Weint bzw. schreit jeden Abend für mehrere Stunden

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Lisusa
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Weint bzw. schreit jeden Abend für mehrere Stunden

Beitrag von Lisusa »

Unser Kleiner ist nun 9 Wochen alt ( war allerdings 7 Wochen zu früh, er kam nach einer Placentaabloesung mit starkem Blutverlust durch einen Not- KS zur Welt und lag drei Wochen auf der Fruehchenintensiv) und seit einer Woche weint bzw. schreit er abends ab ca. 20.00 Uhr.
Mit kleinen Pausen, aber insgesamt je nach Tagesform 1-3 Stunden.
Ueber den Tag weint er recht wenig und hört fast immer sofort auf, wenn ich ihn entweder an die Brust anlege, auf mich lege oder ins TT nehme.
Abends hilft das aber leider nicht wirklich, da nimmt er die Brust zum Teil erst gar nicht an und wenn, dann saugt er friedlich für 10-30 Minuten, aber sobald er loslässt fängt er wieder an zu schreien und lässt sich durch wirklich nichts beruhigen. Dann lehnt er die Brust für eine halbe Stunde ab, danach nimmt er sie wieder an, trinkt und danach geht das ganze wieder von vorne los.
Herumtragen hilft nicht, leichte Massagen helfen nicht, wenn ich ihn mir auf die Brust lege hilft es nicht, wir haben wirklich schon alles versucht. Das einzige, was hilft ist, wenn ich ihn in seien Tummy Tub setze. Sobald ich ihn da allerdings raushole, schreit er wieder.
Ich hab das Gefühl, dass er sich da einfach ausweinen will. Kann das sein? Es ist auch wirklich ein richtiger Unterschied zwischen dem Weinen tagsüber und dem Schreien am Abend. Es hört sich an, als seien es zwei verschiedene Kinder.

Morgens schlaeft der Kleine je nach Tagesform bis etwa 10.00, dann stehen wir gemeinsam auf.
Ueber den Tag hinweg ist er meistens 1-3 Stunden am Stück wach, dann schläft er 1-3 Stunden, so geht es dann bis abends um etwa 20.00, bis er anfängt zu weinen. Erst weint er und dann steigert er sich in ein lautes Schreien.
Eli geht abends dann ins Bett, wenn wir ins Bett gehen, er schläft im Familienbett ( anfangs im Babybett neben unserem Bett, aber da will er nicht mehr schlafen, er braucht nacht viel Körperkontakt) und wenn er dann mal schläft ( so gegen 23 oder 24 Uhr), dann wacht er alle 1-3 Stunden auf, will kurz trinken, ich lasse ihn andocken und wir schlafen dann innerhalb kurzer Zeit beide während dem Stillen wieder ein. Also völlig unkompliziert.

Habt Ihr Ideen, wie ich ihm helfen kann und ihn beruhigen kann, wenn er abends schreit? Ich selbst bin währenddessen eigentlich sehr entspannt und wenn ich mich dann doch anspanne und selbst unruhig werde, übernimmt mein Mann den Kleinen, und mein Mann ist wirklich auch die Ruhe in Person. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie es wäre, wenn wir uns von seinem Schreien anstecken lassen würden....
Ach so, Bauchweh ist es eher nicht, das aeußert sich bei ihm anders.

Vielen Dank schon mal für Eure Tips/ Ideen
Viele Gruesse,
Lisusa und little Man, *Oktober 2011
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Lisusa
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Re: Weint bzw. schreit jeden Abend für mehrere Stunden

Beitrag von Lisusa »

Ach so, noch was. Tagsueber schlaeft er problemlos alleine in seinem Reisebett im Wohnzimmer oder auf seiner Decke auf dem Boden. Nachts wäre es momentan undenkbar, dass er ohne Körperkontakt schläft.
Seine Schlafphasen tagsüber bzw. am Morgen sind in der Regel auch länger als nachts. Heute Morgen z.B. hat er gute 3 Stunden am Stück geschlafen, nachts hält er nicht so lange durch und will spätestens alle zwei Stunden trinken.
Kann das evtl. auch daran liegen, dass es tagsüber heller ist?
Viele Gruesse,
Lisusa und little Man, *Oktober 2011
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Caty
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Weint bzw. schreit jeden Abend für mehrere Stunden

