Kind wird nicht satt - kann jemand helfen? (lang)

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geldbeutel
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Kind wird nicht satt - kann jemand helfen? (lang)

Beitrag von geldbeutel »

Hallo, ich hoffe sehr, dass uns hier jemand helfen kann, mit einer Idee, einem Tip - ich bin ratlos.

Meine Maus ist knapp 6 Wochen alt. Sie kam mit 3910g zur Welt und verlor in der Klinik erstmal kräftig an Gewicht - bis knapp über 3500g. Doch dann begann die Gewichtszunahme, und nach 6 Tagen hatte sie ihr Geburtsgewicht (und sogar etwas mehr) wieder erreicht - durch ausschließliches Stillen :-) Wir wurden aus der Klinik entlassen, und die erste Woche zu Hause lief prima - Hebi kontrollierte die Gewichtszunahme, welche weiterhin prima war, das Kind gedieh.

Das änderte sich dann schlagartig, aber ich habe keine Idee, wieso und warum. Sie war von Anfang an eine "Langsamtrinkerin", doch nun bekam ich sie überhaupt nicht mehr von der Brust weg; das führte zu sehr fiesen Schmerzen bei mir, wobei nicht so 100% klar ist, woher die Schmerzen kamen - wund waren die Brustwarzen nicht, der Schmerz saß mehr "innen" (Soor wars aber auch nicht). Das mit den Schmerzen habe ich inzwischen aber im Griff, ich kann die Maus wieder problemlos anlegen. Ich nehme auch Magnesium ein, da die Brustwarzen nach dem Stillen immer schneeweiß waren, und ich hab den Eindruck, es bessert sich. Aber das Problem ist: sie wird nicht satt.

Die Gewichtszunahme begann zurückzufahren; sie nahm zwar zu, aber nicht mehr so wie zu Anfang. Parallel dazu lagen bei mir die Nerven mehr und mehr blank: sie schrie, ich legte sie an - halbe Stunde, ganze Stunde, zwei Stunden - und wenn ich sie von der Brust abnahm, schrie sie weiter. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Gewichtszunahme wurde schlechter, stagnierte schließlich (100g in 11 Tagen, dann 10g in 4 Tagen) - und das, obwohl ich sie anlege, sobald sie sich meldet. Inzwischen stille ich zwischen 10 und 13 Stunden innerhalb von 24h und komme sonst zu gar nichts mehr - aber satt wird sie trotzdem nicht. Der Kinderarzt hat uns eine Waage verschrieben und erklärt, dass sie etwa ein Sechstel ihres Körpergewichts über 24h in Form von Nahrung zu sich nehmen sollte (grober Richtwert); also so 700 bis 800g. Auf 10 Mahlzeiten verteilt wären das so 70 bis 80g pro Mahlzeit. Ich hab sie dann mal vorm Stillen und nach 90 Minuten stillen gewogen: gerade mal 40g. Da ist es wohl nicht verwunderlich, dass sie permanent Hunger schiebt...

Von der vielen Rumsitzerei schmerzen all meine Gelenke, insbesondere die Knie, ganz fies; ich komme auch nicht mehr aus dem Haus, mal ein paar Besorgungen machen, mal einkaufen fahren oder so, weil sie dann ununterbrochen kreischt und Hunger schiebt. Seit fast drei Wochen weine ich mehrmals täglich, weil ich meiner Maus nicht gerecht werden kann einerseits, andererseits aber auch, weil sich Frust breitmacht: ich versuche doch alles zu tun, und dennoch ist sie unzufrieden und schreit mich an. Es gibt Momente, in denen ich davon überzeugt bin, dass mein Baby mich nicht mag - ich kann ihm ja nicht geben, was es braucht.

Ich habe eine geliehene Milchpumpe (Medela Symphony 2.0) und versuche, durch Abpumpen einen kleinen "Vorsprung" zu haben, so dass ich der Maus im Zweifel was nachfüttern kann, wenn sie nach mal wieder 2 Stunden stillen noch immer nicht satt ist, wir aber beispielsweise einen Termin haben und weg müssen; das klappt allerdings nicht richtig, weil ich auch beim Pumpen nur so 10 bis maximal 30ml rausbekomme.
Nachdem die Gewichtszunahme sich so negativ gezeigt hat, haben wir also Pre-Nahrung zugefüttert - *nach* dem Stillen, angelegt war die Maus dennoch. Allerdings breche ich jedesmal in Tränen aus, wenn ich so eine Flasche Pre-Nahrung zubereite, und verabreichen kann ich das der Kleinen nicht gut - das macht dann mein Mann. Wenn ich dann sehe, wie satt und glücklich die Kleine ist, heule ich gerade wieder - so zufrieden ist sie bei mir nie...

