Nicht beikostreif und WILL

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Nachtfrau
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Nicht beikostreif und WILL

Beitrag von Nachtfrau »

Ich finde es sehr spannend, dass sich bei jedem Kind doch wieder neue Fragen ergeben. :D

Die Große hab ich brav fast auf den Tag genau 6 Monate vollgestillt, bevor ich ihr Beikost anbot (zermuste Nektarine), die sofort begeistert angenommen wurde.

Der Mittlere wollte mit nichtmal 5 Monaten un-be-dingt essen und ist mir fast in den Teller gesprungen. Da ich sehr unter Allergien und Ekzemen leide, war mir das gar nicht recht. Ich hab es noch ein bisschen aufgeschoben und ihn dann noch ein, zwei Wochen mit Reiswaffeln ohne alles abgespeist. Mit 5 1/2 Monaten bot ich ihm dann irgendwas anderes als Fingerfood an, ich weiß nicht mehr, vermutlich irgendein gedünstetes Gemüse. Er war dann auch eindeutig beikostreif.

Beim Kleinsten wollte ich ja ganz gelassen bleiben, aber der Wutzel will immer Sachen machen, die er noch nicht kann. Zum Beispiel will er seit etwa zwei, drei Wochen stehen. Er kann das auch, der Bruder ist begeistert, man hält ihm zwei Finger hin, er hält sich dran fest, stemmt sich hoch und steht dann. :roll: Ich will das aber nicht, weil er dafür noch viel zu klein ist und das einfach nicht gut sein kann. Darüber regt er sich fürchterlich auf. Als Neugeborenes wollte er im Tuch partout den Kopf frei haben und rumgucken, obwohl er ihn noch nicht halten konnte, bei der U3 sagte die KiÄ zu ihm :"He, das darfst Du doch noch gar nicht", als er sich an ihren Händen hochzog.
So ist er. Und jetzt will er essen. :shock: Meistens sitzt oder liegt er auf meinem Schoß, während ich esse, da er sich ja nicht gern ablegen lässt. Und die Tage war er da oft so unruhig und hat gejammert und gemosert. Und irgendwann fiel mir auf, dass er mir jeden Bissen in den Mund nachschaut. Das ist wirklich niedlich, er streckt dann die Hände langsam aus, um danach zu greifen, reißt die Augen auf und starrt auf meine Gabel, das Brot etc., öffnet den Mund, wenn das Essen näher kommt, macht Kaubewegungen. Und dann fängt er an zu jammern und heult total enttäuscht dem Essen nach, wenns in meinem Mund ist. :mrgreen:
Ich biete ihn dann die Brust an, oft nimmt er sie auch, aber wenn er schnallt, dass ich über ihn hinweg esse, ist er richtig beleidigt und sauer. Bis gestern hat es funktioniert, wenn ich ihn mit dem Rücken zum Teller über meine Schulter hab gucken lassen, aber heute hat er die List durchschaut und war sehr ungehalten. Ich musste dann das Essen unterbrechen, bis er über seinen Zornestränen eingeschlafen war.

Er ist aber ganz sicher noch nicht beikostreif. Er sitzt zwar mit Unterstützung schon sehr gut und stabil, aber er hat ja erst vor nichtmal zwei Wochen mit gezieltem Greifen angefangen. Der ist doch schon froh, wenn er es schafft, sein Lutschepüppchen festzuhalten. Woran ich erkennen könnte, ob der Zungenstreckreflex abgeschwächt ist, weiß ich gar nicht. *am kopp kratz* Und gesteigertes Stillbedürfnis... Keine Ahnung, ich denke nicht.

also ich find ihn noch viel zu klein, aber wie lang werd ich ihn hinhalten können? das ging erst vor wenigen tagen los, und jetzt gerät er schon aus der fassung deswegen. er findet, jetzt sollte es endlich mal losgehen. ich finde, wir sollten noch zwei monate warten. so lange wird es garantiert nicht klappen, aber woran merke ich zb, ob der zungenstreckreflex sich abschwächt? wie gut sollte er greifen können? sicher könnte er sich jetzt schon ein stück kartoffel zum mund führen, aber so ist das sicher nicht gedacht.
ich finde das echt schwieriger als ich mir das vorgestellt hätte, denn wenn das kind so unbedingt viel zu früh will, muss man ja im zweifelsfall jeden tag die entscheidung treffen, ob sich seit gestern irgendwas so verändert hat, dass dann heute die zeit gekommen ist...

