Hilfe bin kurz davor aufzugeben

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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danat
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Hilfe bin kurz davor aufzugeben

Beitrag von danat »

Mensch Mädels,

ich hab grad einen neuen Tiefpunkt erreicht. Mein Sohn ist jetzt 12 Wochen und 3 Tage alt. Und seit 12 Wochen und 3 Tagen habe ich Schmerzen beim Stillen. Das ist so dermaßen zermürbend. Ich habe kein Milchpulver und keine Fläschen im Haus und ich könnte es nicht ertragen meinen Sohn mit einer Flasche im Mund zu sehen ... aber ich bin mittlerewile auch echt fix und fertig. Meine linke Brust ist die "Problembrust" ... würde sie im Moment am liebsten abhacken.

Zu Beginn hatte ich ganz klassisch mit wunden Brustwarzen zu kämpfen. Selbst vor der Schwangerschaft waren meine Brüste schon immer sehr empfindlich - Abrubbeln mit dem Handtuch ging noch nie - immer nur ganz vorsichtig tupfen. Natürlich wollte ich meinen Sohn trotzdem Stillen. Das allein hätte aber eigentlich gereicht an Schmerzen. Gut mittlerweile bin ich schon abgehärteter ... das geht jetzt.

Dann hatte ich immer wieder mit Milchstaus zu tun ... kein Problem, ... da hab ich schon gut Übung drin.

Dann muss ich mir gleich am Anfang einen Keim eingefangen haben, als die linke Brust kurz offen war. Nach vielen Schmerzen und Tränen wurde dort ein multiresistenter Staph. aaureus diagnostiziert. Zum Glück war noch ein Antibiotikum über, welches ich bis Pfingsten genommen habe. Damit wurde es kurzzeitig besser. Nachkontrolle ob noch Keime da sind wird nächsten Dienstag gemacht. Die Odysee bis zu dieser Diagnose könnt ihr euch ja sicher vorstellen. 3 Hebammen, 3 Stillberaterinnen, 1 Frauenärztin, 1 Osteopathin. Auch hier habe ich gejammert und zum Glück auch Hilfe bekommen und Unterstützung bekommen (Danke nochmal dafür!).

Vor ein paar Tagen (mal wieder) ein Saugbläßchen. Offen war es wohl schon seit gestern, vorhin beim Stillen ist das Hätchen abgegangen. Das tut so verdammt weh. Es ist einfach nur zum Heulen.

Im Moment mein größtes Problem sind Krämpfe in der Brustwarze und im Warzenhof. Das nimmt immer weiter zu. Am Anfang habe ich das garnicht wahrgenommen und es war eher nur in den Stillpausen. Jetzt ist es v.a. direkt bevor ich meinen Sohn anlegen will. Das scheint schon richtiggehend konditioniert. Ich versuche zu warten bis der Krampf vobei ist, aber das dauert ewig und meiner Kleiner heult mich herzzerreissend an und schaut mir verwirrt und verständnislos in die Augen ... das macht mich total fertig. Wenn ich ihn dann bei halb abgeklungenem Krampf anlege, bekommt er die Brust nicht richtig zu fassen, was wieder umso schmerzhafter ist. Auch wenn ich rechts stille, tut es links sehr weh. In den Stillpausen könnte ich auch regelmäßig schreien. Es ist immer schubweise. Dann geht es auch mal wieder. Allerdings krampt es nicht immer, wenn es schmerzt. Manchmal schmerzt es auch wahnsinig, obwohl es gerade nicht krampft. Ich kann mir keinen Reim darauf machen.
Magnesium hilft nicht. Meine homöopathische Hausärztin hat mir jetzt was rausgesucht - hilft leider auch nicht. Und die Symptome und Krämpfe werden immer schlimmer. Mittlerweile braucht der MSR immer länger. Kein Wunder - ich bin ja auch total unentspannt.

