Beikost und Neurodermitis?

Was kommt nach dem Vollstillen?

Moderatoren: klecksauge, Mondenkind

Captainsparrow

Re: Beikost und Neurodermitis?

Beitrag von Captainsparrow »

Hallo Revolte,
ich habe meinen jüngsten bis 16 Monate gestillt und er hat trotzdem Neurodermitis, sie brach erst richtig aus nachdem ich abgestillt hatte.
Die Aussage unseres sehr stillbegeisterten Kinderarztes: auch Stillen wird eine Neurodermitis nicht verhindern, allenfalls den Verlauf etwas dämpfen und den Ausbruch verzögern, aber man kann durch Stillen alleine nicht verhindern dass ein atopisches Kind Neurodermitis bekommt.
Der Ausschlag Deiner Kleinen sieht sehr aus wie der von Erik, nur dass er es noch großflächiger hat(te).
Auf Anraten unseres (wirklich ganz tollen Kinderarztes) wurde uns eine vielzahl von Angriffspunkten genannt. Auch Nahrungsmittel lösen keine ND aus, können aber einen Schub auslösen. Bei uns fiel gleich der Verdacht auf Kuhmilch, und der Hautzustand hat sich auch sehr gebessert als wir komlett darauf verzichtet haben. Als er letztens eine größere Menge Milch beim Bruder gemopst hatte, wurde gleich wieder ein Schub ausgelöst.Bei einem Flaschenkind ist das aber schwierig und sollte wohl mit dem Kinderarzt abgesprochen werden, da alle gängigen Ersatzmilchprodukte auf Kuhmilchbasis sind außer die Sojabasierten, und auf Soja würde ich jetzt nicht "ins Blaue hinein" umstellen.
Diese Sache mit den Bronchien geht übrigens durchaus einher mit Neurodermitis, das wusste ich auch nicht, hab ich jetzt am Montag vom Kia erfahren. Aber das gute daran ist, dass die guten Mittel für die Bronchien wie Singulair (was leider nicht jeder verschreibt da teuer) auch gegen Neurodermitis helfen. Im Nachhinen kann ich das bestätigen, immer wenn er ne Bronchitis hatte , war die Haut besser.....
Leider ist das Mittel nicht zur Behandlung von ND zugelassen, aber wenn ihr eh Probleme mit den Bronchien habt ist das ein Hintertürchen für akute ND-Schübe, unser letzter teilweise blutiger war nach 3 Tagen Singuair weggeblasen, und ich hab dabei ein besseres Gefühl als bei Elidel. Wie gesagt, sprich darüber nochmal mit Deinem Kinderarzt und mach ihn auch auf die Sache mit dem Singulair aufmerksam
feuerdrache
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7813
Registriert: 08.07.2010, 14:11
Wohnort: Österreich

Re: Beikost und Neurodermitis?

Beitrag von feuerdrache »

Hallo Chrissi,

das mit dem Singulair wusste ich nicht. Meine Mittlere hat leichte Neurodermitis und bekommt Singulair als Dauertherapie wg Asthma. Unter anderem. Das möchte der Lungefacharzt jetzt langsam weglassen. Bedeutet also, die ND könnte jetzt schlimmer werden? Bis jetzt haben wir es mit ein wenig cremen (Olivenölcreme) meistens gut wegbekommen. Wobei ich seit neuestem die Salami verdächtige, Schübe auszulösen. Wir haben sie jetzt mal weggelassen und in 1-2 Wochen darf sie mal soviel Salami essen wie sie möchte für ein paar Tage. Und dann sehen wir mal.

Welches Mittel gibst Du bei ND ins Badewasser? Meine Hautärztin hat gemeint ich solle Sahne probieren. Ist das was? Eine ND Selbsthilfegruppe hier in der Nähe habe ich leider noch nicht gefunden.

lg
Benutzeravatar
revolte
alter SuT-Hase
Beiträge: 2630
Registriert: 12.01.2011, 21:28
Wohnort: Mainz

Re: Beikost und Neurodermitis?

Beitrag von revolte »

Hallo zusammen, erstmal danke für die Tipps..

Gestern haben wir Zucchini probiert und ich habe gestern Calendula Tee gekocht und sie damit gewaschen.. jetzt ist es tatsächlich besser, also das Entzündete ist zurückgegangen, dafür hat sie jetzt im Gesicht und an den Händen lauter kleine Pickelchen.

