen kannst.
Diese sind nämlich längst nicht alle "voller Bindemittel, Farb- und Aromastoffe". Und selbst wenn einzelne Produkte davon etwas enthalten, so sollte man sie mal mit den Tierprodukten vergleichen und schauen, was sich darin alles findet (von den nicht deklarierten Inhaltsstoffen darin wie Antibiotika usw. sogar noch abgesehen).
Mir ging es so, je mehr ich mich mit der Thematik auseinandergesetzt hatte, desto mehr verging mir der Appetit. Vieles ist auch schlicht und einfach eine Sache der Gewöhnung. Geschmack ist zu einem Teil erlernbar. Doch dafür sollte man mit sich geduldig sein, aber auch etwas Ausdauer mitbringen und nicht gleich nach einer Woche sagen, das schaff ich eh nicht, ich mach einfach weiter wie bisher.