Stillen und Beschäftigung älteres Kind

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Spatz
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Stillen und Beschäftigung älteres Kind

Beitrag von Spatz »

Huhu,
in vier Monaten erwarte ich mein 2. Kind, das ich auch wieder stillen möchte. Meine erste Tochter ist jetzt 2 Jahre und drei Monate alt. Sie wird abends noch einschlafgestillt, sowie morgens nach dem Schlafen gestillt.
Ich mache mir zur Zeit Gedanken darüber, wie ich Abends die Situation zum schlafen meistern kann, wenn ich unser 2. Kind auch einschlafstille. Was mache solange ich mit meiner 1. Tochter? Einschlafstillen kann ja auch schon mal länger dauern.
Ich bin abends alleine und habe keine Hilfe bei den Kindern. Wäre für Ideen und Vorschläge total dankbar!

Spatz
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hexedoro
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Re: Stillen und Beschäftigung älteres Kind

Beitrag von hexedoro »

Vielleicht wäre es eine Option, einfach beide gleichzeitig einschlafzustillen? Ich hab das so gemacht und fand das seeehr entspannend! Es war so angenehm, da zu liegen, zwei nuckelnde Kinder an der Brust, noch was zu lesen oder mit Schatzi unterhalten, runterkommen, abschalten...
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FCF
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Re: Stillen und Beschäftigung älteres Kind

Beitrag von FCF »

Wie wäre es, das Baby zB auf dem Sofa zu stillen und der Großen unterdessen etwas vorzulesen? Funktioniert bei uns ganz gut. Die paar Minuten, die ich dann zum Hinlegen vom Baby brauche, bleiben die Großen meistens alleine.
Liebe Grüße, M. mit großem Erfinder (2007), süßer Maus (2009) und kleiner Prinzessin (2011)
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rhapsody
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Re: Stillen und Beschäftigung älteres Kind

Beitrag von rhapsody »

Hier geht es so: beide werden gestillt. Oder Baby wird gestillt, Großkind bekommt vorgelesen. Oder Großkind spielt noch, hört sich ein Hörspiel an, beschäftigt sich anderweitig selber.
Am Anfang, als unser Baby geboren wurde, sind die beiden meist gleichzeitig ins Bett gegangen, weil beide einfach gleichzeitig müde waren und keiner 'warten' konnte. Mittlerweile geht Madame zuerst ins Bett und der Koboldsohn meistens etwas später- musst Du abwaren, wie sich der Rhythmus der beiden einpendelt. Beide einschlafstillen ist immer schön, finde ich. Sind ganz besondere Momente, die ich nicht mehr missen möchte. Mittlerweile liebt es die Kleine, wenn der Bruder auch stillt. Sie schaut ihn an, zaust dabei seine Haare und beide schlummern dann irgendwann zufrieden ein. Heute meinte der Große zu seine Schwester: Jetzt nicht Haare zausen, morgen wieder :mrgreen: .
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Erika
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Re: Stillen und Beschäftigung älteres Kind

Beitrag von Erika »

Ich kann mal aus den Erfahrungen der letzten 3 Monate mit Baby berichten:

Kurz zusammengefasst:

(1) Beide gleichzeitig stillen geht bei uns nicht, mein Großer will nur in Wiegeposition bzw. im Liegen stillen. Diese Vorlieben sind unvereinbar mit beide gleichzeitig stillen. Diese Variante fiel daher für uns flach, obwohl ich es mehrfach ausprobiert fand und ich selbst das auch gar nicht unangenehm fand - was ich nicht geglaubt hätte.

(2) Von meinem "großen" Sohn (2,5 Jahre zum Zeitpunkt der Geburt des 2. Kindes) konnte und kann ich kaum Verständnis erwarten, wenns ums Zubettbringen geht. Er versteht keine "Wenn-dann"-Beziehungen, kann/will also nicht warten, wenn er müde ist, das Baby aber dringenderen Bedarf hat.