Über den Tag verteilt trinke ich eine Kanne (etwa einen Liter) Stilltee, ansonsten Wasser und Apfelsaftschorle. Die Hebi hat mir zu Bockshornkleesamenkapseln geraten, die ich auch einnehme. Der Draht zu meiner Hebi (die auch Stillberatung in der Klinik macht) ist leider nicht so gut, ich hab den Eindruck, sie nimmt mich nicht so recht ernst, und ich habe Probleme, mich ihr zu öffnen und wirklich anzuvertrauen.
Was ich beobachte: lege ich die Kleine (nach etwas längerer Pause) an, nuckelt zu kurz und beginnt dann richtig feste zu trinken (schluckt emsig, schließt dabei sogar die Äuglein vor lauter Konzentration :-) ). Soweit ich das verstanden habe (korrigiert mich, falls ich da irre) war das dann ein Milchspendereflex. Sie schluckt dann 30 bis 40 mal, dann versiegt der Fluß, und sie beginnt wieder zu "locken". Allerdings dauert es EWIG, bis sich da wieder was tut - innerhalb von 50 Minuten kommen wir auf etwa 4 bis maximal 5 dieser Phasen. Die Anlegetechnik wurde mehrfach geprüft und für korrekt befunden. Das mit dem "nassen warmen Waschlappen" habe ich probiert, das funktioniert irgendwie nicht - weil der Waschlappen so schnell auskühlt, und das empfinde ich dann als sehr unangenehm ;-) Dafür habe ich das Kirschkernkissen mal erwärmt und auf mich draufgelegt bzw. vor dem Stillen mal kurz die Rotlichtlampe drauf gerichtet - aber einen Unterschied hats nicht gemacht. Die Hebi hat mir noch die Technik der Brustmassage erläutert, das hab ich mal ausprobiert, aber wenn ich ehrlich bin mehr so halbherzig...

Denn wenn ich das brüllende Kind da liegen hab, tue ich mich schwer damit, mich noch in warmes Wasser zu tunken oder permanent an mir rumzudrücken; desweiteren geht mir diese völlige Konzentration auf meine Brüste total auf den Keks, zumal das ja nun schon seit Wochen der Dauerzustand ist! Daß ich permanent "oben ohne" rumsitzen muß macht mich auch nicht froh (ich dachte immer, eine Stillmahlzeit dauert etwa ne halbe Stunde, das wäre okay für mich - aber doch nicht stundenlang an einem Stück!). Anfangs hieß es "Clusterfeeding", dann "das spielt sich ein" und jetzt, wo die Kleine fast 6 Wochen alt ist, wird mit "Wachstumsschub" argumentiert - aber das ist es nicht (jedenfalls nicht allein), denn es ist seit fast 4 Wochen so! Nur war es zu Anfang der 4 Wochen noch so, daß sie nach 2 Stunden Dauerstillen wenigstens satt war - das wird sie nun halt nicht mehr...
Ich kann mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, sie auf Flaschennahrung umzustellen; das hat viele Gründe, und eigentlich ist keiner davon so richtig rational. Ich hasse es, sie mit dem Gummisauger im Mund zu sehen, und sobald wir 50g zufüttern müssen hab ich Panik, dass ich sie nicht mehr an die Brust bekomme - sie hat verdammt schnell kapiert, dass aus der Flasche viel schneller viel MEHR rauskommt als aus mir :'( Allerdings steht ja das Wohl des Kindes und seine gesunde Entwicklung im Vordergrund. Und ja, auch für meinen Gemütszustand muss sich was ändern: es muss doch möglich sein, auch MIT Kind mal einkaufen zu gehen (und damit meine ich keine stundenlangen Shopping-Touren, sondern den einfachen Lebensmitteleinkauf beim Discounter). Ich will nichts mehr davon hören, dass ich mich mit meinem Kind ins Bett legen soll - wir tun doch definitiv nichts anderes, und es macht uns beide nicht zufrieden. Ich will auch nicht mehr hören, dass man das mit dem Haushalt nicht so eng sehen darf - ich will ja gar nicht alle Fenster putzen momentan oder Berge von Bügelwäsche abarbeiten, aber Himmel noch eins - das Klo will man doch mal putzen, die Haare will man sich mal kämmen oder unter die Dusche springen! NICHTS ist möglich mit einem Kind, dass 12 Stunden am Tag stillen will - und dann trotzdem kreischt. Nicht quengelt, nicht weint, sie KREISCHT. Vor Hunger.