Beitrag von Caty »

Was mir sonst einfällt ist pucken, vielleicht wäre dies etwas. Interessant ist das er ihm Badeeimer zufrieden ist. Oder kann es Bauchweh oder so sein?
Hängematte könnte evt. Funktionieren.
Mein Grosser hatte damals am Abend ab und zu eine Phase da weinte er meist um 19/20 Uhr. Da half es im TT zu tragen aber nur wenn ich mich Bewegte. Und oft mit Nuggi und anfängliches schreien (so etwa 2 Minutenlang) bis er einschlief..,
Boy Mai 07 + Boy Januar 09 ( leider beide nur 3 Wochen gestillt)
+ Girl September 10 (wurde cirka 3.5 Jahre gestillt und schläft im 2. Teil der Nacht meistens im Familienbett)
+ Sternenbabyboy 10.7.14-21.7.14
+ Babygirl Januar 16
+ kleines Sternchen November 13



Sorry wegen den Schreibfehlern. Bin meist mit dem Iphone hier. Da gibt es noch recht schnell Tippfehler.... ;-)
EhMiKS

Re: Weint bzw. schreit jeden Abend für mehrere Stunden

Beitrag von EhMiKS »

Ich wollte Dir einen lieben Gruß dalassen... :) ......ich weiß nicht ob ich Dir helfen kann, aber meine Hebamme meinte, dass mittlerweile mehr oder weniger allen Kaiserschnittkindern ein Besuch beim Ostheopathen empfohlen wird. Unser Sohn kam am ET per KS und war zwei Wochen total ausgeglichen und wurde dann irgendwie unzufrieden, schwierig zu beschreiben... dann waren wir 2x bei der Osteophathin und ich finde seitdem ist er wieder mehr so wie vorher und viel viel ausgeglichener.
Vielleicht ist das ja einen Versuch wert?!

Eine ruhige Nacht und liebe Grüße!

claudia
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Leyket
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Re: Weint bzw. schreit jeden Abend für mehrere Stunden

Beitrag von Leyket »

Ohje, das ist wirklich anstrengend. Meine Bewunderung für deine Geduld!

Meine Nerven waren am Ende so dünn, dass ich das Schreien kaum mehr aushalten konnte und wenn er dann zur Ruhe kam, mich selber erstmal ordentlich ausweinen musste. Ist ja auch völlig normal. Das Weinen seines Babys setzt einen dermaßen und Stress, da bekommt man wohl fast zwangsläufig über die Wochen ein dünnes Nervenkostüm.
Bauchweh hab ich intuitiv recht schnell ausgeschlossen. Ich hatte immer den Eindruck, dass nicht die Bauchweh (wenn sie dann mal dazu kamen) die Ursache waren, sondern das Ergebnis des Gebrülls.

Unsere Nächte waren ähnlich. Stündliches Erwachen, zügiges Einschlafstillen und morgendliches Dauernuckeln. Das ist auch bis heute geblieben. Die Schlafphasen sind mal länger als nur eine Stunde, phasenweise dann aber auch mal sogar noch kürzer. Wir haben uns damit arrangiert. Ihn abends zunächst in sein eigenes Bett zu legen tu ich uns allerdings nicht mehr an.

Zeitweise hat bei uns das Pucken etwas Ruhe am Abend reingebracht. Er schlief leichter ein ohne stundenlanges Gebrüll. Mit etwa 12 Wochen war auch das allerdings nur noch kontraproduktiv.

Im Grunde half nichts so wirklich ausser (aus)halten, ganz viel Körperkontakt, räumliche Grenzen und abwarten. Denn diese Schreiattacken endeten dann abrupt mit ca 3 1/2 Monaten. Genauso ohne offensichtlichen Grund wie sie begonnen hatten.
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Melly mit Juli (8 1/2) und neuer Liebe Marco
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Zierbanane
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Weint bzw. schreit jeden Abend für mehrere Stunden

Beitrag von Zierbanane »

Mein Sohn kam 5 Wochen zu früh und ich sage immer "scherzhaft" er hat von 24h 20 gebrüllt. Ich weiß leider auch keinen Rat außer aushalten und dem Kind ganz viel Nähe geben. Heute ist er der umgänglichste Junge den man sich vorstellen kann.