(3) Ich muss Montagabend immer beide Kinder allein zu Bett bringen, die ersten 3 Male war es Stress (war so 4-6 Wochen nach der Geburt), dann hatte sich alles eingespielt und jetzt läuft es meistens glatt.


So und nun noch was:
Für eine Wöchnerin ist es meiner Meinung nach zu viel, abends beide Kinder allein ins Bett zu bringen. Für die Zeit, in der Du das große Kind ins Bett bringst, brauchst Du in der Zeit des Wochenbetts meiner Meinung nach unbedingt ein paar Wochen lang eine Hilfe, die auf das kleine Kind in der Zeit aufpasst. Denn man lässt sich in dieser Zeit einfach so leicht stressen, wenn das kleine Baby schreit, man selbst aber noch mit dem großen Kind im Bett beim Einschlafstillen liegt usw. Kann Dein Mann/Partner nicht wenigstens die ersten Wochen abends zu dieser Zeit zu Hause sein? Echt, ich finde das irre, was man sich sonst als Frau da zumutet. Man risikiert dann, dass man die Kinder, besonders das große Kind nur noch anschreit, selbst fertig ist usw. Ich habs ja gerade erlebt und halte mich eigentlich für gut organisiert. Aber der Hormonumschwung im Wochenbett, die neue Situation von 1 auf 2 Kinder (die ich persönlich als schwieriger empfand als von 0 auf 1 Kind), abends ist man eh schon belastet vom Tag und die Kinder auch. Nee, nee, überfordere Dich da mal lieber nicht. Lieber erstmal mit Hilfe rechnen und dann nach ein paar Wochen absagen, wenn man sie nicht mehr braucht.

Alles gute Dir!
LG
Erika

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schokoliebe
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Re: Stillen und Beschäftigung älteres Kind

Beitrag von schokoliebe »

Hallo Spatz!
FInde ich super dass Du Dir jetzt schon überlegst wie Du Deinen beiden Kindern am besten gerecht werden kannst!
Wir sind hier seit über 11 Monaten am Tandemstillen, und es klappt prima.
Mein Sohn war 25 Monate als die Kleine geboren wurde und wurde bis er 2 war auch immer einschlafgestillt.
Ich hatte damals versucht ihn vor der Geburt abzustillen, aber letztlich wurde nur eine 4wöchige Stillpause draus, denn als die Kleine da war hat er sofort wieder bei mir getrunken. Aber hilfreich fand ich dass er jetzt abends nicht mehr einschlafgestillt wird, so kann ihn der Papa ins Bett bringen wenn er da ist, und wenn nicht sitze ich an seinem Bett und singe ihn in den Schlaf, während die Kleine einschlafgestillt wird.

Bei mir klappt es nämlich auch nicht beide gleichzeitig zu stillen. Mir ist es lieber wenn jedes Kind seine Exklusivzeit an der Brust hat.
Ausserdem hab ich eher kleine Brüste, vielleicht gehts deshalb auch nicht beide gleichzeitig im Liegen zu stillen.
Und der Große mags eigentlich auch am liebsten im Sitzen und Wiegeposition.

Aber er kann sehr gut warten wenn die Kleine mal vor ihm dran ist, allerdings ist sie -im Gegensatz zu ihm- ein echter Turbotrinker, 2-3 min an einer Seite und sie ist fertig.

Was Erika sagt stimmt aber: gerade am Anfang hat man wenig Nerven und ohne Unterstützung wird man leider leicht ungerecht zum großen Kind!