Auf der rechten Seite könnte ich das alles halbwegs ertragen, aber links ... da könnte ich die Wände hochgehen. Nichts hilft. Könnte jetzt schon wieder heulen, wenn ich an die nächste Stillmahlzeit denke.

Ich danke euch, dass es euch gibt. Es hilft mir schon sehr, dass ich mich hier ausheulen kann. In meinem Umfeld hat leider keiner Verständnis geschweige denn Tipps. Mein Mann findet es zwar toll, dass ich mich durchkämpfe und versorgt mich mit Tee etc, wenn der kleine mal wieder an die Brust will. Aber wirklich verstehen, wie sehr mir das Stillen am Herzen liegt, kann er leider nicht. Er wollte schon häufiger Milch kaufen - weil er halt so hilflos ist und mich so leiden sieht.

Habt ihr noch irgendeinen Rat für mich? Ich probiere alles aus. Wenn ihr sagt, es hilft um Mitternacht ein Froschauge zu essen, würde ich wahrscheinlich selbst das ausprobieren ;-). Ich will einfach nur, das diese Schmerzen vorbei gehen und nicht, dass unsere Stillbeziehung ein Ende findet, bevor sie überhaupt jemals richtig begonnen hat. Bisher war es immer nur mit Schmerzen verbunden. Ich befürchte, dass ich mich mit den Schmerzen abfinden muss.

Danke fürs "Zuhören".

Liebe Grüße, Dana.
Liebe Grüße von danat
mit dem großen Frühlingskind (03/2011) und dem kleinen Frühlingskind (04/2014).
Aschenputtel
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Re: Hilfe bin kurz davor aufzugeben

Beitrag von Aschenputtel »

(((((((Dana)))))))

Ich hab keinen schlauen Tip für Dich, bin leider keine Stillberaterin und Du hast ja schon so viele Leute befragt. Vielleicht ist ja eine der Stillberaterinnen vom Forum in Deiner Nähe???

Ich bewundere Dich, dass Du schon so lange kämpfst und hoffe, Du findest noch irgendwo ein bißchen Kraft, nicht aufzugeben. Vielleicht geht es ja doch ...!

Ich würde mich auf jeden Fall rießig freuen, eines Tages von Dir zu lesen, dass ihr keine Probleme mehr habt und Eure Stillzeiten genießt!
Liebe Grüße, Aschenputtel, Schnupse (08/07) kleine Schnucke (06/13), zwei Sternchen (08/14 und 01/15) und Strahlemann (05/16)
Meine Babys sind ohne Hilfsmittel geboren, (langzeit)gestillt, (langzeit)familiengebettet, (langzeit)getragen, nicht geimpft, nicht bebreit, unbeschnullert und teilzeitwindelfrei bzw. stoffgewickelt.
AnnaH
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Re: Hilfe bin kurz davor aufzugeben

Beitrag von AnnaH »

Ach mensch Dana, ich hab so gehofft das es bei euch endgültig besser wird. Wirklich einen Tip habe ich dir nicht, aber ich mag dich auch nicht wegklicken. Bitte gib nicht auf und versuche so entspannt wie möglich "in" die nächste stillmahlzeit zu gehen, auch wenn das schwer fällt. Ich weiss, blöde Floskel gell?
Fühl dich verstanden und in den Arm genommen
Lieben Gruß

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und dem Frechdachs(04)ganz weit weg und doch immer bei mir.
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Re: Hilfe bin kurz davor aufzugeben

Beitrag von GiGi »

Das hört sich furchtbar an - ich hätte schon heulen können, während ich nur lese was du schreibst. Wie muss es erst dir ergehen... Ich hab leider auch keinen Rat, ich habe so etwas noch nie gehört. Kann mich nur an eine Nacht bei meinem Großen erinnern, in der meine Brust plötzlich anfing innerlich zu brennen wie verrückt. Es war Winter und ich hab bei offenem Fenster mit kalten Waschlappen auf der freiliegenden Brust geschlafen. Es war ar***kalt, aber es hat wenigstens den Schmerz betäubt. Es war abe rnur eine NAcht und dann wieder gut...