Ich wünsche Dir gute Nerven. Ihr werdet das schaffen.

Achso, beim Orthopäden waren wir und haben Blockaden lösen lassen. Allerdings hatte mein Sohn auch schon einen richtig deformierten Kopf vom schiefen liegen. Einen Versuch ist es aber sicher immer wert.
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Re: Weint bzw. schreit jeden Abend für mehrere Stunden

Beitrag von posy »

Meine Tochter hatte auch ganz ausgeprägt ihre "Schreistunde" am Abend. Allerdings hat sie tagsüber relativ wenig geschlafen und brauchte dieses Weinen wohl, um Reize abzubauen. Schwer auszuhalten, mitunter, wir konnten uns zum Glück auch abwechseln.
Nähe geben, Tragen, leise singen - etwas anderes ist uns auch nicht eingefallen.

Ach ja: Unsere Osteopathin hatte sie untersucht, als sie 6 Wochen alt war, aber Blockaden hatte sie keine.
Liebe Grüße von Nina mit dem großen (05/07), dem mittleren (10/09) und dem kleinen Tragling (2/2013)
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Re: Weint bzw. schreit jeden Abend für mehrere Stunden

Beitrag von Nanthia »

Es scheint ja so, als ob die Begrenzungen ihn beruhigen, daher würden vielleicht tatsächlich pucken und bewegen oder Tragetuch und bewegen helfen.
Habt ihr einen Pezziball? Hüpfen auf dem Ball, während das Kind im Tragetuch ist (WKT oder Känguru. Wiege halte ich in diesem Zusammenhang für nicht so hilfreich)
Ansonsten erleichtert es ihm vielleicht die Abendstunden, wenn er auch tags mehr Körperkontakt hätte. Er hat eine schlimme Zeit hinter sich und ich könnte mir vorstellen, dass es ihm
und seiner Selbstregulierung gut tun würde, wenn er soviel Nähe wie möglich erhalten würde.
Wieviel trägst Du ihn am Tag? In einer Studie wurde gezeigt, dass Kinder die länger als 3 Stunden täglich getragen werden, signifikant weniger schreien. Die Nähe und die Bewegung am Körper eines geliebten Menschen
helfen dem Kind Spannungen abzubauen. Viel getragene Kinder sind auch deutlich seltener hyperton (hohe Muskelspannung, Überstrecken ect.).
Solltest Du Angst haben, dass Du ihm das nie wieder abgewöhnen kannst, wenn Du ihn im Tuch schlafen läßt, mag ich Dich ermutigen. Es können Dir hier viele berichten, dass die Kinder, wenn ihre Zeit reif ist
meist auch wieder problemlos im Bett schlafen.
Ihr habt den Höhepunkt des maximalen unspezifischen Schreiens bald erreicht (6-7 Wochen nach tatsächlichem errechnetem Geburtstermin), danach wird es hoffentlich wieder besser.
Auch wenn Dir die Zeit bis dahin momentan wahrscheinlich ewig erscheint, geht es dann oft doch viel schneller als man gedacht hat.
Eine osteophathische Konsultation halte ich auch für sinnvoll. Ich weiß, wie eine Notsectio abläuft und das man da, zum Wohle des Kindes, manchmal nicht zimperlich sein kann.
Und schaden tut es sicher nicht.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und alles, alles Gute
Simone
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Re: Weint bzw. schreit jeden Abend für mehrere Stunden

Beitrag von Lisusa »

Danke schon mal für Eure Antworten.
Pucken mag er leider nicht ( mehr). Im KH war er ständig gepuckt und als wir ihn nach Hause nehmen durften, haben wir ihn auch noch öfters gepuckt. Aber mittlerweile mag er es überhaupt nicht mehr und kämpft solange dagegen an, bis er sich befreit.