ich muss auch sagen, dass dieses kind mir nicht gerade eine hilfe dabei ist, gegen die beikosteinführung mit vier monaten für alle zu argumentieren. :mrgreen: :wink:
LG Nachtfrau

mit der Großen (1/95), dem Mittleren (1/03), dem Mini (3/11) und der winzigen Enkelmaus (9.2.12)

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Sylka
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Re: Nicht beikostreif und WILL

Beitrag von Sylka »

Ich würde ihn einfach mal probieren lassen. Er wird schon wissen was ihm bekommt 8) Bei meinen zweien war es z. B. so, dass sie beide mit fünf Monaten unbedingt essen wollten, sie haben dann ein, zwei Tage immer mal ein bisschen was probiert und dann wurde es wieder uninteressant uns sie haben wieder voll gestillt für eine Weile.
Liebe Grüße von Sylvia mit Sohn (02/07) und Tochter (06/10) und nochmal Sohn (08/13)
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Alanna
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Re: Nicht beikostreif und WILL

Beitrag von Alanna »

Hi,
Bei meinem Kleinen war es genauso... er ist mit (knapp) vier Monaten wenn es essen gab komplett ausgeflippt, wenn er gekonnt hätte wäre er auf den Tisch gesprungen und hätte sich das Essen selbst geholt. Ich hab ihn dann noch 2 Wochen gezogen, aber dann ging es nicht mehr. Wir waren bei meinen Eltern zum Raclette essen und er durfte in der Wippe mit am Tisch "sitzen". Wir konnten nicht essen so hat er gebrüllt, Zorn, Enttäuschung... das volle Programm. Er hat dann Kartoffel bekommen :roll: und seither isst er wie ein Weltmeister... Er ist jetz 10 Monate alt und stillt (leider)nur noch morgens.
Ich hätte es mir anders gewünscht, aber rückblickend war es für ihn so richtig...

Grüßle Alanna
Grüßle Alanna

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Re: Nicht beikostreif und WILL

Beitrag von fedajaju »

Hallo,

ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung. Bei Babys mit Geschwisterkindern kommt beim Baby sehr schnell der Versuch alles Nachahmen zu wollen - so eben auch das Essen. Ich wage es aber zu bezweifeln, daß es ein konkreter Essenswunsch ist. Ich würde auch auf keinen Fall am Tisch stillen - dadurch wird die Konkurenzsituation nur noch verschärft, obwohl sie gar keine sein müsste.
Ich bin und war für mich der Überzeugung, daß 6 Monate voll stillen für meine Kinder das beste ist - und habe es auch bisher durch solches Verhalten nicht in Frage stellen lassen. Was ich jedoch getan habe ist meinem Baby Rohkost zum Greifen und Nuckeln anzubieten. Gut eignen sich z.B. rohe geschälte Karotten: das Baby darf sie greifen und in den Mund stecken und daran lutschen - es macht somit bei den Großen am Tisch mit. Aber als Nahrung würde ich es noch nicht bezeichnen, denn es geht ja nicht ums essen - es ist eher eine Sinneserfahrung. Auch beliebt waren Apfelstücke aus denen dann der Saft genuckelt wurde - aber Achtung, da muß deine Aufmerksamkeit sehr groß sein, denn es lösen sich viel leichter kleine Stückchen, die dann vom Baby noch nicht richtig verarbeitet werden wollen.
Ich habe bei meinem zweiten Kind mich auch immer wieder durch betteln erweichen lassen doch die eine oder andere Nahrung früher zu erlauben als es mir eigentlich lieb war - nur um es oftmals hinterher zu bereuen und mich manchmal auch zu fragen, wer denn eigentlich den Ton vorgibt - ich oder mein Kind?!
Bei meinem dritten Kind fiel es mir viel leichter in dieser Hinsicht die Grenzen klar zu lassen und nicht so schnell nachzugeben. - Ich denke wir haben beide davon deutlich profitiert!
Nun ist mein viertes Kind da und ich bin gespannt darauf so manches Gefecht wieder neu zu beginnen. Ob alles so einfach wird wie es aus der Erinnerung sein sollte wage ich zu bezweifeln...

