flaschenmilchindustrie unterstützen????

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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annikki
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von annikki »

es ist wie es ist. man muss sein schicksal annehmen. beim ersten konnte ich nicht stillen, da war die flaschenmilch gut, um irgendwie eine verbindung zu meinem kind aufbauen zu können, nachdem es mit dem stillen nicht klappte und der kleine sogar angst vor mir bekam. angst vor den schmerzen, die er durch das stillen bei mir hatte. ich habe übrigens darüber auch depressionen bekommen, kaiserschnitt, nicht stillen können, vom kind abgelehnt und teilweise auch durch andere frauen herabgesetzt, die keine probleme hatten, in der art, wie kannst du nur.... sehr unangenehm. da läßt man sich leicht einreden, dass man doch das zweitbeste für sein kind tut, indem man das beste kunstprodukt kauft.

jetzt ist das anders. fröschlein wird vollgestillt, wunderbar und sie wächst und gedeiht. aber ich vergesse nie, das auch die kunstmilch notwendig ist.

meiner uroma ging es übrigens genauso. in der nacht das kind bekommen und dann früh um sieben in den stall gehen und die kühe melken. so war das noch in den 1920er jahren. an stillen nicht zu denken. haferschleim hieß das "futtermittel" für die babies. damals konnten es sich die frauen einfach nicht leisten, zu hause zu bleiben.
Liebe Grüße Anni

mit Sternentochter Lilly 10/05, mit Bärchen 04/07 und Fröschlein 03/11 und Knöpfchen 06/14
Maja
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von Maja »

Aber hier gings doch gar nicht darum, ob irgendwer eine bessere oder schlechtere Mutter ist, sondern um die aggressive, unangenehme Vermarktungsstrategie der Babynahrungsindustrie. Und was da abgeht, ist echt nichts für zarte Gemüter. Das hat aber doch mehr mit den Konzernen zu tun - so habe ich das Anfangsproblem zumindest verstanden.
(Genauso wie manche Leute aus Prinzip nie bei Lidl einkaufen gehen, nie konventionelles Fleisch kaufen würden, nie bei einer bestimmten Tankstellenmarke tanken, etc. )
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ChristineMa
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Re: flaschenmilchmafia unterstützen????

Beitrag von ChristineMa »

jusl hat geschrieben: "Mafia" bezeichnet eine verbrecherische Organisation, die durch Mord, Gewalt und Erpressung politischen und wirtschaftlichen Einfluss gewinnen will. Auch wenn ich die Werbe- und Marketingmethoden mancher Babynahrungshersteller ausgesprochen kritisch sehe: den Begriff "Mafia" empfinde ich hier - egal ob als "Flaschenmafia" oder "Stillmafia" - als ausdrücklich unpassend.
Beim Durchlesen hab ich mir grad gedacht: Doch, es ist eine Mafia, deshalb muss ich dir etwas widersprechen. Firmen, die Frauen glauben machen wollen, dass deren Ersatz besser sei als die selbstproduzierte Milch und deshalb (vorwiegend in der Dritten Welt) täglich Kinder sterben. Mitarbeiter, die in Krankenhäuser gehen und frisch entbundenen Frauen Milchfertignahrung schenken, die aber aufgrund von verunreinigtem Wasser nicht für Kinder geeignet zubereitet werden kann, haben nur wirtschaftliche Interessen hinter ihren Marketingstrategien.

Und zum anderen Thema: Ich maße mir nicht an Schubladen wie "gute Mutter" oder "schlecht Mutter" zu füllen. Wir alle sind Mütter und JEDE Mutter will für ihr Kind das beste. Stillen garantiert genauso wenig eine perfekte Mutter Kind Beziehung, wie zu Hause zu sein und "nicht zu arbeiten", Familienbett, Windelfrei, und noch so vieles mehr. Stillen ist nicht das Allheilmittel, die Wunderdroge oder was weiß ich. Es ist einfach die normale Art Babys zu ernähren. Seien wir doch froh, dass es bei uns Alternativen gibt (wenn gleich ich der Meinung bin, dass diese nicht beworben werden dürften) die nicht lebensgefährlich für unsere Kinder sind!
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von inmediasres »

Sakura hat geschrieben:
inmediasres hat geschrieben:Aber gerade in Deutschland gibt es Gegenden, in denen schon lange vor Erfindung der Pulvermilch nicht gestillt wurde. Wir können heute echt froh sein, dass es einen hochwertigen Ersatz für MuMi gibt. Die Sterberate aufgrund Nichstillens war damals katastrophal (bis zu 50%)
echt????? das höre ich das erste mal. hast du da nähere infos dazu? wann war denn das? und womit wurden die babies gefüttert? und warum wurde nicht gestillt? *interessiertbin*

:mrgreen: Mein Thema!
Sieh mal in meinen Link in der Sig.

