Nach 6 Wochen immernoch Schmerzen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Schnuddelbuddel
hat viel zu erzählen
Beiträge: 207
Registriert: 24.07.2011, 17:00

Nach 6 Wochen immernoch Schmerzen

Beitrag von Schnuddelbuddel »

Hallo,

mein Sohn ist heute genau 6 Wochen alt und obwohl es mein zweites Kind ist, stille ich zum ersten Mal. Meinen großen Sohn habe ich eigentlich komplett mit Flasche gefüttert von Anfang an und ich bin daher ein vollkommener Neuling beim stillen.

Mein Problem ist das ich in den 6 Wochen noch nie schmerzfrei gestillt habe. Anfangs im Krankenhaus waren meine Brustwarzen schnell blutig und sofort wollte die Schwester mir Stillhütchen verpassen. Die nächste Schwester hat dann aber wieder ohne angelegt und die Stillhütchen verschwinden lassen und danach war auch keine Rede mehr davon. Anfangs wurde er mir immer angelegt weil ich mich durch den Kaiserschnitt ja kaum bewegen konnte aber gezeigt hat es mir niemand. Es wurde immer nur gesagt ich müsse ja fühlen ob er richtig angelegt ist.
Am 3. Lebenstag hatte er dann erhöhte Temperatur und ich musste zum ersten mal Glukose mit der Flasche füttern. Danach wurde er dann gelb und ich sollte mit Flasche Kunstmilch zufüttern immer nach dem anlegen, das habe ich auch gemacht.

In der letzten Nacht im Krankenhaus bin ich dann mal an eine, in meinen Augen, kompetente Schwester geraten. Es wurde eine Stillprobe gemacht und festgestellt das er genug an der Brust trinkt und ich müsse nicht mehr zufüttern. Sie hat mir dann auch zum ersten Mal gezeigt wie man ihn anlegt und wie ich ihn halten muss etc.

Zu Hause habe ich dann die erste Nacht komplett Flasche gefüttert weil mir die Brustwarzen so weh getan haben und ich so fertig war. Tagsüber hat er ausschließlich die Brust bekommen und außer den Schmerzen hat es gut geklappt. Seit dieser einen Nacht hat er zu Hause dann nie wieder eine Flasche gekriegt.
Die Hebamme hat sein Gewicht regelmäßig komtrolliert und er hat sehr gut und schnell zugenommen mit Muttermilch.

Die Schmerzen wurden mal weniger und dann wieder schlimmer. Besonders wenn er eine unruhige Phase hat und ständig an die Brust wollte. Inzwischen tut nur noch das Ansaugen weh, teilweise aber ziemlich stark. Das stillen ansich ist dann meist soweit schmerzfrei.

Ich habe inzwischen auch 2 Termine beim Osteopathen gehabt aber das hat am stillen nichts geändert.

Daraufhin habe ich mir eine Stillberaterin nach Hause geholt letzte Woche. Sie hat geschaut wie ich stille und gemeint ich würde ihn gut halten und sie hat bestätigt das meine Brustwarzen zwar keine Wunden haben aber wund sind. Er macht den Mund beim anlegen nicht weit genug auf und hat die Lippen nach innen gestülpt. Soor hat er nicht und auch das Zungenbändchen ist okay. Allerdings ist er immernoch blockiert meinte sie weil er wie ein "C" liegt aber da der letzte Termin zum blockaden lösen erst letzte Woche war meinte sie wir sollen mal noch 2 Wochen abwarten und es könne sein das er deswegen den Mund nicht so gut aufmachen kann (aber wenn er gähnt oder brüllt bekommt er den Mund auch weit auf).
Dann meinte sie er würde nicht stark genug saugen und wir sollen ihm öfter mal am Finger saugen lassen damit er kräftiger wird.

Da ich seit der Entbindung ziemliche Beckenprobleme habe meinte sie das die Brustproblematik auch davon kommen kann.

Insgesamt war ich mit der Beratung sehr zufrieden aber er saugt ja nun immernoch falsch und die Schmerzen sind nachwievor da und werden momentan wieder schlimmer :( Ich sehe auch das die Brustwarzen richtig platt sind wenn er gesaugt hat weil er sie nicht weit genug einsaugt und dadurch mit dem Kiefer draufdrückt. Außerdem hat er auch zu wenig Brust mit im Mund. Ich habe soviele Bücher gelesen und mir Bilder und Videos zum anlegen angeschaut, ansich weiß ich ja wie er saugen muss.

Ich hab schon versucht seinen Mund sanft weiter aufzuziehen mitm Finger aber dann macht er ihn einfach wieder zu, auch die Lippe während des Saugens vorsichtig nach außen zu ziehen hat nichts gebracht. Ich habe auch über die asymetrische Anlegetechnik gelesen und versucht ihm die Brustwarze in den Mund zu rollen aber da macht er den Mund sofort wieder ganz zu bevor die Brustwarze überhaupt drin ist.

