Dann haben wir einen Einladung zu einer Geburtstagsfeier bekommen und ich zusätzlich einen Brief, in dem stand, dass ich doch bitte diskret stillen und doch auf das Schamgefühl der Gäste achten soll. Seitdem fällt es mir doch ziemlich schwer, einfach öffentlich zu stillen, weil ich immer drüber nachdenke, wem ich jetzt damit zu nahe treten könnte. Fiona stillt jetzt eh nicht so viel und wenn wir unterwegs sind, kommt sie auch gut ohne zurecht. Aber sie trinkt dann auch gern Wasser und verlangt oft nicht nach der Brust. Und wenn, dann wird gestillt, eben auch mit einem schlechten Gefühl.
Aber tief in mir drin, weiß ich, dass Stillen einfach nur normal ist, auch in der Öffentlichkeit. Ich will ja meine Brüste nicht präsentieren, sondern stille mein Kind. Und die Kleine ist jetzt 13 Monate und wenn sie stillt, ist das ja nix Schlimmes.
Wir haben die Verwandten, die uns den Brief geschrieben haben, letztens bei einer anderen Feier wieder gesehen. Und mein Mann und ich haben bedruckte TShirts getragen:

Wir wollten das nicht so direkt ansprechen, aber trotzdem ein Statement abgeben, dass wir für das Stillen in der Öffentlichkeit sind. Und wir uns dafür nicht schämen wollen. Schließlich sind Brüste zum Stillen da!
