Frage zur Milchbildung
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Petra40
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Frage zur Milchbildung
Ich habe mal eine fachliche Frage zur Milchbildung: Bin gerade auf Folgendes gestoßen:
"Je leerer die Brust ist, desto schneller versucht sie sich wieder zu füllen - ähnlich wie ein automatischer Eisbereiter. Hartmann sagt, dass die Rate der Milchsynthese bei Frauen zwischen 11 und 58 ml/Stunde/Brust variiert. Leere Brüste bilden Milch schneller als volle. Wenn die Brust regelmäßig und gänzlich entleert wird, ist die Milchsynthese uneingeschränkt."(Quelle: http://community.rabeneltern.biz/thread ... tid=102241)
Was mir jetzt nicht ganz klar ist: Wird die Milchbildung eher durch die Häufigkeit des Anlegens oder durch die getrunkene Menge (habe was von 76% bzw. der Faustregel "80:20-Verhältnis" gelesen in demselben Beitrag) beeinflusst? Und wie erklärt sich in dem Zusammenhang die (durch meine Erfahrung bestätigte) Aussage, dass auch das Nuckeln des Babys an der Brust die Milchbildung anregt?
"Je leerer die Brust ist, desto schneller versucht sie sich wieder zu füllen - ähnlich wie ein automatischer Eisbereiter. Hartmann sagt, dass die Rate der Milchsynthese bei Frauen zwischen 11 und 58 ml/Stunde/Brust variiert. Leere Brüste bilden Milch schneller als volle. Wenn die Brust regelmäßig und gänzlich entleert wird, ist die Milchsynthese uneingeschränkt."(Quelle: http://community.rabeneltern.biz/thread ... tid=102241)
Was mir jetzt nicht ganz klar ist: Wird die Milchbildung eher durch die Häufigkeit des Anlegens oder durch die getrunkene Menge (habe was von 76% bzw. der Faustregel "80:20-Verhältnis" gelesen in demselben Beitrag) beeinflusst? Und wie erklärt sich in dem Zusammenhang die (durch meine Erfahrung bestätigte) Aussage, dass auch das Nuckeln des Babys an der Brust die Milchbildung anregt?
- claudia820
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Frage zur Milchbildung
Bin keine Stillberaterin, aber wird der Großteil der Milch nicht während dem Stillen gebildet?
und gerade am Anfang kommt beim Baby beim Nuckeln immer auch Milch (Nuckeln ohne Milch müssen sie erst lernen), also Angebot und Nachfrage
Ausserdem sind alle Babys anders, manche brauchen nur 5 Minuten und andere trinken eine halbe Stunde oder Stunde
und gerade am Anfang kommt beim Baby beim Nuckeln immer auch Milch (Nuckeln ohne Milch müssen sie erst lernen), also Angebot und Nachfrage
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Petra40
- hat viel zu erzählen
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Re: Frage zur Milchbildung
Ja, aber wenn nur kurz genuckelt wird, kann das Baby ja nicht 76 % der Milchmenge abnehmen ... Irgendwie muss ja die Relation zwischen Häufigkeit und Umfang der Mahlzeiten passen.claudia820 hat geschrieben:und gerade am Anfang kommt beim Baby beim Nuckeln immer auch Milch (Nuckeln ohne Milch müssen sie erst lernen), also Angebot und Nachfrage
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jusl
- Jusl Almighty
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Re: Frage zur Milchbildung
Hallo Petra,
in dem verlinkten Text ist die Milchbildung nur sehr schematisch und vereinfacht dargestellt. Es spielen eine Vielzahl weiterer Faktoren mit hinein, die dort gar nicht erwähnt sind (z.B. sind die hormonellen Abläufe und damit Unterschiede zwischen "Baby 1 Woche alt" und "Baby 1 Jahr alt" RIESIG).
Gesichert ist: Häufiges Anlegen ist definitiv wichtig für den Stillerfolg (aber hier ist die Streubreite wieder sehr groß: manche Frauen bauchen 12 maliges Stillen, um die Milchproduktion in der Menge aufrecht zu erhalten, andere nur 5). Ebenso wichtig ist effektives (nicht unbedingt langes!) Saugen. Das Baby muss in der Lage sein, die Brust effektiv zu leeren (denn z.T. erfolgt die Hormonausschüttung über die Stärke (nicht unbedingt Länge!) des Saugreizes. Auch hier ist die Streubreite riesig, und das Alter des Babys spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. Außerdem sein Stillverhalten, sein Bedarf, psychische und physische Gegebenheiten bei der Mutter,...
Und selbstverständlich können Frauen mehr als "11-58 ml pro Stunde" bilden, jedenfalls durchschnittlich. 58 ml - das wären in 24 Stunden rund 1,4 Liter. Meine Zwillinge haben zu Vollstillzeiten zusammen definitiv mehr als 1,4 Liter täglich getrunken, das wäre ja gar nicht gegangen, wenn bei 58 Schluss wäre (und ich zähle zu den 70 A übrigens
)
Auch diese 80:20-Regel ist schön einfach, aber die Realität ist dann doch etwas komplizierter. Selbstverständlich gibt es Situationen, da ist die Brust nach dem Stillen schlichtweg ALLE. Und in dem Moment nachgebildet wird auch nix, denn dafür braucht es neue Milchspendereflexe, und die wollen erstmal wieder ausgelöst sein; dies gelingt manchmal über Weiter-Nuckeln, manchmal ist aber eine kleine Stillpause von etwa 1 Stunde effektiver. Das ist keineswegs dramatisch!.. Genauso gibt es Frauen, die IMMER zum Überproduzieren neigen, was praktisch die ganze Stillzeit über stillberaterische Hilfsmaßnahmen erfordert.
