So ein Unfug!
Erstens braucht man sich mein Kind nur anzuschauen um zu wissen, dass sie genug bekommt. Sie ist fröhlich, aufgeweckt, hat Speckröllchen, macht viel Pipi, ist motorisch superfit und gesund - was will man denn mehr?
Zweitens bin ich ziemlich sicher, dass die Schwesternschülerin sich einfach nur vermessen hat (bzw nicht richtig abgelesen hat - ich hab da nämlich 61,5 statt 60,5 gesehen...)
Drittens startet man Beikost ja idealerweise mit Möhrchenbreichen und so Kram. Die haben viel weniger Kalorien und sind noch dazu schwerer verdaulich - inwiefern soll das denn bitte beim Wachsen helfen?
Viertens wachsen Kinder ja wohl in Schüben. Und überhaupt, wenn sie jetzt schon Grösse 68 trägt, kann sie ja kaum zu kurz sein.
Ich hab dann mal gefragt, wieviele Zentimeter ihr denn fehlen würde, um weiterhin auf der perfekten Kurve zu liegen. Wusste sie nicht so recht, aber vermutlich so ein bis zwei.... *handandiestirnklatsch* Und DESWEGEN wird zum Zufüttern geraten?
Ironischerweise hatte ich mich noch am selben Tag kurz zuvor mit meiner Nachbarin unterhalten, die einen fünfmonatigen Sohn hat. Gleiche Mütterberatung, gleiches "Problem" - gleicher Ratschlag. "Mehr Beikost". Dabei ist ihr Sohn mit 5 Monaten schon länger und schwerer als es ihre Tochter mit 6-7 Monaten war.
Ich finde es ziemlich bedenklich, dass das scheinbar so Standardprogramm ist. Ich bin informiert genug, um mich durch solchen Schwachfug nicht verunsichern zu lassen - aber was ist mit anderen Stillmüttern, die nun tatsächlich anfangen, mit 4 Monaten Brei in ihr Kind zu stopfen, damit es ja richtig wächst - nur weil es vielleicht einen halben Zentimeter "zu klein" für die perfekte Kurve ist?
Was würdet ihr machen? Die betreffende Mütterberatungstante selbst ansprechen oder lieber direkt an eine übergeordnete Stelle wenden, in der Hoffnung, dass sie vielleicht drauf aufmerksam werden was da verzapft wird und den Hinweis an mehrere Beratungsstellen weitergeben statt nur an diese eine? Oder beides?
(An Ort und Stelle drauf ansprechen hab ich mir verkniffen, einmal wegen mangelnder Schlagfertigkeit und der anwesenden Schülerin, aber hauptsächlich deshalb, weil ich mir in der Fremdsprache erstmal das Vokabular zurechtlegen muss. Aber so stehenlassen mag ich das halt auch nicht...)