Es tut mir leid, dass das nun so lang geworden ist, und ich danke allen, die bis hier hin gelesen haben. Ich bin ratlos und todunglücklich. Nachdem ich gestern von 11 Uhr vormittags an quasi durchgestillt habe bis 21h30 sagte ich zu meinem Mann "Gib ihr das bißchen Abgepumptes, was noch da ist, mach ihr ne Flasche, gib ihr ein Glas Milch, ein Bier oder eine Pizza, mir total egal" und bin ins Bett - ich war so erschöpft, dass ich den Eindruck hatte gleich umzufallen. Er gab ihr dann 30ml Mumi, dann 50ml Pre-Nahrung und sie schlief. Als sie sich dann wieder meldete stillte ich sie 90 Minuten lang, wobei mir die Augen immer wieder zufielen (im Liegen stillen ist nicht, da kriegt sie die BW nicht richtig zu "fassen"), und sie saugte so geduldig - am Anfang schien es gut zu laufen, dann kam einfach nix mehr, und irgendwann wird die Maus ja dann auch ungeduldig... Sie hat dann nochmal 50g Pre gekriegt und ist selig eingeschlafen (sie ist so süß), wohingegen ich eine Stunde durchgeheult und mir dann den Account hier eingerichtet habe und dann heulend den Beitrag verfasst habe. Überm Tippen hat dann der Milchspendereflex ausgelöst, mein Hemd hat einen großen nassen Fleck und ich fühle mich final verarscht - von meinem Körper und überhaupt.

Jetzt hab ich mir mal alles runtergeschrieben und fühle mich ein bißchen besser.
Vielleicht hat jemand einen Tip für uns?

Traurige Grüße,
geldbeutel + hungrige Maus
geldbeutel mit grossem (09/2011) und kleinem (01/2014) Schnäuzchen
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Claudia1205
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Re: Kind wird nicht satt - kann jemand helfen? (lang)

Beitrag von Claudia1205 »

Guten Morgen!

Vorneweg: Herzlichen Glückwunsch zum Babymädchen und alle Achtung, dass du dich sooo um das Stillen kümmerst... viele hätten sicher schon aufgegeben! Du machst das toll! Bitte hör nicht auf!

Zu deinem Problem... wobei ich fürchte, nicht allzu viel helfen zu können...da bekommst du aber sicher noch kompetenten Rat im Laufe des TAges. Du schreibst, deine Maus löst den Milchspendereflex aus (ja das ist einer) und schluckt dann 30 bis 40 mal konzentriert. Also scheint sie doch Milch zu bekommen... was in diesem Zusammenhang noch wichtig sein könnte: Hat sie mehrmals am Tag (6 mal) eine nasse Windel? Das würde auf eine ausreichende Milchmenge hinweisen... Außerdem wichtig: ihr aktuelles Gewicht. Unter Umständen hat sie ja auch ein anderes Problem... und keinen Hunger.
Liebe Grüße von Claudia mit ihren 6 Rackern
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Dellyo
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Re: Kind wird nicht satt - kann jemand helfen? (lang)

Beitrag von Dellyo »

Oh, du Arme, das hört sich wirklich anstrengend und nervenaufreibend an! Ich bin kein Profi, aber die melden sich sicher noch. Kannst du vielleicht alle Gewichtsdaten posten, die du hast? Dann kann eine Stillberaterin hier mehr zur Gewichtsentwicklung sagen.

