Meine Maus ist knapp 6 Wochen alt. Sie kam mit 3910g zur Welt und verlor in der Klinik erstmal kräftig an Gewicht - bis knapp über 3500g. Doch dann begann die Gewichtszunahme, und nach 6 Tagen hatte sie ihr Geburtsgewicht (und sogar etwas mehr) wieder erreicht - durch ausschließliches Stillen
Das änderte sich dann schlagartig, aber ich habe keine Idee, wieso und warum. Sie war von Anfang an eine "Langsamtrinkerin", doch nun bekam ich sie überhaupt nicht mehr von der Brust weg; das führte zu sehr fiesen Schmerzen bei mir, wobei nicht so 100% klar ist, woher die Schmerzen kamen - wund waren die Brustwarzen nicht, der Schmerz saß mehr "innen" (Soor wars aber auch nicht). Das mit den Schmerzen habe ich inzwischen aber im Griff, ich kann die Maus wieder problemlos anlegen. Ich nehme auch Magnesium ein, da die Brustwarzen nach dem Stillen immer schneeweiß waren, und ich hab den Eindruck, es bessert sich. Aber das Problem ist: sie wird nicht satt.
Die Gewichtszunahme begann zurückzufahren; sie nahm zwar zu, aber nicht mehr so wie zu Anfang. Parallel dazu lagen bei mir die Nerven mehr und mehr blank: sie schrie, ich legte sie an - halbe Stunde, ganze Stunde, zwei Stunden - und wenn ich sie von der Brust abnahm, schrie sie weiter. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Gewichtszunahme wurde schlechter, stagnierte schließlich (100g in 11 Tagen, dann 10g in 4 Tagen) - und das, obwohl ich sie anlege, sobald sie sich meldet. Inzwischen stille ich zwischen 10 und 13 Stunden innerhalb von 24h und komme sonst zu gar nichts mehr - aber satt wird sie trotzdem nicht. Der Kinderarzt hat uns eine Waage verschrieben und erklärt, dass sie etwa ein Sechstel ihres Körpergewichts über 24h in Form von Nahrung zu sich nehmen sollte (grober Richtwert); also so 700 bis 800g. Auf 10 Mahlzeiten verteilt wären das so 70 bis 80g pro Mahlzeit. Ich hab sie dann mal vorm Stillen und nach 90 Minuten stillen gewogen: gerade mal 40g. Da ist es wohl nicht verwunderlich, dass sie permanent Hunger schiebt...
Von der vielen Rumsitzerei schmerzen all meine Gelenke, insbesondere die Knie, ganz fies; ich komme auch nicht mehr aus dem Haus, mal ein paar Besorgungen machen, mal einkaufen fahren oder so, weil sie dann ununterbrochen kreischt und Hunger schiebt. Seit fast drei Wochen weine ich mehrmals täglich, weil ich meiner Maus nicht gerecht werden kann einerseits, andererseits aber auch, weil sich Frust breitmacht: ich versuche doch alles zu tun, und dennoch ist sie unzufrieden und schreit mich an. Es gibt Momente, in denen ich davon überzeugt bin, dass mein Baby mich nicht mag - ich kann ihm ja nicht geben, was es braucht.
Ich habe eine geliehene Milchpumpe (Medela Symphony 2.0) und versuche, durch Abpumpen einen kleinen "Vorsprung" zu haben, so dass ich der Maus im Zweifel was nachfüttern kann, wenn sie nach mal wieder 2 Stunden stillen noch immer nicht satt ist, wir aber beispielsweise einen Termin haben und weg müssen; das klappt allerdings nicht richtig, weil ich auch beim Pumpen nur so 10 bis maximal 30ml rausbekomme.
Nachdem die Gewichtszunahme sich so negativ gezeigt hat, haben wir also Pre-Nahrung zugefüttert - *nach* dem Stillen, angelegt war die Maus dennoch. Allerdings breche ich jedesmal in Tränen aus, wenn ich so eine Flasche Pre-Nahrung zubereite, und verabreichen kann ich das der Kleinen nicht gut - das macht dann mein Mann. Wenn ich dann sehe, wie satt und glücklich die Kleine ist, heule ich gerade wieder - so zufrieden ist sie bei mir nie...
Über den Tag verteilt trinke ich eine Kanne (etwa einen Liter) Stilltee, ansonsten Wasser und Apfelsaftschorle. Die Hebi hat mir zu Bockshornkleesamenkapseln geraten, die ich auch einnehme. Der Draht zu meiner Hebi (die auch Stillberatung in der Klinik macht) ist leider nicht so gut, ich hab den Eindruck, sie nimmt mich nicht so recht ernst, und ich habe Probleme, mich ihr zu öffnen und wirklich anzuvertrauen.