Ich zieh meinen Hut vor dir und hätte VOLLSTES Verständnis, wenn du nach so einer Tortur das Stillen beendest. Du kannst dir nicht vorwerfen (lassen) du hättest es nicht probiert. Wenn es so belastend ist, dass du weinend vor Schmerz stillst und so viele Experten keinen Rat wissen. Ich drücke dir natürlich dennoch sehr die Daumen, dass es irgendeinen Weg gibt wie ihr erträglich weiterstillen könnt!
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awa
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Re: Hilfe bin kurz davor aufzugeben

Beitrag von awa »

oje :| ich könnte mir vorstellen, dass das antibiotikum nicht alle keime erwischt hat, denn du schreibst ja, dass es mit der einnahme kurzzeitig besser wurde, jetzt aber wieder schlimmer. Diese Bakterien (Staph. aureus) sind wohl sehr häufig (90% der Fälle) auch für eine Mastitis mitverantwortlich. Keine Ahnung, vielleicht gibt es ja bei der Mastitis auch wieder eine Sonderform die nur durch von dir beschriebene Schmerzen und ohne die anderen typischen Symptome auftritt? Da würde ich auf jeden Fall gezielt die FÄ nach fragen. Es klingt jedenfalls nach etwas seltenem.. versuch ggf. noch einen anderen Arzt, manchmal hilft ein frischer Blick auf ein Problem es zu beheben.
AFS-Stillberaterin


Ich hab keine Erfahrung im Muttersein. Keine Anleitung, keine Einarbeitungszeit, kein Failsafe. Ich weiß also *die ganze Zeit über nicht* ob ich es "richtig" mache.
Und: ich habe nur den einen Versuch.
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danat
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Re: Hilfe bin kurz davor aufzugeben

Beitrag von danat »

Ich danke euch!!! Es tut so gut, wenn jemand Verständnis hat und nachempfinden kann wie es einem zumute ist.

Meine Frauenärztin hat leider auch nur bedingt Stillwissen ... dabei ist sie die fitteste hier was das Stillen betrifft. Stillberaterin und Hebamme, ebenso homöopathische Hausärztin haben leider keine Idee mehr. Es muss ja irgendeine Ursache geben ... ich finde es grad schlimm, dass ich hier von Pontius bis Pilatus renne, immer wieder auf Hilfe hoffe und es einfach maximal kurzzeitig etwas bringt. Am nächsten Dienstag bin ich wieder bei meiner FÄ ... da wird ein Kontrollabstrich gemacht wegen den Keimen.

Es tut jetzt allerdings irgendwie anders weh. Damals war der Schmerz ganz tief innen und eigentlich war die ganze Brust betroffen. Jetzt brennt es vor allem in der Brustwarze und eher im vorderen Bereich (so unter/hinter dem Warzenhofbereich). Es ist schwer zu beschreiben. Ich komme mir schon langsam paranoid vor.
Liebe Grüße von danat
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jule71
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Re: Hilfe bin kurz davor aufzugeben

Beitrag von jule71 »

Liebe Dana,

lass dich mal drücken, wenn du magst auch ich wollte dich hier nicht einfach wegklicken... .

Deine Odysee ist enorm und was du alles auf dich nimmst: WAHNSINN - du hast meinen tiefsten Respekt.

Das alles hilft dir auch nicht weiter - auch mir fehlt der ultimative Tipp - leider.
Aber hast du schon eine ILBC Stillberaterin kontaktiert? Die sind "medizinischer" ausgebildet und helfen z.B. auch Adoptivmüttern, wenigstens etwas zu stillen und werden von der Kasse bezahlt.
Ich habe bei wunden Brustwarzen auch immer so ein innerliches Brennen - also gar nicht außen, da hilft mir super die Lansinoh Brustaalbe.
Oh man, ich hoffe du findest bald wirkliche Hilfe,

Ich wünsche dir von Herzen, dass alles gut wird aber selbst wenn nicht: du hast wirklich alles versucht und das sollte dir Kraft geben.

