Mein Zwerg wird in einem Monat sechs Monate alt und langsam muss ich mich mit dem Thema Essen auseinandersetzen...
Der erste Zahn ist durchgebrochen, er übt sich im Sitzen und Essen wird immer interessanter- und ich habe mich noch nicht genug informiert
Mein Kleiner hat eine Weizen- und Kuhmilchunverträglichkeit. Sobald ich nur die kleinste Menge zu mir nehme, hat er Blut im Stuhl.
Mein Mann und ich haben einige Nahrungsunverträglichkeiten (wir wissen aber noch nicht genau, welche), L dürfte hochgradig allergiegefärdet sein. Außerdem hatte ich Gestationsdiabetes und er hat immer wieder Probleme mit der Verdauung- also schon jetzt wurde sein kleiner Darm beansprucht.
Daher möchte ich möglichst lange stillen. Aber irgendwann wird er essen wollen.
Und dann? Eigentlich möchte ich BWL machen, aber ich bin mir so unsicher wie wo was wann...
Soll ich nun Getreide (außer Weizen) im 1.LJ anbieten? Fleisch auch schon? Muss ich mit anderen Milchprodukten (die verträgt er) aufpassen? Wird er jemals Kuhmilchprodukte und Weizen essen können? Soll ich lieber schnell oder langsam neue Speisen einführen? Vielleicht doch nach Hanreich vorgehen? Oder ihm die allergenen Dinge geben, während ich noch viel stille? Wie sieht es mit Soja aus?
Kann mir wer BITTE aus dem Beikostjungel heraushelfen, ich will den Verdauungsapparat meines Sohnes nicht zu sehr strapazieren...
ich habe sicher für die von Dir beschriebenen Probleme keine Patentlösung parat. Ich wollte Dir nur schreiben, dass meine Tochter die gleichen Probleme hatte. Ich habe auch in der anfänglichen Stillzeit auf alles mögliche verzichtet. Allerdings konnte ich nie so genau herausfinden, ob denn nun die Kuhmilch alleine der Übeltäter war oder ob Weizen auch noch mit für das Blut im Stuhl verantwortlich war- es war immer mal weg und dann wieder da...
Ich habe meiner Tochter lange keine Kuhmilchprodukte und auch keine anderen Tiermilchprodukte gegeben. Eigentlich würde es mich wundern, wenn Dein Sohn andere Tiermilchen verträgt, denn das Kasein-ein Eiweißbestandteil, der oft Allergien auslöst- ist in allen Tiermilchen enthalten und unterscheidet sich nur wenig je nach Sorte.
Ich habe versucht, ihr als sie älter war Sojamilchprodukte zu geben, allerdings mochte sie die nicht...
Was bei uns gut ankommt ist eine bestimmte Sorte Reismilch mit Calcium, die von Alnatura. Die eignet sich nicht als Babynahrung, aber später für den Kakao oder auch so als Frühstücksgetränk, zu Müsli etc.
Meine Tochter ist mittlerweile drei Jahre alt, Ich habe versucht, durch Bluttests die Kuhmilcheiweißallergie bestätigen zu lassen, aber die waren immer negativ- das kann allerdings vorkommen, auch wenn eine Allergie da ist.
Mittlerweile isst sie gerne Joghurt, den sie auch zu vertragen scheint. Sie isst auch Käse auf Pizza und Aufläufen, allerdings nicht pur. Kuhmilch kann sie überhaupt nicht trinken, da wird sie wirklich vom Ekel geschüttelt.
Sie hat kein Blut im Stuhl mehr,allerdings hat sie schon eine Neigung zu Durchfällen, aber nicht in einem Maße, das behandlungsbedürftig wäre. Sie ist körperlich völlig normal entwickelt und auch normalgewichtig.
Das Thema Weizenallergie habe ich irgendwann fallen lassen, da vom Gefühl her das Getreide nicht für die Symptome verantwortlich war, ich habe ihr allerdings im ersten Lebensjahr hauptsächlich glutenfreie Nahrung gegeben. Irgendwann habe ich das dann aufgehört und es war ok.
Ich habe leider erst relativ spät zu einem Kinderarzt geweschselt, der kompetent in dem Bereich ist. Er hat mir erklärt, dass eine spezielle Form der Kuhmilchunverträglichkeit bei Säuglingen gibt, die man wohl einfach über einen Abstrich oder Stuhltest anhand der Darmzellen feststellen könnte. Nur leider war das bei uns schon zu spät, das macht man wohl solange die Kinder noch ganz klein sind. Bei Interesse kann ich nochmal versuchen, genauere Infos zu bekommen- das ist schon wieder alles so lange her, sorry...
