Stilldrama

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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roda
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Stilldrama

Beitrag von roda »

Hallo!

Mein Söhnchen ist mittlerweile fast 4 Wochen alt und das Stillen ist nach wie vor ziemlich anstrengend.

Unser Start war ein wenig holprig - Kaiserschnitt nach Geburtsstillstand, Probleme mit der Sauerstoffsättigung und Verdacht auf Infekt beim Kind und somit 3 Tage Neugeborenenintensiv und dann nochmal 3 Tage "normale" Kinderstation. Stillen wurde vom Krankenhaus zwar unterstützt, aber mit der frischen Kaiserschnittnarbe auf harten, unbequemen Stühlen hab ich es dann letztendlich nicht mit der Konsequenz betrieben, wie ich mir das vorgenommen hatte. Da ich nach kurzer Zeit blutige Brustwarzen hatte, habe ich recht schnell auf Brusthütchen zurückgegriffen. Seit wir zu Hause sind, wird voll gestillt.

Nun zum Problem: mein Kleiner ist immer mal wieder sehr sehr unruhig und hektisch an der Brust. Zur Zeit versuchen wir die Hütchen loszuwerden und bisweilen trinkt er ganz prima ohne. Es braucht 1-2 Versuche anzudocken und dann trinkt er ruhig und gelassen bis er satt ist. Das klappt aber nur selten... Meistens ist er (mit oder ohne Hütchen) total hektisch. Zunächst braucht es dutzende Versuche, bis er gescheit angedockt ist. Die Brust ist in seinem Mund, er schnappt hektisch zu und fängt sofort an loszuschreien, wenn nicht gleich was kommt (wie auch, wenn man noch nicht gesaugt hat). Dabei biegt er sich durch und fuchtelt hektisch mit den Händen rum und reißt sich die Brustwarze erst recht wieder aus dem Mund. Dazu kommt, dass er dabei seinen Kopf hin und herschüttelt. Andocken ist so unmöglich - ich bräuchte 4 Hände um alle zappelnden Babykörperteile festzuhalten. Noch dazu ist meine Brust recht groß und die Nippel scheinbar schwer zu fassen, sogar mit Hütchen.

Hat er dann mal angedockt ist der Stress noch nicht vorbei. Anfangs sprudelt die Milch recht heftig - wieder ein Grund loszulassen und hysterisch loszuschreien. Läuft die Milch dann nach einigen Minuten nicht mehr so schnell, fängt er wieder an abzudocken, zu schreien und zu zappeln. Nach einigen Minuten ist er dann völlig durch den Wind.

Auf diese Weise dauert es oftmals bis zu 90 Minuten, bis das Kind endlich abgefüllt ist. Bei einem Stillrhythmus von 3 Stunden und weniger bin ich mittlerweile ziemlich genervt. Insbesondere nachts, wenn ich eigentlich müde bin, hab ich mittlerweile nur noch wenig Geduld diesen ewigen Kampf zu kämpfen. Die Stillposition macht keinen Unterschied, er zappelt im Liegen, in der Wiegenstellung und wenn ich ihn mir unter den Arm klemme.
Wenn die Hebamme kommt um zu gucken und zu helfen, dann stillt er natürlich immer vorbildlich...

Keine Ahnung, wie lange ich diese Kämpfe noch durchhalte...
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hexedoro
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Re: Stilldrama

Beitrag von hexedoro »

Ich würde mal ausprobieren, ihn etwas früher anzulegen, wenn er noch nicht so hungrig und vielleicht auch noch nicht so hektisch ist. Wie läuft es denn bisher, wann legst du an? Also, bei welchen Hungersignalen? Ansonsten würde mir noch Kiss einfallen...
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roda
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Re: Stilldrama

Beitrag von roda »

Ich leg ihn an, wenn er wach wird, also bevor er weint. Oftmals braucht es mehrere Versuche, weil er noch nicht wach genug ist. Ich glaub nicht, dass es am großen Hunger liegt - das Drama ist auch groß, wenn wir die Seite wechseln und da müsste der erste Bärenhunger ja schon weg sein.
Oftmals wird er auch gegen Ende der zweiten Seite nochmal total hektisch, sucht rum und saugt an seinen Fäustchen. Wenn ich ihn dann hochnehme, beruhigt er sich nach ein paar Sekunden und hat eigentlich gar keinen Hunger mehr.

