Baby trinkt seit 4 Wochen schlecht..kann nicht mehr

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a-n-e-l-a
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Baby trinkt seit 4 Wochen schlecht..kann nicht mehr

Beitrag von a-n-e-l-a »

Hallo an alle,

ich habe bereits seit längererm Rat in euren Beiträgen gesucht, aber mittlerweile bin ich so verzweifelt und ratlos, so dass ich nun selbst um Hilfe bitte.
Ich fang einfach mal an: meine Kleine ist am 2.Juni (Geburtsgewicht von 3990g) geboren worden :lol: und ist mein drittes Kind (13 Jahre und 4 Jahre). Mit dem Stillen war es von Beginn an nicht einfach, da sie immer sehr sehr viele Stunden am Tag geweint hat und schon immer große Probleme mit der Verdauung hat (jeder querliegende pups wurde u.a. beim Stillen mit Schreien, abdocken und andocken begleitet).

Bis Anfang August hat sie auch gut zugenommen, obwohl sie schon immer nur 3-5 Minuten pro Seite getrunken hat (auch nur 6 Mahlzeiten pro Tag; das kenne ich bereits von meinem Sohn). Das Gewicht lag nach 10 Wochen Anfang August bei 5430g. Nun muss ich etwas weiter ausholen: Seit nunmehr vier Wochen ist nichts mehr wie es war und ich bin am verzweifeln und habe schon etliche Tränen, wohl eher Sturzbäche vergossen. Es hat damit begonnen, dass sie vor 4 Wochen begonnen hat meine Brust anzuschreien und nicht mehr richtig getrunken hat. Sie hat 2-3 Züge gemacht und wurde plötzlich ganz unruhig und fing dann an zu schreien, sich wegzudrehen, so dass Stillen nicht möglich war. Besonders schlimm war es in den Nachmittags- und Abendstunden. Manchmal hat sie ihre letzte Stillmahlzeit um 15.00 Uhr zu sich genommen. Abends sind wir dann verzwifelt, weil wir dachten, dass sie uns bei der Hitze austrocknet. Ich habe versucht sie im Halbschlaf, beim Fönen, in allen möglichen Positionen etc. zu stillen- alles nur Glückssache, wenn sie abends nochmal einmal (und wenn dann wenig) getrunken hat. Alle anderen Stillmahlzeiten waren ebenso ein Kampf, hat aber irgendwie geklappt. Die Flasche nimmt sie gar nicht, aber einen Schnuller. Wir waren jeden zweiten Tag beim Kinderarzt beim Wiegen mit dem Ergebnis, dass sie in den folgdenden 3 Wochen leicht abgenommen hat und hängt seitdem bei 5375g fest. In den letzten 4 Wochen war ich 2 mal beim Ostheopaten (nix festgestellt), beim Ultraschall in der Kinderklinik (kein Reflux). Die Tasche für die Kinderklinik stand 2 Wochen im Flur, weil ich nicht mehr konnte. Sie waraber niemals apathisch etc. denn dann wäre ich in die Klinik losgedüst. In dieser Zeit habe ich versucht zu pumpen, was nur selten geklappt hat (den msr auszulösen). Jeden Abend war ich total aufgelöst und habe viel geweint :cry: , wollte ich doch so gerne weiterstillen. Hinzu kommt die ständige Angst das die Milch weggeht :( . Alle haben mir geraten, es mit der Flasche weiter zu versuchen. Ich könnte bei dem Gedanken heulen und siehe da, seit letzten Sonntag ein erster Lichtblick. Nach unendlich langen drei Wochen hat sie wieder auch abends getrunken. Die darauffolgenden fünf Tage habe ich sehr genossen und war superglücklich.

