Familienbett, Umzug, Geburt 2. Kind..

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Solenne
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Familienbett, Umzug, Geburt 2. Kind..

Beitrag von Solenne »

Hallo ihr Lieben!
Ich überlege seit längerem hin und her, wie es bei uns weitergehen soll.
Mein Sohn hat schon immer bei uns geschlafen, mal zwischen uns, mal neben mir, mal im Balkon. Inzwischen hat er ein Kinderbett, das an drei Seiten "geschlossen" ist und mit der offenen Seite an mein Bett grenzt. Er schläft abends zur Zeit meist an der Brust ein, bzw. ich still ihn, bis es wehtut (passiert leider häufiger zur Zeit, vermutlich durch die fortgeschrittene Schwangerschaft), docke ihn ab, er dreht sich um und schläft. Meistens liegt er dabei in der Bettmitte, in letzter Zeit aber auch oft schon in seinem Bett. Wenn nicht, lege ich ihn rüber in sein Bett, wenn ich ins Bett gehe. Er schläft vom Einschlafen (zwischen 8 und halb 9) bis irgendwann zwischen 5 und halb 7. Normalerweise will er dann stillen und steht dann auf, heute morgen wollte er zum ersten Mal nur kuscheln, ist dann aufgestanden und wollte kurz später ein Brot. Überhaupt hat er das Stillen stark reduziert, mittags zum Einschlafen will er nicht mehr Stillen, sondern ich singe ihn in den Schlaf. Auch sonst will er tagsüber fast gar nicht mehr stillen. Aber gut, ich schweife ab, das ist gar nicht das Thema..
Für mich stand immer fest, solange ich meinen Sohn nachts stille, bleibt sein Bett, wo es ist. Aber was nun?
In 2 Wochen werden wir umziehen, in der neuen Wohnung wird er ein eigenes Zimmer haben (das allerdings nur 10qm groß ist). Nun wird von allen Seiten davon ausgegangen, dass er dann ja wohl auch in dem Zimmer schlafen wird.
Anfang Juli werde ich das zweite Kind bekommen, gut drei Monate nach dem Umzug also.
Mir gehen so viele Fragen durch den Kopf, ich versuch's mal, klar aufzuschreiben:
1. Würde mein Sohn in seinem Nachtschlaf durch das Baby gestört werden? Wenn ja, wie schlimm wäre das? Im Zweifelsfall zwei heulende Kinder?
1b. Wäre es dann besser, wenn er vorher schon nicht mehr bei uns schläft? Ich möchte jedenfalls nicht, dass er dann auf einmal alleine in seinem Zimmer schlafen soll und alle anderen zusammen im Schlafzimmer. Das kann einfach nicht gut bei ihm ankommen, oder?
2. Ist ein Umzug für einen 2jährigen nicht schon Umstellung genug? Sollte er sich dann auch noch damit abfinden müssen, nicht mehr bei uns schlafen zu dürfen?
2b. Wäre das überhaupt so ein großes Drama für ihn? Er möchte inzwischen, dass wir beide bei ihm sind, bis er schläft. Früher war immer nur ich da, nun ist Papa viel wichtiger geworden als früher mal und muss für ihn singen und darf sich danach nicht rausschleichen, bevor er wirklich schläft.. Macht auf mich nicht den Eindruck, als wolle er alleine schlafen..
Eigentlich möchte ich nichts ändern, was für alle gut funktioniert, nur weil es vielleicht zukünftig nicht mehr so toll sein KÖNNTE. Auf der anderen Seite steht dieses "normale", das Kinder ja eigentlich in unserer Kultur in ihrem eigenen Zimmer schlafen, und diese Erwartungshaltung, das wir diese "Chance" des Umzugs nutzen sollten.
Ich hoffe, das war jetzt nicht alles zu wirr..
Wie sind denn eure Erfahrungen zu dem Thema so?
Mama vom Großen [12/08], der Mittleren [07/11] und der Kleinen [04/14]..
schokoliebe
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Re: Familienbett, Umzug, Geburt 2. Kind..

