Kommt die Milch auch wieder zurück?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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kristiebot
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Kommt die Milch auch wieder zurück?

Beitrag von kristiebot »

Hallo zusammen,

ich hätte eine Frage zu meinem Stillproblem...

Zur Hintergrundgeschichte:
4 Tage nach der Geburt meiner Kleinen ist völlig überraschend und ohne Vorgeschichte meine Mutter an einem Schlaganfall verstorben :-(
Da ich die einzige Angehörige bin, muss ich mich um alles kümmern. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, läuft der Papierkram nicht gerade reibungslos und ich habe nach über 2 Monaten immer noch keine Sterbeurkunde. Außerdem gibt es noch einen Rechtsstreit mit der ehemaligen Mieterin einer kleinen Eigentumswohnung, um den ich mich jetzt auch kümmern muss.

Es wird euch also nicht überraschen, dass wir Stillprobleme haben :-(
Ich habe von Anfang an alles dafür getan, mich so viel wie möglich auf meine kleine Tochter zu konzentrieren und die Stillbeziehung aufzubauen. Und eigentlich lief es auch ganz gut, ich musste bis vor kurzem meist nur 1-2 Fläschen abends zufüttern und das Stillen in der Nacht hat auch wunderbar geklappt.

Jetzt habe ich aber plötzlich seit 1 Woche fast gar keine Milch mehr, so dass ich ihr 5-6 Fläschen geben muss und das Stillen nur noch zum Nuckeln oder als kleiner Imbiss geht.
Ich lege sie immer noch ganz oft an, damit die Milch angeregt wird, aber bisher ohne Erfolg.

Nun zur eigentlichen Frage: Bringt es überhaupt etwas, wenn ich sie weiterhin oft anlege, wenn die Milch jetzt schon fast versiegt ist? Mein größter Wunsch ist es, sie doch noch voll stillen zu können, wenigstens ein paar Wochen lang bevor sie nachher mit Beikost anfängt.
Irgendwann wird der Stress hoffentlich bei mir nachlassen und dann würde ich gerne noch Milch haben und sie wieder steigern. Oder ist es so, dass die Milch bei zu großem Stress einfach aufhört und dann auch nicht mehr wiederkommt?

Ich fände es sehr schrecklich, wenn ich jetzt schon abstillen müsste! Aber ich habe das Gefühl, dass die Kleine langsam genervt ist von der Brust, wenn nichts rauskommt und bald auch nicht mehr nuckeln mag :-(

Liebe Gruße,
Kristie
Kristie mit kleinem Löwenmädchen
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nwsurgeon
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Re: Kommt die Milch auch wieder zurück?

Beitrag von nwsurgeon »

Ach Mensch Du Arme,
Erstmal mein Beileid. "Kann" denn Deine Kleine denn noch an der Brust trinken? Das was Du schilderst klingt schon nach Saugverwirrung. Bestimmt meldet sich jusl noch, vielleicht kannst Du bis dahin nochmal bei den Grundinfos nach Saugverwirrung suchen und schauen, ob das bei Euch paßt.
LG
nwsurgeon mit zwei großen Mädels (10/2006 und 09/2009), Hündin *2019 und Stute *2017
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Mondenkind
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Re: Kommt die Milch auch wieder zurück?

Beitrag von Mondenkind »

Oh Mensch, das klingt ja fürchterlich stressig! Mein Beileid, das muss wirklich schlimm für Dich sein.

Es bringt auf jeden Fall etwas, wenn Du sie weiter anlegst! Gerade nachts, da dann die Stillhormone besonders hoch sind.

Was lässt dich denken, dass Du keine Milch mehr hast? Warum hast Du damals angefangen zuzufüttern? Kannst du das nochmal näher erklären, damit ich mir ein Bild machen kann?
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

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gadjodilo
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Kommt die Milch auch wieder zurück?

Beitrag von gadjodilo »

Ach mensch, das ist wirklich ganz schön viel was du da gleicbzeitig erleben musst. Ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anschliessen, anlegen regt immer an und vor allem Nachts, ich glaub dann ist der Prolaktinspiegel höher.
Etwas möcht ich noch loswerden, meine Stillberaterin hat mir gesagt dass durch Stress eher mehr als weniger Milch gebildet wird! Aber, der Milchspendereflex wird gehemmt. Mir hat das damals sehr geholfen zu verstehen was los ist und keine Panik in diese "oje Milch weg Richtung" mehr zu haben.
Ich hatte dann kurze Zeit ein Brusternährungsset genutzt, komischerweise entspannte es mich und meine eigene Milch floss gleich wieder besser. Je nachdem wie lange schon zugefüttert wird kann es natürlich sein dass die Produktion auch runtergefahren ist, aber vielleicht, hoffentlich, bestimmt?... kann die Milchbildung durch weiteres Anlegen und eventuell Zufüttern mit BES und/oder pumpen wieder angeregt werden.
Ich wünsche es dir auf jeden Fall von ganzem Herzen, dass es wieder klappen wird.