Was ich beobachte: lege ich die Kleine (nach etwas längerer Pause) an, nuckelt zu kurz und beginnt dann richtig feste zu trinken (schluckt emsig, schließt dabei sogar die Äuglein vor lauter Konzentration
Denn wenn ich das brüllende Kind da liegen hab, tue ich mich schwer damit, mich noch in warmes Wasser zu tunken oder permanent an mir rumzudrücken; desweiteren geht mir diese völlige Konzentration auf meine Brüste total auf den Keks, zumal das ja nun schon seit Wochen der Dauerzustand ist! Daß ich permanent "oben ohne" rumsitzen muß macht mich auch nicht froh (ich dachte immer, eine Stillmahlzeit dauert etwa ne halbe Stunde, das wäre okay für mich - aber doch nicht stundenlang an einem Stück!). Anfangs hieß es "Clusterfeeding", dann "das spielt sich ein" und jetzt, wo die Kleine fast 6 Wochen alt ist, wird mit "Wachstumsschub" argumentiert - aber das ist es nicht (jedenfalls nicht allein), denn es ist seit fast 4 Wochen so! Nur war es zu Anfang der 4 Wochen noch so, daß sie nach 2 Stunden Dauerstillen wenigstens satt war - das wird sie nun halt nicht mehr...
Ich kann mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, sie auf Flaschennahrung umzustellen; das hat viele Gründe, und eigentlich ist keiner davon so richtig rational. Ich hasse es, sie mit dem Gummisauger im Mund zu sehen, und sobald wir 50g zufüttern müssen hab ich Panik, dass ich sie nicht mehr an die Brust bekomme - sie hat verdammt schnell kapiert, dass aus der Flasche viel schneller viel MEHR rauskommt als aus mir :'( Allerdings steht ja das Wohl des Kindes und seine gesunde Entwicklung im Vordergrund. Und ja, auch für meinen Gemütszustand muss sich was ändern: es muss doch möglich sein, auch MIT Kind mal einkaufen zu gehen (und damit meine ich keine stundenlangen Shopping-Touren, sondern den einfachen Lebensmitteleinkauf beim Discounter). Ich will nichts mehr davon hören, dass ich mich mit meinem Kind ins Bett legen soll - wir tun doch definitiv nichts anderes, und es macht uns beide nicht zufrieden. Ich will auch nicht mehr hören, dass man das mit dem Haushalt nicht so eng sehen darf - ich will ja gar nicht alle Fenster putzen momentan oder Berge von Bügelwäsche abarbeiten, aber Himmel noch eins - das Klo will man doch mal putzen, die Haare will man sich mal kämmen oder unter die Dusche springen! NICHTS ist möglich mit einem Kind, dass 12 Stunden am Tag stillen will - und dann trotzdem kreischt. Nicht quengelt, nicht weint, sie KREISCHT. Vor Hunger.
Es tut mir leid, dass das nun so lang geworden ist, und ich danke allen, die bis hier hin gelesen haben. Ich bin ratlos und todunglücklich. Nachdem ich gestern von 11 Uhr vormittags an quasi durchgestillt habe bis 21h30 sagte ich zu meinem Mann "Gib ihr das bißchen Abgepumptes, was noch da ist, mach ihr ne Flasche, gib ihr ein Glas Milch, ein Bier oder eine Pizza, mir total egal" und bin ins Bett - ich war so erschöpft, dass ich den Eindruck hatte gleich umzufallen. Er gab ihr dann 30ml Mumi, dann 50ml Pre-Nahrung und sie schlief. Als sie sich dann wieder meldete stillte ich sie 90 Minuten lang, wobei mir die Augen immer wieder zufielen (im Liegen stillen ist nicht, da kriegt sie die BW nicht richtig zu "fassen"), und sie saugte so geduldig - am Anfang schien es gut zu laufen, dann kam einfach nix mehr, und irgendwann wird die Maus ja dann auch ungeduldig... Sie hat dann nochmal 50g Pre gekriegt und ist selig eingeschlafen (sie ist so süß), wohingegen ich eine Stunde durchgeheult und mir dann den Account hier eingerichtet habe und dann heulend den Beitrag verfasst habe. Überm Tippen hat dann der Milchspendereflex ausgelöst, mein Hemd hat einen großen nassen Fleck und ich fühle mich final verarscht - von meinem Körper und überhaupt.
Jetzt hab ich mir mal alles runtergeschrieben und fühle mich ein bißchen besser.
Vielleicht hat jemand einen Tip für uns?
Traurige Grüße,
geldbeutel + hungrige Maus

