Stillstress, V.a Gedeihstörung..stetige Unruhe..Achtung lang

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

yiska

Stillstress, V.a Gedeihstörung..stetige Unruhe..Achtung lang

Beitrag von yiska »

Halloo, liebe Community..ich bin eine vezweifelte , unsichere Stillerin und hoffe hier vielleicht noch einige Lösungsansätze,Ratschläge zu bekommen. Mein Sohn Linus ist heute 6 Wochen alt und seit 2-3 Wochen haben wir Stillstress, das Stillen ist zum täglichen Kampf geworden und ich weiss so langsam nicht mehr weiter. Erstmal unsere Geschichte:

Am 04.12.11 habe ich meinen Sohn Linus Elijah um 06:53 Uhr nach einem Geburtsstillstand per sekundären KS entbunden.
Im Kreißsaal wurde er um 08:30 das erste Mal angelegt….um 14:30 als ich auf Station kam das 2.mal…dann nicht mehr. Die 2 male wurde er von einer Schwester an meine Brust gelegt und fertig. Ich hatte wirklich keine Ahnung wie das geht oder auf was ich achten muss und habe gedacht es kommt jemand der mich in dieser Hinsicht an die Hand nimmt. Bis in die Nacht habe ich es selber probiert. Ich dachte“ kann ja nicht schwer sein, Brustwarze in Mund, fertig“ Linus hat aber ständig gebrüllt. Ich habe alle 45-60 Minuten angelegt aber er hat nicht aufgehört zu brüllen.
Die Nachtschwester war dann die erste die sich Zeit genommen hat, sich zu mir gesetzt hat und es mir richtig gezeigt hat. Trotzdem hat Linus nicht aufgehört zu brüllen. Ein Grund fand sich schnell ..er verarbeitet die Geburt.(klingt ja auch besser als „ Kind hat Hunger“)

Am 2. Tag lief es nicht anders…ich habe jede Stunde angelegt aber mein Baby schrie immer noch. Meine Brutwarzen sahen bis dahin schon ziemlich zerfressen aus. Hämatome, gerissen, blutig. Bei jedem anlegen habe ich geweint.
Die Nacht verlief wie der Tag..stündliches Anlegen ( manchmal auch früher) und viel Geschrei. Immer wieder hab ich die Schwester angesprochen und immer wieder wurde mir gesagt ich müsste Geduld haben, das was in meiner Brust wäre würde reichen. „Warum schreit er dann soviel? warum sind die anderen Babys im Zimmer so ruhig? was stimmt da nicht?“


Der 3. Tag verlief wie die anderen..ich war völlig am Ende ..Schlafmangel..die Schmerzen in der Brust, mein schreiendes Baby, stillen ,stillen , stillen. Dazu der KS..ich konnte garnicht reagieren wie ich es hätte viell sollen. Ich habe ja vertraut, dem Personal was uns betreut vertraut.