Seit vorgestern habe ich nun dass Gefühl, es geht wieder von vorne los und ich habe einfach keine Kraft mehr. Sie trinkt kaum und ich versuche sie tagsüber alle 2 Stunden anzulegen. Allerdings nimmt nach dem msr nur ein paar Züge zu sich und das wars dann. Ich versuche danach gleich abzupumpen, komme aber nur auf 10 ml pro Seite. Mittlerweile sind meine Brustwarzen wund. Wenn ich länger warte, dann trinkt sie auch nicht mehr. Der Unterschied zu den vorigen drei Wochen ist, dass sie sich ohne Schreien anlegen lässt und eher keinen Hunger zu haben scheint.Nachts würde sie durchschlafen, aber ich habe sie immer einmal geweckt und gestillt. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass meine Milch wirklich zurückgeht und ich könnt wieder nur heulen...Denn wenn sie mal länger saugt, höre ich kaum noch Schluckgeräusche. Ebenso sind meine Brüste auch nach 5 oder 6 Stunden nicht mehr prall (ich weiß, dass sie weicher werden, aber vor ein paar Tagen haben sie sich voller angefühlt). Auch nachts höre ich die Schluckgeräusche nicht mehr so intensiv, obwohl 5Stunden vergangen sind.
Hilfe:....soll ich aller 2 Stunden die Kleine anlegen, auch wenn sie nur ein paar Schlucke nimmt oder 4 Stunden warten (in der Hoffnung, dass sie mehr trinkt). Würde so gerne weiterstillen und habe zugleich riesige Angst davor, dass die Milch weggeht (da sie keine Flasche nimmt)....Ich versuch mich sooft wie möglich mit ihr ins Bett zu legen und zu kuscheln (so wie heute).

Überlege schon die ganze Zeit was der Grund ist, dass die Milch weggeht. Trinke 2 Tassen Stilltee, sonst nur noch 1 Liter Wasser. Ist das zuwenig?? Ich verziochte auf alle Milchprodukte und Blähendes, da sie wie gesagt sehr sensibel darauf reagiert. Ist es die Hitze?? Stellt sich die Milch nochmal um nach 3 Monaten?
Habe schon vieles probiert z.B. Malzbier etc. aber nichts hilft...Habe von Dompedion gehört??? Hat jemand Erfahrungen damit??

Hinzu kommt dass ich noch 2 weitere Kinder habe die momentan einfach zu kurz kommen..Ich kann nicht mehr... :cry:
Ich danke jedem der sich durch den Text gekämpft hat!!!!!!!!!!
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Re: Baby trinkt seit 4 Wochen schlecht..kann nicht mehr

Beitrag von zwickundzwack »

bin nicht wirklich eine stillexpertin, da wird isch bestimmt noch jemand melden, aber mut zusprechen geht auf alle fälle....
ich weiß nicht, ob 2 tassen stilltee und 1 liter wasser als trinkmenge - auch nicht-stillend - reichen; ich hab zur zwillisstillzeit zu jeder stillmahlzeit 1 liter getrunken, sonst hab ich's gleich an der milchmenge gemerkt, soll nicht heißen, dass du 4-6 l tinken sollst, aber vielleicht a bisserl mehr...
fühle mit dir, meine hexe hat auch fast nix getrunken, als bei ihr die zähne eingeschossen sind, meist über 8-14 tage, da wird man als mama echt nervös!!! aber für zänhe ist deine noch zu klein....

gibt's in deiner nähe irgendwo eine stillberaterin, die mal bei dir zuhause vorbeikommen kann?
danach kannst hier im forum auch fragen...

kopf hoch, kopf hoch....
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Cerry
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Re: Baby trinkt seit 4 Wochen schlecht..kann nicht mehr

Beitrag von Cerry »

hallo a-n-e-l-a,

auch von mir keine qualifizierte Antwort, aber hier meine Gedanken dazu:
- fuer mich klingt das (bis jetzt) weniger nach einem Milch-Problem. Bei zu wenig Milch und zu wenig effizientem Saugen (sprich Hunger) wuerde sie ja eher oefter kommen?! Ob es ein Gedeih-Problem gibt... hat der Kinderarzt denn nichts zum Gesundheitszustand gesagt (also ob das Kind fitt ist und so)? Hast du vielleicht eine gute Nachsorge-Hebamme, an die du dich wenden kannst?
- den Schnuller wuerd ich versuchen wegzulassen
- ich verstehe nicht ganz, was die Flasche besser machen soll

ich verstehe deine Sorgen total und hoffe, dass sich eure Situation bald entspannt!
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Re: Baby trinkt seit 4 Wochen schlecht..kann nicht mehr

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich Willkommen hier im Forum!

