ich bin ganz frisch hier und habe mich nun nach längerem mitlesen dazu entschlossen, meine stillgeschichte zu erzählen…
meine tochter ist 15 wochen alt. sie hatte nicht so den traumstart ins leben, wurde sofort nach der geburt auf die kinderstation verlegt, und ich war wegen blutverlust auch ans bett gefesselt und konnte sie erst nach 2,5 tagen zum ersten mal anlegen. bis dahin bekam sie flasche, teilweise mit abgepumpter muttermilch. glücklicherweise hat das stillen gleich geklappt. ab dem 4. oder 5. tag bekam sie ausschließlich muttermilch, ab dem 6. tag wohnte ich dann bei ihr auf der kinderstation und es gab die mumi nur noch aus der original-packung.
nach 10 tagen waren wir dann endlich zu hause. das stillen klappte super. ich hatte zwar anfangs ein paar kleinere milchstaus, die ich aber nach spätestens einem tag wieder im griff hatte.
als meine kleine ca. 5 wochen alt war, bemerkte ich in meiner linken brust einen etwa wallnussgroßen, schmerzfreien knoten. eine woche später war ich sowieso bei meiner frauenärztin, sie vermutete einen milchstau. das konnte ich mir zwar nur schwer vorstellen, da ich eben keine schmerzen hatte und sich der knoten durch stillen, pumpen, massieren … nicht veränderte. sie riet mir 3 tage abstilltabletten (halbe dosis) zu nehmen, um zu sehen, ob der knoten kleiner wird. schweren herzens willigte ich ein. nach einer halben woche hatte sich der knoten nicht oder nur unwesentlich verändert. ich ließ mich zur sprechstunde ins krankenhaus überweisen. diese ärztin empfahl mir auch noch eine weitere woche die abstilltabletten zu nehmen, da sie wegen erhöhter infektionsgefahr keine übereilte stanzbiopsie machen wollte … noch schwereren herzens überstand ich auch diese woche. meine milch war inzwischen ordentlich zurückgegangen, nur leider die verhärtung nicht. also wurde eine stanzbiopsie durchgeführt. dabei kam einiges an flüssigkeit mit raus, vermutlich blut und milch. ich bekam vorsorglich stillfreundliche antibiotika und durfte die milchproduktion wieder hochfahren.
der befund stellte sich als harmlos heraus. reines brustdrüsengewebe, keine entzündung, nichts böses … also doch nur gestaute milch. nach einigen tagen hatte sich die wunde auch schon verschlossen, aber die brust schmerzte etwas und war recht dick und hart. wieder einige tage später entdeckte ich an der einstichstelle einen großen gelb-weißen knubbel, wie ein überreifer pickel … doch entzündet, dachte ich… konnte mich nicht beherrschen und ritzte den knubbel etwas an und erhoffte, dass dann der druck verschwindet. nur kam nicht der erwartete eiter sondern jede menge milch … meine brust wurde schlagartig wieder normal weich. am nächsten tag bin ich wieder ins krankenhaus gefahren. die ärztin schlug mir vor, noch einige zeit zu warten, ob es von allein wieder zuwächst, etwas druck auf die wunde auszuüben und die milch mit natürlichen mitteln wieder etwas zu drosseln (was ich jedoch nur halbherzig befolgte, da ich gerade wieder beim lang ersehnten vollstillen angekommen war und wir schon ein paar tage stillstreik hinter uns hatten …). probleme hatte ich zu dieser zeit keine mehr, die auslaufende milch fing ich mit saugkompressen auf, aber so konnte es ja nicht bleiben.
nach einer woche gab es keine wesentliche änderung. ich versuchte, die brust so wenig wie möglich zu berühren, um nicht aus dem immer noch vorhandenen hohlraum die milch wieder „auszudrücken“, um nicht die produktion an dieser stelle immer wieder anzukurbeln… ich hatte das gefühl, dass die milch auch etwas weniger auslief … die ärztin gab mir auch weiterhin zeit. den druckverband machte ich nun etwas straffer, in der hoffnung, dass sich die wunde endlich mal schließt. tatsächlich lief dann keine milch mehr aus, nur wurde die brust wieder sehr schmerzhaft, hart und rot und ich lag einen tag kränkelnd im bett. es hatte sich inzwischen eine haut über der einstichstelle gebildet. ich kühlte, legte quark und kohlblätter auf, versuchte mich auszuruhen und hoffte, dass sich das problem von allein wieder löst. am nächsten tag ging es mir besser, nur war die wunde wieder offen und nun quoll tatsächlich jede menge eiter heraus … offensichtlich war der ganze stanzkanal (ca. 3 - 5 cm lang) und der hohlraum damit gefüllt. es nahm kein ende und es bildete sich immer wieder neuer eiter. also bin ich wieder ins krankenhaus, diesmal war eine andere ärztin da. sie sagte, dass dieser abszess operativ gespalten werden muss und ich dazu abstillen müsse … ich war erstmal wieder am ende. es kümmerte sich dann die ursprüngliche ärztin weiter um mich. ich fragte, ob abstillen wirklich sein müsse, da ich auch in verschiedener literatur gelesen hatte, dass auch bei so einer op dies nicht nötig sei. sie meinte, dass es schon besser sei, da sich die wunde ja bisher aufgrund des milchflusses nicht geschlossen habe. und irgendwie sah ich es auch ein. leider war das auch schon länger mein gefühl, hatte es nur immer wieder verdrängt. die arztin machte mir jedoch hoffnung, dass ich es je danach wieder versuchen könnte. also bin ich mit einem op-termin für den übernächsten tag, antibiotika und abstilltabletten für die kommenden zwei wochen wieder nach hause.