Am Abend kam meine Hebamme zufälligerweise vorbei ( hatte einen Kurs im KH) , hat mein Baby gesehen und gesagt: „ Du, dein Kind ist ausgetrocknet, der brauch unbedingt Flüssigkeit“…..Linus hatte kein Speichel mehr im Mund ( ich dachte das käme vom schreien) eine eingefallene Fontanelle und keine Ausscheidung in der Windel.
Meine Hebi ist daraufhin zur Schwester mit der bitte um Flüssigkeit. Die Antwort war : „ Es fehlen noch 50 g Gewichtsabnahme bis zur Medizinischen Indikation und das entscheidet der Arzt “
Ich war fassungslos..seit wann entscheidet sowas der Arzt, der war natürlich nicht zu fassen sondern im Kreißsaal.
Meine Hebi hat mit mir noch mal das anlegen auch mit Stillhütchen geübt und gesagt ich soll warten bis die Schwester kommt und handelt. (Hebi hat die Schwester drum gebeten sich Linus anzuschauen) Das war so gegen 22Uhr.Um 02:30 kam die Schwester und meinte ich soll doch unbedingt nochmal probieren und hat Linus an meine Brust ( meine Güte was hab ich denn vorher die ganze Zeit getan) Das Theater ging bis um 04:30 dann hab ich gesagt „ Ich will jetzt Flüssigkeit für mein Kind egal wie“
Um 05:30 kam schon eine Schwester vom Frühdienst und meinte : „ Frau M. ihr Kind ist ausgetrocknet wir müssen uns überlegen was wir tun. ( ach nee, echt..boah ich hätt der echt eine klatschen können aber ich war ja froh um die Erkenntnis)
An diesem Tag durfte ich eeeendlich zufüttern..mit der Spritze..10 ml. Ihr könnt euch nicht vorstellen was das für ein Gefühl war, dieses Kind danach so zufrieden zu sehen .
Nach der 1. Spritze bekam ich eine Pumpe ins Zimmer und sollte abpumpen..jeweils 20 minuten rechts und links..Ergebnis: 0.2 ml..oh man das war ein Schlag..ich hab mich gefühlt wie eine Versagerin. Kein Wunder hat der nur gebrüllt.
Ich sollte weiterhin anlegen. Mein Tag sah dann so aus. Linus rechts und links für jeweils 30 Minuten angelegt, danach jeweils 20 Minuten gepumpt…mit Spritze gefüttert und das jede Stunde.
Das haben wir den Tag, die Nacht und den Morgen an Tag 4 so gemacht. Er hat bis zu diesem Tag immer noch nicht ausgeschieden, die Schwestern meinten alle Flüssigkeit die er jetzt bekommt nutzt er für sich.
Dann hiess es die Spritze muss wieder weg, solange kann man sie nicht geben. Habe es geschafft an dem Tag 10 ml abzupumpen. Ich wollte nicht wieder diskutieren..aber es war klar dass die Flüssigkeit noch nicht ausreichend war.
Also bekam ich das Brusternährungsset was ich persönlich für eine tolle Sache halte. Plastikflasche um den Hals, Nahrung rein, Schlauch an Brust..fertig Linus bekam erst das abgepumpte und dann fertige Nahrung…(20ml hat er davon getrunken) Die Schwester sind dieser „Industrienahrung“ echt feindlich gegenüber eingestellt..immer wieder haben sie versucht mir das auszureden..aber die Nahrung hat mein Baby gerettet. Wollte erst sehen dass er sich erholt und zunimmt. Niemals hätte ich aufgegeben aber Scheiss aufs Stillen mit Gewalt!

Nach diesem System haben wir Tag 4 und 5 gefüttert…habe stündlich immer wieder gepumpt.(kam mir dann echt vor wie ne Kuh).und an Tag 6 hatte ich schon 20 ml..welch Freude Das war der Tag an dem wir das Brusternährungsset weggelassen haben, da die Schwestern meinten Linus würde mehr als die Pumpe rausholen. Ich hatte natürlich Angst es aber gewagt. Hab Linus jede Stunde wieder jeweils 30 Minuten angelegt und er war schon eindeutig ruhiger. An Tag 7 hat er zugenommen.( In der Nacht von Tag 5 kam auch endlich die erste Urinausscheidung in die Windel, worüber man sich so alles freuen kann )
Geburtsgewicht war 3800..an Tag 3 hatte er 3380 und bei Entlassung Tag 9 3720g
________________________________________
Die erste Zeit zuhause hat es gut funktioniert..er kam oft -45-60min aber er hat getrunken. Irgednwann kam die Unruhe und wir dachten das sei normal. Bauchweh,Müdigkeit, viel Spucken. Er weint vor dem Stillen, während und danach. Ich bringe ihn manchmal nur mit Tricks an die Brust..Lefax drauf schmieren oder im Didytai, dann kann ich froh sein wenn er 10 min dranbleibt. An die linke Brust geht er fast garnciht, das war aber von Anfang an so..trotzdem versuche ich immer gleichmässig/reglmässig beide seiten anzulegen. Manchmal brüllt er solange das er 4-6 Stunden auch nicht an die Brust gegangen ist.Wenn ich es mal schaffe das er dranbleibt und trinkt dann trinkt er manchmal 20-30 minuten ..und trotzdem weint er danach,lutscht an Fingern und ist einfach immer unzufrieden.
Am 11.01 hatten wir die U3 und der Kinderarzt meinte Linus wäre zu "spittelig" hätte zu wenig Unterhautfett und wäre einfach zu leicht. Bei mir kam der Verdacht auf das ich zu wenig Milch habe und er deswegen Theater macht. Ich versuche auch immer zu pumpen wenn Linus nicht richtig trinkt aber selbst da kommt nich viel. Bei einer akuten Schreiphase habe ich In meiner Verzweiflung ihm mal abgepumpte Milch gegeben, 80ml und siehe da Linus war ruhig..also hab ich gedacht ok es reicht nicht dann wird eben zugefüttert..aber ich muss 3-4x am Tag pumpen um 80 ml zusammen zu bekommen was für mcih wieder Stress bedeutet.
Der Kinderarzt meinte ..ich solle die Stillabstände nicht unter 2,5 std halten und dann auch nur 10 min pro seite ...weiss nicht was ich davon halten soll...habe es nicht gemacht ich stille nach Bedarf.
Am Mittwoch sollen wir wieder zum wiegen kommen und wenn sich nichts getan hat dann müssen wir uns was anderes überlgen. Ich will nicht aufgeben aber ich weiss wirklich nciht mehr was ich machen könnte..möchte doch nur das er zufrieden ist und Ruhe einkehrt.
Es ist einfach ein Sch**** Gefühl wenn man die Ursache nicht kennt. Hat er noch Hunger wenn er danach weint und an seinen Fingern lutscht? plagt ihn was anderes? Meine Brustwarzen sind sehr klein , bekommt er sie vielleicht nicht eingesaugt? Und wenn er dann dran ist warum bleibt er nicht dran??? Ist es vielleicht ne Kopfsache weil ich mich selber so unter Druck setze.?Wenn ich dann die Brust zusaammn drücke kommt doch Milch... Vielleicht habt ihr noch Ideen, denn auf Dauer ist das echt ein Stress . Ich komme kaum aus dem Haus und kann mich nciht viel um mein großes Kind kümmern das ich noch habe.
Oh man ich hab ja echt wirr geschrieben , ich hoffe ihr kommt mit. ..
Also Problem ist.
schreit viel-
unzufrieden zwischen den Mahlzeiten
geht nur mit großem Theater an die Brust,manchmal klappt es garnicht
bleibt nicht an der Brust,schreit die Brust an
weint danach
spuckt sehr sehr viel