Termin beim Osteopathen ist gemacht, dauert aber noch 3 Wochen bis wir dran kommen...
Fleur
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Re: Stilldrama

Beitrag von Fleur »

Hast Du schonmal probiert, ihn zu pucken und dann anzulegen? Meine Tochter hat sich anfangs auch ganz gerne mal mit ihren Händchen ungewollt selbst abgedockt.
Viele Grüße
Fleur
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Haennchen
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Re: Stilldrama

Beitrag von Haennchen »

So ziemlich genauso lief es bei mir mit Jan am Anfang. Er war total hektisch, dockte an, dockte ab, dockte an... fuchtelte mit den Fäustchen, riss sich die Brust aus dem Mund, schrie, regte sich weiter auf... UAH! Dann ärgerte ihnn auch noch die plötzlich sprudelnde Milch, wenn er es mal geschafft hatte, den MSR auszulösen.
Ich habe nie gewartet, bis er großen Hunger hatte, er hat nämlich anfangs quasi dauergestillt.
Pucken könnte helfen, Jan mochte das nicht so. Ich habe ihn im sitzen gestillt, meine Beine angewinkelt und dann zwischen mich und Knie das Kind. Dann einen seiner Arme hinter die Brust, den anderen festgehalten. Und meine Brust habe ich auch noch festgehalten. Kannst du dir das vorstellen, wie das aussehen soll? Auch im gehen anlegen klappt ganz gut, wenn er schon so aufgeregt ist. Und, mein absoluter Geheimtipp, der Nuckel! Und zwar dann, wenn er schon die Brust sucht, schnell den Nuckel geben, ihn 1-2 Sekunden saugen lassen (zum beruhigen, nur kurz aber, weil ihn ja Hunger ärgert), dann den Nuckel raus schnippsen und die Brust reinstecken. ;) Das hilft hier meistens!
Ich drück dir mal die Daumen, dass es besser wird. Wir stillen mittlerweile ziemlich problemfrei, es lohnt sich, durchzuhalten.
Ich bin meistens per Smartphone unterwegs und da hauts mit der Rechtschreibung leider nicht so hin... Langes Schreiben macht so auch keinen Spass...

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Re: Stilldrama

Beitrag von emely »

Meine Kleine macht das auch immer mal wieder. Wenn ich im Liegen stille, halte ich ihr dann die Beine fest (mit dem Ellenbogen und den Knien) das hilft manchmal. Zeitgleich forme ich mit der Hand die BW zum C und schiebe sie ihr energisch in den Mund. Beides zusammen klappt meistens bei uns. Aber sowas hast Du bestimmt schon probiert nehme ich an...
Liebe Grüße von Emely mit Prinzessin Pups (08/11) - geliebt, gestillt, getragen, schnullerfrei und familiengebettet
roda
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Re: Stilldrama

Beitrag von roda »

Eben haben wir wieder mal 3 Stunden andocken - saugen - schlucken - schreien - schreien - schreien - andocken - saugen - schlucken - schreien hinter uns. Die Ursache ist nicht ersichtlich, aber er war regelrecht hysterisch.

Irgendwann dockte er dann an und trank plötzlich für eine halbe Stunde ganz ruhig und jetzt pennt er. Was würd ich drum geben, wenn ich wüsste, was in diesem kleinen Kopf vorgeht. Am Ende hat er übrigens dann ohne Hütchen getrunken..
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Kleine
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Re: Stilldrama

Beitrag von Kleine »

mein Sohn hatte auch anfangs Probleme mit meiner großen Brust und den Warzen, die fast nach unten zeigen. Mir wurde dann die "Fußballerhaltung" gezeigt, also die Füße deines Sohnes liegen neben Dir nach hinten. Dann nimmst Du seinen Kopf in Deine Hand und kannst im helfen in die richtige Position zu kommen und auch dort zu bleiben. Ich stille bis heute so und auch in unruhigen Stunden schaffen wir das ganz gut.
LG
Anika

mit Grinsebacke (04/11) & Mini-Kämpfer (11/14) an der Hand, Blondinchen und den wilden Jungkatern auf der Bettdecke sowie Apportierkatze, rotem Einohrtiger und Kampfkuschelkater fest im Herzen
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Re: Stilldrama

Beitrag von Martina78 »

Ich habe das Baby auch gepuckt! Versuch das wirklich mal, Leni fand es zwar auch doof, aber sie beruhigte sich schnell und konnte gut trinken! :)
vorher kawurina :)

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