Ansonsten: Die haben ihre Kinder mit gepanschter Kuhmilch oder Mehlpampe oder ähnlichem gefüttert.

Ich erforsche gerade meine Vorfahren in Niederbayern und dort haben sie schon siebzehnhundertirgendwas nicht gestillt. Da wurde im Schnitt alle 15 Monate ein Kind geboren. Schon allein an dieser Rate sieht man, dass nicht gestillt wurde. Die häufigste Todesursache bei Babys waren Fraisen (Krämpfe) und Auszehrung (Kräfteverlust, Abmagerung).

Hier noch ein paar Zitate zum Thema:
Gründe für das Nichtstillen:
"Einen guten Teil der Schuld trägt endlich noch die gewinnsüchtige Reklame so mancher spekulativer Fabriken, die ihre Nährmittel als vollkommenen Ersatz der Mutterbrust preisen. Und doch hat noch keines dieser vielen Surrogate, deren Zahl Legion ist, vor der objektiven Kritik bestehen und im entferntesten auch nur das halten können, was es versprach."
Kaupe 1907

"1890 wurden in Berlin an der Brust ernährt 50,7%, 1895 = 43,1%, 1900 nur 32,5%." Temme 1908

"Während der Belagerung von Paris im Jahre 1870/71 waren die Frauen wegen Mangels an Kuhmilch gezwungen, ihre Kinder selbst zu ernähren. Die Folge war, daß trotz der sehr ungünstigen sonstigen Verhältnisse die Säuglingssterblichkeit von 33% auf 17% sank" Temme, 1908

Beeindruckend, was?

LG
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Sakura
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von Sakura »

Maja hat geschrieben:Aber hier gings doch gar nicht darum, ob irgendwer eine bessere oder schlechtere Mutter ist, sondern um die aggressive, unangenehme Vermarktungsstrategie der Babynahrungsindustrie.
danke. das meinte ich.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Potsdame
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von Potsdame »

Ich finde die Schilderungen über das bäuerliche Leben sehr interessant! Aber wundern tut es mich trotzdem. In anderen (primitiven) Kulturen wird doch das Kind bei sämtlicher Arbeit mitgenommen, indem es auf dem Rücken getragen wird. Wieso wurde das bei uns nicht gemacht?

Was die Werbung betrifft, ich achte da ja nicht sonderlich drauf, aber wenn ich mich an Kampagnen in Zeitschriften für Säuglingsmilch denke, erinnere ich mich daran, dass betint wurde, dass es versucht die Mumi nachzuahmen, diese als Vorbild genommen wird, weil nichts so gut ist.
Ich kenne das nur von Erzählungen meiner Mutter, dass man bis 6 Monate gestillt hat, wer länger gestillt hat war Ökomutter oder sonst wie seltsam (allerdings in der DDR)

inmediasres hat geschrieben: @Potsdame: Fix für Omelette gibt es doch schon längst. ;-)
Echt? Das kaufe ich. Das wird eingerahmt :D
Mops kam im Juli 2010 und wurde lange getragen und gestillt. Jetzt fährt er lieber Laufrad und will sich seine Milch unbedingt selbst eingießen :-)

Wieviel Erdbeereis muss der Mensch noch essen, dass er endlich einmal sagt, ich bin dafür?
(Am Ende denk ich immer nur an dich, Element of Crime)
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von inmediasres »