hier nochmal die Gewichtsdaten die ich habe.
Geburt: 3800g
Tag 3 :3380g
Entlassung.12.12.11 3720g Tag 8 .
14.12.11 3820g Hebamme hat gewogen Tag 10
30.12.11 4200gHebamme hat gewogen Tag 26
11.01.12 4260g beim Kinderarzt Tag 38

Ich bin so oft versucht ihm ne Flasche Nahrung zu geben ..aber ich hab Angst dann ist es ganz vorbei. Ich will zumindest bis zum Wiegetermin durchhalten aber ich will auch nicht das er hungert. :-(
Ich hab mir vorgenommen morgen enlich mal bei einer Stillberaterin anzurufen aber für heute wollte ich es mal hier probieren.

lg yiska
Benutzeravatar
Dellyo
alter SuT-Hase
Beiträge: 2194
Registriert: 09.05.2011, 08:55
Wohnort: Österreich

Re: Stillstress, V.a Gedeihstörung..stetige Unruhe..Achtung

Beitrag von Dellyo »

Oh, du Liebe! Fühl dich mal gedrückt! ((((((((yiska))))))) Da habt ihr ja was hinter euch! Toll, wie du kämpfst, dass es Linus gut geht, du kannst stolz auf dich sein! Eine richtige Löwenmama hat der Kleine da!

Zu dem Gewicht kann ich nichts sagen, da melden sich die Profis sicher noch. Aber deine Geburt klingt wie meine. Stillstand und dann Kaiserschnitt. Ach ja. Weißt du, was mir da gleich einfällt? KISS. Kennst du das? Mein Schneckenkind hat(te) das auch. Stillprobleme (hatten wir zwar nicht, aber anderes) und Schreien (hatten wir!) sind da absolute Anzeichen! Auch, dass er nicht dranbleibt an der Brust....
Schau mal, hier findest du mehr Infos: http://www.kiss-kid.de/seiten/kiss_syndrom.html
Ich habe gerade nur wenig Zeit, deswegen nur so kurz. Unabhängig vom Stillen, lass ihn da mal anschauen, am besten bei einem KISS-Doc (auf der verlinkten Seite sind auch welche zu finden). Osteopathie kann auch helfen, aber bei uns hat erst der KISS-Doc was gebracht und das war eine sofortige Verbesserung.

Alles Liebe!
Schneckenkind 02/11
und
Koalakind 5/17
Benutzeravatar
Dellyo
alter SuT-Hase
Beiträge: 2194
Registriert: 09.05.2011, 08:55
Wohnort: Österreich

Re: Stillstress, V.a Gedeihstörung..stetige Unruhe..Achtung

Beitrag von Dellyo »

Achso, meines Wissens sagt die Pumpmenge nicht viel aus. Es gibt wohl Frauen, wo beim Pumpen nix kommt und die erfolgreich stillen. Dazu muss natürlich beim Kind auch alles passen, klar.
Sorry, muss weg, aber nochmal, alles Liebe! Es meldet sich sicher noch jemand. :)
Schneckenkind 02/11
und
Koalakind 5/17
Benutzeravatar
alessi_a
gehört zum Inventar
Beiträge: 429
Registriert: 08.11.2011, 11:04
Wohnort: Schweiz

Re: Stillstress, V.a Gedeihstörung..stetige Unruhe..Achtung

Beitrag von alessi_a »

Auch von mir einen solidarischen Drücker!!