Alles Liebe
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Re: Hilfe bin kurz davor aufzugeben

Beitrag von jusl »

Hallo,

es tut mir sehr leid zu lesen, welch schlimme Zeit Du mitmachst, mit diesen schlimmen Schmerzen. Ferndiagnosen können wir leider auch nicht leisten, aber was mir einfällt:

* Ich empfehle dringend zunächst eine wirkungsvolle symptomatisch-medikamentöse Schmerztherapie. Diese ist problemlos stillverträglich und stillberaterisch definitiv angezeigt, denn wie Du selbst schon schriebst: die Schmerzen beeinträchtigen bereits den MSR. Bitte wende Dich für eine genauere Empfehlung bzgl Präparat und Dosis an einen Hausarzt oder Gyn.

* Auch wenn dies evtl. mit einer längeren Anfahrt verbunden ist: Vielleicht ziehst Du in Erwägung, Dich wirklich zu einem Spezialisten(!) zu begeben? Brustsprechstunde bei einem Gyn IBCLC? Oder auch versierter Haut(!)-Arzt? Deine Beschwerden gehen meiner Ansicht nach übers rein Stillberaterische hinaus. Ich glaube, dass sich das ganz sicher lohnen würde (und wenn Du bedenkst, wieviel Wege und Zeit Du ja bereits investiert hast, vergeblicherweise zu X Ärzten und Hebammen... da lohnt ein Tagesausflus schon.) Vielleicht magst Du Deinen Wohnort verraten?

LG
Julia
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danat
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Re: Hilfe bin kurz davor aufzugeben

Beitrag von danat »

Hallo Julia,

ich wohne in Jena. Sowas wie ein Stillarzt wäre wohl das was ich brauche ... habe hier noch nie von so einem Angebot gehört. Ich habe auch das Gefühl, dass da irgendwie "Mehr" dahinter steckt oder vielleicht auch verschiedene ungünstige Dinge zusammenkommen. Ich lande immer bei Tipps wie Wärme etc. ... aber das habe ich alles schon probiert und es hilft nicht wirklich. Und dann kommt natürlich immer der Hinweis, dass ich evt. abstillen müsste. Auf jeden Fall nimmt die Odysee kein Ende. Kann mich noch an meine Hebamme erinnern, die mir in der zweiten Woche Mut machen wollte. Ihr "schlimmster" Fall wären 6 Wochen gewesen, dann wäre aber auch in diesem Fall das Stillen endlich schmerzfrei gewesen. Naja, nun sinds bei mir schon 12.

Schmerztechnisch nehme ich bisher Paracetamol. Nach dem Antibiotikum gings ne ganze Weile ohne, da war wirklich erstmal eine Verbesserung da. Aber jetzt brauche ich die Tabletten wieder. Aber eine richtige "Schmerztherapie" ist das natürlich noch nicht. Werd mit meiner FÄ drüber reden!

Auf jeden Fall danke ich euch sehr! Auch wenn es den Ultimativtipp in meinem Fall wohl nicht geben kann.
Liebe Grüße von danat
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awa
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Re: Hilfe bin kurz davor aufzugeben

Beitrag von awa »

Hatte auch den Gedanken: reine Stillbeschwerden sind es nicht mehr.
AFS-Stillberaterin


Ich hab keine Erfahrung im Muttersein. Keine Anleitung, keine Einarbeitungszeit, kein Failsafe. Ich weiß also *die ganze Zeit über nicht* ob ich es "richtig" mache.
Und: ich habe nur den einen Versuch.
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