Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Benutzeravatar
Sakura
Miss SuTiversum
Beiträge: 16267
Registriert: 01.05.2011, 19:17
Wohnort: MEI

Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von Sakura »

hi melbo,

naja. mit stillen ist ja noch nichts über langzeitstillen gesagt. habe ich ja auch geschrieben. ab 8 wochen wurde zugefüttert. ich glaube, das normale stillende war im osten so der 6. monat, bin mir aber nicht sicher. es wurde gestillt, definitiv (also alle die, die dazu in der lage waren), aber eben nicht über jahre. meine mutter wurde von ihrer mutter 15 monate gestillt, und für meine mutter hält das für ein seeeehr langes langzeitstillen!!! wie gesagt, ich 4 monate, mein bruder 12.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Sibi
Profi-SuTler
Beiträge: 3829
Registriert: 21.05.2011, 20:39

Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von Sibi »

greenie bird hat geschrieben: darum geht es ja- es ist eben nicht immer nur mal eine Mahlzeit...
Greenie, ich will wirklich nicht klebrig sein - aber was meinst Du? Die wenigstens leben doch noch in großen Familienverbänden, wo ständig jemand da ist und das Kind versorgen kann (neben der Mutter). Die Regel ist doch, dass der Mann arbeitet, die Frau zumindest die ersten 12 Monate zu Hause bleibt und Großeltern bestenfalls in der Stadt wohnen und 1-2 x die Woche das Kind sehen. (Und das ist wahrscheinlich schon hoch gegriffen.) Was bringt da die Flasche an Komfortgewinn?

Sakura,
selbst die kleine DDR war wohl sehr vielseitig, was Babyernährung anging. Natürlich wurde Stillen offiziell gefördert, aber erst in den 1980er Jahren konnte die Mutter problemlos ein Jahr zu Hause bleiben (und anfangs auch nur beim zweiten Kind?!). Und Stillen nach der Uhr war üblich - mit allen negativen Folgen. Das fing schon bei der Geburt an - Rooming-in gab es nicht, die Babys wurden alle 4-6 h zum Stillen gebracht. Eigentlich schon verwunderlich, dass da überhaupt noch Frauen stillend nach Hause gegangen sind.

Weil die Männer hier erwähnt wurden: Meiner ist glücklicherweise ein intuitiver BLWer. :mrgreen: Kind bekommt also das, was es will und wann es will. Sei es Stillen, Obst, Gemüse, Kartoffel. In solchen Bahnen wie Abstillen denkt der glaube ich gar nicht. :D
Benutzeravatar
Sakura
Miss SuTiversum
Beiträge: 16267
Registriert: 01.05.2011, 19:17
Wohnort: MEI

Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von Sakura »

Sibi hat geschrieben:Sakura,
selbst die kleine DDR war wohl sehr vielseitig, was Babyernährung anging. Natürlich wurde Stillen offiziell gefördert, aber erst in den 1980er Jahren konnte die Mutter problemlos ein Jahr zu Hause bleiben (und anfangs auch nur beim zweiten Kind?!). Und Stillen nach der Uhr war üblich - mit allen negativen Folgen. Das fing schon bei der Geburt an - Rooming-in gab es nicht, die Babys wurden alle 4-6 h zum Stillen gebracht. Eigentlich schon verwunderlich, dass da überhaupt noch Frauen stillend nach Hause gegangen sind.
ja. habe ich etwas gegenteiliges geschrieben???
.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Sibi
Profi-SuTler
Beiträge: 3829
Registriert: 21.05.2011, 20:39

Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von Sibi »

Sakura hat geschrieben: ja. habe ich etwas gegenteiliges geschrieben???
Nö. Aber "oberste Bürgerinnenpflicht" und "guter Ruf" fand ich persönlich zu positiv beschrieben für eine Gesellschaft, in der Stillen eben nur von ganz oben und ein paar KiÄ empfohlen wurde - der Unterbau für eine stillfreundliche Gesellschaft fehlte. Aber das sind nur Nuancen, die ich halt anders ausgedrückt hätte als Du. :wink:
Benutzeravatar
MelCel
gehört zum Inventar
Beiträge: 429
Registriert: 08.11.2010, 10:51

Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von MelCel »

melbo hat geschrieben:mir geht es ähnlich..bei rückbildung werde ich komisch angeguckt wenn ich mein kind stille, beim pekip werden 4 von 9 babys gestillt, der rest bekommt die flasche
lg
Wahnsinn, ich kann mir das immer gar nicht vorstellen. Bei mir in der Rückbildung haben ALLE gestillt, im PEKiP 9 von 10 Müttern (und das war die Zwillingsmutter, die es auch immerhin einige Wochen versucht hat. So unterschiedlich sind die Erfahrungen.
Und das schon in der Schwangerschaft über die Stilldauer geredet wird find ich auch erstaunlich. Wer bitte fragt denn sowas?
Mel mit Schnupsi (12/09)
Benutzeravatar
MelCel
gehört zum Inventar
Beiträge: 429
Registriert: 08.11.2010, 10:51

Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von MelCel »

schnell noch ein "s" für "dass" hinterherschmeiss
Mel mit Schnupsi (12/09)
Benutzeravatar
Sakura
Miss SuTiversum
Beiträge: 16267
Registriert: 01.05.2011, 19:17
Wohnort: MEI

Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von Sakura »

