Zehn Stunden Stillpause und die Folgen
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Alioscha
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Zehn Stunden Stillpause und die Folgen
Liebe Alle,
ich stille meinen Sohn (morgen acht Monate alt) trotz Beikost sehr häufig, nachts ca zweistündlich, tagsüber vielleicht so alle drei Stunden. Diese Woche ist er krank und stillt noch wesentlich häufiger, da er keinen Appetit auf Brei zu haben scheint.
Jetzt zum eigentlichen Problem:
Nächste Woche findet die Weihnachtsfeier meines Arbeitgebers statt. Aus verschiedenen guten und sorgfältig abgewogenen Gründen möchte ich dort hin gehen auch wenn das die erste längere Trennung (sprich: über eine Stunde) von meinem Sohn bedeuten wird und mir das einige Bauchschmerzen bereitet. Die Feier beginnt bereits um drei Uhr nachmittags und vor Mitternacht werde ich wohl kaum zuhause sein. Das bedeutet bis zu zehn Stunden Stillpause. Auch weiß ich nicht wo die Feier stattfinden wird (ist immer eine Überraschung, oft wird mit Bus woanders hingefahren oder ein "Event" irgendeiner Art, Konzert, Musical etc besucht), so dass es unwahrscheinlich ist, dass mein Mann mich mit dem Kind zum Stillen "besuchen" kann.
Nun stellen sich mir zwei Fragen:
1) wie überbrücke ich einen solchen Zeitraum ohne einen Milchstau zu provozieren? Habe zwar eine Handpumpe, den MSR kann aber nur mein Kind auslösen, mit Pumpe kann ich nur ein paar Milliliter "rausquetschen". Wo finde ich eine gute Beschreibung zum Ausstreichen und geht das auch ohne MSR?
2) Gefährde ich mit dieser langen Stillpause meine Milchproduktion? Unsere Stillbeziehung läuft eigentlich gut, ich hatte allerdings immer wieder Phasen mit zuwenig Milch und fand es sehr nervenaufreibend bis die Produktion wieder gut angelaufen war. Bin da wohl etwas störanfällig. Vor Kurzem etwa hatte ich zwei Tage lang leichtes Fieber und danach fünf Tage kaum Milch und hier war wieder mal Krise angesagt, Kind unzufrieden, Mutter am Boden zerstört etc. Sprich: ich habe den Eindruck dass meine Milchproduktion sich schnell nach unten hin einpendelt, um die Produktion wieder zu steigern brauche ich aber deutlich länger als die viel beschriebenen zwei Tage.
Vielen Dank schon mal für alle Ratschläge!
Karolin
ich stille meinen Sohn (morgen acht Monate alt) trotz Beikost sehr häufig, nachts ca zweistündlich, tagsüber vielleicht so alle drei Stunden. Diese Woche ist er krank und stillt noch wesentlich häufiger, da er keinen Appetit auf Brei zu haben scheint.
Jetzt zum eigentlichen Problem:
Nächste Woche findet die Weihnachtsfeier meines Arbeitgebers statt. Aus verschiedenen guten und sorgfältig abgewogenen Gründen möchte ich dort hin gehen auch wenn das die erste längere Trennung (sprich: über eine Stunde) von meinem Sohn bedeuten wird und mir das einige Bauchschmerzen bereitet. Die Feier beginnt bereits um drei Uhr nachmittags und vor Mitternacht werde ich wohl kaum zuhause sein. Das bedeutet bis zu zehn Stunden Stillpause. Auch weiß ich nicht wo die Feier stattfinden wird (ist immer eine Überraschung, oft wird mit Bus woanders hingefahren oder ein "Event" irgendeiner Art, Konzert, Musical etc besucht), so dass es unwahrscheinlich ist, dass mein Mann mich mit dem Kind zum Stillen "besuchen" kann.
Nun stellen sich mir zwei Fragen:
1) wie überbrücke ich einen solchen Zeitraum ohne einen Milchstau zu provozieren? Habe zwar eine Handpumpe, den MSR kann aber nur mein Kind auslösen, mit Pumpe kann ich nur ein paar Milliliter "rausquetschen". Wo finde ich eine gute Beschreibung zum Ausstreichen und geht das auch ohne MSR?
2) Gefährde ich mit dieser langen Stillpause meine Milchproduktion? Unsere Stillbeziehung läuft eigentlich gut, ich hatte allerdings immer wieder Phasen mit zuwenig Milch und fand es sehr nervenaufreibend bis die Produktion wieder gut angelaufen war. Bin da wohl etwas störanfällig. Vor Kurzem etwa hatte ich zwei Tage lang leichtes Fieber und danach fünf Tage kaum Milch und hier war wieder mal Krise angesagt, Kind unzufrieden, Mutter am Boden zerstört etc. Sprich: ich habe den Eindruck dass meine Milchproduktion sich schnell nach unten hin einpendelt, um die Produktion wieder zu steigern brauche ich aber deutlich länger als die viel beschriebenen zwei Tage.
Vielen Dank schon mal für alle Ratschläge!
