Hallo,
ich brauche mal Eure Hilfe bzw. Ideen, was wir noch machen könnten. Kurz Übersicht unserer Schlafsituationen:
- unser großer Sohn ist in seinem Bett in unserem Zimmer mit Begleitung eingeschlafen und wir haben ihn in unser Bett geholt, wenn er wach geworden ist.
- im Mai wurde unser 2. Sohn geboren und ich hatte die Hoffnung, dass FB mit beiden Kindern geht. Bei uns hat das leider nicht funktioniert. Beide Kinder haben sich gegenseitig wachgemacht und/oder wurden nacheinander wach, so dass mein Mann und ich gar keinen Schlaf mehr bekommen haben und auch beide Kinder morgens nicht wirklich gut drauf waren. Ich habe dann eine Weile mit dem Baby in einem anderen Zimmer geschlafen und mein Mann mit dem Großem in unserem Bett. Die Lösung finde ich aber auf Dauer nicht so gut.
- nach Rücksprache mit einer Erziehungsberaterin schläft der Große seit 2 Monaten im eigenen Bett und im eigenen Zimmer, das Baby schläft bei uns im Anstellbett. Da der Große nachts, wenn wir ihn bei nächtlichen Aufwachen zu uns geholt haben, oft in unserem Bett rumgetobt ist und nicht weiter schlafen wollte und uns alle über Stunden wachgehalten hat, haben wir den Rat bekommen, ihn konsequent in seinem Bett zu lassen. Dies hat insgesamt ca. 6 Wochen sehr gut funktioniert, er ist sogar teilweise alleine eingeschlafen und hat auch ab und zu durchgeschlafen, was er vorher noch nie gemacht hatte.
Jetzt ist aber seit 2 Wochen Schlafchaos. Es fing an, als der Große nachts wach wurde und überhaupt nicht mehr in seinem Bett zu beruhigen war. Ich hab ihn dann mit zu uns genommen und da hat er dann auch weitergeschlafen. Ist ja auch kein Problem, wenn er bei uns schläft, so lange er auch schläft. Seitdem muss nun aber ausschließlich ich (mein Mann kann da momentan gar nicht machen) bei ihm bleiben, bis er ganz fest eingeschlafen ist, sowohl mittags als auch abends. Er ruft dann auch noch ganz oft nach mir, obwohl ich ja neben ihm bin. Nachts wird er wieder sehr früh wach (oft noch vor 23 Uhr, obwohl er meist erst gegen 20.15 eingeschläft) und will dann auch nur noch zu uns ins Bett. Also haben wir ihn wieder jede Nacht zu uns geholt und bis auf eine Nacht hat er dann immer gut bei uns weitergeschlafen.
Seit ein paar Tagen ist es aber so, dass er abends nicht mehr in sein Bett will. Er will direkt zu uns ins Bett. Das geht aber nicht, weil da ja schon der Kleine schläft. Der Große wehrt sich immer gegen das Einschlafen und ist generell beim Einschlafen sehr laut. Und der Kleine ist sehr geräuschempfindlich und wird oft auch schon wach, obwohl er ja im Zimmer nebenan schläft. Der Große bekommt jetzt jeden Abend regelrechte Wutanfälle, weil er nicht direkt in unser Bett darf (zumindest denken wir, dass das der Grund ist, weil er auch sagt, dass er ins Bett will und dabei auf unsere Schlafzimmertür zeigt). Er weiß auch, dass das Baby da schläft. Aber laut der Erziehungsberaterin ist er zu klein, als dass er deswegen eifersüchtig sein könnte.
Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll. Die Erziehungsberaterin meinte damals, die Schlafprobleme des Großen kämen daher, dass es bei uns keine klare Linie geben würde. Er schläft in seinem Bett ein (erstmal egal in welchem Zimmer) und dann holen wir ihn in unser Bett, aber manchmal muss er auch wieder in sein Bett (eben wenn er bei uns nicht schlafen will und in unserem Bett rumhüpft etc.). Sie meinte, dadurch wäre er verunsichert und würde unsere Entscheidung, ob jetzt in unserem Bett oder in seinem Bett weitergeschlafen wird, versuchen zu beeinflussen und ein Spiel daraus machen, wie weit er gehen kann. Ihr Rat daher: ihn konsequent in seinem Bett lassen, damit es keinen Raum für Diskussionen gibt. Das hat ja auch 6 Wochen sehr gut funktioniert, aber ich kann ihn nicht in seinem Bett lassen, wenn er dort weint und sich nicht mehr beruhigt. Nach Meinung der Erziehungsberaterin geht es unserem Sohn aber in seinem Bett nicht schlecht, er kommt nur mit der Veränderung nicht klar und trotzt daher nur. Sie sagt, man soll kein trotzendes Kind aus dem Bett hochnehmen. Ich kann aber doch meinen Sohn abends und nachts nicht ewig trotzen lassen. Jetzt weiß ich nicht, ob wir einen Fehler gemacht haben, ihn wieder zu uns geholt zu haben. Jetzt haben wir wieder jede Menge Konfliktpotential beim Schlafen und mein Sohn wieder jede Menge Spielraum, sich auszutesten. Wir haben sonst keine Probleme mit ihm, nur das Schlafthema eben. Die guten Nächte, die wir hatten, als er die ganze Nacht in seinem Zimmer geschlafen hat, geben der Erziehungsberaterin ja irgendwie Recht. Aber bisher hat mein Sohn ja auch alle "Maßnahmen" ohne größeren Wiederstand zugelassen. Klar hat er auch mal geweint, aber nie lange und immer mit uns in seiner Nähe. Aber ich mag nicht jeden Mittag und jeden Abend bis zu 1,5 Stunden neben meinem Sohn sitzen, der trotzt und brüllt. Ich kann aber auch nicht zulassen, dass er den Kleinen immer wieder aufweckt oder nachts durch unser Bett springt. Wenn er das tut, muss er wieder in sein Bett und so haben wir das alte Spiel wieder. Und das Ganze trägt nicht dazu bei, dass er sein Bett mag und gerne dort schläft.
Ich merke auch, dass sich der Große stark gegen das Schlafen wehrt. Er versucht zu verhindern, dass er einschläft, indem er sich die Finger in die Augen steckt oder nochmal aufsteht. Er schläft nur dann ein, wenn er es wirklich nicht mehr verhindern kann und murmelt immer "nein, nein" dabei. Ich glaube schon, dass ihm die nächtliche Trennung schwer fällt, das war aber auch bei uns im Bett schon so. Jetzt ist es nachts auch so, dass er nach mir ruft, auch wenn ich direkt neben ihm liege und er meine Haare in der Hand hält. Ich weiß echt nicht mehr weiter. Mir tut es leid, dass er sich so schwertut, hab aber auch nicht die Kraft, das jeden Abend auszuhalten. Und ich denke auch, dass sich meine Unsicherheit auf ihn übertragen wird. Wenn ich von einer Variante überzeugt wäre, wäre es für ihn sicher leichter, auch daran zu glauben.
Ich weiß echt nicht, was wir jetzt machen sollen. Konsequent in seinem Zimmer lassen und ggf. sogar auch mal schreien lassen? Nachts bis zu 3 Stunden neben seinem Bett sitzen und hoffen, dass es mit der Zeit weniger wird? Ihn doch weiter zu uns ins Bett holen und hoffen, dass er trotzdem in seinem Bett irgendwann wieder besser einschlafen wird und bis dahin die Wutanfälle in Kauf nehmen? Noch eine ganz andere Variante probieren?