Waren heute auch beim Arzt- puh..wo fange ich an..

Also ich schilderte ihr meien Vermutung vom Zusammenhnag des Ausschlags und der Bronchitis mit dem Beikoststart udn erzählte ihr ganz genau was ich beobachtet habe. Sie hat gesagt es könnte durchaus sein, dass es eine allergische Reaktion ist, denn die Maus hat auch gerötete, leicht angeschwollene Augen, was ja auch ein zusätzliches Symptom sein kann. Das Problem wäre wohl, dass sie keinen Allergietest machen kann, weil dise erst ab 1 jahr zugelassen wären :?


Sie sagte ich könnte zum Hautarzt gehen und er würde auf jeden Fall sagen es sei eine ND und daraufhin eine Kortisonsalbe verschreiben und sicherlich würde es erstmal besser werden, würde der Ursache aber nicht auf den Grund gehen (fand ich ne gute Aussage)
Sie sagte, dass Babys im ersten Jahr oft ND ähnliche Hautausschläge haben, die dann einfach verschwinden und dass es nicht gleich ND sein muss.

So...jetzt hat sie uns eine Zinksalbe gegen Pilze verschrieben, weil sie vermutet, dass das an den Beinen ein Pilz sein könnte, weil die Rötung so einen klar begrenzten Rahmen hat (fand ich merkwürdig)
Dann haben wir einen schleimlösenden, bronchenerweiternden Hustensaft bekommen..denn es könnte doch auch sein, dass die Bronchitis nichts mit dem Ausschlag zu tun hat und es wäre wohl auch nicht bedenklich, wenn es mehrere Wochen dauert (ich hatte nämlich geäußert, dass ich Angst habe, dass es chronisch wird)

Sollen jetzt den Brei weglassen und HA Nahrung geben (haben vorher die normale genommen, weil bei uns in der Familie bei niemandem Allergien vorkommen)..zusätlich sollen wir Sinlac Brei von Beba füttern.

Jetzt bin ich zu Haus angekommen und hab mir mal die Zusammensetzung des Sinlac Breis angeguckt.
Ich verstehe nicht so recht warum wir ihn geben sollen.
1. Besteht er nur aus Zucker
2. Soll er den Milchbrei ersetzen ..soweit sind wir doch noch bei Weitem nicht

Da sie ja von Geburt an Milchnahrung bekommt und bis jezt nie so eine heftige Reaktion hatte, kann man doch eigentlich ausschließen, dass sie auf Kuhmilch reagiert, oder? Und wenn sie auf Kuhmilch reagoeren würde, dann könnte ich doch Gemüsebrei geben?
Ich muss die Ärztin nochmal anrufen deswegen.

zusätzlich sollen wir sie mit Physiogel cremen.

ich werd jetzt erstmal ein paar Tage mit Calendula Tee waschen, weil es wirklich gut geworden ist dadurch und mal mit Ringelblume cremen...dann gucken wir mal was das Weglassen des Breis bringt. Sinlac löst bei mir kein gutes Gefühl aus, ich glaub ich lass es bleiben.
Ich spiele mit dem Gedanken einen Heilpraktiker aufzusuchen.

Was denkt ihr dazu?
revolte mit Zahnlückenpiratin (10/2010), Herr Neunmalklug (10/2012) und Schnecke (05/2016)
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Beikost und Neurodermitis?

Beitrag von jusl »

