Stillen anno ...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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kiska
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Re: Stillen anno ...

Beitrag von kiska »

würde gern wissen, ab wann das stillen nach bedarf empfohlen wurde :D

in anderen ländern wurde schon mit 3 monaten suppe oder in tee eingeweichtes brot gegeben, wundert mich grade, dass es schon so früh die empfehlungen fürs vollstillen bis zum 6. monat gegeben hat. das haben bestimmt onkel hipp und tante alete geändert :roll:
Annabell 08/10
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Latascha
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Re: Stillen anno ...

Beitrag von Latascha »

Oh wow. So Bücher find ich auch total spannend und faszinierend.
Ist einfach ein Bereich, über den man so gut wie nichts mehr weiß.
Bitte mehr!!
Liebe Grüße
Latascha
mit Munchkin (09/10) und Monkey (09/13)

ClauWi Trageberaterin
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Latascha
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Re: Stillen anno ...

Beitrag von Latascha »

Mist, vergessen...

Stillgeld fänd ich auch ne prima Sache und ein extra Zuschlag fürs Tragen. Wobei der Staat könnte meinetwegen dann direkt DD-Gutscheine ausstellen 8)
Liebe Grüße
Latascha
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ClauWi Trageberaterin
inmediasres
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Re: Stillen anno ...

Beitrag von inmediasres »

Sahara hat geschrieben:So wie ich das hier lese, ist das eine allgemeine EMPFEHLUNG.
Hallo,

nein, das war keine Empfehlung. Mit Empfehlungen hatten die es damals nicht so. Das waren klare Anweisungen, die man zu befolgen hatte.

"Die Erziehung des Kindes beginnt schon in der Wiege, sofern man die Gewöhnung an das Innehalten einer bestimmten Zeitordnung bei den Mahlzeiten als Erziehung bezeichnen will. Die Kinder sollen trinken, wann es Zeit ist, aber nicht, wann es ihnen paßt. Gesunde Brustkinder stellen sich von allein so ein, daß sie etwa alle 4 Stunden Nahrung verlangen. Man halte hieran möglichst fest und scheue sich nicht, die Kinder zu den Mahlzeiten zu wecken, da es in der Tat sehr wichtig ist, daß die Nahrungszufuhr eine geregelte ist."
aus: Lehrbuch der Wöchnerinnen- Säuglings- und Kleinkinderpflege für Pflegerinnen, Schwestern und Mütter, Prof. Dr. W. Birk und Prof. Dr. A. Mayer, Verlag Ferdinand Enke, Stuttgart, 1930

LG
Karin
inmediasres
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Re: Stillen anno ...

Beitrag von inmediasres »

Halo.
kiska hat geschrieben:würde gern wissen, ab wann das stillen nach bedarf empfohlen wurde :D
Ich schätze mal, das war in den 1980ern. Die letzten derartigen Empfehlungen galten ca 150 Jahre zuvor für Neugeborene.

"Sind Mutter und Kind gesund, so daß die erste hinlängliche Fülle an Milch, und das Kind Bedürfniß und Kraft zum Trinken hat, so kommt das Geschäft des Stillens leicht in die gehörige Ordnung, die Mutter richtet sich nach dem natürlichen Bedürfniß des Kindes, und läßt es, so oft es will, sich satt trinken.
An eine bestimmte Ordnung ist daher in den ersten Wochen nach der Geburt noch nicht zu denken. Das Kind kann nicht viel Nahrung auf einmal nehmen, bedarf aber eben deswegen, und um zu der naturgemäßen schnellen Ausbildung seines Körpers Stoff und Kräfte zu erlangen, eines öftern und schnellen Ersatzes. Die Mutter reiche daher dem Kinde die Brust so oft es erwacht, und durch Unruhe und Greifen nach der Brust sein Bedürfniß zu erkennen gibt. Nie muß aber das Kind durch zu häufiges Anlegen zum Trinken gezwungen, oder das Darreichen der Brust bei schreienden Kindern, auch wenn sie eben gesättigt sind, als Beruhigungsmittel angewendet werden, weil dadurch nur Ueberladung des Magens, Erbrechen, gestörte Verdauung und Kränklichkeit des Kindes veranlaßt wird."
aus: Taschenbuch für Mütter über die physische Erziehung der Kinder in den ersten Lebensjahren und über die Verhütung, Erkenntniß und Behandlung der gewöhnlichen Kinderkrankheiten, Adolph Menke, K. Bayer. Hofrath u. Professor der Medicin in Erlangen, 2. Auflage, Friedrich Wilmans Verlagshandlung, Frankfurt am Main, 1832
kiska hat geschrieben:in anderen ländern wurde schon mit 3 monaten suppe oder in tee eingeweichtes brot gegeben, wundert mich grade, dass es schon so früh die empfehlungen fürs vollstillen bis zum 6. monat gegeben hat. das haben bestimmt onkel hipp und tante alete geändert :roll:
Mit Verurteilung der Industrie macht man es sich hier zu einfach. Zum einen muss man sehen, dass die Anweisungen bzgl des Stillens vielen das Erreichen einer erfolgreichen Stillzeit unmöglich gemacht haben. Dazu kommen regionale Unterschiede in der Stilltradition (in Bayern wurde schon seit Ewigkeiten kaum bis gar nicht gestillt, in Norddeutschland waren die Stillquoten sehr hoch und die durchschnittliche Stilldauer relativ lang - schätzungsweise 18 Monate im Osnabrücker Land im 18.-19. Jhdt)

Ganz außerordentlich wichtig ist auch zu beachten, dass die Worte damals eine andere Bedeutung gehabt haben können als heute. Der Kontext, die Lebensumstände und das Verständnis körperlicher Vorgänge waren teilweise konträr zu unserem heutigen Standpunkt. Für mich wird das am deutlichsten beim Naturbegriff. Heute ist für uns "natürlich", was aus der Natur kommt, also ohne Eingriffe des Menschen. Das war damals nicht so. Wunderbar deutlich wird das an dem Titel eines Schriftstücks von L. Besser aus dem Jahr 1853: "Die Benutzung der ersten Lebenstage des Säuglings zu dessen Eingewöhnung in eine naturgemäße Lebensordnung".
Es wurde als natürlich angesehen, was eine Regelmäßigkeit hatte. Schlafen zu bestimmten Zeiten, Essen zu bestimmten Zeiten, eine bestimmte Menge an Essen oder auch "geregelte" (man beachte dieses Wort genau) Verdauung. Klistiere wurden schon bei Babies häufig verwendet.

LG
Karin
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mayra
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Re: Stillen anno ...

Beitrag von mayra »

Wollte nur mal kurz melden, dass unser Laptop kaputt ist und es etwas dauert, bis ich wieder was schreiben kann... :(
mayra mit Schlawiner 07/08 und Lockenkopf 07/10
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Latascha
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Re: Stillen anno ...

Beitrag von Latascha »

Oh, wie ärgerlich! Ich hoffe es ist leicht zu richten.
Liebe Grüße
Latascha
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ClauWi Trageberaterin
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