Es tut mir leid zu hören, wieviel Stress ihr habt beim Stillen. Die Stillberaterinnen hier werden sich bestimmt noch bei dir melden, aber ich hab vielleicht ein paar Tips, was bei uns geholfen hat. Wir hatten auch einen Not KS und ab dem 3. Tag nach der Geburt ging mein Sohn nicht mehr an die Brust. Davor nur mit Stillhut und den hat er immer schreiend weggefegt! Nach 2.5 Wochen kam dann der Durchbruch bei uns zuhause und seitdem trinkt er. Wir hatten auch ein "Bonding Bad gemacht" (Kind im Tummy Tab oder Badewanne baden und dann lass es dir nass auf die Haut geben. Das ganze in eurem Bett, auf ausgelegten Handtüchern und dann ein bisschen das Feeling der Geburt nachholen)

Also:
du brauchst viel Ruhe und Entspannung, auch wenn das sich im Moment unrealistisch anhört. Die Welt draussen kann auch noch ein bisschen auf dich warten.
hast du mal versucht, ihn mit viel Körperkontakt zu stillen? Mach ihn bis auf die Windel nackt und leg dich oben ohne dazu. Am besten im Bett.
Achte auf deine gute Ernährung und wenn du ihn stillst, achte auf deinen Atem und gar nicht so auf ihn. Du musst ganz bei dir sein und die Ruhe ausstrahlen.
Hast du eine Stillberaterin vor Ort, an die du dich wenden kannst?

Meine Brustwwarzen waren am Anfang auch eher klein. Wenn die Babys erstmal kräftiger werden, können sie die dann auch besser fassen.

Dein Baby könnte auch grad mitten im Wachsstumsschub der 5./6. Woche sein. Schau mal hier

http://www.hallo-eltern.de/M_Baby/wachstumsschub2.htm

Mein Kind ist da immer total von der Rolle. Trinkt schlecht, reisst an der Brust, weint nach dem Trinken... und dann, Tage später, ist alles wieder im Butter.
Ich drück dir die Daumen, dass es besser wird und stille ihn, wann immer er will und nicht, wie es dem KiA passt....!
alessi mit dem Zirkusdirektor! *07.10.11
und ganz neu mit Blumenmädchen Heide-Marie *30.6.2014



"Was ich im Leben liebe, ist der Schlaf." Bild
"Dann ist es aussichtslos", sagte der kleine Prinz.
bunny
gut eingelebt
Beiträge: 20
Registriert: 03.12.2011, 07:14

Re: Stillstress, V.a Gedeihstörung..stetige Unruhe..Achtung

Beitrag von bunny »

Hallo
Du lieber Himmel,das ist auch nicht schön.
Leider kann ich dich nur (((((Yska)))) drücken und dir alles Gute wünschen.
Ich kämpfe nämlich selber mit ähnlichen Problemen.
LG Tessa
yiska

Re: Stillstress, V.a Gedeihstörung..stetige Unruhe..Achtung

Beitrag von yiska »

Hallo...
daaanke für eure Anteilnahme!!!

Den Schub habe ich auch schon vermutet aber dann hätte er ihn ja schon ein paar wOchen :?
Bei der Osteopathin sind wir auch schon gewesen bzw sind es noch. Beim ersten Termin hat sie die Geburt nachgespielt und beim 2. ist sie irgednwelche Energiebahnen nachgefahren. Würde sie das Kiss-Sysndrom erkennen?
Morgens und Nachts klappt es ja komischerweise..entweder merkt er es beim dösen nicht so oder brauch nicht viel oder ich hab mehr ...gibt es das? das die Milch vielleicht im laufe des Tages weniger wird?
Das mit dem nass auf den Körper werde ich mal ausprobieren....
Nachts schläft er gut..zwar spät aber gut. ..die ganze Zeit hatten wir mit ihm Action meist bis 03:30 dann schläft er bis morgens 6/7 Uhr..dann noch mal bis 10 und dann nochmal bis 12.Nur geht er dann eben manchmal bis morgens um 6 nicht an die Brust. Seit ein paar Tagen macht er zwar immer noch das gleiche Theater aber er schläft schon ab 01:30...immerhin ein kleiner Fortschritt. Wenn doch nur das Stillen klappen würde..ich kann es nicht geniessen..auch ihn nicht...ruhig ist es nur wenn er schläft.
yiska

Re: Stillstress, V.a Gedeihstörung..stetige Unruhe..Achtung

Beitrag von yiska »

hm warum sieht man meinen Beitrag nicht ...

