geringe Gewichtszunahme, Diagnose IUGR

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Sommerbaby2011
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geringe Gewichtszunahme, Diagnose IUGR

Beitrag von Sommerbaby2011 »

Hallo,

mein Sohn ist heute 6 Wochen und 1 Tag alt. Sein Geburtsgewicht waren 2690g (eingeleitete Geburt bei 38+6 wegen V.a.IUGR, er war ab der 35.SSW gewichtsmäßig immer gute 3 Wochen hinterher), 50cm und KU 34cm. Am 3.Tag nach der Geburt, also Entlassungstag hatte er 2610g (er kannte bis dahin auch keinen Schnuller oder sonstiges). Anfangs war das Stillen nicht so leicht, und er war immer schon ungeduldig, hat sich da in sein Brüllen reingesteigert, ich hab mich nervös machen lassen und dann hats erst recht schwerer geklappt. Nach 1-2 Wochen wars damit auch vorbei und stillen überhaupt kein Problem. 1.Untersuchung beim Kinderarzt 8 Tage nach Geburt (5 Tage nach Entlassung) 2720g, laut ihm unterste Grenze.
Hab ihn weiterhin vollgestillt, er ist ab da auch häufiger gekommen, grad wenns so heiß draußen war, hab ihn aber gelassen, weil mir das KH gesagt hat, stillen reicht, auch Flüssigkeit braucht er sonst in keiner Form. Schnuller hat er ab Entlassungstag genommen. Mich haben dann schon alle verunsichert, weils oft den Anschein hatte, als würde er ständig Hunger/Durst haben, hab ihn eben nach Bedarf gestillt. Manchmal braucht er auch nur 5 Minuten um sich zu beruhigen oder einzuschlafen.
Mit genau 5 Wochen hatte er dann beim Kinderarzt 3300g, laut ihm viel viel zu wenig, unbedingt zufüttern mit einer PRE Nahrung. In der letzten Woche hat er es jetzt auf 3450g geschafft (ca., weil unsere Waage nicht sooo genau is), Kinderarzt und KH haben immer ganz ohne Gewand und Windel gewogen.

Und jetzt hör ich von vielen Seiten, dass seine Zunahme doch ok is. Er macht auch keinen kränklichen Eindruck, is interessiert an allem (bis ihm zuviel wird und er wieder gestillt werden mag), plappert mit uns, schläft nachts seine 3 Stunden bis zum Stillen,... Er hat gute 8 nasse Windeln am Tag, Stuhl hatte er erst jeden 2.Tag mehrmals, seit einer Woche jeden Tag mehrmals.

Hab ihm jetzt gestern sein 1.Flascherl nach dem Stillen gegeben, da hat er noch 100ml getrunken, meiner Meinung nach viel (vielleicht kriegt er ja dann doch nicht genug?). Aber irgendwie mag ich das Stillen nicht aufgeben. Ich fühl mich als könnt ich mein Kind nicht ernähren (schon im Bauch nicht), als wär ich jetzt sehr ersetzbar, weil ihm das Flascherl jeder geben kann und sehr eingeschränkt, weil ich keinen Plan hab wie ich unterwegs ein Milchflascherl zubereiten soll, stillen ist da ja einfach. Ich will aber natürlich auch, dass es meinem Sohn gut geht, also wenn er das Flascherl braucht, werd ich ihm das auch geben.

Bitte um eure Meinung.
Danke und liebe Grüße
Meli
Jan - 21.Juni 2011 - 15:47 - 50cm - 2690g - 34cm KU
Atlasnaja
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Re: geringe Gewichtszunahme, Diagnose IUGR

Beitrag von Atlasnaja »

letzte Woche gab es hier schon einen Threat mit fast den gleichen Daten, vielleicht magst Du da mal gucken. Jusl hat da im wesentlichen gesagt, dass es ok sein kann, aber nicht ok sein muss.

