novembersonne hat geschrieben:Nur eben auch das, dass ich will das mein Kind etwas macht nicht um jemand anderem zu gefallen, sondern weil es im reinen mit sich ist....
Das heißt also, ich darf mein Kind nicht mehr anziehen?!
Charlotte ist ja vermutlich nicht mit sich im reinen, wenn ich sie anziehen will - sonst würde sie ja nicht meckern. Also darf ich sie nicht anziehen und loben, denn sonst würde sie es ja nur machen (über sich ergehen lassen), um mir zu gefallen ...
Und Euren Chef hab ihr jedesmal ganz böse angekuckt, wenn er gesagt hat: "Frau Sowieso, die Sache von gestern haben sie prima gemeistert. Der Auftrag ist für uns gesichert. Prima, weiter so." - Klar, ein großes Stück arbeitet man für den Chef und für die Firma. Ein Stück aber auch für sich - sonst gäbs nämlich keine Kohle ...
Also an alle (ganz, ganz seltenen) Chefs, die ihre Mitarbeiter loben - tut es nicht, nie mehr wieder. Kein Mitarbeiter braucht Lob, sonst arbeitet er nur, um anderen zu gefallen ...
ich wollt nur kurz bescheid geben, dass ich grad etwas passiv bin weil ich bis ende der Woche noch einiges arbeiten muss. Aber ich denke, dass ich dann am Wochenende wieder mehr Zeit haben werde
Danke.... wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass Amelie jetzt schon von Fenja genervt ist, da sie nur äussert selten, also fast nie, in Amelies Spielgeschehen eingreift, das kann sie noch nicht.
Ich kann mir eher vorstellen, dass Amelie sie ärgert, weil Fenja a u c h Aufmerksamkeit bekommt und das nicht wenig, aber sie macht es oft nicht mit Absicht, sie will mit ihr Spielen, aber das ist manchmal arg grob....
@ Heike
Oh, von der Sorte Mama bin ich momentan aber auch (noch?).
Wenn Amelie mit ihrer Wasserflasche alles nass macht, kann ich das auch nicht leiden. Den positiven Teil kann ich dann meist nicht sehen.
Aber wie damit umgehen? Sie macht dann meist alles mögliche nass; das ist mir aber ne arge Sauerei, wenn ich ehrlich bin
Liebe Grüße von der Ringelsocke mit 2 Mädels (12/04 und 07/06)
Ich berate nicht mehr!
Gehe nicht ins Bett, ohne jemandem gesagt zu haben, das hast Du toll gemacht, Du siehst gut aus, Du tust mir gut u.s.w.
ist von Alexander Munke.
Und wenn ich mal nehme, wie Lob auf mich wirkt.... hui! ich lobe jeden Tag! Jedem, bei dem mir was gutes auffällt, dem sag ich das auch. Was meint ihr, wie DAS ankommt! Und was für tolle Antworten ich da kriege!
Ich denke, jedem von uns tut es gut. Und den Kindern erst Recht. Denn es gibt doch kaum wichtigeres, als das Wissen, dass sie gut sind, dass es Spass macht, mit ihnen zusammen zu sein (ich sage abends beim Lichtausmachen immer dem Matteo, dass es ein schöner Tag war mit ihm und dass ich ihn so lieb hab.)
Ist zwar kein Lob in dem Sinne, aber dennoch.....
Ganz liebe Grüße von Verena (02/78 ) mit großem Sohn (11/04) und auch schon wieder großer Tochter (02/08 )
FREIHEIT bedeutet, dass man nicht alles so machen muss, wie andere Menschen. Astrid Lindgren
Karo, is mir nur so eingefallen, oft hat man selbst ja doch ein ganz gutes Gefühl, wo der hase im pfeffer liegt....
noch mal zum Lob, ich versuch grad, es für mich genauer zu definieren.
Klar, Lob tut gut.
Und ich lobe, wenn ich mich freue. eigentlich nie, um zu manipulieren, also berechnend (also auch beim anziehen: ich lobe, weils mich wirklich freut, dass er mithilft, nicht, weil ich denke, dass er dann besser mithilft).