LG kruemelkekschen
Schlafkampf (sehr lang)
Moderator: Giraeffchen
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Schlafkampf (sehr lang)
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ari1980
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Re: Schlafkampf (sehr lang)
Hallo Krümelkekschen,
jetzt hab ich Deinen ganzen Text durch gekämpft, ich habe den Eindruck Du setzt Dich bei dem Schlafthema selbst sehr
unter Druck. Ich schreib jetzt mal ein paar Stickpunkt runter:
- Wie lange hält er mittags schlaf? Ist er wirklich müde oder legst Du ihn hin, weil Du der Meinung bist er müsste schlafen?
Meine Tochter hat in diesem Alter aufgehört, regelmässig mittags zu schlafen und ich hätte viel dafür gegeben sie hätte es
getan. Aber 1,5 Stunden Kampf um den Mittagsschlaf, ist die Erholungspause die man sich davon erhofft nicht wert, kann ich aus leidvoller Erfahrung sagen.
- Hab ihr Möglichkeit das Baby im Stubenwagen, Reisbettchen o.ä. in einen anderen Raum zu "parken", bis der Große in
Eurem Bett eingeschlafen ist. Ich finde es zuviel verlangt das Dein Großen, der eigentlich auch noch sehr klein ist, soviel
Rücksicht aufs Baby nehmen soll. Klar ist angenehmer wenn er in seinem Bett schläft, aber in den letzten Monaten ist ein
großer Umbruch in Eurer Familie geschehen, ihr habt jetzt zwei Kinder und müsst Eure Aufmerksamkeit teilen, dass Euer
Sohn um so intensiver Eure Nähe sucht ist doch klar. Er muss sich täglich bzw nächtlich immer wieder aufs neue
Rückversichern das ihr für ihn da seid.
Versuch mehr auf Dein Bauch gefühl zu hören, was braucht Dein Kind und weniger darauf was andere machen. Es ist wurscht ob das Kind der Nachbarin im gleichen Alter jede Nacht ohne murren in seinem Zimmer durchschläft, oder die Tochter des Kollegen ohne Einschlafbegleitung jeden abend einschläft.
Deshalb mach Dir nicht so einen Druck Dein Baby ist noch winzig, Dein Sohn ist auch noch klein, hör in Dich hinein und stell Dir jedesmal die Frage ob es wirklich Dir selbst wichtig ist, wo Dein Kind schläft oder ob Du es nur machst weil es alle machen, quasi automatisch ohne darüber nachzudenken.
Ich selber ertappe mich oft dabei das ich irgendwelche Sprüche abgebe bzw. Handlungen mache, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben warum oder wieso und ob es für mich wichtig ist.
Schöne Grüsse
Ari1980
mit Tochter 2/2005 und 2 Söhne 10/2006 und 12/2010
jetzt hab ich Deinen ganzen Text durch gekämpft, ich habe den Eindruck Du setzt Dich bei dem Schlafthema selbst sehr
unter Druck. Ich schreib jetzt mal ein paar Stickpunkt runter:
- Wie lange hält er mittags schlaf? Ist er wirklich müde oder legst Du ihn hin, weil Du der Meinung bist er müsste schlafen?
Meine Tochter hat in diesem Alter aufgehört, regelmässig mittags zu schlafen und ich hätte viel dafür gegeben sie hätte es
getan. Aber 1,5 Stunden Kampf um den Mittagsschlaf, ist die Erholungspause die man sich davon erhofft nicht wert, kann ich aus leidvoller Erfahrung sagen.
- Hab ihr Möglichkeit das Baby im Stubenwagen, Reisbettchen o.ä. in einen anderen Raum zu "parken", bis der Große in
Eurem Bett eingeschlafen ist. Ich finde es zuviel verlangt das Dein Großen, der eigentlich auch noch sehr klein ist, soviel
Rücksicht aufs Baby nehmen soll. Klar ist angenehmer wenn er in seinem Bett schläft, aber in den letzten Monaten ist ein
großer Umbruch in Eurer Familie geschehen, ihr habt jetzt zwei Kinder und müsst Eure Aufmerksamkeit teilen, dass Euer
Sohn um so intensiver Eure Nähe sucht ist doch klar. Er muss sich täglich bzw nächtlich immer wieder aufs neue
Rückversichern das ihr für ihn da seid.