Meine beiden Kinder hatten ähnliche Startdaten (2770g bei 39+0 und 2930g bei 38+6), hatten allerdings bei der U3 nach ca. 4-5 Wochen beide über 4000g. Sie sind allerdings auch von einer unteren Percentillinie immer auf die 50er Linie gewechselt nachdem sie geboren waren. Das muss natürlich nicht so sein, sondern ein Kind kann ja auch auf seiner Linie bleiben.

Ich denke Jusl wird sich noch melden.
jusl
Jusl Almighty
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Re: geringe Gewichtszunahme, Diagnose IUGR

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich Willkommen hier im SuT!

Ich kann gut verstehen, dass Du traurig bei dem Gedanken bist, Dein Baby nicht ausreichend ernähren zu können, gerade nach der Diagnose aus der Schwangerschaft. Aber Dir sei zunächst versichert: es gibt keinen Zusammenhang zwischen Small-for-date-Babys und der Fähigkeit zur Milchbildung bei der Mutter.

Könntest Du alle Gewichtsdaten, die Du hast, noch mal mit Klardatum aufschreiben? Sonst wäre nur eine ungenaue Analyse möglich. Also am besten als Liste à la

01.03. 2500 g Geburt
05.03. 2420 g Klinik
11.03. 2580 g Hebamme
14.03. 3010 g Hebamme
usw.

Außerdem bitte ich Dich noch um folgende Angaben:
1. Wie kam es, dass Du gestern zum ersten Mal zugefüttert hast? War das auf Anweisung des Kinderarztes, oder aus Sorge auf eigene Faust?
2. Wie läuft eine Stillmahlzeit normalerweise bei Euch ab, kannst Du das grob beschreiben? (Wie lang, Seitenwechsel, Andocken klappt?, Trinkverhalten des Babys,..)
3. Wie oft stillt Ihr für gewöhnlich in 24 Stunden?

Auf jeden Fall kann ich vorab schon mal sagen: Eure Situation klingt definitiv nicht dramatisch. Das bedeutet, selbst FALLS sich irgendwo sinnvolle Verbesserungsansätze ergeben sollten (für deren Beurteilung ich aber die genauren Daten und Angabe brauche): Das kriegt Ihr ganz sicher hin. Und ganz bestimmt ohne Zufüttern.

Liebe Grüße,
Julia
Sommerbaby2011
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Re: geringe Gewichtszunahme, Diagnose IUGR

Beitrag von Sommerbaby2011 »

Danke erstmal an euch.

Daten vom Zwerg:
21.6. 2690g (KH)
24.6. 2610g (KH
29.6. 2720g (Kinderarzt)
26.7. 3300g (Kinderarzt)
2.8. 3450g (zuhause, daher ziemlich ungenau wahrscheinlich)

zufüttern war Anweisung des Kinderarztes und dann ein bissi meine eigene Panik, weil ich mir eingebildet hab, dass er einen Flüssigkeitsmangel hat, weil Fontanelle so gut sichtbar, Kinderarzt hat eben davor schon gemeint, dass es sein muss und bis dahin hab ich mich gewehrt, aber da hab ichs mit der Angst zu tun bekommen.
Wie lang das Stillen dauert kann ich schwer sagen, normal so ca. 15 Minuten jede Seite und das untertags ca. alle 2 Stunden, nachts ca. alle 3 STunden. Es gibt aber sehr viele Tage, wo er untertags auch schon mal alle 30 Minuten will und oft nur für 5 Minuten wenn er sich nicht mehr beruhigt, auch manchmal abends vorm Einschlafen seine 5-10 Minuten, da saugt er aber nicht fest, sondern nuckelt eher, wie am Schnuller.
Andocken funktioniert, wenn er schon sehr unruhig und hungrig is, ziemlich gut (manchmal is er auch schon hysterisch, da klappts am Besten wenn er mal in der Haltung wie ich ihn still den Schnuller nimmt und wir dann quasi einen Austausch machen, dann klappt das reibungslos). Nach ca. 10-15 Minuten sind meist schon die Augen schwer und es is kein festes Saugen mehr, nach dem Seitenwechsel funktioniert das dann wieder eine Zeit. Sehr oft weint er allerdings während dem Stillen auf und strampelt fest mit den Beinen. Ich bin dann immer der Meinung dass im Bauch was zwickt, manchmal gelingts dass er aufstoßt (weiß aber nie wie lange warten, weil er weint ja dann natürlich trotzdem weiter, aber schwer zu sagen, ob es is, weil ihn was drückt oder weil ich ihm die Brust kurz weggenommen hab). Er strampelt auch sehr fest mit den Beinen wenn sich Hunger bemerkbar macht, drum ist es manchmal schwer einzuschätzen. Links schreit er seit 2 Tagen sowieso viel mehr, als ob er nur mehr rechts trinken wollen würd.
Wir stillen in 24 Stunden gute 9-10x.