Ich lobe immer, glaub ich, aus meiner Perspektive heraus. Ich versuche da, genau wie bei Kritik, nicht objektiv zu tun, was ich ja nicht bin.
Nebenbei versuch sehr stark meine Anerkennung, meinen Respekt und meine Liebe anders als durch Lob mitzuteilen. ich sage tatsächlich, ich liebe Dich. Und nicht: das haste gut gemacht, wenn ich dasselbe meine.
Also: mir tut ein ernst gemeintes: Ich finde, das haben Sie toll hingekriegt! besser, als dieses aufschwunghafte: Hervorragende Leistung! weiter so!
novembersonne hat geschrieben:
Also: mir tut ein ernst gemeintes: Ich finde, das haben Sie toll hingekriegt! besser, als dieses aufschwunghafte: Hervorragende Leistung! weiter so!
Das stimmt - da hast Du recht. Ich hab auch ein ehrliches Lob gemeint. Nicht diese Heuchelei, die man oft bekommt.
novembersonne hat geschrieben:Und ich lobe, wenn ich mich freue. eigentlich nie, um zu manipulieren, also berechnend (also auch beim anziehen: ich lobe, weils mich wirklich freut, dass er mithilft, nicht, weil ich denke, dass er dann besser mithilft).
Und auch hier gebe ich Dir absolut recht!
Ich lobe Charlotte, weil sie es so toll gemacht hat - auch wenn sie dabei nölt.
Sie zu manipulieren dürfte jetzt eh noch nicht funktionieren ...
Ich finde, Tinka hat das, was ich meine, noch am besten zusammengefasst.
Ich finde es ganz wichtig, dem Kind nicht seine Gefühle abzusprechen. Wenn ich wüsste, mein Kind mag nicht umgezogen werden, dann würde ich diese Gefphle ernst nehmen und danach einfach sagen "Schau mal und schon hast du es überstanden"
Mir käme Lob da vor, wie z.B wenn jemand meinen Kuchen total lobt und ich mir dem Backergebnis total unzufrieden bin, weil er nicht so locker und flockig geworden ist, wie sonst.
Wisst ihr, was ich meine? Es gibt Lob, das ich dann zwar höre, dass für mich jedoch falsch wirkt, weil ich selber keine lobenswerte Leistung sehe.
Und genauso ist es doch bei den Kindern.
Ich beschreibe, was ich sehe, möglichst ohne Wertung, vielleicht mit Dank versehen. z.B. "Du hast heute beim Umziehen gut mitgemacht. Wir sind dafür viel schneller fertig geworden. Und es macht mir viel mehr Spass dich umzuziehen, wenn du dich nicht so wehrst. Ich ziehe dich nicht gerne um, wenn ich spüre, dass du das so gar nicht magst." Das ist für mich auch eine Art von Anerkennung, aber kein überschwengliches Lob, was ich halt unpassend fänd. Es ist zugleich eine Beschreibung, dessen was passiert, meiner Gefühle (evt. Erwartungen) und in impliziter Dank.
Ich fände einen Chef der mir ehrlich sagt: "Ich hätte nicht gedacht, dass wir den Termin halten können. Jetzt haben wir es dank ihres Einsatz doch geschafft. Herzlichen Dank!" tausend mal kompetenter als jemand der nur ganz allgemein sagt "Klasse Leistung."
@wunderpflanze:
Wenn du mich so verstanden hast, dass ich nicht mehr möchte, dass jemand etwas positives sagt, dann hast du mich TOTAL missverstanden.
Ich finde nur ganz wichtig, dass ich authentisch bleibe und wirklich nur das sage, was ich auch fühle und meine und was der Gegenüber auch fühlen mag.
Es gibt andere Möglichkeinten außer Lob. Da wären Dank und Freude über etwas äußern, Respekt zeigen, Taten sehen und benennen (ist ja kein direktes Lob), u.ä.
Und ich bin mir sicher, dass man kleine Kinder auch in diesem Alter schon manipuilieren kann.
