Puh, jetzt habe ich mich mal mit dem ersten Brief beschäftigt.
Interessante Sache was Augenblicks- und Grundstimmung anbelangt, soweit kann ich den ganzen Ausführungen auch folgen, weil ich sie für schlüssig halte. Womit ich keineswegs sagen möchte, daß es für mich einfach wäre, die beiden Stimmungen zu deuten.
Ich verstehe die Grundstimmung als solche, die sich über Wochen oder Monate entwickelt und sich entweder im Gesicht oder vorher schon im Verhalten des Kindes offenbart.
Was mir jedoch etwas "auf den Magen schlägt" ist folgender Satz: "Der Ausdruck zeigt mit nahezu untrüglicher Sicherheit, ob ein Kind "richtig" erzogen wird."
Hiermit habe ich so meine Schwierigkeiten, denn erstens, was ist schon richtig in der Erziehung (das ist halt auch sehr subjektiv und je nach Typ des Kindes kann sich jede Form von Erziehung anders auswirken). Und zweitens, was ist z.B. mit Kindern, deren Eltern in Scheidung leben. Die Auswirkungen einer Scheidung sind ja größtenteils bekannt, aber wird dann ein Kind nicht mehr richtig erzogen? Oder versteh ich da was falsch?
Dann finde ich auch, daß es sehr schwer ist, die Stimmungen anhand von Fotos zu sehen, vor allem ohne daß die Hintergründe bekannt sind. Dennoch ist mir eine Möglichkeit eingefallen, wie man das etwas üben könnte. Ihr kennt doch sicher auch solche Bilder aus der Zeit um 1900, wo dann oft die ganze Familie für ein Foto posierte (meistens hat da eine Familie mehrere Kinder) Ohne jetzt weitere Hintergründe zu kennen, kann man da dennoch viel in den Gesichtern lesen. Einfach weil diese Menschen miteinander leben und gewisse Rollen innerhalb dieses Gefüges innehaben. Fiel mir so im Laufe des Tages ein, wobei ich jetzt aber auch nicht weiß, woher ich die bekommen kann
