Ich hab auch erstmal einen Schreck bekommen... aber ich finde es besser, du schreibst es hier, als in einem Pro-Ferbern-Forum...
Ich hab auch nochmal einen Buchtip für dich, "Ich will bei euch schlafen", da steht z.B. drin, warum Kinder nachts gestillt werden wollen, weil sie eben schon immer darauf programmiert sind, jede zusätzliche Mahlzeit mitzunehmen, wer weiß, wann es wieder etwas gibt. Die meisten Kinder wollen/brauchen im ersten Jahr nachts noch eine Mahlzeit. Und Durchschlafen bedeutet nicht 12 Stunden, sondern erstmal nur 6 oder 8 Stunden, danach hat auch das bravste Baby Hunger.
In dem Buch steht auch, welche Auswirkungen Ferbern haben kann, und warum es zu kurz gedacht ist, dass das Kind brav schläft, die Folgen davon können Jahre später auftreten.
Eine tolle Elternberatung macht auch 'Rüdiger Posth, Entwicklungsneurologe und Kinderpsychologe, hier
http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/index.htm, im Stichwortverzeichnis findest du unter "Einschlafprobleme beim Säugling" Fragen und seine Antworten zum Thema, auch, warum Ferbern nicht so sinnvoll ist, und warum Säuglinge Betreuung brauchen, auch und vor allem nachts.
Mein Sohn ist auch aus dem Beibett gerollt und von unserem Bett gefallen mit 5,5 Monaten, ich habe dann ein Familienbett durchgesetzt, mein Mann war erstmal nicht begeistert, das Bett wurde abgebaut, die Sprungrahmen und Matratzen auf den Boden, so dass er nicht mehr tief fallen konnte.
Ansonsten würde ich den Bettrand zumindest auf deiner Seite mit Gittern sicher, entweder Laufstallgitter dranbasteln, Bekannte von mir haben von der Hebamme beim Geburtsvorbereitungskurs den Tip bekommen, leere Ordner zwischen Matratze und Bettrahmen zu klemmen.
Ich kann mir auch vorstellen, dass euer Sohn mitbekommt, dass es bei euch Streß gibt, und deshalb schlechter schläft. Mein Mann war anfangs sehr häufig genervt nachts, und da habe ich gemerkt, dass mein Sohn deutlich besser geschlafen hat, wenn er nicht zu Hause war nachts. Allerdings auch nicht immer.
Um den 7. Monat rum ging es mit dem Einschlafen bei uns auch schlechter. Vorher ist er oft von allein im Bett eingeschlafen, ab da ging das so gut wie nie. Ich habe stundenlang gebraucht, oft ist er direkt nach dem Hinlegen wieder aufgewacht. Nachts war er teils stündlich wach (heute mit 16 Monaten kommt das aber auch noch vor, obwohl er nachts abgestillt ist und stattdessen getragen wird). Bei uns lag das schlechte Einschlafen daran, dass er weniger Schlaf gebraucht hat und später ins Bett musste. Ich habe es erst nicht bemerkt. Ab da habe ich ihn beobachtet und erst ins Bett gelegt, wenn er wirklich müde war, dann ging es besser.
Das war auch so eine Phase, in der ich ihn nicht allein im Bett lassen konnte, die Lösung war bei uns auch mit Taschenlampe im Bett lesen, den Laptop ins Bett mitnehmen, Hausarbeit tagsüber erledigen, wenn das Kind wach ist und auf dem Boden spielt oder im Tragetuch ist, oder auch einfach liegenlassen. In den schlimmen Phasen am besten immer mit dem Kind hinlegen. Dann hält man auch schlimme Nächte besser durch (und die Tage dazwischen

).
Die wenigsten Kinder in diesem Alter schaffen es, im Liegen einzuschlafen. Unser Sohn ist schon ein "schwieriger Fall" und schläft bis heute nur durch Tragen ein, bis vor einigen Wochen noch durchs Stillen, klappt jetzt leider nicht mehr. Und er wacht auch häufig auf und immer schreiend. Ich kann also wirklich verstehen, dass du verzweifelt bist. Es ist auch traurig, dass viele Eltern und Ratgeber suggerieren, alle Kinder müssten mit 6 Monaten durchschlafen, und wenn sie das nicht tun, liegt es an den Eltern. Es ist weder deine Schuld noch die deines Sohnes. Babys sind nunmal darauf gepolt von Geburt an, beim Tragen einzuschlafen und am Körper der Mutter zu schlafen und eben auch an der Brust.
Dieses nächtliche Genuckel hatten wir phasenweise auch und ich fand es ätzend. Es war oft bei Erkältung, Entwicklungsschub oder Zahnen, es hört aber irgendwann von allein auf. Ich kenne das, man löst das Kind von der Brust und es schreit. Wenn es schlimm war, habe ich das Stillkissen so um mich rumgelegt, dass ich mit Kind im Arm an der Brust halbliegend/sitzen geschlafen habe. Geht auch, besser als wach sein.
Ich finde es traurig, dass der Vater deines Kindes dir nicht mehr hilft. Kannst du dir vielleicht irgendwo sonst Hilfe und Entlastung holen,wenigstens tagsüber. Vielleicht gibt es bei euch ja "Wellcome", das sind ehrenamtliche Mitarbeiter, die in Familien kommen, auch kostenlos oder gegen einen geringen Beitrag, und die Familien unterstützen. Oder sieh dich nach einer Elternberatungsstelle um, damit du nicht allein mit deinen Problemen bist, und auch deine Sorgen in einem Gespräch loswerden kannst und Unterstützung bekommst.
Ich wünsche dir jedenfalls viel Kraft zum Durchhalten und alles Gute weiterhin!