Danke euch für die Anteilnahme!!!!!!!
Bei einer Osteopathin sind wir schon , die hat beim ersten Termin die Geburt nachgespielt. Vom Kiss-Syndrom hat sie garnix erwähnt..könnte sie das erkennen??
Das mit dem Nass auf den Körper werde ich mal ausprobieren .

Was mir noch aufgefallen ist ,ist dass er die Unterlippe einzieht ( fliehendes Kinn) und ich krieg se einfach nich raus. Kann das mit ein Grund sein, bekommt er viell deswegen nich genug rausgesaugt und hat Frust??
yiska
gut eingelebt
Beiträge: 22
Registriert: 15.01.2012, 21:27

Re: Stillstress, V.a Gedeihstörung..stetige Unruhe..Achtung

Beitrag von yiska »

Hallo..
kann vielleicht jemand noch was zum Gewicht sagen?
Er hatte ja erst gut zugenommen und dann nicht mehr ( wenn man kaum an die Brust geht , ja auch kein Wunder) passt das zur Größe ? 58 cm.
Der Kiarzt meinte ja er wäre zu leicht..Osteopathin sagt das wäre völlig ok :?
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Stillstress, V.a Gedeihstörung..stetige Unruhe..Achtung

Beitrag von jusl »

Hallo yiksa und herzlich Willkommen hier im SuT,

ich melde mich später noch mal wegen des Gewichts und weiterer Lösungsansätze.

Liebe Grüße,
Julia
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Stillstress, V.a Gedeihstörung..stetige Unruhe..Achtung

Beitrag von jusl »

Hallo nochmal ;-) - jetzt in Ruhe.

Vorneweg: erstmal herzlichen Glückwunsch zum Baby! Ihr habt ja wirklich schon eine ganz schön heftige Zeit hinter Euch, ich drücke Euch die Daumen, dass Ihr bald etwas Ruhe und Entspannung finden könnt.

Ich geh mal der Reihe nach:
Tag 1 [...]Trotzdem hat Linus nicht aufgehört zu brüllen. Ein Grund fand sich schnell ..er verarbeitet die Geburt.(klingt ja auch besser als „ Kind hat Hunger“)
An Tag 1 äußern Babys in der Tat meist noch KEINEN Hunger. Der Bauch ist noch voller Fruchtwasser, oft fallen Neugeborene nach dem ersten Stillen direkt nach der Geburt in einen laaaangen Schlaf. Das viele Schreien hat ganz sicher ANDERE Gründe. "Er verarbeitet die Geburt" ist jetzt eher so der psychologische Ansatz :wink: - für mich hört er sich eher so an, als hätte Dein Baby heftig Anpassungsprobleme und/oder Schmerzen. Gut möglich vom KS, der ist orthopädisch gesehen nämlich meistens alles andere als sanft.
Ich nehme an, Du hattest vor dem KS einen Tropf mit Flüssigkeit gelegt bekommen? Dieser beeinflusst auch das Geburtsgewicht des Babys (er erhöht es. Diese überflüssige Flüssigkeit wird nach der Geburt wieder ausgeschieden, d.h. diese Babys nehmen etwas mehr ab als die natürlich geborenen. Und Durst haben Mutter und Baby ebenfalls weniger wegen dieses Tropfes.)
Tag 2 [...] „Warum schreit er dann soviel? warum sind die anderen Babys im Zimmer so ruhig? was stimmt da nicht?“
Sehr richtige Frage. In der Neugeborenenzeit werden hungernde Babys oft eher RUHIG als LAUT (das ist auch biologisch gesehen das einleuchtendere Verhalten - Schreien verbraucht sehr sehr viel Kalorien! Hungernde Babys schalten in den ersten Lebenswochen eher auf Sparflamme, um eben Energie zu sparen. Ungünstigerweise interpretieren viele Eltern dies als "braves Baby, was schön satt schläft"...). Dass Linus an Tag 1 schon schrie und Tag 2 noch genauso, stützt eher den Schmerzverdacht.
Der 3. Tag verlief wie die anderen..ich war völlig am Ende ..Schlafmangel..die Schmerzen in der Brust, mein schreiendes Baby, stillen ,stillen , stillen. Dazu der KS..ich konnte garnicht reagieren wie ich es hätte viell sollen. Ich habe ja vertraut, dem Personal was uns betreut vertraut.
Am Abend kam meine Hebamme zufälligerweise vorbei ( hatte einen Kurs im KH) , hat mein Baby gesehen und gesagt: „ Du, dein Kind ist ausgetrocknet, der brauch unbedingt Flüssigkeit“…..Linus hatte kein Speichel mehr im Mund ( ich dachte das käme vom schreien) eine eingefallene Fontanelle und keine Ausscheidung in der Windel.
Meine Hebi ist daraufhin zur Schwester mit der bitte um Flüssigkeit. Die Antwort war : „ Es fehlen noch 50 g Gewichtsabnahme bis zur Medizinischen Indikation und das entscheidet der Arzt “
Also es ist so: Eine Abnahme bis 5 % ist völlig normal. Ab einer Abnahme von 7 % sollte das Personal genauer hinschauen: Klappt das Stillen? Beginnt die Ausscheidung? Dann ist alles OK. Falls es noch nicht gut klappt, sollte eingegriffen werden: Unterstützung beim Stillen, Überprüfen der Anlegetechnik usw., und wachsam sein, dass die Abnahme nicht noch wesentlich größer wird. Ab einer Abnahme von 10% kann ein Zufüttern nötig sein - auf jeden Fall muss hier sichergestellt werden, dass das Stillen gut klappt. Dehydration bzw. Exsikkose, also ein Austrocknen des Babys ,ist bei diesen 10% normalerweise noch NICHT zu beobachten! (ich kenne echt viele "10%-Babys", die stillberaterische Hilfe durchaus brauchten, und hinterher ging es auch wieder... Aber ausgetrocknet waren diese definitiv noch nicht.) Eure Abnahme lag bei rund 11%. Falls auf Euch diese Tropf-Sache zutrifft, vermutlich "in echt" bei rund 10%. Da ist Dehydration doch eher unwahrscheinlich. Und wäre Linus dehydriert gewesen, hätten 10 ml auch nicht gereicht, um diese auszugleichen - der Magen eines 3 Tage alten Babys fasst ca 25 ml. Beim Verdacht auf Dehydration hätte definitiv mit Infusionen und /oder größeren Flüssigkeitsmengen gearbeitet werden müssen.
An Tag 7 hat er zugenommen.[...]
Geburtsgewicht war 3800..an Tag 3 hatte er 3380 und bei Entlassung Tag 9 3720g
Hast Du die Gewichtsdaten noch? Also ALLE, z.B. auch die von Tag 7?