Ich denke ich komme momentan auf 1-2 Stunden Tragen am Tag, je nachdem. Werde das aber nach und nach steigern. Bisher war ich ein wenig ängstlich, ihn beim Spazierengehen zu tragen, weil ich immer noch meine zwei Hunde dabei habe und mir ausgemalt habe, über die Leinen zu stolpern und samt Kind hinzufallen *lach*
war nun aber die letzten vier Tage mit Baby im TT und Hunden unterwegs und das war kein Problem, deswegen werde ich das nun auf jeden Fall öfter machen.

Tagsüber wenn wir daheim sind und ich auf der Couch sitze o.ae. habe ich ihn zwar meistens nicht im TT, aber dafür liegt er oft auf mir und ich trage ihn mit mir durch die Gegend. Wenn ich ihn da auch mehr ins TT nehme, kommen wir bestimmt locker auf 4 Stunden täglich. Das werde ich auf jeden Fall versuchen.

Ich habe so langsam übrigens den Eindruck, dass er abends einfach so aufdreht, weil er nicht müde ist.
Gestern hat er morgens bis um 12 geschlafen, die letzten 1-2 Wochen ist er immer zwischen 10 und 11:30 wach geworden.
Gestern war er tagsueber bis abends 20.30 Uhr nur etwa 3 Stunden insgesamt wach und ab 8 Uhr abends dann war er natürlich fit.
Allerdings hat er gestern Abend zum ersten Mal seit einer Woche ( vor einer Woche etwa hat das Schreien abends angefangen) deutlich weniger geweint.

Ich war abwechselnd mit ihm auf dem Pezziball und habe gestillt, damit waren wir etwa zwei Stunden beschäftigt, immer ca. 30 Min Ball, 30 Min Stillen im Wechsel. Er war hellwach und zufrieden.
Als ich dann aber gegen halb elf ins Bett wollte, gings wieder los. Mein Mann ist dann mit ihm durchs Haus gelaufen und nach ca. 1 Stunde wollte er nochmal an die Brust und ist dann eingeschlafen.
Die Nacht war ruhig und entspannt wie sonst auch.

Heute hab ich ihn nach dem "Morgenfrühstück" um 7 nun mit mir aufstehen lassen, mal sehen, ob er heute Abend dann müder ist.
Bs vor etwa zwei Wochen sind wir morgens immer gegen 7 aufgestanden, da war er ausgeschlafen und abends müde. Irgendwann hat sich dann aber sein Rhythmus geändert und er lag morgens ewig im Bett mit mir- ich hab mich übers Ausschlafen natürlich nicht beschwert, aber vielleicht war das ein Fehler?

Ostheopathie ist hier leider alles andre als einfach, in meiner Ecke in den USA gibt es niemanden, der die Zusatzausbildung für Kinder hat und dafür aber jede Menge Kurpfuscher.
Ich habe von einem gehört, der wohl Kinder behandelt, zu ihm muss ich mir noch Infos besorgen- dr ist allerdings knapp 1,5 Stunden einfache Strecke von mir entfernt.

Zum Glück lassen wir uns nicht allzu sehr von den Abenden stressen- dadurch, dass er tags und nachts so pflegeleicht ist, stecke ich das Schreien am Abend gut weg. Nur würde ich natürlich trotzdem gerne wissen, weshalb er es macht. Und da er sichtlich leidet abends möchte ich ihm helfen und die Ursache finden.
Viele Gruesse,
Lisusa und little Man, *Oktober 2011
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Re: Weint bzw. schreit jeden Abend für mehrere Stunden

Beitrag von Lisusa »

Ach so, gestern Abend wollte er an der Brust eigentlich nur nuckeln und nicht unbedingt trinken hatte ich das Gefühl. So viel Hunger kann er nicht haben. Leider nimmt er keinen Schnuller an, obwohl er den im KH spitze fand und immer bekommen und gern angenommen hat, wenn man ihn über Magensonde gefüttert hat.
Aber seit das Stillen klappt, bevorzugt er eindeutig die Brust und wird richtig sauer, wenn man ihm den Schnuller gibt
Viele Gruesse,
Lisusa und little Man, *Oktober 2011
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