Ich wollte auch sagen, dass ich es sehr, sehr toll findest, wie du um's Stillen kämpfst und nicht aufgibst! Mit jedem Tropfen Muttermilch, die deine Maus schon bekommen hat in den letzten Wochen, hast du ihr was Gutes getan, vergiss das nicht! Das hast du, das hat dein Körper geschafft!
Dein Frust und deine Erschöpfung sind total verständlich. Ich kenne Tage, wie du sie beschreibst, allerdings nicht über einen so langen Zeitraum und ich war dann auch total erschöpft. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass sich alles einspielt bei euch!

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass so kleine Mäuse oft nicht aus Hunger schreien oder nuckeln wollen... Was bei euch die Ursache ist, kann ich freilich nicht beurteilen, aber da meldet sich sicher noch jemand Hilfreicheres.

Alles, alles Gute! Du machst das toll!
Schneckenkind 02/11
und
Koalakind 5/17
geldbeutel
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Re: Kind wird nicht satt - kann jemand helfen? (lang)

Beitrag von geldbeutel »

Wow, so früh am Tag und schon zwei Antworten - ihr seid klasse *freu*.
War gerade mal ein paar Minuten draußen und hab den Sonnenaufgang beguckt - der ist toll, irgendwie ist die Welt jetzt schon nicht mehr ganz so schlecht.

Zu euren Fragen: ich dachte eigentlich, die Gewichtsdaten erschöpfend beschrieben zu haben?
Geburtsgewicht waren 3910g
Niedrigstes Gewicht war, glaube ich, 3 Tage nach der Geburt: 3560g
Entlassungsgewicht am 6. Tag nach Geburt um die 3950g
Gewicht heute etwa 4600g

Lt. Kinderarzt: Gewichtszunahme von etwa 1100g in 5 Wochen => okay
Lt. Hebamme: Zunahme zu ungleichmäßig verteilt, das meiste davon in den ersten zwei bis drei Wochen, danach kaum noch was

Seit wir mit Pre auffüttern, wenn sie nach dem Still-Marathon noch Hunger hat, ist die Gewichtszunahme übrigens wieder völlig okay, also so 20g/ Tag

Und ich denke schon, dass das Hunger ist, der sie so schreien läßt: würde sie nur nuckeln wollen, würde das nuckeln sie ja beruhigen - sie tobt aber, wenn sie nuckelt und nix bekommt.
Würde sie kuscheln wollen, müßte kuscheln oder rumtragen sie beruhiegn - was aber nicht der Fall ist.
Wenn sie allerdings satt ist - und gaaaanz selten haben wir das ja auch übers stillen geschafft - ist sie total zufrieden und lieb und spielt auch schonmal mit ihrer Hand...

Jetzt ist sie wach... ein neuer Tag, und der nächste Stillmarathon beginnt... *schnief*
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Tobis Mama
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Re: Kind wird nicht satt - kann jemand helfen? (lang)

Beitrag von Tobis Mama »

Puh, geldbeutel, das klingt schwierig, traurig und anstrengend. Ich mag dir kurz einen Drücker da lassen, wenn du magst.

Nun zu deinem Problem - ich bin keine Stillberaterin und kann dir auch deswegen gerade zu der Problematik mit dem Magnesium wenig sagen. Hast du in der Schwangerschaft viel Magnesium genommen? Wenn ja in welcher Dosierung?
Ist deine Hebamme ausgebildete Stillberaterin? Wenn nicht, möchte ich dir ans Herz legen, ganz schnell (!!!) eine zu kontaktieren, die sich Zeit nimmt, um sich eure Stillgeschichte ausführlich anzusehen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass du hier noch richtig gute Hilfe bekommst - ich tippe auf jusl. ;)

Was ich dir noch als Tipp da lassen möchte: Du klingst sehr, sehr verzweifelt. Zudem noch extrem angespannt, weil du unbedingt stillen willst,a ber es nciht so klappt, die Sorge um dein Kind macht dich fertig. Alles völlig normal.
Aus meiner Erfahrung kann ich dir nur sagen, dass Stillen immer auch Kopfsache ist. So wie du es beschreibst: Du lässt los, weinst und prompt setzt dein Milchspendereflex ein. Hast du die Möglichkeit, dich mit deinem Kind komplett zurückzuziehen? Also ab ins Bett kuscheln? Lass dich dort von deinem Partner versorgen, so dass du erst mal ein langes Wochenende im Bett machen kannst?
Zum Weinen des Kindes: Habt ihr ein Tragetuch? Dann hast du die Möglichkeit, dein Kind nah bei dir zu tragen, ihr kuschelt, es beruhigt sich. Und du hast mal eine Stunde Ruhe an der Brust. Den so langes, extremes Dauerstillen hilft dir auch nicht in der Milchproduktion.