Die erste Zeit zuhause hat es gut funktioniert..er kam oft -45-60min aber er hat getrunken. Irgednwann kam die Unruhe und wir dachten das sei normal. Bauchweh,Müdigkeit, viel Spucken. Er weint vor dem Stillen, während und danach. Ich bringe ihn manchmal nur mit Tricks an die Brust..Lefax drauf schmieren oder im Didytai, dann kann ich froh sein wenn er 10 min dranbleibt. An die linke Brust geht er fast garnciht, das war aber von Anfang an so..trotzdem versuche ich immer gleichmässig/reglmässig beide seiten anzulegen. Manchmal brüllt er solange das er 4-6 Stunden auch nicht an die Brust gegangen ist.Wenn ich es mal schaffe das er dranbleibt und trinkt dann trinkt er manchmal 20-30 minuten ..und trotzdem weint er danach,lutscht an Fingern und ist einfach immer unzufrieden.
Es ist durchaus möglich, dass Dein Baby in dieser Zeit nach dem Stillen noch Hunger hatte. Aber dies ist NICHT die einzig mögliche Erklärung. Schmerzen z.B. würden dieses Verhalten ebenfalls erklären.

Am 11.01 hatten wir die U3 und der Kinderarzt meinte Linus wäre zu "spittelig" hätte zu wenig Unterhautfett und wäre einfach zu leicht. Bei mir kam der Verdacht auf das ich zu wenig Milch habe und er deswegen Theater macht. Ich versuche auch immer zu pumpen wenn Linus nicht richtig trinkt aber selbst da kommt nich viel. Bei einer akuten Schreiphase habe ich In meiner Verzweiflung ihm mal abgepumpte Milch gegeben, 80ml und siehe da Linus war ruhig..also hab ich gedacht ok es reicht nicht dann wird eben zugefüttert..aber ich muss 3-4x am Tag pumpen um 80 ml zusammen zu bekommen was für mcih wieder Stress bedeutet.
Das ist sehr gut verständlich - 3-4x 80ml ist auch ganz schön viel! Das kann keine frischgebackene Mutter, die eh schon in Richtung "wenig Milch" kämpft, "einfach so" zusätzlich abpumpen. Babys in Linus' Alter trinken durchschnittlich ca 750 +/- 170 ml in 24 Stunden, also die meisten trinken zwischen 580 und 920 ml (ja, die Streubreite ist tatsächlich so groß! ;-)). Angenommen, Linus ist ein "580 ml-Baby", dann sind "3-4 mal 80 ml" ca 40-55 % seines Gesamttagesbedarfs! Das wäre sehr viel. Falls Linus ein "920ml-Baby" ist, dann sind die "3-4 mal 80 ml" immerhin noch ca 25-35 % seines Gesamttagesbedarfs, ebenfalls nichts, was man einfach so übrig hat ;-).