Hallo revolte,

gut, dass Ihr beim Arzt wart. Das meiste klingt für mich auch plausibel, einige Punkte mag ich gerne kurz kommentieren:
Sie hat gesagt es könnte durchaus sein, dass es eine allergische Reaktion ist, denn die Maus hat auch gerötete, leicht angeschwollene Augen, was ja auch ein zusätzliches Symptom sein kann.
Klingt einleuchtend.
Das Problem wäre wohl, dass sie keinen Allergietest machen kann, weil dise erst ab 1 jahr zugelassen wären :?
Es gibt durchaus schon Allergietests für Babys. Vielleicht kannst Du Dich beim einem (Kinder-)Allergologen danach erkundingen?
Sie sagte, dass Babys im ersten Jahr oft ND ähnliche Hautausschläge haben, die dann einfach verschwinden und dass es nicht gleich ND sein muss.
Stimmt. (und eben dies wollte ich mit meinen vorherigen Postings zum Ausdruck bringen, bei denen Giraeffchen so tapfer mehrmals nachfragte ;-))
Sollen jetzt den Brei weglassen und HA Nahrung geben (haben vorher die normale genommen, weil bei uns in der Familie bei niemandem Allergien vorkommen)..zusätlich sollen wir Sinlac Brei von Beba füttern.
Diese Maßnahme leuchtet nicht so ganz ein - sollte tatsächlich eine Kuhmilchallergie vorliegen, verbessert HA-Nahrung die Symptome NICHT. HA-Nahrung darf an kuhmilchallergische Babys NICHT verfüttert werden. Die Sinnhaftigkeit der Gabe von HA anstelle von herkömmlicher Pre wird ausschließlich als PRÄVENTIONSmaßnahme diskutiert, jedoch nicht als therapeutische Maßnahme.
Mit anderen Worten: "hinterher", also NACH Ausbruch mutmaßtlicher Allergiesymptome, macht der Wechsel von herkömmlich auf HA auch keinen Sinn mehr, denn Kuhmilchallergene enthalten BEIDE Milchen.
Dementsprechend macht auch die Gabe von Sinlac-Brei u.ä. Produkten (kuhmilch-, soja-, weizenfrei) KEINEN Sinn, so lange noch Kuhmilcheiweiß als verdächtiges Allergen in Form von Flaschenmilch weiterhin zugeführt wird.
Kurz: wird Kuhmilch als Allergieauslöser verdächtigt, muss Kuhmilch VOLLSTÄNDIG gemieden werden (hierzu ist Spezialnahrung, sog. Vollhydrolysat, aus der Apotheke als Milchersatz notwendig, und als Breipulver könnte z.B. das Sinlac zum Einsatz kommen).
Da sie ja von Geburt an Milchnahrung bekommt und bis jezt nie so eine heftige Reaktion hatte, kann man doch eigentlich ausschließen, dass sie auf Kuhmilch reagiert, oder?
Nein, ist nicht ausgeschlossen. Allergien und andere Unverträglichkeiten können sich auch erst im Laufe der Zeit entwickeln.

Und wenn sie auf Kuhmilch reagoeren würde, dann könnte ich doch Gemüsebrei geben?
Mindestens im ersten Lebensjahr brauchen Babys unbedingt Milch. Gemüsebrei kann nicht ANSTATT Milch gegeben werden, nur zusätzlich bzw. anstelle von EIN bis ZWEI Milchflaschen am Tag. Nichtgestillte Babys, die keine Kuhmilch vertragen, müssen entsprechenden MILCHersatz bekommen, entweder Säuglingsmilch auf Basis ANDERER tierischer Eiweiße wie z.B. Stute, Schaf, Ziege, oder falls das auch nicht geht: oben erwähntes Vollhydrolysat. Nach dem ersten Geburtstag, besser erst nach dem zweiten, ist eine komplett MILCHFREIE Ernährung möglich, idealerweise sollte man sich dabei in einer Ernährungsberatung helfen lassen, insb. falls sich noch weitere Unverträglichkeiten entwickeln sollten.

LG;
Julia
Benutzeravatar
revolte
alter SuT-Hase
Beiträge: 2630
Registriert: 12.01.2011, 21:28
Wohnort: Mainz

Re: Beikost und Neurodermitis?

Beitrag von revolte »

jusl hat geschrieben: Mindestens im ersten Lebensjahr brauchen Babys unbedingt Milch. Gemüsebrei kann nicht ANSTATT Milch gegeben werden, nur zusätzlich bzw. anstelle von EIN bis ZWEI Milchflaschen am Tag. Nichtgestillte Babys, die keine Kuhmilch vertragen, müssen entsprechenden MILCHersatz bekommen, entweder Säuglingsmilch auf Basis ANDERER tierischer Eiweiße wie z.B. Stute, Schaf, Ziege, oder falls das auch nicht geht: oben erwähntes Vollhydrolysat. Nach dem ersten Geburtstag, besser erst nach dem zweiten, ist eine komplett MILCHFREIE Ernährung möglich, idealerweise sollte man sich dabei in einer Ernährungsberatung helfen lassen, insb. falls sich noch weitere Unverträglichkeiten entwickeln sollten.