Sibi hat geschrieben:Aber "oberste Bürgerinnenpflicht" und "guter Ruf" fand ich persönlich zu positiv beschrieben für eine Gesellschaft, in der Stillen eben nur von ganz oben und ein paar KiÄ empfohlen wurde - der Unterbau für eine stillfreundliche Gesellschaft fehlte.
jep. dass die umstände trotzdem nicht ideal waren, habe ich auch ansatzweise beschrieben. und "oberste bürgerinnenpflicht" ist so ironisch-distanziert, dass man es auch negativ werten kann. im grunde meinen wir wohl das gleiche, haben es nur von verschiedenen standpunkten beschrieben. denn im großen und ganzen würde ich - was ich vom hörensagen weiß - den osten trotz allem als stillfreundlicher beschreiben als den westen. trotz allem. ja, es war nicht alles perfekt. ich weiß. habe ich ja auch nicht geschrieben.

und "ein paar KiÄ"....., also, soweit ich weiß, mussten frauen damals bis kleinkindalter zur mütterberatung. da saßen ein KiA, eine Hebamme und eine Fürsorgerin. und die haben laut meiner mutter exakt vorgegeben, was zu tun war: bei ihr war das stillen, da sie ausreichend milch hatte. ist vielleicht auch immer eine frage, von wem man das ganze erzählt bekam. ich halt von meiner mutter, und die hatte offensichtlich eine völlig unkomplizierte stillzeit. hatte aber auch den luxus, nicht sofort wieder arbeiten zu müssen.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Benutzeravatar
greenie bird
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1797
Registriert: 18.04.2011, 17:08
Wohnort: 夏洛滕堡
Kontaktdaten:

Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von greenie bird »

Sibi hat geschrieben:
greenie bird hat geschrieben: darum geht es ja- es ist eben nicht immer nur mal eine Mahlzeit...
Greenie, ich will wirklich nicht klebrig sein - aber was meinst Du? Die wenigstens leben doch noch in großen Familienverbänden, wo ständig jemand da ist und das Kind versorgen kann (neben der Mutter). Die Regel ist doch, dass der Mann arbeitet, die Frau zumindest die ersten 12 Monate zu Hause bleibt und Großeltern bestenfalls in der Stadt wohnen und 1-2 x die Woche das Kind sehen. (Und das ist wahrscheinlich schon hoch gegriffen.) Was bringt da die Flasche an Komfortgewinn?

Dass man das Kind beliebig jemand anderem überlassen kann. Nach der Rollenverteilung, wie Du sie nennst, geht es dann schon mal nicht in den HartzIV Familien aus- in denen ja weniger gestillt wird. Aber auch die Frauen aus meiner Stillgruppe wollten spätestens nach dem 3. Monat des nur Mutterdaseins wieder regelmäßige Beschäftigungen allein Ausüben (und ich meine nicht arbeiten-obwohl es die gleiche Situation wäre. Und da ist es nunmal umständlicher mühsam die Mahlzeiten Stück für Stück vorher abzupumpen, einzufrieren, schonend wieder auftauen zum verfüttern- als einfach Pulver in eine Flasche zu kippen und Wasser drüber zu gießen (besonders wenn es eben nicht nur ein Mal ist).

Und ich glaube ab da fühlen sich die Frauen dann wieder unabängig wohler- wieder wie vor dem Kind. Dann kann man endlich wieder ein Paarwochende machen und das Kind bei den Großeltern lassen.

Das sind die Dinge, die ich bisher so erlebt habe.
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
Benutzeravatar
Sakura
Miss SuTiversum
Beiträge: 16267
Registriert: 01.05.2011, 19:17
Wohnort: MEI

Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von Sakura »

greenie bird hat geschrieben: Aber auch die Frauen aus meiner Stillgruppe wollten spätestens nach dem 3. Monat des nur Mutterdaseins wieder regelmäßige Beschäftigungen allein Ausüben .... Dann kann man endlich wieder ein Paarwochende machen und das Kind bei den Großeltern lassen.
krass.... da gibt es ja nicht nur den aspekt der fütterung, sondern auch der bindung... krass...
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Benutzeravatar
greenie bird
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1797
Registriert: 18.04.2011, 17:08
Wohnort: 夏洛滕堡
Kontaktdaten:

Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von greenie bird »

Sakura hat geschrieben:
greenie bird hat geschrieben: Aber auch die Frauen aus meiner Stillgruppe wollten spätestens nach dem 3. Monat des nur Mutterdaseins wieder regelmäßige Beschäftigungen allein Ausüben .... Dann kann man endlich wieder ein Paarwochende machen und das Kind bei den Großeltern lassen.
krass.... da gibt es ja nicht nur den aspekt der fütterung, sondern auch der bindung... krass...
ja, aber der scheint irgendwie nicht greifbar, deshalb wird er vergessen oder dann kommen solche Sachen (sogar!) von Hebammen, dass Flaschenfütterung ja die Bindung zwischen Kind und dem Flaschenhalter (wo dann eben auf den Vater verwiesen wird) fördere. Muss mein Mann dann die Beikost füttern, damit er diesen Männern in nichts nachsteht?
Für mich scheint das ja schon wichtig zu sein, aber ich frage mich eben wie wichtig der Bindungsaspekt wirklich ist- man kann es ja nicht messen und so rein augenscheinlich kann man Flaschen- und Stillbabies ja auch nicht unterscheiden.

Oft kommt doch die 'Bestätigung' gestresster Mütter- weil das Kind ja nur an der Brust hängt- nach der Flasche schläft es vier Stunden, also musste es ja Hunger gehabt haben, dass aber da schon die Vermischung von Seelen- und Nahrungshunger vermischt wird, glaubt mir niemand und spätestens beim LZS wird einem das ja dann auch noch als Gegenargument präsentiert. Zum Trost etwas Süßes (die Brust).
Leider kenne ich den Zusammenhang nicht genau warum es so oft klappt, dass die Kinder nach einer Flasche stundenlang scheinbar zufrieden ohne mütterlichen Kontakt -zumindest besser- aushalten als viele gestillte Kinder.
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“