Der Kinderarzt meinte ..ich solle die Stillabstände nicht unter 2,5 std halten und dann auch nur 10 min pro seite ...weiss nicht was ich davon halten soll...habe es nicht gemacht ich stille nach Bedarf.
Angenommen, Dein Baby hat einen kleinen Magen und Du produzierst eher wenig Milch und brauchst für "eine Portion" etwa 20 Minuten. Dann kann es sein, dass Ihr mindestens JEDE STUNDE stillen müsst, mit vielleicht 1 oder 2 etwas längeren Schlafphase in 24 Stunden, um auf die ca 750 ml Milch zu kommen! Mindestabstände würden automatisch bewirken, dass Dein Baby nicht genug Milch bekommt und Ihr in der Tat zufüttern müsst. Von daher machst Du es genau richtig: Stillen nach Bedarf ist IMMER vorteilhaft (auch und gerade bei den Frauen, die z.B. aus medizinischen Gründen nicht genug Milch bilden können und deshalb zufüttern müssen).

Es ist einfach ein Sch**** Gefühl wenn man die Ursache nicht kennt.
Oh mann, das glaube ich Dir aufs Wort. Jede Mutter will ihrem Baby helfen, machen, dass es ihm gut geht und es sicht wohlfühlt... (Noch) nicht zu wissen was ihm fehlt und wie man ihm helfen kann, ist sehr bedrückend. Aber: Du tust, was Du kannst. Du informierst Dich, Du engagierst Dich, Du tröstest Dein Baby so gut es eben geht - DAS macht eine gute Mutter aus. Und ich drücke Dir von Herzen die Daumen, dass es Euch bald besser geht.
Meine Brustwarzen sind sehr klein , bekommt er sie vielleicht nicht eingesaugt?
Sicher nicht. Die Brustwarzenform ist vollkommen egal. Wichtig ist nur, dass Dein Baby NICHT unnötig Bekanntschaft mit künstlichen Saugern macht (Schnuller, Flasche, Hütchen), denn diese beeinträchtigen die Fähigkeit, mit der richtigen Technik an der Brust zu saugen. Das ist insb. bei Kindern, die nicht gut zunehmen, ganz besonders wichtig.
Und wenn er dann dran ist warum bleibt er nicht dran???
Es ist möglich, dass Dein Baby nicht mit der richtigen Technik saugt, z.B. Schwierigkeiten hat, ein Vakuum aufzubauen und zu halten. Ebenso ist denkbar, dass er noch orthopädisch-gesundheitliche Probleme hat, die z.B. von der Lage in der Gebärmutter oder von der Geburt herrühren könnten (Stichwort Kiss z.B.).
Ist es vielleicht ne Kopfsache weil ich mich selber so unter Druck setze.?
Ich bin sicher, mit Deinem Kopf ist alles in Ordnung. ;-) Der Druck ist doch 100% verständlich - es geht Deinem Baby zur Zeit noch nicht so richtig gut, Du hast berechtigte Sorge, dass Dein Milchbildung noch nicht reicht. Wer bleibt in so einer Situation entspannt?!? Es stimmt schon, die Milch fließt "leichter", wenn die Mutter entspannt und glücklich ist. ;-) Deshalb vielleicht der Ansatz: Hast Du Unterstützung daheim? Bist Du von Haushaltspflichten o.ä. derzeit befreit? Natürlich braucht Dich auch Dein großes Kind, aber es wäre gut, wenn sich zur Zeit liebe Verwandte und Freunde ebenfalls mit darum kümmern. Kannst Du ab und zu ein halbes Stündchen Auszeit nehmen und z.B. mal etwas schlafen? Oder in Ruhe im Bad verschwinden? Solch kleine Inseln können helfen, selbst wieder etwas Kraft zu tanken.