Karolin
Alioscha mit Wunschkindsohn *04/2011 und dem zweiten Wundersohn *08/2013 sowie einem Wintersternchen 02/2010
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Mondenkind
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Re: Zehn Stunden Stillpause und die Folgen
Eine Anleitung zum Ausstreichen findest Du hier:
http://www.afs-stillen.de/upload/faltbl ... winnen.pdf
Wenn Du während der 10 Stunden so 3x oder so ausstreichst, kann ich mir nicht vorstellen, dass das Deine Milchproduktion längerfristig beeinträchtigt. Aber das kannst letztlich nur Du entscheiden- und Du hast Dich ja schon entschieden zu fahren
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http://www.afs-stillen.de/upload/faltbl ... winnen.pdf
Wenn Du während der 10 Stunden so 3x oder so ausstreichst, kann ich mir nicht vorstellen, dass das Deine Milchproduktion längerfristig beeinträchtigt. Aber das kannst letztlich nur Du entscheiden- und Du hast Dich ja schon entschieden zu fahren
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
Sei ein Mensch! M. Reif
Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
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- Sakura
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Re: Zehn Stunden Stillpause und die Folgen
Als ich Dein Post erst zur Hälfte gelesen hatte, kam mir spontan "Kühlen" in den Sinn. Kühlen reduziert die Milchbildung, und beugt Milchstaus wirksam vor. Aber wenn Du zu rasanter Wenigproduktion neigst, KANN das ungünstig sein. Ich würde abwarten, wie sich der Abend so entwickelt, und wenn du merkst, dass Deine Brüste übervoll werden, entweder anfangen zu kühlen (es gibt Kühlpads in der Apotheke, die erst kühlen, wenn du sie knetest oder so) oder doch ein Abpumpversuch (abpumpen wenn die Brüste übervoll sind klappt meiner Erfahrung nach tausendmal besser), oder Du versuchst auszusteichen wie verlinkt.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13
Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)
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Mondenkind
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Re: Zehn Stunden Stillpause und die Folgen
Da muss ich leider widersprechen. Zum Vorbeugen eines Milchrückgangs ist Entleeren das A und O. Wesentlich effektiver als kühlen. Den Mechanismus kann ich auch gerne später erklären, falls gewünscht, im Moment langt mir mein Kind in die Tastatur.
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- Sakura
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Re: Zehn Stunden Stillpause und die Folgen
Dann habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Natürlich ist für die Aufrechterhaltung der Milchproduktion das Entleeren das allerwichtigste.
Da Alioscha aber schrieb, sie kriegt nichts abgepumpt und hat Angst vor Milchstau, war mein Hinweis zu kühlen darauf bezogen. Auf die Situation, wo die Brust produziert und produziert, aber kein Baby trinkt und die Mama manuell nichts rauskriegt. Ich habe ja auch extra geschrieben, Kühlen erst, wenn sie das Gefühl hat, dass jetzt die Brust langsam viel zu voll ist. Und ich habe extra dazu geschrieben, dass Kühlen die Milchproduktion dämpft, was für ihre spezielle Situation ungünstig sein kann.
Da Alioscha aber schrieb, sie kriegt nichts abgepumpt und hat Angst vor Milchstau, war mein Hinweis zu kühlen darauf bezogen. Auf die Situation, wo die Brust produziert und produziert, aber kein Baby trinkt und die Mama manuell nichts rauskriegt. Ich habe ja auch extra geschrieben, Kühlen erst, wenn sie das Gefühl hat, dass jetzt die Brust langsam viel zu voll ist. Und ich habe extra dazu geschrieben, dass Kühlen die Milchproduktion dämpft, was für ihre spezielle Situation ungünstig sein kann.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13
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Mondenkind
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Re: Zehn Stunden Stillpause und die Folgen
Ok, da hab ich Dich falsch verstanden, sorry 
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Re: Zehn Stunden Stillpause und die Folgen
PS @ Alioscha: Du weißt das sicher, aber ich will es doch nochmal schreiben: NICHT (!!!) versuchen, erst zu kühlen, und dann abzupumpen/auszustreichen. Pumpen/Ausstreichen nach Kühlen geht gleichmal gar nicht.
(In Apotheken gibt es auch Wärmepads, die erst wärmen, wenn sie aktiviert werden. Vielleicht vor einem Pump-/Ausstreichversuch die Brust mit diesen Pads wärmen?)