Beitrag von schokoliebe »

Also umgezogen sind wir zwar nicht vor der Geburt von Nr.2, aber die frage nach dem Ausquartieren war auch da.
Es lief so ab wie bei Euch: Sein Bett stand neben unserem, er wurde einschlagestillt (seit Monaten schwangerschaftsbedingt trocken) und rollte kurz vor oder nach dem Einschlafen in sein Bett rüber.
Ich wollte ihn weiter bei uns im Zimmer schlafen lassen und sein Bett entweder an die Seite meines Mannes umschieben, oder an die Wand stellen. Mein Mann war eher für Ausquartieren.
Letztlich gab ein Gespräch mit meiner (sehr lieben) Hebamme den Ausschlag. Sie war der Meinung, er wirke mit seinen 2 Jahren auf sie sehr selbständig und wir sollten ihn "groß werden" lassen.
Also haben wir ihn erst innerhalb von 2 Tagen abgestillt (das ist aber ein anderes Thema, und inzwischen stillen wir doch tandem) und dann ein paar Tage später sein Bett in sein Zimmer rübergestellt. Und was soll ich sagen- für uns Eltern war es sehr traurig dass er nicht mehr bei uns schläft, aber er war begeistert. Jetzt gibt es Einschlafbegleitung in seinem Zimmer.
Und selbst wenn er krank ist, er möchte auf keinen fall mehr bei uns im Bett schlafen.
Auch die Ankunft der Schwester, die natürlich bei uns schläft, hat daran nichts geändert.
Letztlich bin ich sehr froh dass es so gut geklappt hat, offensichtlich durfte er lang genug bei den Eltern schlafen und jetzt ist es gut.

Ich denke wenn wir umgezogen wären hätte ich es auch versucht, sein Bett ins neue Zimmer zu stellen.
Wenn er es nicht akzeptieren würde könnte er ja immer noch ins Elternschlafzimmer umziehen.

Wünsche Euch jedenfalls dass Ihr eine gute Lösung findet!
Söhnchen 10/2008
Töchterchen 12/2010
schokoliebe
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Re: Familienbett, Umzug, Geburt 2. Kind..

Beitrag von schokoliebe »

Ach so: wegen des "Normalen" in unserer Kultur würde ich mir keine Gedanken machen.
Schon weil du solange stillst fällst du ja aus dem "Normalen" raus...
Hauptsache Euch geht es gut!
Söhnchen 10/2008
Töchterchen 12/2010
Julez
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Re: Familienbett, Umzug, Geburt 2. Kind..

Beitrag von Julez »

Hey, ich versuche mal deinen Fragrn aus meiner Sichtweise zu beantworten:
1. Würde mein Sohn in seinem Nachtschlaf durch das Baby gestört werden? Wenn ja, wie schlimm wäre das? Im Zweifelsfall zwei heulende Kinder?
-Also, dass kommt auf das Kind an. Mein Großer wird davon nicht wach und lässt sich gar nicht stören. Schlafen alle zusammen in einem Zimmer und in einem Bett!Aber selbst wenn deiner davon aufwacht, ich glaube dann nur weil es ein ungewohntes Geräusch ist und dann nur solange bis er sich daran gewöhnt hat. Schaden wird das nicht.

1b. Wäre es dann besser, wenn er vorher schon nicht mehr bei uns schläft? Ich möchte jedenfalls nicht, dass er dann auf einmal alleine in seinem Zimmer schlafen soll und alle anderen zusammen im Schlafzimmer. Das kann einfach nicht gut bei ihm ankommen, oder?
-Wenn ihr ihn aus dem Zimmer ausquatieren wollt, dann auf jeden Fall schon jetzt anfangen- weil sonst sieht er das in einem negativen zusammnehang mit dem Baby und das wäre ganz doof!Mein Großer ist ein jahr später immernoch Eifersüchtig und haben noch immer daran zu knabbern. Obwohl er auch bei uns Im Bett schläft!

2. Ist ein Umzug für einen 2jährigen nicht schon Umstellung genug? Sollte er sich dann auch noch damit abfinden müssen, nicht mehr bei uns schlafen zu dürfen?
- So ein Umzug ist natürlich immer eine Umstellung, für jeden aber aus unserer Erfahrung ist das nur föderlich. Bei jedem Umzug den wir gemacht haben(3stk) hat der Große einen Entwicklungsschritt gemacht1Ist natürlich nicht bei jedem so und es ist auch absolute Typsache wie ein Umzug verarbeitet wird.

2b. Wäre das überhaupt so ein großes Drama für ihn? Er möchte inzwischen, dass wir beide bei ihm sind, bis er schläft. Früher war immer nur ich da, nun ist Papa viel wichtiger geworden als früher mal und muss für ihn singen und darf sich danach nicht rausschleichen, bevor er wirklich schläft.. Macht auf mich nicht den Eindruck, als wolle er alleine schlafen..
Eigentlich möchte ich nichts ändern, was für alle gut funktioniert, nur weil es vielleicht zukünftig nicht mehr so toll sein KÖNNTE. Auf der anderen Seite steht dieses "normale", das Kinder ja eigentlich in unserer Kultur in ihrem eigenen Zimmer schlafen, und diese Erwartungshaltung, das wir diese "Chance" des Umzugs nutzen sollten.