Darf ich fragen, wie das Stillen Deines älteren Kindes damals geklappt hat?
Entlassung.12.12.11 3720g Tag 8 .
14.12.11 3820g Hebamme hat gewogen Tag 10
30.12.11 4200gHebamme hat gewogen Tag 26
11.01.12 4260g beim Kinderarzt Tag 38
Nimmt man nur die Zeit vom 12.12. bis 30.12., dann sind das ca 200 g wöchentlich im Durchschnitt. Dies ist ein guter Wert, der für sich genommen keinerlei Indikation fürs Zufüttern oder zu wenig Milch liefert.
Nimmt man die Zeit vom 12.12. bis 11.01., dann sind das ca 130 g wöchentlich. Dies ist ein eher niedriger Wert, aber kann Bestandteil normaler Schwankung ohne med. Bedeutung sein. Der Zeitraum ist zu kurz, um daraus eine Indikation fürs Zufüttern abzuleiten.
Am 30.12. und 11.01 wurden praktisch die Gleichen Daten gewogen. Allerdings kann man hieraus nicht ableiten, ob Linus WIRKLICH nicht zugenommen hat in der Zeit - wenn beim ersten Mal wiegen Magen und Darm zufällig voll waren und beim zweiten Mal leer, dann kann es sein, dass er in echt 200 g zugenommen hat. Das lässt sich im Nachhinein nicht mehr feststellen.

Meine Empfehlungen sind:
* Da zur Zeit nicht sichergestellt ist, ob Linus genug Milch bekommt und genug zunimmt, sollte das Gewicht unbedingt weiter engmaschig, d.h. mindestens 1 mal wöchentlich, gemessen und notiert werden, und zwar auf methodisch GUTE Art und Weise. Ausführlich Info dazu findest Du in unserem Grundinfofred zur Gewichtsentwicklung. Habt Ihr eine gute Babywaage im Haus? Falls nein, ist es ratsam dazu eine aus der Apotheke zu leihen.
* In Eurer Situation könnte eine sogenannte Stillprobe Aufschluss geben. Dazu wird die Milchmenge ermittelt, die das Baby während jeder Mahlzeit trinkt, indem man das Baby direkt vor und direkt nach dem Stillen wiegt. Da Ihr sehr häufig stillt, würde ich zunächst nur tagsüber vorschlagen, so dass Ihr etwa 5-8 Werte pro Tag erhaltet. Hast Du über diese "Stillproben" schon mal nachgedacht? Was meinst und fühlst Du dazu?
* Ob ein Baby genug Milch bekommt, kann man neben der Gewichtsentwicklung auch über dessen Ausscheidungen abschätzen. Es kann sinnvoll sein, für die nächsten 2-3 Tage jede(!) Pipwindel zu wiegen und das Gewicht zu notieren und die Häufigkeit des Stuhlgangs aufzuschreiben.
* Regel Nr.1 beim Verdacht auf Gedeihströrungen ist: Erstmal feststellen ob es überhaupt eine ist. Gesundheitszustand, Gewichtsentwicklung, Ausscheidung und Trinkmengen geben darüber in der Summe eindeutigen Aufschluss. Da derzeit keine akute Gesundheitsgefahr besteht, schlage ich vor: Nehmt Euch die Zeit dafür. Stillproben erstmal 1 Tag lang, Ausscheidungen erstmal 2-3 Tage lang, Gewichtsentwicklung erstmal 1-2 Wochen lang. Und wenn dann diese Zahlen auf dem Tisch liegen, dann schauen wir gemeinsam weiter. Was hältst Du davon?
* Stillt weiterhin nach Bedarf, mit guter Anlegetechnik, d.h. Mund WEIT auf, VIEL Brustgewebe in den Mund, Kinn und Nase berühren die Brust, Baby liegt gerade.
* Sollte vorübergehend oder dauerhaft zufüttern notwendig sein, dann sollte dieses unbedingt STILLFREUNDLICH geschehen. Flaschensauger sind ungünstig, da sie die Saugtechnik des Babys beeinträchtigen können, Stichwort "Saugverwirrung". Mittel der Wahl ist das Brusternährungsset, das Du ja auch schon kennst. Es gibt Mütter, die damit die ganze Stillzeit über problemlos stillen.
* Es ist sicher lohnenswert, noch mal einen Spezialisten auf Linus schauen zu lassen, hinsichtlich seines vielen Schreiens. Empfehlenswert sind Kinderärzte, die sich besonders mit Kiss und verwandten Störungsbildern auskennen; und es gibt auch sehr gute Physiotherapeuten, Cranio-Sakral-Therapeuten und Osteopathen, die sich auf Säuglinge spezialisiert haben. Oft erzielen diese Leute sehr gute Erfolge. Vielleicht kannst Du da noch mal etwas recherchieren?

Ich hoffe diese ersten Ansätze sind hilfreich für Dich,
Rückfragen immer gerne und LG
Julia
Antworten

Zurück zu „Stillforum“