Interessierte mag ich für genauere Infos zu diesem komplexen Thema gerne an Fachliteratur zum Thema verweisen.
LG,
Julia
in dem verlinkten Text ist die Milchbildung nur sehr schematisch und vereinfacht dargestellt. Es spielen eine Vielzahl weiterer Faktoren mit hinein, die dort gar nicht erwähnt sind (z.B. sind die hormonellen Abläufe und damit Unterschiede zwischen "Baby 1 Woche alt" und "Baby 1 Jahr alt" RIESIG).
Ganz klar: BEIDES, und welches WIE SEHR hängt vom Einzelfall ab. Eine Frau mit Körbchen 70 A+ kann - bei völlig problemlosem Vollstillen - garantiert nicht konstant 58ml Milch pro Stunde produzieren - wo soll diese Milch nach vielleicht 7 Stunden Schlafpause sein?? Die Arme müsste ja platzen, das Speichervolumen wäre viel zu klein. Selbstverständlich platzt sie in echt nicht - und zwar weil die Milch eben nicht in konstanten "Raten" produziert wird. Menschen funktionieren dann doch * zum Glück* erheblich komplizierter als die dort zitierten automatischen Eisbereiter.Wird die Milchbildung eher durch die Häufigkeit des Anlegens oder durch die getrunkene Menge [...]beeinflusst?
Gesichert ist: Häufiges Anlegen ist definitiv wichtig für den Stillerfolg (aber hier ist die Streubreite wieder sehr groß: manche Frauen bauchen 12 maliges Stillen, um die Milchproduktion in der Menge aufrecht zu erhalten, andere nur 5). Ebenso wichtig ist effektives (nicht unbedingt langes!) Saugen. Das Baby muss in der Lage sein, die Brust effektiv zu leeren (denn z.T. erfolgt die Hormonausschüttung über die Stärke (nicht unbedingt Länge!) des Saugreizes. Auch hier ist die Streubreite riesig, und das Alter des Babys spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. Außerdem sein Stillverhalten, sein Bedarf, psychische und physische Gegebenheiten bei der Mutter,...
Und selbstverständlich können Frauen mehr als "11-58 ml pro Stunde" bilden, jedenfalls durchschnittlich. 58 ml - das wären in 24 Stunden rund 1,4 Liter. Meine Zwillinge haben zu Vollstillzeiten zusammen definitiv mehr als 1,4 Liter täglich getrunken, das wäre ja gar nicht gegangen, wenn bei 58 Schluss wäre (und ich zähle zu den 70 A übrigens
Auch diese 80:20-Regel ist schön einfach, aber die Realität ist dann doch etwas komplizierter. Selbstverständlich gibt es Situationen, da ist die Brust nach dem Stillen schlichtweg ALLE. Und in dem Moment nachgebildet wird auch nix, denn dafür braucht es neue Milchspendereflexe, und die wollen erstmal wieder ausgelöst sein; dies gelingt manchmal über Weiter-Nuckeln, manchmal ist aber eine kleine Stillpause von etwa 1 Stunde effektiver. Das ist keineswegs dramatisch!.. Genauso gibt es Frauen, die IMMER zum Überproduzieren neigen, was praktisch die ganze Stillzeit über stillberaterische Hilfsmaßnahmen erfordert.
Was genau meinst Du denn mit "Nuckeln"? Ganz zartes, praktisch vakuumfreies, eindeutig nonnutritives Saugen regt die Milchbildung kaum an, siehe oben. Denn hier würde weder Milch entleert, noch gibt's einen starken Saugreiz, höchst ineffektiv also. Allerdings unterscheiden viele problemlos nach Bedarf stillende Babys kaum zwischen "echtem Saugen" und "bloß Nuckeln". Von daher kann man definitiv sagen: Häufiges Nuckeln (= Saugen) an der Brust regt die Milchbildung an, logo.Und wie erklärt sich in dem Zusammenhang die (durch meine Erfahrung bestätigte) Aussage, dass auch das Nuckeln des Babys an der Brust die Milchbildung anregt?
Interessierte mag ich für genauere Infos zu diesem komplexen Thema gerne an Fachliteratur zum Thema verweisen.
LG,
Julia
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Petra40
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Re: Frage zur Milchbildung
Vielen Dank für die Info, Julia! Literatur gerne - was empfiehlst du?
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jusl
- Jusl Almighty
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Re: Frage zur Milchbildung
uff, also die meiste Fachliteratur hab ich mich nur geliehen und nicht griffbereit, so dass ich jetzt sofort nachschauen könnte. "Counseling the Nursing Mother" von J. Lauwers fällt mir da aber spontan ein. Und in "Physiologische Grundlagen der Säuglingsernährung" von der WHO (gutes Buch!) stand definitiv auch was dazu. Ansonsten natürlich empfehlenswerte Fachliteratur für Interessierte: moderne Gynäkologielehrbücher, die sich ausführlich mit Laktogenese / Galaktokinese befassen.
LG
Julia
LG
Julia
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Petra40
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Re: Frage zur Milchbildung
Danke! 
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Petra40
- hat viel zu erzählen
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Re: Frage zur Milchbildung
Das Buch "Counseling the Nursing Mother" sieht ja super aus - aber TEUER!!! 
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jusl
- Jusl Almighty
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Re: Frage zur Milchbildung
Ja, das ist toll. (70 $ = 50 € - ist ganz normaler Preis für ein dickes Fachbuch)