Ich habe am Anfang nicht so viel Wert auf die genauen kg und g Daten gelegt, weil ich denke, dass jeder Mensch und jeder Körper anders ist und eine Abweichung von einer Statistik nicht gleich etwas schlimmes sein muss. Ich hatte für mich selbst auch nie eine Personenwaage, was interessiert mich mein genaues Gewicht wenn ich mich fit, gesund und wohl fühle?
Es wäre auf jeden Fall gut, wenn Du möglichst viele Gewichtsdaten noch nachreichen bzw. mir noch mal "auf einen Blick" aufschreiben könntest. Das verlangt einfach die Sorgfaltspflicht; ich will ja vernünftig beraten.
5 Fläschchen täglich à ca 110 ml sind ca 550 ml täglich. Dein Baby ist jetzt knapp 3 Monate alt? Die durchschnittlich Tagestrinkmenge beträgt liegt Babys in diesem Alter bei 780 +/- 170 ml - beachte die hohe Streubreite! - es können also auch gut 600 ml oder 950 ml sein (Quelle). Alles dazwischen ist normal, und wie hoch genau der Bedarf ist, hängt von mehreren Faktoren ab (Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand, Stoffwechsel etc.).Seit ich mehr zugefüttert habe und das Stillen nicht mehr klappte, habe ich ihr tagsüber 4 Fläschchen gegeben und dann gegen Mitternacht noch eine. Dabei habe ich sie immer zuerst angelegt in der Hoffnung, dass sie möglichst viel stillt und wenig Flaschenmilch braucht. Aus den Fläschchen hat sie dann meist ca. 100-120 ml getrunken, wobei ich immer 180 ml mache.
Angenommen also, Dein Baby braucht täglich gut 600 ml. Dann stellen die 550 ml Zufüttermenge über 90 % der Gesamttrinkmenge. Deine Milchproduktion wäre also nur noch bei unter 10 %. Nimmt man hingegen an, dass Dein Baby täglich ca 900 ml trinkt, dann sind die 550 ml Zufüttermenge ca 60 %, und Deine Milchproduktion liegt derzeit bei ca 40 %. Sprich: Deine Milchproduktion liegt zur Zeit wahrscheinlich irgendwo im Bereich 10-40 % des Gesamtbedarfs.
Über die Ursachen kann man da erstmal nur spekulieren, aber "Stress allein" ist ganz sicher nicht der Grund dafür. Hatte ich Dich richtig verstanden, dass Du praktisch von Geburt an täglich 1-2 Fläschchen zugefüttert hast? Bitte schreib das doch noch mal genauer wenn möglich, also ab wann wie viel täglich zugefüttert wurde. Denn wenn die Zufüttermengen praktisch von Beginn an nennenwert waren, ist es möglich, dass sich die Laktation auf Vollstillniveau nie richtig entwickeln konnte. Um hier vernünftige Einschützungen vornehmen zu können, und v.a. hilfreiche Tipps in Richtung Verringerung der Zufüttermenge geben zu können, bräuchte ich hier noch mal etwas genauere Daten; das wäre gut.
Als weitere Fragen hätte ich noch: Gab es Komplikationen während oder nach der Geburt? Hast Du medizinische Besonderheiten/Grunderkrankungen? Zigarettenrauch-Kontakt (auch passiv)? Und dann noch: Kannst Du Dich daran erinnern, ob Du während der Schwangerschaft Veränderungen an der Brust wahrgenommen hast?
Und zuletzt: Wie lange ist das letzte problemlose Stillen jetzt her?
LG und Kopf hoch, wir werden der Sache schon auf den Grund gehen.
Julia