Wünsche Euch jedenfalls einen schönen Tandem-Start!
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tussi
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Re: Stillen und Beschäftigung älteres Kind

Beitrag von tussi »

schokoliebe hat geschrieben:Was Erika sagt stimmt aber: gerade am Anfang hat man wenig Nerven und ohne Unterstützung wird man leider leicht ungerecht zum großen Kind!
o zu dem kleinen, wenn das ein anstrengendes kind wird :oops:
ich finde es auch sehr bewundernswert, dass du dir jetzt schon darüber gedanken machst, wie du beiden gerecht werden kannst. ich war total blauäugig u bin einfach davon ausgegangen, dass mein sohn genau wie seine schwester sein erstes halbes jahr verschlafen würde - ohne iwelches trara. das trara brauchen wir leider immer noch mit 8 monaten, einschlafstillen hat noch nie funktioniert u von unseren erholungsabenden, an denen mein mann o ich fort zum yoga u anschließend in die sauna gehen können, sind wir noch weit entfernt. abends alleine gelassen zu werden, ist immer noch stress pur. mittags klappt es erstaunlich gut. da ist meine große maus müde u sobald der kleine schatz in der federwiege im wohnzimmer liegt, kommt sie ins tuch. sobald der kleine schläft, geh ich mit ihr ins schlafzimmer, wo sie mittagsschlaf macht. abends braucht sie ihr ganzes gutenachtritual u es ist nie gewährleistet, dass sie so schnell einschläft, wie der kleine schläft, der einfach immer noch ein schlechter schläfer ist. wenn dann niemand da ist zum federwiege schuckeln, gehts hier ruckzuck heiß her u alle weinen u schreien :oops:
sollte ich doch noch ein drittes kind bekommen u selbst wenn das kein schreibabylein sein wird, wird es viel in der federwiege schlafen. ich trage unheimlich gerne, aber ich bin heilfroh, wenn ich in meiner mittagspause kein kind an mir kleben habe. ausserdem schläft mein kleiner schatz sehr viel besser während seiner anderen schläfchen, wenn er nicht bei mir im tuch steckt, da seine große schwester ihn sonst ständig wieder aufweckt. das machen wir oft genug, wenn wir unterwegs sind, ist für ihn aber nicht erholsam.

das war zwar nicht wirklich deine frage, dir ging es ja nur ums nächtliche einschlafen, aber ich wünschte, ich hätte mich vorher auch bissl mehr zu dem "schlafproblem" mit größeren geschwisterkindern informiert ;)
lg tussi

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Spatz
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Re: Stillen und Beschäftigung älteres Kind

Beitrag von Spatz »

Huhu,
bei uns ist das Thema gerade jetzt aktuell, da mein Mann den Arbeitgeber wahrscheinlich wechseln wird und hat dann auch Schichtdienst. Das natürlich kurz vor der Geburt. Ich finde das ziemlich ungünstig, aber er steht kurz vom Burn out und kann nicht mehr dort arbeiten. Ist viel zu belastend.
Und ich bekomme im Moment echt Angst, wie es demnächst laufen soll. Mein Traum von ambulanter Geburt und zusätzlichen 2 Monate Elternzeit von meinem Mann, damit wir alle uns auf die neue Situation einstellen können ist somit geplatzt.
Im Moment macht es den Eindruck, als müsste ich direkt nach der Geburt voll einsatzbereit sein und ich fürchte mich davor. Nach der Geburt meiner Tochter konnte ich lange Zeit nicht richtig stehen, sitzen und laufen, weil ich doch ordentliche Verletzungen davon getragen habe. Psychisch hat es Wochen gedauert, bis ich einigermaßen gefestigt war. Geschweige von stundenlangem Stillen will ich gar nicht erst reden. Hab doch nichts anderes mehr gemacht.
Hilfe von Familie und Freunde kann ich kaum erwarten. Meine Mutter ist schwer an Krebs erkrankt und bekommt zu dieser Zeit noch regelmäßig Chemo. Meine Brüder mit Partnerin und Freunde sind alle voll berufstätig.
Schwiegermutter wohnt weit weg und von ihr kann ich keine Hilfe annehmen. Sie kann unseren Erziehungsstil der auf viel Nähe basiert nicht nachvollziehen. Unangebrachte Kommentare oder blöde Blicke brauche ich in dieser Zeit nicht.

