Finde ich aber auch nicht so dramatisch, weil ja drunter nochmal steht, dass 6 Monate "ausschliesslich stillen" von der WHO empfohlen wird.Wie lange ein Säugling idealerweise zu stillen ist, gehört zu den Kernfragen bei der Geburt eines Kindes. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen Zeitraum von sechs Monaten.
Ich finde, auch wenn ich jetzt vermutlich von allen Seiten eins auf den Deckel bekomme, dieses ganze "stillen ist gesünder, macht gesünder und die armen Flaschenkinder"-Getue etwas übertrieben. ICH finde, stillen ist einfach das natürlichste. Das war's aber auch schon. Meine Grosse konnte ich nicht stillen, ich hab's nicht hinbekommen, habe 3 Monate lang gekämpft, mir dadurch eine Wochenbettdepression eingehandelt (die icih noch bis nach der Geburt des zweiten Kindes verschleppt habe), weil es überall hiess, das man seinem Kind ja quasi einer Gefahr aussetzt, wenn man die Flasche gibt. Ich habe mich geschämt (!) im Laden Fertigmilch zu kaufen und hatte an der Kasse jedes Mal Tränen in den Augen. Mir ging's wirklich dreckig damit, weil ich meinem Kind ja schreckliches antue, indem ich so ein Versager bin nicht stillen zu können. Ja, so kommt das rüber. Und ja, genau aus diesem Forum hier habe ich das Gefühl mitgenommen.
Meine Kleine habe ich mit dem Vorsatz "wenn es klappt, dann klappt's, wenn nicht, dann wird sie es auch überleben. Ich hab mit 2 Kindern nicht die Zeit wieder 3 Monate lang täglich dauernd zu pumpen und zu heulen..." dann 6 Monate lang problemlos vollgestillt (und wir stillen noch).
Die Grosse ist kerngesund, hat bisher keine echten Allergie (sie reagiert etwas stärker auf Mückenstiche als andere, das tut aber auch meine Mutter) und war das erste Mal erkältet als sie 11 Monate alt war. Seitdem einmal im Jahr. Sie hat ein Winterekzem, das aber auch schon ihr Vater und Grossvater (beide lange gestillt) hatten.
Die Kleine dagegen ist ständig erkältet, hatte schon 2x eine MOE und auch sie hat das Winterekzem.
Und nein, ich denke nicht, dass meine Kinder da grosse Ausnahmen sind, ich kenne genau 2 Kinder mit Allergieen. Ein Stillkind und ein Flaschenkind. Alle anderen sind nicht allergisch, egal ob Flaschen- oder Muttermilch.
In meinen Augen sind Allergieen viel mehr eine Sache der Veranlagung, ich denke nicht, dass das Stillen da wirklich was rausreissen kann. Genausowenig denke ich, dass ein 6 Monate vollgestilltes Kind allergiegefährdeter ist als ein früh zugefüttertes Kind.
Ich finde, ein wenig mehr Toleranz auf allen Seiten würde nicht schaden. Das trifft sowohl die Frage stillen/Flasche, als auch tragen/schieben, brei/blw , windel/keine windel, stoff/plastik usw. Jede Familie muss finden, was für sie passt und das geht alle anderen einfach nix an, solange keiner zu Schaden kommt. Auch liegt ein gewickeltes Baby niciht zwangsweise stundenlang in den eigenen Ausscheidungen und auch nicht jedes breigefütterte Kind bekommt den Brei in den Hals geschoben ob's nun will oder nicht (und niemals irgendeine Art Fingerfood). Ein Baby, das die Flasche bekommt muss nicht auf Haut-an-Haut-Kontakt verzichten. Auch wenn manche Leute es hier nicht so gerne wahrhaben möchten: Ein flaschengefüttertes, pampersgewickeltes, breigefüttertes Kind, das nie gelernt hat Babyzeichen zu geben wird nicht unglücklicher, kränker oder dümmer sein als ein gestilltes, getragenes usw. - Baby. Genauso wenig ist ein gestilltes, getragenes, familiengebettetes (usw. ) Baby automatisch verwöhnt, zu eng an die Eltern gebunden oder sonstwie gefährdet. Es wäre ziemlich schrecklich, wenn die Babyzeit alleine so eine grosse Auswirkung auf das ganze Leben haben würde, da hätte so manches Frühchen z.B. von Anfang an verloren. Es gibt eben nicht DEN Weg ein Kind grosszuziehen, es gibt mehrere. Die wenigsten davon sind wirklich FALSCH (wir nehmen körperliche und seelische Gewalt da mal raus, das dürfte eh klar sein) und kein Weg ist für alle Kinder und deren Eltern richtig. Eine Familie die sich zwingt ihr Kind mit bei den Eltern schlafen zu lassen, obwohl dann keiner mehr Schlaf bekommt, wo die Mutter sich zum stillen zwingt, obwohl sie gar nicht mag oder es ihr gar wehtut (warum auch immer), die trägt, obwohl es allen Rückenschmerzen macht, weil sie schlicht nicht richtig binden können und es eigentlich eh nicht wollen, weil das Baby sich im Kinderwagen wohlfühlt ... die ist mit Sicherheit weit unglücklicher als eine Familie in der glücklich die Flasche gegeben, das Baby im Kinderbett schlafen gelegt und im Kinderwagen geschoben wird. Oder auch nur eins davon. Gibt ja genug Familien in denen alles gemischt wird.
Extremismus ist nie gut, egal in welchem Bereich.
Ich mag das Forum hier trotzdem (inzwischen).