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Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13
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Alioscha
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Re: Zehn Stunden Stillpause und die Folgen
Liebes Mondenkind, liebe Sakura,
vielen Dank für die Infos und Tipps! Mondenkind, ich werde mir den Link zur Ausstreichtechnik heute Abend in Ruhe zu Gemüte führen und dann bis nächsten Freitag fleißig üben. Mit dreimal (erfolgreich) Ausstreichen komme ich ja auf einen Abstand von drei Stunden, das sollte eigentlich reichen um mich vor einer Vorweihnachtsstillkrise zu bewahren. Deinen Tipp mit den Wärmepads, Sakura, finde ich gut, bei Kälte geht mit der Pumpe tatsächlich so gar nichts. Und für das Ausstreichen auf öffentlichen Toiletten o.ä. kann ein entspanndes Wärmepad sicher nicht schaden. Pumpe halt sonst immer eine Seite während Kind an der anderen trinkt, aber das geht ja in diesem Fall nicht. Aber vielleicht komme ich ja mit Ausstreichen besser zurecht. Hab schon ein wenig Respekt vor dem langen Nicht-Still Intervall, seit seiner Geburt war Piet maximal mal 5 Stunden nicht an der Brust und auch das ist ihm wohl nur aus Versehen ein oder zwei Mal passiert und ist länger als vier Monate her::)))
Ich üb das jetzt und hoffe das Beste
Sorry, dass so kurz angebunden bin grad, aber mein Kind patscht auch grad auf Tastatur rum...
Liebe Grüße,
Karolin
vielen Dank für die Infos und Tipps! Mondenkind, ich werde mir den Link zur Ausstreichtechnik heute Abend in Ruhe zu Gemüte führen und dann bis nächsten Freitag fleißig üben. Mit dreimal (erfolgreich) Ausstreichen komme ich ja auf einen Abstand von drei Stunden, das sollte eigentlich reichen um mich vor einer Vorweihnachtsstillkrise zu bewahren. Deinen Tipp mit den Wärmepads, Sakura, finde ich gut, bei Kälte geht mit der Pumpe tatsächlich so gar nichts. Und für das Ausstreichen auf öffentlichen Toiletten o.ä. kann ein entspanndes Wärmepad sicher nicht schaden. Pumpe halt sonst immer eine Seite während Kind an der anderen trinkt, aber das geht ja in diesem Fall nicht. Aber vielleicht komme ich ja mit Ausstreichen besser zurecht. Hab schon ein wenig Respekt vor dem langen Nicht-Still Intervall, seit seiner Geburt war Piet maximal mal 5 Stunden nicht an der Brust und auch das ist ihm wohl nur aus Versehen ein oder zwei Mal passiert und ist länger als vier Monate her::)))
Ich üb das jetzt und hoffe das Beste
Liebe Grüße,
Karolin
Alioscha mit Wunschkindsohn *04/2011 und dem zweiten Wundersohn *08/2013 sowie einem Wintersternchen 02/2010
- Himbeere
- ist gern hier dabei
- Beiträge: 63
- Registriert: 02.12.2011, 13:05
Re: Zehn Stunden Stillpause und die Folgen
Dass Abpumpen mit voller Brust viel leichter geht, kann ich bestätigen
Teilweise hab ich beim Pumpen gerade mal 10 ml auf beiden Seiten rausgekriegt. Aber wenn ich in einer Situation war, wo ich nicht stillen konnte, und die Brust immer voller/praller wurde, ist es nur so rausgesprudelt beim Pumpen.
Könntest du ja auch mal testweise beobachten. Aber ausstreichen üben ist bestimmt schonmal eine super Sache.
Könntest du ja auch mal testweise beobachten. Aber ausstreichen üben ist bestimmt schonmal eine super Sache.
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Alioscha
- hat viel zu erzählen
- Beiträge: 154
- Registriert: 15.06.2011, 15:13
Re: Zehn Stunden Stillpause und die Folgen
Hallo Himbeere,
ok, dann werde ich die Pumpe mal für alle Fälle mit dabei haben. Ich habe hier halt ein unheimlich gefräßiges Baby, das zwar gerne Brei und Fingerfood ißt, deshalb aber NIE eine Stillmahlzeit auslassen würde (soviel zum Konzept von Mahlzeiten ersetzen, aber das ist ja eh ein albernes Konzept), aus diesem Grund stand Abpumpen bei wirklich voller Brust hier noch nie zur Debatte
Aber einen Versuch ist das auf alle Fälle wert falls ich mit dem Ausstreichen doch nicht klar komme. Kam leider gestern noch nicht zum Üben da Kind krank und betreuungsintensiv, aber ich denke heute Abend sollte es besser klappen...
Liebe Grüße,
Karolin
ok, dann werde ich die Pumpe mal für alle Fälle mit dabei haben. Ich habe hier halt ein unheimlich gefräßiges Baby, das zwar gerne Brei und Fingerfood ißt, deshalb aber NIE eine Stillmahlzeit auslassen würde (soviel zum Konzept von Mahlzeiten ersetzen, aber das ist ja eh ein albernes Konzept), aus diesem Grund stand Abpumpen bei wirklich voller Brust hier noch nie zur Debatte
Aber einen Versuch ist das auf alle Fälle wert falls ich mit dem Ausstreichen doch nicht klar komme. Kam leider gestern noch nicht zum Üben da Kind krank und betreuungsintensiv, aber ich denke heute Abend sollte es besser klappen...
Liebe Grüße,
Karolin
Alioscha mit Wunschkindsohn *04/2011 und dem zweiten Wundersohn *08/2013 sowie einem Wintersternchen 02/2010