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Latascha
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Re: Kommt die Milch auch wieder zurück?

Beitrag von Latascha »

Hallo,
ich wünsche dir bald ruhigere Zeiten, damit du dich voll und ganz auf deine Kleine konzentrieren kannst!
Nur eine kurze Zwischenfrage: Hast du dich schonmal an eine Stillberaterin gewandt?
Liebe Grüße
Latascha
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honigbienchen
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Re: Kommt die Milch auch wieder zurück?

Beitrag von honigbienchen »

Das klingt ganz schrecklich, mein Beileid und für deinen weiteren Weg schonmal alles alles Gute!

Du kannst deine Milchmenge wieder steigern, geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber möglich ist es. Frage ist: was ist dein Ziel, was möchtest du erreichen? Wieviel Hilfe hast du? Wieviel Stress hast du jetzt noch (ganz abgesehen von deiner Trauer)?

Ich würde dir bei solche einem Vorhaben dazu raten, dir eine Stillberaterin vor Ort zu suchen, die dich da unterstützen und begleiten kann, optimalerweise eine, die sich mit einer solchen Situation auskennt.
Hast du evtl sogar Kontakt zu einer Stillberaterin oder Anschluß an eine Stillgruppe?

Du bist aus Düsseldorf, magst du mir evtl per PN schreiben, wo du entbunden hast? Vielleicht findet sich dort ja jemand, der dich vor Ort unterstützen kann.

Alles Liebe wünsche ich dir.
Annette

Die Tugend des Alltags ist die Hoffnung, in der man das Mögliche tut und das Unmögliche Gott zutraut.
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kristiebot
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Re: Kommt die Milch auch wieder zurück?

Beitrag von kristiebot »

Vielen Dank für eure lieben Worte und Wünsche!

Eure Antworten lassen mich hoffen, dass das noch in den Griff zu kriegen ist :-)
Mondenkind hat geschrieben: Was lässt dich denken, dass Du keine Milch mehr hast? Warum hast Du damals angefangen zuzufüttern? Kannst du das nochmal näher erklären, damit ich mir ein Bild machen kann?
Ich merke, dass ich keine Milch mehr habe, weil die Kleine nicht wie sonst mit tiefen, kräftigen Schlucken so lange trinken kann, bis sie einschläft. Ihr Trinkverhalten war immer schon ein bisschen schwierig, sie ist immer beim Stillen tief und fest eingeschlafen, so dass ich sie zwischendurch "wachwickeln" musste. Ich hatte zwar öfter das Gefühl, dass sie zu früh einschläft und noch nicht satt sein kann, aber ich kriegte sie irgendwann aus dem Milchkoma nicht mehr wach. Hab sogar 1 mal mit nem kalten Lappen das Gesichtchen abgetupft :oops: Sie hat aber nur 1 Auge aufgemacht und kurz genervt geguckt und weitergeschlafen.

Jetzt kriegt sie nur noch ein paar Schlucke und fängt dann an, frustriert immer wieder an- und abzudocken. Sie hat aber dabei z.B. keine Milch in den Mundwinkeln und die Brust tropft nicht, so dass ich schon denke, dass da einfach nichts kommt.

Zugefüttert habe ich fast von Anfang an, weil die Kleine sehr langsam und sehr wenig zugenommen hat. Ich hatte selbst zwar das Gefühl, dass es in Ordnung ist, weil sie immer einen munteren und fitten Eindruck auf mich gemacht hat und ihre Windeln auch immer gut gefüllt hat. Aber die Hebamme und zwei Kinderärztinnen haben mir das Zufüttern nahegelegt. Dabei hat die Hebamme und die eine Kinderärztin auch das Stillen voll unterstützt und wollten, dass nur so viel wie unbedingt nötig zugefüttert wird. Aber die Kleine ist mit 4060 g geboren und hatte nach 8 Wochen gerade mal 5 kg auf den Rippen und das ist wohl zu wenig...ich und wollte sie natürlich auf keinen Fall hungern lassen.
Kristie mit kleinem Löwenmädchen
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kristiebot
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Re: Kommt die Milch auch wieder zurück?

Beitrag von kristiebot »

nwsurgeon hat geschrieben:Ach Mensch Du Arme,
Erstmal mein Beileid. "Kann" denn Deine Kleine denn noch an der Brust trinken? Das was Du schilderst klingt schon nach Saugverwirrung. Bestimmt meldet sich jusl noch, vielleicht kannst Du bis dahin nochmal bei den Grundinfos nach Saugverwirrung suchen und schauen, ob das bei Euch paßt.
LG
Hab gerade nachgelesen...Ich bin jetzt auch unsicher, ob es vielleicht doch Saugverwirrung ist...eigentlich hat sie immer lieber an der Brust getrunken als von der Flasche und auch jetzt will sie immer wieder an die Brust. Sie lehnt sogar Schnuller ab. Außerdem verstehe ich nicht, warumjetzt plötzlich die Saugverwirrung anfängt, da ich ihr nicht mehr Fläschen als sonst auch gegeben habe (inzwischen aber natürlich schon).