UND: MIr ist es ganz, ganz wichtig, mit meinen Kindern respektvoll umzugehen, ihre Gefühle ernst zu nehmen. Wenn mein Kind also beim Umziehen meckert oder nölt, würde es für mich überhaupt nicht passen, ihm zu sagen, es macht das ganz toll. Im Gegenteil: ich würde ihm sagen, "Ja, das magst du nicht leiden. Ich möchte dich jetzt trotzdem umziehen. Ich bin ganz behutsam und dann bin ich auch bald fertig. Jetzt gib mir mal..."
Wie fühlst du dich z.B. , wenn du Angst vor dem Zahnarzt hast, und doch wegen einer Füllung hin musst. Soll er dir lieber sagen "Da waren Sie aber jetzt ganz tapfer und es war auch gar nichgt so schlimm" und du bist innerlich 1000 Tode gestorben. Oder soll er lieber sagen "Ich weiß, Sie mögen das nicht leiden. Ich versprche, so behutsam wie möglich zu sein. Die heben die Hand, sobald es Ihnen zuviel wird. Dann mache ich eine Pause." Also mir wäre der 2. Zahnarzt um Längen lieber.
Liebe Grüße von
Heroto mit 3 Jungs (9, 7 und 3 J.)
Heroto ich finde, dass Du das wirklich ganz ausgezeichnet beschreibts und erläuterst!
Ich bin auch kein Freund vom loben. Eben weil es eine Hierarchie erzeugt.
Stellt Euch mal vor ein Azubi geht zum Vorstandsvorsitzender und sagt "Sie machen Ihren Job wirklich toll! Vielen Dank!"..... da denkt sich der VV wahrscheinlich: Was hat der denn für eine Ahnung wie ich meine Job mache? Er akzeptiert also das Lob nicht, weil für ihn der Bewertende nicht Wertungswürdig ist.
Ich möchte mein Kind nicht dauernd bewerten: Das hast Du toll gemacht....Das war daneben... weil auch ich nicht dauernd bewertet werden möchte. Und schon gar nicht von jedem... wer kann denn eigentlich beurteilen was gut oder schlecht ist?
Viel wichtiger ist es mir meinem Kind meine Empfindungen mitzuteielen ohne es dabei zu bewerten. Du hast etwas gemalt, Dein Bild gefällt mir. oder ähnliches kriegt Kaya oft zu hören.
Total pädagogische Grüße
Liebe Grüße
Becka und ein - Dich trag ich bei mir, bis der Vorhang fällt...
BEcKa hat geschrieben:
Stellt Euch mal vor ein Azubi geht zum Vorstandsvorsitzender und sagt "Sie machen Ihren Job wirklich toll! Vielen Dank!"..... da denkt sich der VV wahrscheinlich: Was hat der denn für eine Ahnung wie ich meine Job mache? Er akzeptiert also das Lob nicht, weil für ihn der Bewertende nicht Wertungswürdig ist.
Naja, vielleicht nicht der Azubi. Aber es gibt Firmen, da werden Mitarbeitergespräche gemacht. Der Mitarbeiter und sein Vorgesetzter bewerten die Leistungen des Mitarbeiters (getrennt und sprechen dann drüber). Und genauso darf der Mitarbeiter seinen Vorgesetzten eine Bewertung geben. Ich glaube nicht, dass der über ein Lob (oder eben Kritik) böse sein wird ...
Oh, ja, es gibt viele Firmen, da finden solche Mitarbeitergespräche statt.
In den Firmen, in denen ich es live und in Farbe mitbekommen habe, haben diese Gespräche keineswegs zu einer gesteigerten Motivität geführt.
Entweder Vorgesetzter und Mitarbeiter waren sich einig, dass der Mitarbeiter einen guten Job gemacht hat.
Häufig schätze sich der Mitarbeiter höher ein als der Vorgesetzter, oder es gab von oben her Vorschriften (nach dem Motto, maximal 1/3 der Mitarbeiter darf mit gut und sehr gut bewertet werden) also gab es eine ganze Menge Frust und die Arbeitsproduktivität ging in der Zeit dieser Ratings für Wochen dramatisch nach unten.
Liebe Grüße von
Heroto mit 3 Jungs (9, 7 und 3 J.)