Da habt Ihr ja wirklich eine sehr schwierige Zeit hinter Euch; ein Baby zu haben, welches "nicht stillt, obwohl es besser wäre, es würde", kann wirklich sehr belastend sein. Die Sorge ums gute Gedeihen kommt noch dazu. Ums vorneweg zu nehmen: aus der Ferne kann ich leider auch nicht auf den Punkt beurteilen, was Euch helfen würde. Aber vielleicht kann ich beim Eingrenzen helfen.

Auf einige Punkte möchte ich dazu noch mal näher eingehen:
Mit dem Stillen war es von Beginn an nicht einfach, da sie immer sehr sehr viele Stunden am Tag geweint hat und schon immer große Probleme mit der Verdauung hat
Dies ist ein ganz wesentlicher Satz, der DICH auf jeden Fall stark entlasten sollte: Was auch immer Dein Kind hat, es ist definitiv nicht DEINE Schuld. Du bist eine erfahrene Mutter, und Dein Baby hat von Anfang an viel geweint. Es ist also nichts "passiert" zwischenzeitlich, sondern die Probleme Deines Babys wurden mit der Zeit schlimmer. Hier lohnt also sicher noch eine ausführlichere Suche nach der Ursache.
Es hat damit begonnen, dass sie vor 4 Wochen begonnen hat meine Brust anzuschreien und nicht mehr richtig getrunken hat. Sie hat 2-3 Züge gemacht und wurde plötzlich ganz unruhig und fing dann an zu schreien, sich wegzudrehen, so dass Stillen nicht möglich war. Besonders schlimm war es in den Nachmittags- und Abendstunden. Manchmal hat sie ihre letzte Stillmahlzeit um 15.00 Uhr zu sich genommen.
Dass sich Probleme - egal welche Ursache - in den Nachmittags- und Abendstunden als besonders schlimm darstellen, ist normal. Auch ansonsten zufriedene Babys werden oft unruhig ab Nachmittag. Dass Dein Baby nach wenigen Zügen losgelassen hat, kann auf Schmerzen hindeuten, z.B. im Mund-Kiefer-Bereich oder HNO, oder auch Speiseröhre/Magen. Denkbar wären z.B. eine Reflux-Problematik (die vielleicht nur zufällig bei dem US nicht gesehen werden konnte), oder eine Unverträglichkeitsreaktion auf Fremdeiweiße in der Muttermilch. Vielleicht lohnt es sich auch, mal einen ANDEREN Manualtherapeuten aufzusuchen? Wenn ein Osteopath nichts findet, dann kann das ja entweder übers Kind etwas aussagen, oder eben über den Osteopathen. ;-)
Seit vorgestern habe ich nun dass Gefühl, es geht wieder von vorne los und ich habe einfach keine Kraft mehr. Sie trinkt kaum und ich versuche sie tagsüber alle 2 Stunden anzulegen. Allerdings nimmt nach dem msr nur ein paar Züge zu sich und das wars dann.
Wie geht es ihr denn sonst so momentan? Weint sie immer noch viel? Oder ist sie fröhlich und zufrieden und trinkt "bloß" kurz?
Mittlerweile sind meine Brustwarzen wund.
Hast Du einen Verdacht, wovon?