Potsdame hat geschrieben:Ich finde die Schilderungen über das bäuerliche Leben sehr interessant! Aber wundern tut es mich trotzdem. In anderen (primitiven) Kulturen wird doch das Kind bei sämtlicher Arbeit mitgenommen, indem es auf dem Rücken getragen wird. Wieso wurde das bei uns nicht gemacht?
In Norddeutschland wurden die Kinder in Feldwiegen mit aufs Feld genommen. Dort wurde auch gestillt. Mitte des 19. Jahrhunderts noch durchschnittlich 18 Monate lang.
Potsdame hat geschrieben:
inmediasres hat geschrieben: @Potsdame: Fix für Omelette gibt es doch schon längst. ;-)
Echt? Das kaufe ich. Das wird eingerahmt :D
Mit Rahmsoße? Sorry, albern heute. :mrgreen:

LG
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feuerdrache
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von feuerdrache »

inmediasres hat geschrieben:
Potsdame hat geschrieben:Ich finde die Schilderungen über das bäuerliche Leben sehr interessant! Aber wundern tut es mich trotzdem. In anderen (primitiven) Kulturen wird doch das Kind bei sämtlicher Arbeit mitgenommen, indem es auf dem Rücken getragen wird. Wieso wurde das bei uns nicht gemacht?
In Norddeutschland wurden die Kinder in Feldwiegen mit aufs Feld genommen. Dort wurde auch gestillt. Mitte des 19. Jahrhunderts noch durchschnittlich 18 Monate lang.

Bei uns hier im Norden Österreichs wurde auch getragen, aller ding mit einer Art von Dreieckstüchern. Aber ich glaube ein Hauptgrund für das nicht mitnehmen der Kinder war doch, dass die Frau schwerer arbeiten konnte wenn sie ihr Kind nicht mithatte, und auch durch ein weinendes Kind nicht abgelenkt war. Sie sah es ja nicht. Sonst hätte sie sich womöglich um das Kind gekümmert anstelle zu arbeiten wie ein Lastentier. Die bäuerliche Gesellschaft, (nicht nur die, eigentlich die ganze Gesellschaft damals) war extrem frauenfeindlich. Frauen waren Wesen 2. Klasse. Und sollten arbeiten, die Beine breit machen und sonst ruhig sein. Wenn sie starben dann wurde neu geheiratet, und die mitgebrachte Mitgift war natürlich willkommen.

Die Ersatznahrung geben konnte auch die "Url" (also eine alte Verwandte), die sonst nichts mehr tun konnte. Die Mutter sollte schnell wieder arbeiten.

Aber es hat auch andere Fälle gegeben, die sich gut um ihre Kinder gekümmert haben.

Ich bin bei diesem Thema etwas verwundbar, da nicht nur meine Großmutter so schwer unterdrückt wurde, sondern auch meine Mutter. Beide haben sich nie gegen ihre Männer gewehrt. Ich bin die erste Frau in meiner Familie, die sich ein zumindest teilweises Stillen erkämpft hat. Voll ging nie- leider. Mein Körper spielt da nicht mit, ohne Flaschennahrung hätten es meine Kinder nicht geschafft. Ich sehe auch das Drama der Flaschennahrung in der Dritten Welt. Und nicht nur das, auc hdas Drama, dass die vorgeschriebenen Arzneimitteltests mit Kindern einfach in der Dritten Welt unter sehr fragwürdigen Bedingungen durchgeführt werden. Jedesmal wenn ich meinen Kindern ein Medikament gebe, frage ich mich wieviele Kinder dafür Versuchskaninchen spielen mussten. Aber das ist OT
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von spacerabbit »

Ich kann das gut verstehen mit den paar Stunden im Monat, die man mal gerne haben möchte, um die Beziehung zu pflegen. Bei unserem zweiten Kind bringe ich es, wie beim ersten, irgendwie auch nicht fertig, fertige Flaschenmilch zu kaufen, wir haben dafür halt einfach mal ab und zu einen ganzen Tag "für uns", das heißt dann, ohne den Großen, ist auch schon sehr entspannend! Wenn, würde ich wahrscheinlich Fertigmilch von Alnatura kaufen. Ich würde weder das eine noch das andere verurteilen, es gibt ja auch Frauen, die aus irgendwelchen Gründen nicht stillen können oder abstillen müssen und dann auf Fertigmilch umsteigen müssen.
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Roxy89
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Re: flaschenmilchindustrie unterstützen????

Beitrag von Roxy89 »

Seh das genauso wie ihr und vor allem Mondenkind. Glg
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