Abstillen - aber wie denn bloß?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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fanzi
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Abstillen - aber wie denn bloß?

Beitrag von fanzi »

Hallo,
mein Sohnemann ist jetzt 6,5 Monate alt und isst über den Tag verteilt ein bißchen Mittagsbrei (mal mehr mal weniger), Nachmittags Birne oder Apfel und Abends Milchbrei (auch mal mehr und mal weniger). Gestillt werden möchte er aber auch noch "ständig". Auch Nachts, so zwischen ein- und viermal. Ich kann jetzt nicht behaupten, dass überhaupt irgendeine Stillmahlzeit auch nur annährend durch etwas anderes ersetzt wird. Obwohl ich merke schon an meinen Brüsten, dass er weniger trinken muss, da sie oft steinhart und voller Milch sind. Denn manchmal möcht er halt mehr und manchmal weniger stillen. Irgendwie kompliziert. Er ist auch ein Etappentrinker - hier mal ein Schlückchen und dort mal nen Hieb, etc. Eben nach Bedarf. Wird das irgendwann besser? Oder muss er jetzt lernen, dass es z.B. nach dem Mittagsbrei halt nix mehr am Busi gibt? Ne, das würde mir dann auch leid tun. Ach verflixte Kiste, vielleicht habt ihr ja gute Tipps.....
lg,
Franzi
Alja
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Abstillen - aber wie denn bloß?

Beitrag von Alja »

Es heisst ja Beikost, d.h. sie wird zusätzlich zum Stillen gegeben, du mußt keine Mahlzeit ersetzen. Das Beste für dein Kind ist, wenn du weiterhin nach seinem Bedarf stillst, es wird ganz von alleine weniger trinken, wenn es das nicht mehr braucht.
wenn du mal hier schauen magst: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... n#p2093521
"Durch Strukturen, wie Schulpflicht und Noten, sind die Grunderfahrungen, die die Kinder der heutigen Zeit machen, Unfreiheit (ich muss zu Schule), Unmündigkeit (ich werde von anderen beurteilt), Ohnmacht (ich kann nichts an der Struktur ändern) und Einsamkeit (ich muss mich alleine gegen andere durchsetzten). Das Schulsystem, das eingeführt wurde, um den Menschen ein Mindestmaß an Bildung zukommen zu lassen, ist einer der wesentlichen Gründe dafür, dass die vielen heutigen Probleme und Herausforderungen, mit denen sich die Menschheit konfrontiert sieht, nicht gelöst werden."
Emil Funkenflieger
Erika
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Re: Abstillen - aber wie denn bloß?

Beitrag von Erika »

Ich denke auch, dass es das Beste für Dein Baby ist, wenn Du weiter stillst und dann eben noch Beikost anbietest. Ich selbst habe gute Erfahrungen gemacht im 1. Lebensjahr immer zuerst die Brust anzubieten und die Beikost hinterher, damit Muttermilch wirklich noch die Hauptnahrungsquelle bleibt.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube und nur im Interesse der Babybreiindustrie, dass Mahlzeiten zu ersetzen wären. Stillen ist nicht nur gesund für das Kind (leichte Bioverfügbarkeit, leichte Verdaulichkeit, viele Abwehrstoffe), sondern auch super praktisch. Ich würde ein Kind in dem Alter nicht abstillen wollen. Die WHO empfiehlt übrigens, Kinder bis zum 2. Geburtstag zu stillen (ab dem 6. Monat mit Beikost), ggf. auch länger, wenn Mutter und Kind dies wünschen. Bis zum Ende des 2. Lebensjahrs wird Stillen also auch für Industrieländer empfohlen, Du tust Deinem Kind etwas Gutes, wenn Du es lange stillst.
LG
Erika

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Luzia
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Re: Abstillen - aber wie denn bloß?

Beitrag von Luzia »

Meine Tochter hat nach dem Mittagsbrei auch noch auf ihre Milch bestanden. Es sollte wohl so sein. Irgendwann war mal eine halbe Stunde Abstand zwischen Mittagsbrei und Milch, und irgendwann gab's mittags dann nur noch den Brei. Das dazu angebotene Wasser hat sie allerdings noch nahezu die komplette Stillzeit über verschmäht. :mrgreen:
Leider liest man überall, man solle die Stillmahlzeiten durch Brei ersetzen. Das hat mich anfangs sehr verunsichert, zumal ich die 8-10 Stillmahlzeiten und -mahlzeitchen niemals durch 8-10 Breimahlzeiten ersetzen können hätte. :lol:
Ich würde Brei und Brust anbieten und denke, die Ernährungsgewohnheiten werden sich bei deinem Kind so entwickeln, wie es sie braucht.
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Hyndla
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Re: Abstillen - aber wie denn bloß?

Beitrag von Hyndla »

Wenn Du magst, lies mal "Mein Kind will nicht essen" von Carlos Gonzales (ist ein spanischer Kinderarzt) - nimmt ganz viel Druck raus und gibt Sicherheit, dem Kind und seinen Bedürfnissen zu vertrauen. Ich hätte gerne eher gewusst, dass es dieses tolle Buch gibt und kann es nur jeder Mutter empfehlen :D
Mini-Hyndla 11/2009 und der winzige Herr M. 09/2013
Sila
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Re: Abstillen - aber wie denn bloß?

Beitrag von Sila »

Mein Sohn hat auch erst mit etwa 10/11 Monaten drei richtige Mahlzeiten gegessen und davor habe ich ziemlich unregelmässig gestillt und auch etwas zu essen gegeben.
Nachts habe ich sowieso ständig gestillt, auch, als er noch ein Jahr alt war, trotzdem hat er da vier Mahlzeiten gegessen.

Mit sieben Monaten hat er noch fast gar nichts gegessen. Mittags hat er nie mehr als 100 Gramm Brei gegessen, morgens auch nicht viel mehr, nur abends hat er die "normale" Menge Obst-Getreidebrei gegessen. Wenn ich gewartet hätte, bis er mittags 200 Gramm isst, am besten noch mit Fleisch (mochte er im Brei nie), würde ich heute noch voll stillen :) Er hat dafür viele Reiswaffeln und sowas zu den Mahlzeiten gegessen und mit gut einem Jahr hat er nur noch am Familientisch mitgegessen und keinen Brei mehr gebraucht.

Jedes Kind ist anders und ich kenne wenig Leute, die so wie es immer geschrieben wird, die Beikost einführen können.

Das Buch "Mein Kind will nicht essen" kann ich auch nur empfehlen, ich meine, da steht auch drin, dass die Kinder oft denken, man will sie verhungern lassen, weil der Gemüsebrei nur 35-40 Kalorien pro 100 Gramm hat, die Muttermilch aber 70 Kal. pro 100 ml. Von daher ist es auch Quatsch zu denken, die Kinder bräuchten unbedingt den Brei und würden sonst verhungern.

Wenn deine Brust zu voll ist, würde ich einfach die Milch ausstreichen, bis sie wieder weich ist.

Das wird von ganz allein weniger und ist bei jedem Kind anders.
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