Versuch mehr auf Dein Bauch gefühl zu hören, was braucht Dein Kind und weniger darauf was andere machen. Es ist wurscht ob das Kind der Nachbarin im gleichen Alter jede Nacht ohne murren in seinem Zimmer durchschläft, oder die Tochter des Kollegen ohne Einschlafbegleitung jeden abend einschläft.
Deshalb mach Dir nicht so einen Druck Dein Baby ist noch winzig, Dein Sohn ist auch noch klein, hör in Dich hinein und stell Dir jedesmal die Frage ob es wirklich Dir selbst wichtig ist, wo Dein Kind schläft oder ob Du es nur machst weil es alle machen, quasi automatisch ohne darüber nachzudenken.
Ich selber ertappe mich oft dabei das ich irgendwelche Sprüche abgebe bzw. Handlungen mache, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben warum oder wieso und ob es für mich wichtig ist.
Schöne Grüsse
Ari1980
mit Tochter 2/2005 und 2 Söhne 10/2006 und 12/2010
- kaehde
- Prof. Dr. SuT
- Beiträge: 7961
- Registriert: 21.07.2005, 16:14
- Wohnort: nahe München
Re: Schlafkampf (sehr lang)
Hallo,
hm, ich finde, Dein "Großer" ist auch noch ziemlich klein. Noch keine 2 Jahre alt. Und für mich liest es sich so, als ob Du/ihr ihm halt schon fehlt. Es ging halt jetzt eine Zeitlang, aber auf Dauer scheint er doch nachts noch mehr "Mama" oder "Papa" zu brauchen.
Eifersucht ist wahrscheinlich zu viel Interpretation, aber natürlich merkt er, daß da noch jemand ist und er will eben auch bei euch sein.
Ich bin da immer für pragmatische Lösungen, schauen, was man wie leisten/machen kann. Und das dann eben probieren.
Je nachdem, wie verständig der Große schon ist, kannst Du ihm viel. auch die Option bieten: Leise im Elternbett einzuschlafen? Oder beide gleichzeitig ins Bett bringen?
Ich denke, man muß sich überlegen, WAS einem am wichtigsten ist und dann dementsprechend eine Lösung suchen. Wobei die Kinder da eben die schwächsten Glieder sind und man durchaus auch darauf hören sollte, was sie eigentlich (!) bräuchten.
Viele Grüße,
Katja
hm, ich finde, Dein "Großer" ist auch noch ziemlich klein. Noch keine 2 Jahre alt. Und für mich liest es sich so, als ob Du/ihr ihm halt schon fehlt. Es ging halt jetzt eine Zeitlang, aber auf Dauer scheint er doch nachts noch mehr "Mama" oder "Papa" zu brauchen.
Eifersucht ist wahrscheinlich zu viel Interpretation, aber natürlich merkt er, daß da noch jemand ist und er will eben auch bei euch sein.
Ich bin da immer für pragmatische Lösungen, schauen, was man wie leisten/machen kann. Und das dann eben probieren.
Je nachdem, wie verständig der Große schon ist, kannst Du ihm viel. auch die Option bieten: Leise im Elternbett einzuschlafen? Oder beide gleichzeitig ins Bett bringen?
Ich denke, man muß sich überlegen, WAS einem am wichtigsten ist und dann dementsprechend eine Lösung suchen. Wobei die Kinder da eben die schwächsten Glieder sind und man durchaus auch darauf hören sollte, was sie eigentlich (!) bräuchten.
Viele Grüße,
Katja
Katja mit Benjamin (32.0 SSW, 02/05)
und Rebecca (02/08 )
Das Wichtigste im Leben sind ja sowieso die gelebten Beziehungen und die Liebe, die man schenkt und bekommt. (duduja)
und Rebecca (02/08 )
Das Wichtigste im Leben sind ja sowieso die gelebten Beziehungen und die Liebe, die man schenkt und bekommt. (duduja)