LG;
Julia
Ja, also ich meinte auch nicht ausschließlich Milch durch Gemüsebrei ersetzen..aber wenn es eine Kuhmilchunverträglichkeit wäre, dann müsste ich ja eher die HA Nahrung weglassen oder durch eine andere ersetzen (war auch mein Gedanke und anstelle des Milchbreis das Sinlac geben), könnte aber Mittags z.Bsp Gemüse anbieten und Obst o.Ä.
Ich soll aber auf das Gemüse verzichten und anstelle des Gemüsebreis Sinlac geben, deswegen bin ich so verwirrt. Das ergibt für mich nämlich auch keinen Sinn.
Also ich denke, eine zweite Meinung schadet nicht, es ist nur immer soooo schwer an gute Ärzte zu gelangen. *seufz*
revolte mit Zahnlückenpiratin (10/2010), Herr Neunmalklug (10/2012) und Schnecke (05/2016)
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Beikost und Neurodermitis?

Beitrag von jusl »

Ja, also ich meinte auch nicht ausschließlich Milch durch Gemüsebrei ersetzen..aber wenn es eine Kuhmilchunverträglichkeit wäre, dann müsste ich ja eher die HA Nahrung weglassen oder durch eine andere ersetzen (war auch mein Gedanke und anstelle des Milchbreis das Sinlac geben), könnte aber Mittags z.Bsp Gemüse anbieten und Obst o.Ä.
Ja, das ist richtig.
Ich soll aber auf das Gemüse verzichten und anstelle des Gemüsebreis Sinlac geben, deswegen bin ich so verwirrt. Das ergibt für mich nämlich auch keinen Sinn.
Vielleicht vermutet Deine Ärztin ja auch Unverträglichkeiten beim Obst und Gemüse? Frag da am besten noch mal nach.
Ansonsten ist der Sinlac-Brei selbstverständlich nicht notwendig: kuhmilchallergische Babys können einfach neben ihrem vollhydrolysierten Milchersatz die normale Beikost bekommen, auch ohne spezielle Breipulver.

LG;
Julia
Benutzeravatar
revolte
alter SuT-Hase
Beiträge: 2630
Registriert: 12.01.2011, 21:28
Wohnort: Mainz

Re: Beikost und Neurodermitis?

Beitrag von revolte »

Ja komisch..
hm..vielleicht versucht sie es erstmal durch ausschlussverfahren...

sie ist übrigens auch kinder allergologin..steht zumindest auf der HP :/
revolte mit Zahnlückenpiratin (10/2010), Herr Neunmalklug (10/2012) und Schnecke (05/2016)
Captainsparrow

Re: Beikost und Neurodermitis?

Beitrag von Captainsparrow »

Da bei meinem Kind durch Kuhmilcheiweiß Schübe ausgeöst werden, geb ich keine Sahne ins Badewasser, sondern ganz normale babyprodukte für sensible Haut.
Ich hoffe dass beim Absetzen des Singulair die ND jetzt nicht schlimmer wird, kann aber natürlich sein. Wir geben Singulair nur bei starken Schüben, unsere Basispflege ist momentan Linola Fett und Bedan.
Benutzeravatar
revolte
alter SuT-Hase
Beiträge: 2630
Registriert: 12.01.2011, 21:28
Wohnort: Mainz

Re: Beikost und Neurodermitis?

Beitrag von revolte »

Sooo... ich berichte mal wie die momentane Lage ist..
Wir haben jetzt mit dem Brei aufgehört und die Maus bekommt weiterhin nur Milch.
Haben zuerst mit ner fetten Ringelblumensalbe gecremt, davon wurde es aber irgendwie nur schlimmer :/ ..die Stellen trockneten total aus und das Gesicht war irgendwie "verhornt"..
Dann habe ich einfach Kaufmanns Creme aufs Gesicht geschmiert, jetzt ist das Gesicht ohne jegliche Irritation... der Körper ist schon noch ziemlich mitgenommen, haben heute Physiogel gekauft, mal sehen was es gibt.
Also es scheint wirklich an der Beikost gelegen zu haben...
revolte mit Zahnlückenpiratin (10/2010), Herr Neunmalklug (10/2012) und Schnecke (05/2016)
feuerdrache
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7813
Registriert: 08.07.2010, 14:11
Wohnort: Österreich

Re: Beikost und Neurodermitis?

Beitrag von feuerdrache »

Alles Liebe Deiner Maus
Antworten

Zurück zu „Beikost und Familientisch“