-Da solltet ihr einfach nach eurem Bauchgefühl und auf euren Sohn hören. Er wir euch schon deutlich sagen wenn er nicht allein in seinem neuen Zimmer schlafen möchte und nachdem kann man dann handeln. Oder aber er sagt das er Groß ist und alleine schlafen möchte. Bietet ihm das doch in der neuen Wohnung an und versucht es mal, wenn es für euch oder für den großen nicht gut ist dann kann man ja alles wieder ändern!
Und um die Umwelt würde ich mir keine Gedanken machen-es ist euer Kind und wenn es für euch und euren Sohn so gut ist wie es ist dann ist das doch toll!


Ich wünsche euch einen guten Start in der neuen Wohnung und noch eine schöne Schwangerschaft!


P.S. Wir haben ein gemeinsames Schlafzimmer mit den Kinder zusammen, die Kinder haben ein Spielzimmer und das zweite Kinderzimmer haben wir kurzer habd zu unserem Büro gemacht!

Lg Julez
Muma mit BrüllLöwe( 06.2008) und Quengelmonster(02.2010) MauselinenPüppi(07.2013)
Schlüpfling (11.2020>
Solenne
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Re: Familienbett, Umzug, Geburt 2. Kind..

Beitrag von Solenne »

Vielen Dank schonmal für eure Antworten!

Schokoliebe, mit dem Argument "ihn groß werden zu lassen" kriegt man mich so gar nicht. Das erinnert mich zu sehr an den Ausspruch meiner Schwägerin, wer Kinder länger als die ersten Wochen bei sich schlafen lasse, wolle doch nur selber kuscheln und nähme seinem Kind die Selbstständigkeit. Klar, es geht hier nicht mehr um ein Baby, sondern um ein Kleinkind. Aber trotzdem hat das Argument für mich einen negativen Beigeschmack.
Ich halte meinen Sohn nicht auf, wenn er etwas möchte (es sei denn, es ist wirklich zu gefährlich), und ich ermutige ihn zu Dingen, die er meiner Meinung nach kann. So könnte ich das wohl auch mit dem Einschlafen ausprobieren, und gucken was er sagt.

Das mit dem "Normalen" meinte ich nur, weil es irgendwie ja doch in einem steckt. Geht mir zumindest so. Und dann frage ich mich oft, ob ich jetzt etwas möchte "weil man es halt so macht" und es vom Großteil des Umfelds erwartet wird, oder ob ich es wirklich für richtig halte, bzw. ob es mein eigenes Bedürfnis (oder das meines Kindes) ist, oder das "Übliche", "Erwartete" und ich glaube, es aus irgendeinem Grund eben machen zu müssen.

Julez, was du schreibst, macht mir Mut. Wenn mein Sohn schläft, schläft er eigentlich inzwischen auch. Ich könnte mir also gut vorstellen, dass er sich wirklich an die neuen Geräusche nachts gewöhnt und dann weiterschläft. Zumal er als kleines Baby wenig geweint hat nachts. Wenn Nr. 2 da ähnlich ist, wird es ja gar nicht so laut..

Gestern Abend, als ich ins Bett gegangen bin, war mein Sohn gerade relativ wach (hat gegähnt) und hat dadurch mitbekommen, dass ich reingekommen bin, wollte dann erstmal kuscheln, ist aber innerhalb kürzester Zeit (1-2 Minuten) wieder eingeschlafen. Ein paar Stunden später ist er aufgewacht, hat mich nicht gleich gesehen und saß auf allen Vieren im Bett und hat mich gerufen.
Mein Bauchgefühl sagt mir, er findet es schöner, bei uns zu sein nachts. Und da es uns nicht stört..
Ich habe ausserdem nochmal überlegt, wie man die Möbel denn stellen könnte, und sein kleines Zimmer wäre doch sehr voll, wenn sein Bett auch noch dort untergebracht werden müsste. Da müssten wir wohl eher ein Hochbett kaufen. Es soll dann ja auch das Spielzimmer für beide Kinder werden.
Ich denke, wir werden sein Bett beim Umzug direkt an unser Fußende stellen. Dann wird er nicht "verdrängt", wenn wir für das Baby den Balkon anbauen wollen. Und vielleicht kaufen wir dann einfach irgendwann ein Hochbett fürs Kinderzimmer, und wenn er will, kann er dann dort schlafen, oder eben weiter bei uns. Mir gefällt ja das Modell mit 2 Kinderzimmern, eins zum Schlafen, eins zum Spielen. Und das Modell ein Schlafzimmer für alle hat doch auch was :wink:
Ich sprech das Thema wohl auch nochmal bei uns im Stillcafé an. Ich weiß, dass eine der beiden Stillberaterinnen mit allen 5 Kindern gemeinsam im Schlafzimmer geschlafen hat. Muss ein großer Raum gewesen sein, bei so vielen Betten.. :wink: Sie kann mir bestimmt auch etwas dazu erzählen, wie das mit der Geräuschkulisse war, bei ihr ist ja dann 4mal ein neues Baby dazugekommen..
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schokoliebe
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Re: Familienbett, Umzug, Geburt 2. Kind..