Ansich stille ich echt gern aber die ständigen Schmerzen machen mich fertig. Anfangs war ich echt öfter mal kurz davor abzustillen aber ich hab mich dann immer wieder aufgerappelt weil alle meinten das es nach den ersten Wochen besser wird aber momentan sehe ich davon gar nichts. Grad aktuell hat er wieder eine Phase wo er sehr oft stillen will und sich nur an der Brust beruhigen lässt aber wenn die Schmerzen beim ansaugen wieder so stark sind hab ich teilweise echt Panik davor das er wieder stillen will.

Ich wollte daher mal hier fragen ob noch jemand einen Tipp für mich hat? Soll ich noch eine andere Stillberaterin aufsuchen oder was kann ich noch tun? Ich hab ja den Eindruck das er irgendwie durch das frühe Flasche füttern vielleicht von Anfang an falsch saugt und ich weiß nicht wie ich ihm das richtig zeigen soll.

Verzweifelte Grüße
Benutzeravatar
Sakura
Miss SuTiversum
Beiträge: 16267
Registriert: 01.05.2011, 19:17
Wohnort: MEI

Re: Nach 6 Wochen immernoch Schmerzen

Beitrag von Sakura »

hallo liebe schnuddelbuddel,

soweit ich weiß, ist der ansaugschmerz unabhängig von der korrekten stilltechnik? ich hatte das auch ewig

und mein kind trinkt auch so, wie du es beschreibst, also absolut inkorrekt. meine brustwarzen waren auch lange rot, mittlerweile sind sie aus stahl und ich fühle nichts mehr :-). ihre saugtechnik hat sich übrigens stark verbesser,als die ersten zähnchen kamen. sie ist ein däumchen-kind, und hat dann beim daumennuckeln wohhl selbst gespürt, wie unangenehm die kleinen mäusezähnchen sind. ich vermute, dass sie seitdem wenigstens die zunge überm unterkiefer hat, denn ich habe ihre zähnchen am anfang gespürt und dann aber schnell nicht megr. den mund hat sie nie richtig aufgemacht, bis heute nicht (nur zum schreien :mrgreen: ). aber wir stillen bis heute eben so, und kind gedeiht in einem maße, dass meine mutter letztens fragte, ob meine milch gedopt sei :D
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Schnuddelbuddel
hat viel zu erzählen
Beiträge: 207
Registriert: 24.07.2011, 17:00

Re: Nach 6 Wochen immernoch Schmerzen

Beitrag von Schnuddelbuddel »

Hallo liebe Sakura,

danke für deine Antwort :)

Ich hab auch schon überlegt ob die Brustwarzen irgendwann so abhärten das es ihnen nichts mehr ausmacht, denn ansich haben weder er noch ich ein Problem mit seiner Technik, eben nur meine Brustwarzen :mrgreen: Er nimmt auch zu ohne Probleme und genug Milch habe ich anscheinend.

Achso, dann hat der Ansaugschmerz ja vielleicht auch gar nichts mit der Technik zu tun... Wobei er manchmal die Brustwarze versucht so "reinzusaugen" ohne den Mund richtig aufzumachen und das ist sicherlich auch nicht so zuträglich für die Brust.

Was mir noch auffiel ist, dass ich manchmal zwischen dem stillen so ein brennen und stechen in der Brustwarze habe und wenn ich dann schaue dann hat die weiße Stellen, so als wär die Durchblutung gestört. Vergeht zwar gleich wieder aber das hab ich auch erst seit ich stille... komisch.
Benutzeravatar
Sakura
Miss SuTiversum
Beiträge: 16267
Registriert: 01.05.2011, 19:17
Wohnort: MEI

Re: Nach 6 Wochen immernoch Schmerzen

Beitrag von Sakura »

habe/hatte ich auch. gibt wohl auch ein fachwort dafür, das ich vergessen habe, und es kann wohl auch schlimme formen geben. aber da es sich bei mir auf brennen beschränkt hat, bin ich dem nicht weiter nachgegangen...
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Benutzeravatar
millenia
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 398
Registriert: 03.07.2011, 18:42
Wohnort: Brühl

Nach 6 Wochen immernoch Schmerzen

Beitrag von millenia »

Das klingt nach Vasospasmus. Hatte ich auch. Google mal Jack Newman und Vasospasm. Der hat da einiges drüber geschrieben und was man machen kann. Erste Maßnahme wäre mal so 200-400 mg Magnesium zu nehmen, bei vielen wirds dann schon besser.
stolze Mutter von großer Schwester Ida (03/11) und kleinem Möpschen Alma (6/14)
KasiaSB
ist gern hier dabei
Beiträge: 54
Registriert: 03.10.2011, 16:19

Re: Nach 6 Wochen immernoch Schmerzen

Beitrag von KasiaSB »