Ich sollte wohl wirklich eine Stillberatin aufsuchen, sonst läuft es doch noch auf unfreiwilliges Abstillen hinaus....
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jusl
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Re: Kommt die Milch auch wieder zurück?

Beitrag von jusl »

Hallo Kristiebot,

uff, da habt Ihr aber wirklich eine echt schwere Zeit hinter Euch. Eine Stillberatung vor Ort ist sicher eine gute Idee, aber wenn Du magst, können wir auch versuchen, hier übers Stillforum gemeinsam an einer Lösung Eurer Stillschwierigkeiten zu arbeiten. Dafür bräuchte ich noch einige Informationen:

Dein Baby ist jetzt gut 2 Monate alt, richtig? Bitte schreib alle gemessenen Gewichtsdaten mit genauem Datum auf. Wichtig ist auch, wo und mit welcher Waage gemessen wurde. Beispiel:
02.04. 3050 g Geburt KH
05.04. 2800 g Entlassung KH
09.04. 2900 g Hebamme
15.04. 3060 g Hebamme

...
Schreib außerdem bitte die Zufüttermengen auf (also wieviel üblicherweise in einem Eurer Fläschchen drin ist, bzw. die tägliche Gesamtzufüttermenge). Und dann noch, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich derzeit aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?

Kennst Du schon unsere Linksammlung Stillwissen? Darin findest Du zu verschiedensten Themen frühere Threads. Für Euch sicherlich interessant sind z.B. die Links zu den Stichworten Gedeihen und Gewichtsentwicklung, Verringerung der Zufüttermengen, Zurück zum Vollstillen, Saugverwirrung und Relaktation. Stöbere einfach erstmal ein wenig. Saugstörungen aus der Richtung Saugverwirrung liegen nach Deinen bisherigen Berichten in der Tat recht nahe; dies wäre schon mal einer der möglichen Ansatzpunkte. ;-)

Rückfragen immer gerne und LG
Julia
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kristiebot
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Re: Kommt die Milch auch wieder zurück?

Beitrag von kristiebot »

Hallo Julia,

vielen dank für die Tipps und Links! Die genauen Gewichtsdaten habe ich nicht selber vorliegen, habe jetzt aber bei der Hebamme angefragt, damit sie sie mir schickt.

Ich habe am Anfang nicht so viel Wert auf die genauen kg und g Daten gelegt, weil ich denke, dass jeder Mensch und jeder Körper anders ist und eine Abweichung von einer Statistik nicht gleich etwas schlimmes sein muss. Ich hatte für mich selbst auch nie eine Personenwaage, was interessiert mich mein genaues Gewicht wenn ich mich fit, gesund und wohl fühle?

Ich habe mich bei meiner Tochter jedenfalls am Anfang darauf konzentriert, was sie mir für einen Eindruck machte bzgl. Stimmung, Energiepegel, Windelverbrauch usw. Und bei den "Allgemeine Informationen zum Thema Gedeihen" kann ich alles bejahen außer dass die Kleine nicht ganz so oft trinken mag (weder Brust noch Flasche). Und dass außer mir wohl keiner mit ihrer Gewichtszunahme zufrieden ist :cry:

Zum Stillalltag und zufüttern:
Ich habe sie nach Bedarf gestillt, so dass sie immer die Brust bekommen hat, wenn sie sie haben wollte. Ich habe sie aber nicht extra dafür geweckt, so dass sie von Anfang an Pausen von 3-5 Stunden zwischen dem Stillen hatte. Wenn sie länger als 5 Stunden geschlafen hat, habe ich sie dann aber doch wach gemacht (außer nachts).
Tagsüber, also ca. zwischen 5 uhr und 20 uhr trinkt sie meist 6-8 mal und dann nachts nochmal 1-2 mal.
Seit ich mehr zugefüttert habe und das Stillen nicht mehr klappte, habe ich ihr tagsüber 4 Fläschchen gegeben und dann gegen Mitternacht noch eine. Dabei habe ich sie immer zuerst angelegt in der Hoffnung, dass sie möglichst viel stillt und wenig Flaschenmilch braucht. Aus den Fläschchen hat sie dann meist ca. 100-120 ml getrunken, wobei ich immer 180 ml mache. Aber wenn sie nicht mehr mag, nimmt sie auch nichts mehr, sie macht den Mund einfach nicht auf bzw. schluckt nichts herunter, auch wenn man ihr die Milch in den Mund träufelt.

Kannst du etwas damit anfangen? Die Gewichtsdaten poste ich, sobald ich sie habe!

LG und Danke schon mal!
Kristie mit kleinem Löwenmädchen
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