Ich mag dich ganz feste Drücken, vielleicht verrätst du noch, wo du wohnst, denn vielleicht gibt es auch eine SuTlerin ganz in deiner Nähe, die dir helfen kann, z.B. mit dem Tragetuch. Ich bewundere dich für deinen Kampf für's Stillen, wie schon geschrieben wurde, viele hätten einfach aufgegeben.
Gönn dir ein Wochenende ohne Angst vor Zahlen, Wiegen, nur mit deinem Kind kuschelnd, gut versorgt von deinem Partner, eben echtes Wochenbett, das man sich heute kaum noch so richtig gönnt. Gönn es dir, versuche zur Ruhe zu kommen, such dir professionelle Hilfe! Bitte.

Und sei ganz lieb gedrückt!
((((((((((((((geldbeutel))))))))))))
Nicole mit Tobias (09/2007) und Laura (06/2010)
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feuerdrache
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Re: Kind wird nicht satt - kann jemand helfen? (lang)

Beitrag von feuerdrache »

Ich weiß wie Du Dich jetzt fühlst, ich gehöre zu den Müttern die es ohne zufüttern nicht geschafft hätten ihr Kind zu ernähren. Ich habe geheult, getobt, an mir gezweifelt, mich selbst als schlechte Mutter angesehen. Jede Flasche war mein Feind, und doch hätte ich es ohne Feind nicht geschafft. Wenn ich eine Flasche gegeben habe war ich verzweifelt, wenn das Kind nachher satt und glücklich war dann war ich noch verzweifelter weil ich das Satt-sein nicht bieten konnte.

Lass Dir eines sagen: Du bist keine schlechte Mutter, Du gibst wesentlich mehr als viele, sehr viele Mütter tun würden. Die allermeisten Frauen würden doch bei solchen Problemen abstillen udn die Flasche geben. Und Du machst weiter.

Das finde ich ganz toll.

Ich kann Dir nur sagen, was mir ein wenig geholfen hat: Reden, und- ein richtig guter Homöopath. Als ich zum Homöopathen ging, war mein Sohn 6 Wochen alt und bekam bei guten Mahlzeiten 40g von mir, zeitweise hat er über die Flasche dann 120g nachgetrunken, und nach 2 Stunden alles wieder von vorne. Na ja, eine Woche nach der Startbehandlung homöopathie waren wir auf 2 Stillmahlzeiten / Tag mit Flasche, den Rest habe ich so geschafft. MEhr war mir nie möglich, bei keinem der 3 Kinder.
Vielleicht kannst Du:
ganz genaue Daten posten, also mit Wiegedatum und Gewicht, das würde den stillberaterinnen hier sicher noch mehr helfen
Dir eine wirklich gute Stillberaterin suchen, irgendwo gibts hier sicher eine Liste
mal Homöopathie überlegen

Ich kenne die ganzen "Guten Tipps" zum Stillen und kenne auch die Verzweiflung, wenn sie ausgerechnet bei einem selbst nichts bringen. Ich will Dir nochmals Mut zusprechen, Dich mal virtuell drücken ((())) und Dir Hoffnung machen. Die Beratung hier ist wirklich gut, und ich denke mal, dass Deine Probleme bald behandelt werden, von wirklich guten LEuten. Gib nicht auf. Und wenn es Deine Kleine wirklich vor Hunger nicht aushält, dann lass Deinem Mann mal eine Flasche geben. Ein glückliches sattes Kind, eine Mama die mal 1 Stunde nah Luft schnappen kann. Wir wollen alle voll stillen, ist klar, doch kein Kind soll vor Hunger weinen. Du musst auch aus dem Teufeskreis der Anspannung raus.

Nochmals Kopf hoch, es wird werden.