Spatz
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Minchen
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Re: Stillen und Beschäftigung älteres Kind

Beitrag von Minchen »

Ich hatte das mit zwei Kindern - also erst mit den beiden älteren, jetzt mit dem Mittleren und dem Baby. Ich bin abends IMMER allein und habe inzwischen viele viele Strategien... :lol:

Bei den ersten beiden habe ich oft den Kleinen gestillt, dem Großen vorgelesen, wobei das oft nicht gut ging, die beiden sind recht eng auseinander. Alternative war, den Kleinen erst zu stillen, dann in der Federhängewiege zu schaukeln und dabei den Großen zu stillen, vorzulesen etc. Wenn der dann schlief, hab ich den Kleinen nochmal gestillt und ins Bett gelegt. Oft hat das aber auch nicht geklappt, da der Kleine abends Schreiphasen hatte und ich gezwungenermaßen auf dem Ball saß und hopsen musste, bis er die Brust überhaupt nahm.
Als sie größer wurden, hab ich sie oft gemeinsam gestillt.
Eine Zeit lang hab ich dem Großen auch Musik angemacht, den Kleinen gestillt und bin da rüber zu ihm (ich hab sie dann versucht, räumlich etwas zu trennen, wir hatten ne Trennwand im Schlafzimmer).

Mit den beiden anderen lief es ähnlich: meist erst die Kleinste gestillt, in die Federhängewiege, den beiden anderen etwas vorgelesen, den Kleinen dann an die Brust, mit dem Großen Händchen halten und dann schliefen sie alle irgenwann. 8)
Inzwischen gehen die beiden älteren spielen, während ich die Kleinen stille, dann still ich den Kleinen in den Schlaf und kraule den Großen... Manchmal wollen sie nicht, dann lese ich ihnen vor, während ich die Kleine stille - das klappt aber nur, wenn die RICHTIG müde ist, denn mit fast 10 Monaten will sie eigentlich lieber mitmachen...
Notlösung: die beiden "Großen" dürfen auf meinem Handy mit mir die Gute Nacht-Geschichte ansehen und die Tiere ins Bett bringen. :oops: :mrgreen: Sie lieben das und wenn sie wirklich schlecht drauf sind, dann klappt das sehr gut (und man kann das Zimmer dabei dunkel halten... )

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es ohnehin nicht DIE Patentlösung gibt. Es hat sich bei uns ständig geändert. Mal passte es, dass der Große allein im Zimmer in unserem Bett lag und dann (mich hopsen sehend) einschlief, mal ging das gar nicht. Mal stillten sich die Kleinen in den Schlaf, manchmal ging das lange Zeit gar nicht und ich musste hopsen oder die Federhängewiege schaukeln. Daher würde ich Dir raten, erstmal abzuwarten - grad am Anfang hat das Baby ja ohnehin keinen Rhythmus und es wird schwierig (oder einfach, weil es eh viel schläft). Lass es auf Dich zukommen und schau, wie es für Euch alle am besten passt und bleib dabei flexibel. :wink:
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
schokoliebe
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Re: Stillen und Beschäftigung älteres Kind

Beitrag von schokoliebe »

Oh Spatz, das klingt aber wirklich nicht schön. Kann gut verstehen dass Du nicht weißt wie die erste Zeit mit beiden Kindern laufen soll.
Aber kann Dein Mann nicht wenigstens die ersten Tage/ Wochen frei nehmen um Dich zu unterstützen?

Ambulante Geburt: da würde ich an Deiner Stelle abwarten wie die Geburt verläuft. Vielleicht bleibst Du diesmal von schlimmeren Verletzungen verschont, das wünsche ich Dir jedenfalls!
Ich hab bei der Kleinen auch ambulant entbunden, denn ich wollte nicht dass die erste längere Trennung von meinem Großen mit der Ankunft der Schwester zusammenhängt. Dabei hatte ich zwar einen Dammschnitt, der hat mich aber kaum gestört.
Trotzdem braucht man die ersten Tage absolute Schnonung und Hilfe! Wenn Du nicht ambulant entbindest, muss ja auch jemand daheim sein, oder?
Hoffentlich findet Ihr einen guten Weg für Euch alle!
Söhnchen 10/2008
Töchterchen 12/2010
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