Hilfe:....soll ich aller 2 Stunden die Kleine anlegen, auch wenn sie nur ein paar Schlucke nimmt oder 4 Stunden warten (in der Hoffnung, dass sie mehr trinkt). Würde so gerne weiterstillen und habe zugleich riesige Angst davor, dass die Milch weggeht (da sie keine Flasche nimmt)....
Also generell kann bei schweren Stillproblemen nur empfohlen werden, möglichst OFT anzulegen. Wenn ein Baby Saug- oder Trinkschwierigkeiten hat, dann werden diese erfahrungsgemäß nach 4 Stunden Wartezeit auch nicht besser. Oder anders: Wenn beim Baby Stillschwierigkeiten dazu führen, dass es nur kurz/nur wenig/ nur uneffizient trinken kann, dann sind "jede Stunde ein paar Schlucke" zweifellos besser als "alle 4 Stunden ein paar Schlucke".
Würde so gerne weiterstillen und habe zugleich riesige Angst davor, dass die Milch weggeht (da sie keine Flasche nimmt)
Ja, das glaube ich Dir. Die Angst ist ja insofern auch durchaus begründet, als dass die Milchbildung ja bekanntlich von der Nachfrage, also vom häufigen, effizienten Saugen abhängt. Solange Dein Baby große Stillschwierigkeiten zeigt, ist es daher ganz klar sinnvoll, dass Du Deine Milchbildung per Hand oder per Pumpe zusätzlich anregst. Tipps dazu findest Du in unserer Linksammlung Stillwissen, Stichwort "Tipps zum erfolgreichen Abpumpen".
Überlege schon die ganze Zeit was der Grund ist, dass die Milch weggeht. Trinke 2 Tassen Stilltee, sonst nur noch 1 Liter Wasser. Ist das zuwenig?? Ist es die Hitze?? Stellt sich die Milch nochmal um nach 3 Monaten?
Wie gesagt: die Milchbildung hängt von der Nachfrage ab, also von Häufigkeit und Intensität des kindlichen Saugens. Alles andere von Dir genannte hat darauf eher wenig Einfluss.

Ich verziochte auf alle Milchprodukte und Blähendes, da sie wie gesagt sehr sensibel darauf reagiert.
Wie wäre es, wenn Ihr diesen Ansatz noch mal eingehender verfolgt? Kinderärztlich untersuchen lassen, ob bei Deinem Baby Unverträglichkeiten auf bestimmte Nahrungsmittelspuren nachgewiesen werden können? Blähungen allein machen sicher keine schwere Saugstörungen. Aber Schmerzen, z.B. auf Grund von Schleimhautentzündungen usw. könnten das Stillverhalten durchaus erklären. Kuhmilchprotein ist da Auslöser Nr.1, aber auch andere Stoffe, z.B. Soja, können beim Kind Symptome auslösen.


Für eine vernünftige Beurteilung Eurer aktuellen Situation wäre es sicherlich ratsam, Gedeihen und Gewichtsentwicklung noch mal gründlich zu überprüfen. Es ist sehr wichtig hinsichtlich des weiteren Vorgehens, ob Dein Baby zwar viel weint, aber immerhin so viel trinkt, dass seine Gewichtszunahme zufriedenstellend verläuft, oder ob es inzwischen so große Stillprobleme entwickelt hat, dass es nicht mehr an genug Milch bekommt. Dazu möchte ich die Lektüre unserers Gewichts-Grundinfo-Threads anregen. Bei GewichtsABNAHME jedenfalls sollte definitiv weiter beobachtet werden.

Über die Ursachen der Trinkschwierigkeiten kann ich aus der Ferne nur spekulieren: Es ist z.B. nicht ausgeschlossen, dass der Schnuller eine Saugverwirrung hervorgerufen hat. (Siehe Linksammlung Stillwissen, Stichwort "Saugverwirrung"). Dies könnte gleichermaßen die Ursache für die wunden Brustwarzen sein. Schmerzreaktionen können das Trinkverhalten ebenfalls beeinflussen, wie schon geschrieben. Und vielleicht liegt auf ein medizinisches Problem vor, welches z.B. der Osteopath bisher nicht erkannt hat.

Habe schon vieles probiert z.B. Malzbier etc. aber nichts hilft...Habe von Dompedion gehört??? Hat jemand Erfahrungen damit??
Derlei Mutter-bezogene Maßnahmen zur Milchmengensteigerung haben im Grunde nur Sinn, wenn die Ursache ebenfalls mütterlichseits zu finden ist. Dies ist bei Euch ja aber unwahrscheinlich; es liegt hier viel näher, beim Kind anzusetzen.

Ich hoffe, diese ersten Zeilen waren hilfreich für Dich,
Rückfragen immer gerne und LG
Julia
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