Beitrag von schokoliebe »

Ja, das mit dem "Groß werden lassen" kann auch negative Gedanken hervorrufen wenn man es als Vorwurf auffasst dass man der Entwicklung seines Kindes im Weg steht. Ich finde es ist gar nicht so leicht zu merken wann der richtige Zeitpunkt für bestimmte
Veränderungen gekommen ist. Und ich habe auch gar nicht erwartet dass das Ausquartieren bei uns so gut klappen würde.

Wegen Geräuschpegel: unsere Kleine weint nachts eigentlich nie, denn sie schläft prima und wenn sie doch mal nachts Hunger bekommt und unruhig wird merke ich es ja gleich. Manchmal weint sie aber vor dem Einschlafen, und da die Türen offen sind kann man sie im Kinderzimmer auch gut hören, das stört den Großen aber gar nicht.
Söhnchen 10/2008
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Solenne
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Re: Familienbett, Umzug, Geburt 2. Kind..

Beitrag von Solenne »

Wollte mich hier nochmal melden, weil ich mir nochmal ein paar Gedanken gemacht habe.
Mein Sohn hat im Moment insgesamt eine Phase, in der niemand weggehen soll (Papa nicht zur arbeit oder renovieren in der neuen Wohnung, ein Freund der Familie abends nicht nach Hause..). Davon unabhängig ist es immernoch so, dass meine Anwesenheit abends Pflicht ist als Einschlafbegleitung, der Papa durfte gestern Abend zum ersten Mal seit längerem ohne Protest ins Wohnzimmer zum Besuch gehen. Wenn mein Sohn aufwacht, erwartet er, dass ich anwesend bin. Klar, er kennt es nicht anders, bzw. er weiß, dass er mich dann normalerweise im Wohnzimmer oder auf der Toilette findet, aber er kennt es nur so, dass ich neben ihm schlafe ab irgendwann in der Nacht. Für mich ist aber sehr offensichtlich, dass er es auch so möchte, denn wenn ich nicht da bin, ruft oder weint er (oder kommt ins Wohnzimmer oder Bad gelaufen, um mich zurückzuholen). Wir hatten es schon häufiger, dass er mich im Bett "übersehen" hat, da saß er dann jedesmal sofort senkrecht und hat sich beschwert.
Deswegen habe ich mich jetzt wirklich klar entschieden: er möchte bei uns schlafen, wir haben nichts dagegen, also wieso sein Bett in sein Zimmer stellen? Wie es dann mit Baby ist, werden wir sehen, das wird sich - wie alles andere bisher - schon einspielen.
Und: klar könnte es sein, dass er es auch akzeptieren würde, wenn wir in Ausquartieren würden. Aber warum sollen wir? Eigentlich gibt es da als Begründung für mich nur, dass es in unserer Kultur so gemacht wird. Einen anderen Grund kann ich gerade nicht erkennen. Und da das für mich kein Grund ist, werde ich jetzt aufhören, darüber nachzudenken :wink:
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Re: Familienbett, Umzug, Geburt 2. Kind..

Beitrag von Kinsale »

Hallo Solenne!

Du hast Dich ja nun schon entschieden, das ist super! Das hört sich für mich auch sehr stimmig an, das Bauchgefühl muss ja bei Euch stimmen. Egal was "man" macht.

Daher lasse ich das, was ich zuerst schreiben wollte stecken und wünsche Euch weiterhin so schönes zusammen schlafen!

Liebe Grüße!
Kinsale
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