Ganz liebe Grüße
Jan - 21.Juni 2011 - 15:47 - 50cm - 2690g - 34cm KU
jusl
Jusl Almighty
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Re: geringe Gewichtszunahme, Diagnose IUGR

Beitrag von jusl »

Hallo und danke für die Gewichtsangaben und weiteren Informationen. Also:

Wenn wir den zuhause gemessenen Wert mal weglassen, dann haben wir die 3300 g beim KiA und das niedrigste Gewicht mit 2610 g. Die Gewichtsdifferenz geteilt durch die entsprechenden 4,5 Wochen ergibt eine durchschnittliche wöchentliche Zunahme von rund 150 g. Dies ist ein absolut normaler, unauffälliger, durchschnittlicher Wert, der für sich allein KEINE INDIKATION fürs Zufüttern hergibt.

Dazu kommt Deine Aussage
Er hat gute 8 nasse Windeln am Tag, Stuhl hatte er erst jeden 2.Tag mehrmals, seit einer Woche jeden Tag mehrmals.
Dieser kommt eine große Bedeutung zu, denn unten kann nur rauskommen, was oben mal reinkam. 8 nasse Windeln und täglich Stuhlgang ist ein sehr sicheres Zeichen dafür, dass Dein Baby genug Milch bekommt, also auch hier KEINE INDIKATION fürs Zufüttern.

Stillhäufigkeit und Stillverhalten klingen völlig normal und unauffällig.

Zufüttern ist für mangelernährte Kinder notwendig, überhaupt keine Frage. Aber für bestens versorgte Babys wie Deines(!) hat Zufüttern Risiken, nämlich:
* die Gefahr einer Saugverwirrung. Viele junge Babys reagieren mit Stillschwierigkeiten auf die Einführung von Flaschensaugern.
* die Gefahr von Allergien und Verdauungsstörungen.
* nicht zuletzt das in der Tat sehr blöde und völlig unnötige Gefühl, Du könntest Dein Kind nicht ernähren.

Sicher ist: Wenn Du weiterhin zufütterst, wird sich Deine Milchbildung verringern, nämlich um eben genau die Menge, die Du zufütterst. Die Zeit die Dein Baby an der Flasche verbringt, verbringt es nicht an der Brust, logo. Die Menge PRE, die Dein Kind im Bauch hat, fragt es nicht mehr bei Dir nach, auch logo. Das zusammengenommen erklärt den Milchrückgang, der grundsätzlich bei unnötigem Zufüttern stattfindet.

Von daher: Zufüttern sein lassen und einfach nach Bedarf weiter stillen. Damit ist Dein Kind bestmöglich versorgt.

Kennst Du schon unsere Linksammlung Stillwissen? Dort findest Du weitergehende Info, insb zu den Stichworten Stillen nach Bedarf, Saugverwirrung und Gedeihen und Gewichtszunahme.

Rückfragen immer gerne und liebe Grüße,
Julia
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klimaforscherin
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Re: geringe Gewichtszunahme, Diagnose IUGR

Beitrag von klimaforscherin »

Was ist denn IUGR?

Ich habe heute den Tag über diesen Thread verfolgt, und nach deinem Ausgangsposting klang es für mich doch sehr zuversichtlich!

Also, dann macht mal weiter so: :5:
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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