Alles Liebe
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millenia
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Re: Kind wird nicht satt - kann jemand helfen? (lang)

Beitrag von millenia »

Oh je, ich kann dir das auch sooooo gut nachfühlen. Wie oft habe ich weinen müssen, weil es mit dem Vollstillen einfach nicht klappen wollte. Ich rate dir auch, such dir schnellstmöglich eine richtige Stillberaterin (IBCLC, AFS oder LLL). Meine Hebamme hat mir damals das volle stillen total versaut, Tipps gegeben, die mich in Richtung Abstillen geführt haben. Lass dir schnell helfen, noch ist es nicht zu spät. Eine Sauguntersuchung sollte auch unbedingt gemacht werden - auch wenn deine Hebamme schon geschaut hat, ob sie richtig saugt, eine richtige Sauguntersuchung findet "im Mund" statt. Dann mag ich dir das BES (Brusternährungsset von Medela) ans Herz legen. Für mich war es sooooooo schwer der Kleinen die Flasche zu geben und solltest du zufüttern müssen (was ich dir wünsche, dass es nicht so sein muss!!!) dann hast du wenigstens das Gefühl, dass die Nahrung von dir kommt, die Nähe und Geborgenheit geben kannst und das Baby dann nicht erst nach 2 Stunden satt ist. Solche Stillmarathons kenne ich und sind so zermürbend, weil man immer hofft, dass sie doch endlich satt ist. Mit Flasche wäre ich vorsichtig, die Gefahr von Saugverwirrung ist bei deinem Baby ja noch gegeben.

Alles Liebe, dass du die Kraft hast, die Zeit durchzustehen und du bald wieder voll stillen kannst.
stolze Mutter von großer Schwester Ida (03/11) und kleinem Möpschen Alma (6/14)
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Salo81
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Re: Kind wird nicht satt - kann jemand helfen? (lang)

Beitrag von Salo81 »

Huhu,

hab jetzt nicht alle Antworten genau gelesen, nur überflogen.

Eine Idee:
Wechselst du immer mal zwischen den Brüsten hin und her? Bestimmt machst du das schon.
Und wenn du an der anderen Brust solche Brustschalen hintust, vielleicht läuft da derweil was raus, was du dann noch verwenden kannst?

Das sie nach dem Still-Marathon der Bauch/Luft drückt, kann das sein?

Beruhigt sie sich denn im TT/TH nach dem Stillmarathon?

Ich wünsch dir viel Erfolg weiterhin.

Lg
Salo
Salo mit Henry (06/05) und Flora (09/07) und Luise (06/11)
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Re: Kind wird nicht satt - kann jemand helfen? (lang)

Beitrag von geldbeutel »

Jetzt muss ich euch doch noch ein kurzes Update geben, ich bin gerade völlig baff: habe die Kleine nun von halb 9 bis halb 10 "druckbetankt" - sprich im Rückengriff gestillt. Ich mag den nicht, find ich unglaublich unbequem, und die Kleine neigt in der Haltung eher dazu, sich zu verschlucken, aber was soll ich sagen: offenbar floß die Milch einfach so vor sich hin, die Kleine hat erstmals von sich aus losgelassen (!) und ist zufrieden eingeschlafen (!!). Im Wiegegriff ist das noch nie passiert - ich halt's grad nicht aus und bin sprachlos... Wie kann das sein?! Anlegetechnik? Oder weil sie heut nach an der Seite nur relativ kurz dran war und die Seite sich, von der kurzen Unterbrechung abgesehen, mal 6 oder 7 Stunden erholen konnte?

Ich würde ja gerne die Gewichte nebst Datum posten, aber - so blöd das nun auch klingen mag - ich hab mir das nie aufgeschrieben.
Eigentlich bin ich jemand, der dieses sich Festhalten an Zahlen blöd findet; in der Klinik wollte ich nicht mehr als die Aussage "Kind gesund, nimmt gut zu, alles okay". Genaue Zahlen interessier(t)en mich nicht, das war in der Schwangerschaft schon so - ich hab da nie nach Größe und Gewicht des Kindes gefragt, die Aussage "das ist alles in bester Ordnung" hat mir immer völlig gereicht.

