pinefloat hat geschrieben:Und vor allem WARUM?
Wir sind gerade am KiGas-Sichten und haben hier echt die Qual der Wahl. Waldorf, Montessori, Wald oder der evangelische KiGa??? Klar, müssen wir so oder so überhaupt nen Platz bekommen, aber irgendwie muss ich Gedanken sortieren. Möchte eigentlich gerne ne innere Rangliste haben und mich für unseren Erstwunsch auch gerne entsprechend einsetzen können

Zur Zeit steht Montessori ganz weit oben dicht gefolgt von Waldorf.
Hier gibt es übrigens dann auch für die Grundschule sowohl Waldorfals auch Montessori, das wäre dann das nächste Thema. Ich fänd's daher ganz gut, jetzt ne generelle Entscheidung zu treffen (muss ja nicht in Stein gemeißelt sein

).
Also warum habt ihr euch für das eine oder andere entschieden? Bin gespannt!

Die Kindergartenfrage find ich nicht so wichtig wie die Schulfrage. Ganz einfach weil die Kinder im Kindergarten noch nicht so kaputt gemacht werden können wie in der Schule. Weil - Gott sei Dank - die Anforderungen im KiGa (sofern es überhaupt welche gibt) noch nicht zu vergleichen sind mit denen in der Schule.
Es gibt bestimmt ganz tolle Kindergärten die weder mit Montessori noch Waldorf zu tun haben und dennoch das Kind sehr gut dort aufgehoben ist. Meine Tochter ist in einem recht guten, evangelischen, der sich recht viel aus der Montessoripädagogik angeeignet hat.
Bei der Schule finde ich es wichtig, daß es eine Montessorischule von Anfang bis zum Ende ist. Montessori als Grundschule ist zwar schon mal nicht schlecht, aber für mich erstrebenswert ist KEIN Schulwechsel bis zum Schluß - wie auch immer der Schluß aussehen wird.
Montessori und Waldorf find ich absolut nicht vergleichbar und so weit weg von einander wie auch Monte von der Regelschule ist und auch Waldorf von der Regelschule ist. Auf den Trichter bin ich aber erst gekommen als ich mit intensiv mit den Monte-Prinzipien auseinander gesetzt habe. Früher hab ich beiden in einen Topf geschmissen..
Warum eine Montessorischule so toll ist - m. E. - kann man ergoogeln und somit gut nachlesen. Um das was dort steht nicht zu wiederholen, würd ich mit meinen eigenen Worten jetzt sagen, es ist DIE Schule wo der Schüler als Individium wahrgenommen wird. Er darf so sein wie er ist, er hat alle Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen (sorry, ich weiß, sehr ausgelutscht das Wort

), er darf seine Fähigkeiten finden und ausüben und darf seine Wißbegier die zweifelsohne mit 5 oder 6 Jahren immens groß ist, befriedigen und lernt dennoch gleichzeitig Struktur und Ordnung kennen, die aber nach einem sinnvollen Konzept gestaltet sind und nicht nach dem fragwürdigen Leistungsprinzip unserer Gesellschaft.
Bei der Waldorfschule bin ich genauso skeptisch wie bei der Regelschule, aber ich muß zugeben, daß ich mich kaum intensiv mit Steiner & Co. beschäftigt habe und zudem, ob Zufall oder nicht, sehr viel Negatives in letzter Zeit über Waldorfschulen gehört habe (von Eltern die sehr unzufrieden dort waren). Oberflächlich gesehen begeistert mich dort alles, das Ambiente, die Lehrer, die Einrichtung, die Feste....

Aber mir fehlt die Freiheit der Schüler, die aus meiner Sicht bei der Monte durchaus gegeben ist. Und es liegt natürlich daran daß ich ein sehr freiheitsliebender Mensch bin. Ich mag nicht wenn ein Kind von ideologischen Zwängen umgeben ist, wenn Autorität eine überaus große Rolle einnimmt. (Ich möchte niemanden auf den Schlips treten, aber ich halte Waldorfschulen für überaus autoritär).
Davon abgesehen bin ich sicher, daß es möglicherweise fantastische Waldorfschulen gibt, denn eine Schule steht und fällt mit ihren Lehrern. Es gibt Schulen die näher an Steiner sind, es mag Schulen geben, die ziemlich weit weg von ihm sind. Generell möcht ich persönlich mich aber in kein Waldorfkonzept pressen lassen.
Bei der Monte hingegen fühle ich mich nicht gepresst, da diese eine ganz andere Ausrichtung hat. Früher, wo ich kaum was über diese Pädagogik wußte, war es für mich eine Schule für hmmmm, sagen wir "schwierige" Kinder, also Kinder die auffallen in welche Richtung auch immer, die nicht so angepaßt sind, die oft Jungs sind u. v. m. Jetzt, wo ich mehr über diese Schulen weiß, sind es für mich Schulen wo die allermeisten Kinder glückliche Schüler sein können.
Auch wenn ganz viele Kinder Regelschulen "überstehen", sind sie für mich eine Katastrophe, weil sie ein ganz schreckliches Menschenbild vermitteln.

Das Ergebnis einer Regelschule (das natürlich höchst positiv ist in den Augen der maßgeblichen Gesellschaft) ist z. B. meine Nichte, die gerade ihr Abi macht, vermutlich mit Bravour, die sich nie wirklich hat viel anstrengen müssen und dennoch kontinuierlich erfolgreich war. Sie ist ein "gelungenes" Ergebnis einer Regelschule (Grundschule plus Gymnasium), aber eben nur, wenn man den Fokus auf sehr gute Noten und ein Höchstmaß an Anpassung legt.