Ich möchte dir Mut machen zu einer klaren Entscheidung: Wenn du weißt, was für dein Kind das beste ist, dann bleibe dabe und lass dich nicht verunsichern. Triff einmal die Entscheidung, ab wann du zufütterst und bleibe dabei - das Festhalten an der Entscheidung gibt dir Kraft dich nicht täglich verunsichern ung hinterfragen zu lassen. Sonst ist es doch nur eine Frage von Tagen bis du kapituierst.

Viel Erfolg!
Fröhliche Grüße von Daniela
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Sakura
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Re: Nicht beikostreif und WILL

Beitrag von Sakura »

Zungenstoßreflex: einfach was in den Mund geben / auf die Zunge legen. Z.b. ein winziges Stück gut weich gekochte Kartoffel. (Habe den Tipp auch schon mit gut reifer, weicher Banane gelesen, bin mir aber nicht sicher, ab wann Babies Rohkost dürfen und ob Banane als Rohkost zählt :roll: ). Jedenfalls eine kleine Menge von etwas weichem, musigen in den Mund geben / auf die Zunge legen. Wenn das Baby das Reflexartig rausstößt, dann ist der Reflex noch aktiv. Wenn nicht.... tja dann.... Viel Glück :-)
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

GwAMg

Re: Nicht beikostreif und WILL

Beitrag von GwAMg »

Sakura, Rohkost geht von anfang an!

Weichgekochtes können sie halt besser essen, aber hier wurde auch schon ganz früh rphes Obst und rohes Gemüse gegessen...


Nachtfrau, woran machst du denn fest, dass er noch nicht beikostreif ist? Am Alter?
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Haennchen
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Re: Nicht beikostreif und WILL

Beitrag von Haennchen »

Daniela, das klingt etwas schräg, was du schreibst... Nachtfrau, Jan isst auch schon seit nem guten halben Monat mit. Ich wollte ihn auch bis 6 Monate vollstillen, aber er war anderer Meinung. Er hat bitterlich geweint und gebrüllt, bis er was zum Essen bekam. Und jetzt bekommt er immer etwas, ich stille extra vorher, dass die "Essens-Portionen" schön klein bleiben und er seufzt und schmatzt mit vollem Vergnügen beim Essen.:) Wegen dem Zungenstreckreflex: biete ihm doch einfach etwas an und schau, ob er es wieder rausschiebt. Wenn nicht, dann wird er wohl reif sein. Jan kann zwar schon ne Weile greifen, aber Kartoffelstücke fallen ihm genauso wie Brot usw noch aus der Hand, weil seine Konzentration ja beim Essen und nicht beim Greifen ist. Davon würde ich es also nicht abhängig machen. Er lässt sich aber auch gerne mit dem Löffel füttern.
Ich bin meistens per Smartphone unterwegs und da hauts mit der Rechtschreibung leider nicht so hin... Langes Schreiben macht so auch keinen Spass...

Mama von Max (02.11) und Moritz (09.09)
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Sakura
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Re: Nicht beikostreif und WILL

Beitrag von Sakura »

echt? babies dürfen von anfang an rohkost????
ich dächte, ich hätte da mal was anderes gelesen???
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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Re: Nicht beikostreif und WILL