noch am selben tag telefonierte ich mit der stillberaterin des krankenhauses, die mich wieder aufbaute, dass ich die milch auf jeden fall wieder zum laufen bringe, wenn ich es wöllte und bot mir zu gegebener zeit ihre hilfe an. also fing ich wieder an, die blöden abstill-tabletten zu essen …
ich kaufte mir noch eine medela-flasche mit calma-sauger, um einen weiteren still-streik zu verhindern (andere fütterungsmethoden waren mir dann doch zu anstrengend…).
die ambulante op war vor knapp vier wochen und erfolgte problemlos. danach war ich noch 9 mal zur wundspülung, die heilung verlief gut (das antibiotikum war aber wegen resistenz nutzlos). seit ca. 10 tagen ist wunde äußerlich verschlossen. ich nehme an, dass es auch innerlich ganz gut verwachsen ist. es ist noch etwas knubbelig von der stelle des ursprünglichen hohlraums (den es hoffentlich nicht mehr gibt!) entlang des stanz-/op-kanals bis zur äußerlichen narbe. ich habe die ganze zeit die rechte, gesunde brust weiterhin meinem kind angeboten, natürlich kam nach 2 wochen abstilltabletten nicht mehr wirklich viel, aber die kleine nahm sie zum glück noch gern.
bei einem wundspültermin erzählte ich der anderen ärztin, welche das stillen weniger unterstütze, dass ich auf jeden fall wieder stillen will. sie war davon wenig begeistert und meinte, dass ich mich damit schon einem großen risiko einer neuen entzündung aussetze. mit der mich hauptsächlich behandelnden ärztin einigte ich mich, dass ich die operierte brust noch einige zeit in ruhe lasse. dennoch haben mich die bedenken der anderen ärtzin verunsichert.
seit knapp zwei wochen habe ich die produktion auf der gesunden seite wieder hochgefahren, jedoch ohne pumpen und medikamente (paspertin hatte mir die stillberaterin empfohlen), nur mit häufigen anlegen, da ich eben noch unentschlossen war und bin, wie es weitergeht und mir auch langsam die lust am ewigen pumpen ausging. ich schätze, dass ich z.z. die hälfte bis 2/3 des tagesbedarfes meiner tochter mit mumi decke.
heut habe ich nochmal mit der stillberaterin gesprochen und um ihre meinung gebeten, da ich gern mit beiden seiten und natürlich wieder voll stillen möchte. sie meinte, dass es theoretisch nach der op möglich sei, problemlos wieder zu stillen, aber persönlich kenne sie keinen fall … sie riet mir, langsam wieder anzufangen, meinte aber auch, dass ich evtl. mit einem milchstau rechnen müsse, der aber nach ein bis zwei tagen wieder verschwinden sollte.
ich frage mich trotzdem, ob die milchdrüse(n), für die es nunmehr keinen ausgang gibt, überhaupt noch aktiviert werden und ob es nicht auch ohne milchstau geht … ist die wahrscheinlichkeit für eine neue entzündung wirklich so hoch? die operierte brust tröpfelte die ganze zeit noch etwas (nur aus der brustwarze
vor einigen tagen habe ich hier im forum einen älteren beitrag gelesen, wo nach einer abszess-op noch milch aus der wunde lief, sich die wunde aber dennoch langsam wieder geschlossen hat. hätte ich dies eher gelesen, hätte ich warscheinlich gar nicht versucht, die öffnung nach der stanzbiopsie per druckverband zu schließen, sondern mich einfach noch etwas in geduld geübt… zu spät …
soweit erstmal, ich hoffe, es ist nicht allzu wirr …
ich würde mich freuen, hier meinungen, tipps und ähnliche erfahrungen zu lesen und hoffe auf weitere motivation!
danke und viele grüße
co