In der Klinik war ich die einzige Wöchnerin, bei der das Stillen problemlos klappte - und ich hatte so viel, ich hätte die halbe Station mitversorgen können :shock: Ich wollte das mit dem Stillen halt mal probieren - man hört ja immer wieder, dass es schwieriger ist, als man so meint. Und da wir schon keine schöne Geburt hatten (Kaiserschnitt) entschädigte der schöne Start in die Stillzeit ungemein.

Jetzt kuschelt die Schlafmaus bei Papa (der nach der blöden Nacht hier sehr müde ist, der arme :-( ) und ich hab mal beide Hände frei, ohne dass das Kind sich die Kehle wund schreit :shock: Das ist voll ungewohnt. Ich trau mich aber gar nicht, mich darüber nun zu freuen.

Ich war recht erstaunt, als meine Bekannte (20. SSW) mir erzählte, sie will stillen, wird in ihrem Bekanntenkreis aber dumm dafür angeguckt - alle Mamis fragten sie, warum sie sich den Stress denn antun wolle, mit Flasche sei doch viel einfacher. Ich find, Stillen gehört zum Kinderkriegen dazu - ich war ja auch selber schwanger und hab das nicht sonstwohin ausgelagert ;-) Deshalb will ich es ja auch in jedem Fall hinkriegen! Aber ich sehe nicht den positiven Aspekt (dass ich es überhaupt hinkriegen will und die Kleine nur deshalb bislang lediglich 300ml Pre insgesamt bekommen hat - statt mehr als das täglich!), ich seh halt nur, dass es nicht klappt, dass mein Wunschkind unzufrieden ist, dass ich es nicht hinkrieg. Das gepaart mit der Isolation, in der ich seit der Geburt stecke - das tut mir nicht gut. Ich arbeite in einem typischen Männerberuf (bzw. gerade natürlich nicht, Mutterschutz & Elternzeit), und ich hab im Prinzip keine Freundinnen. Hier posten tut schon irgendwie gut. Traurig, wenn ich drüber nachdenke.

Achja, Tragetuch haben wir, und wenn sie einigermaßen friedlich ist, sitzt sie gerne darin und schläft auch drin ein. Wenn sie allerdings auf dem Kriegspfad ist nutzt das nichts, dann zappelt sie darin herum, schreit, bis sie blau anläuft, und verkratzt mir dabei das Dekollete. Sie hat an sich keine Probleme mit Blähungen, und wenn das Bäuchlein mal gluckst, läßt sich das mittels "Fliegergriff" sehr schnell beruhigen. Aber wenn sie nur halb satt ist - sie ist zudem ein recht ungeduldiges Etwas - dann nutzt halt Rumschleppen nichts, TT nicht, kuscheln, singen, wippen - total egal, sie will dann halt ESSEN... Wenn sie dann aber Futter kriegt, ist es auch sofort in Ordnung und sie ist das friedlichste und liebste Kind, das man sich vorstellen kann...
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Karinke
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Re: Kind wird nicht satt - kann jemand helfen? (lang)

Beitrag von Karinke »

Was ich beobachte: lege ich die Kleine (nach etwas längerer Pause) an, nuckelt zu kurz und beginnt dann richtig feste zu trinken (schluckt emsig, schließt dabei sogar die Äuglein vor lauter Konzentration ). Soweit ich das verstanden habe (korrigiert mich, falls ich da irre) war das dann ein Milchspendereflex. Sie schluckt dann 30 bis 40 mal, dann versiegt der Fluß, und sie beginnt wieder zu "locken". Allerdings dauert es EWIG, bis sich da wieder was tut - innerhalb von 50 Minuten kommen wir auf etwa 4 bis maximal 5 dieser Phasen.
Hier noch einen kleinen Tipp: Wenn es soweit kommt, Atme einmal TIIIIIIIEEEF ein und wieder ganz aus. Beim Ausatmen, mach das Ganz langsam und du darfst dir dabei gerne vorstellen, wie die Milch dabei rausfliesst. Atme so lange aus, bis die Lungen wirklich leer sind.


Und übrigens, von wegen Fläschchen sei Einfacher: Ich habe mit meiner Tochter bereits 10'000 Autokilometer gemacht. 2x Nach Rumänien und zurück. Inkl. im Land umhergereist. Schöppelnd wäre das nie und nimmer möglich gewesen. Stillend aber wunderbar gäbig! Würde es jeder Zeit wieder machen!
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