Beitrag von nwsurgeon »

fedajaju hat geschrieben:Hallo,

ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung. Bei Babys mit Geschwisterkindern kommt beim Baby sehr schnell der Versuch alles Nachahmen zu wollen - so eben auch das Essen. Ich wage es aber zu bezweifeln, daß es ein konkreter Essenswunsch ist. Ich würde auch auf keinen Fall am Tisch stillen - dadurch wird die Konkurenzsituation nur noch verschärft, obwohl sie gar keine sein müsste.
Ich bin und war für mich der Überzeugung, daß 6 Monate voll stillen für meine Kinder das beste ist - und habe es auch bisher durch solches Verhalten nicht in Frage stellen lassen. Was ich jedoch getan habe ist meinem Baby Rohkost zum Greifen und Nuckeln anzubieten. Gut eignen sich z.B. rohe geschälte Karotten: das Baby darf sie greifen und in den Mund stecken und daran lutschen - es macht somit bei den Großen am Tisch mit. Aber als Nahrung würde ich es noch nicht bezeichnen, denn es geht ja nicht ums essen - es ist eher eine Sinneserfahrung. Auch beliebt waren Apfelstücke aus denen dann der Saft genuckelt wurde - aber Achtung, da muß deine Aufmerksamkeit sehr groß sein, denn es lösen sich viel leichter kleine Stückchen, die dann vom Baby noch nicht richtig verarbeitet werden wollen.
Ich habe bei meinem zweiten Kind mich auch immer wieder durch betteln erweichen lassen doch die eine oder andere Nahrung früher zu erlauben als es mir eigentlich lieb war - nur um es oftmals hinterher zu bereuen und mich manchmal auch zu fragen, wer denn eigentlich den Ton vorgibt - ich oder mein Kind?!
Bei meinem dritten Kind fiel es mir viel leichter in dieser Hinsicht die Grenzen klar zu lassen und nicht so schnell nachzugeben. - Ich denke wir haben beide davon deutlich profitiert!
Nun ist mein viertes Kind da und ich bin gespannt darauf so manches Gefecht wieder neu zu beginnen. Ob alles so einfach wird wie es aus der Erinnerung sein sollte wage ich zu bezweifeln...

Ich möchte dir Mut machen zu einer klaren Entscheidung: Wenn du weißt, was für dein Kind das beste ist, dann bleibe dabe und lass dich nicht verunsichern. Triff einmal die Entscheidung, ab wann du zufütterst und bleibe dabei - das Festhalten an der Entscheidung gibt dir Kraft dich nicht täglich verunsichern ung hinterfragen zu lassen. Sonst ist es doch nur eine Frage von Tagen bis du kapituierst.

Viel Erfolg!
Hallo Daniela,
sag mal reden wir noch über Babyernährung oder bin ich aus versehen beim Thema Hundeerziehung gelandet? :?
Es geht doch nicht darum zu entscheiden wann das Kind Beikost bekommen soll (das natürlich 6 Monate vollstillen ideal ist, zieht hier ja niemand in Zweifel), sondern wann es dafür reif ist.
Da gibt meiner Ansicht nach ganz eindeutig das Kind Tempo und Richtung vor.
Meine Große hat bis ca. 8/9 Monate jegliche Nahrung verweigert (hätte ich es reinzwingen sollen, weil es jetzt auf dem Programm steht?), bei meiner Kleinen dachte ich, ich bin schlauer und stille ein Jahr voll, und was war, sie hat mir mit 5 1/2 Monaten mein Dinkelbrötchen aus der Hand gerissen und nicht wieder her gegeben (und gegessen), seitdem ißt sie am Familientisch mit und bekommt was wir essen (zu Anfang natürlich ungewürzt).
Für beide Kinder war es so richtig wie es gelaufen ist, und mich hat es gar keine Kraft gekostet auf meine Kinder zu hören und ihrer Kompetenz in diesen Dingen zu vertrauen.
nwsurgeon mit zwei großen Mädels (10/2006 und 09/2009), Hündin *2019 und Stute *2017
Nur noch selten hier unterwegs.
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Haennchen
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Re: Nicht beikostreif und WILL

Beitrag von Haennchen »

Nwssurgeon, danke, ich habe da grade auch an Hundedressur gedacht...
Ich bin meistens per Smartphone unterwegs und da hauts mit der Rechtschreibung leider nicht so hin... Langes Schreiben macht so auch keinen Spass...

Mama von Max (02.11) und Moritz (09.09)
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