Hallo Schnuddelbuddel,

ich habe leider keinen wirklichen Tipp für dich, aber ich kann dich gut verstehen. Ich habe die ersten sechs Wochen nur weinend gestillt, weil ich solche schlimmen Schmerzen hatte. Meine BW waren richtig wund und teilweise sogar blutig!
Wir hatten auch das Stillhütchentheater im KH, die Schwester sagt ja, die Stillberaterin nein...
Ich habe mal ein Treffen der LLL besucht und da sagte man mir, dass meine Kleine einen Stillrückstand hat wegen der Hütchen, im Prinzip alles richtig macht aber eben noch etwas länger Übung braucht als andere Kinder. Vielleicht gibt es sowas in deiner Nähe? Das tat uns sehr gut, einfach mal ein bisschen Aufmunterung zu bekommen und zu hören, dass man prinzipiell alles richtig macht.
Wir haben einfach durchgehalten und geübt und von einem auf den anderen Tag hat es plötzlich geklappt. Seit die BW abgeheilt sind (hat übrigens erst geklappt nachdem ich alle Salben von Hebamme, Arzt usw abgesetzt habe) gibt es gar keine Probleme mehr. Außer dass meine BW nach dem Stillen auch weiß sind, aber ohne Schmerzen. Dieser Vasospasmus scheint wohl weit verbreitet zu sein.
Was bei uns sehr gut klappte ist das Stillen im Liegen; die Schmerzen waren die Gleichen, aber ich konnte entspannter liegen, im Sitzen war ich immer total verkrampft, weil ich Angst vor den Schmerzen hatte. Sowas spürt dann ja auch das Kind und ist auch nicht mehr so entspannt.

ich wünsche dir ganz viel Durchhaltevermögen und dass ihr beide das hinbekommt!
Liebe Grüße!!!
:5:
Benutzeravatar
Sakura
Miss SuTiversum
Beiträge: 16267
Registriert: 01.05.2011, 19:17
Wohnort: MEI

Re: Nach 6 Wochen immernoch Schmerzen

Beitrag von Sakura »

Ja, ich habe in den ersten Monaten ausschließlich im Liegen gestillt. War total entspannt, trotz Ansaugschmerz in der ersten Zeit.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

manja
ist gern hier dabei
Beiträge: 65
Registriert: 26.11.2011, 14:21

Re: Nach 6 Wochen immernoch Schmerzen

Beitrag von manja »

Das hatte ich beim ersten Kind auch. Grund war, dass er nicht richtig gesaugt hat,er hat nicht die Zunge zwischen Unterkiefer und BW gelegt, sondern mit beiden Kiefern zugedrückt. Ich habe jedesmal gehault beim Ansaugen. Mir hat Lansinoh BW Salbe geholfen und saugen üben: Finger waschen, mit Innenseite noch oben in babymund, dabei mit Fingerspitze Gaumen berühren, auf Saugen mit Zunge zwischen Finger und UK achten. Sonst neu. Und: wenn baby ohne zunge andockt, nicht aushalten, sondern abmachen, Fingerübung, neu andocken. Wir haben dann noch über zwei jahre gestillt, das wird!
manja
Manja mit Sohn (8) und Töchterchen (3)
Schnuddelbuddel
hat viel zu erzählen
Beiträge: 207
Registriert: 24.07.2011, 17:00

Re: Nach 6 Wochen immernoch Schmerzen

Beitrag von Schnuddelbuddel »

Bitte entschuldigt aber ich komme derzeit nicht zum antworten aber ich habe alles gelesen und werde mich so schnell es geht melden wenn der Schlumpf wieder etwas zufriedener ist.
Schnuddelbuddel
hat viel zu erzählen
Beiträge: 207
Registriert: 24.07.2011, 17:00

Re: AW: Nach 6 Wochen immernoch Schmerzen

Beitrag von Schnuddelbuddel »

Hallöchen,

ich hatte mir vorgenommen irgendwann nochmal hier zu Berichten und mich für die wirklich hilfreichen Antworten zu bedanken.

Mein Kleiner ist nun schon genau 18 Monate alt und wir stillen immernoch nach Bedarf. Ziemlich bald nachdem ich hier um Hilfe bat verschwanden die Schmerzen und ich habe seitdem nie wieder Probleme gehabt.

Ich denke zum Einen half es das ich die Stilleinlagen wegließ und zum anderen hat es mich sehr beruhigt das auch andere Kinder nicht perfekt saugen und das stillen trotzdem klappt.
Der Vasospasmus verschwand dann von ganz allein nachdem er mit der Zeit von selbst das korrekte Saugen erlernt hat.

Ohne stillen wären wir echt aufgeschmissen gewesen weil der Kleine sehr unruhig und bedürfnisstark war und zeitweise noch ist. Stillen war die Geheimwaffe und wird heute auch deutlich von ihm eingefordert.

Ich stille so gern und bin sehr glücklich das ich durchgehalten habe. Wir werden auf unbestimmte Zeit weiterstillen solange wir Beide freude daran haben.

Liebe Grüße
Antworten

Zurück zu „Stillforum“