Ach so, für die Calcium- und Eiweissversorgung wurde mir empfohlen, möglichst lange zu stillen. Ich geb ihr heute noch immer mal eine halbe Calciumtablette.
LG Barbara mit Wirbelwind (08/07) und Tragemops (01/10)
Danke dir für deinen Erfahrungsbericht, er hat mir schon weitergeholfen
Mir wurde empfohlen vom Stillen auf (Kuh)Milchpulver umzusteigen, habe also leider keine brauchbaren Infos bekommen...
Denkst du, für einen Stuhltest ist es schon zu spät (andererseits weiß ich anhand des Blutes, was Sache ist)? Mir wurde nämlich gesagt, ich müsse eine Woche stationär ins KH inklusive Darmspiegelung und dafür war er mir dann doch zu klein (und die Anzeichen zu eindeutig)
Bzw hast du mit einem Jahr oder später noch etwas testen lassen oder einfach probiert, ob sie's verträgt?
Ihr wärt sicherlich bei einer guten Ernährungsberatung gut aufgehoben. Die allgemeinen Hinweise für hochgradig allergische/allergiegefährdete Kinder kennst Du sicher schon:
* uneingeschränktes Stillen nach Bedarf, Abstillen erst möglichst spät im Kleinkindalter (wenn möglich: natürliches Abstillen)
* Beikost im Tempo des Kindes
* Lebensmittel einzeln nacheinander anbieten, max 1 neues pro Woche (damit Du mögliche Reaktionen identifizieren kannst)
* Hauptallergieauslöser, wenn nicht sowieso schon dagegen allergisch, bis mind. zum 1 Geburtstag weglassen (also Kuhmilch, Hühnerei/-fleisch, Meeresfrüchte, Soja, Nüsse, Südfrüchte wie Kiwi und Ananas und diejenigen Lebensmittel, gegen die die Eltern allergisch sind)
* alles andere FRÖHLICH, LOCKER, GUTEN MUTES anbieten, d.h. auch alle anderen Getreide, Fleisch, Früchte, Ziegenkäse usw. Vertrau darauf, dass er sich instinktiv weitgehend richtig auswählt(!), was er verträgt.
Alles was über diese Hinweise hinausgeht, kann in einem Laienforum wie diesem nicht geleistet werden - da müsstet Ihr Euch an Spezialisten wenden.
Jedenfalls sind Eure Chancen gut, dass sich die Unverträglichkeiten im Laufe der Zeit auswachsen.
jusl hat geschrieben:
* Beikost im Tempo des Kindes
* Lebensmittel einzeln nacheinander anbieten, max 1 neues pro Woche (damit Du mögliche Reaktionen identifizieren kannst)
danke Dir jusl!!
ich werde bei einer Ernährungsberaterin vorbei schauen!
Hab nur noch zwei Fragen: eigentlich möchte ich ja BWL machen, also unser Essen fast von Anfang an anbieten- er darf sich aussuchen, was er isst. Wäre es doch besser, nach Hanreich vorzugehen? Bzw, wenn ein Nahrungsmittel ok ist, kann ichs ja weiterhin geben, oder?
Sprich, wenn ich jetzt anfange, gibt es mind. 1 Woche Pastinake, dann 1 Woche Kürbis, dann kartoffel etc.?
Was meint denn Herr oder Frau Hanreich, wie es gemacht werden sollte?
Sprich, wenn ich jetzt anfange, gibt es mind. 1 Woche Pastinake, dann 1 Woche Kürbis, dann kartoffel etc.?
Eher so:
Montag gibt's zum ersten Mal Pastinake. Dienstag auch, egal wie oft, oder auch nicht, da geht auch noch mal vollstillen. Mittwoch ebenso usw..
Kürbis gibt's dann frühestens NÄCHSTEN Montag. Einzeln oder zur Pastinake,egal. Oder auch nochmal Pastinake alleine, ist wurscht.
ÜBERNÄCHSTEN Montag dann die Kartoffel. Einzeln oder gemischt mit Pastinake und/oder Kürbis ist egal. Oder die vorherigen Sachen alleine. Wie oft am Tag ist auch egal.
Sprich: wesentlich ist, dass Du NEUE Lebensmittel frühestens eine Woche nach den LETZTE NEUEN Lebenmittel anbietest. Nach Einführung und Vertragen jedoch darf bunt gemischt werden.
jusl hat geschrieben:
Was meint denn Herr oder Frau Hanreich, wie es gemacht werden sollte?
hier ist Ingeborg Hanreich DIE Beikost"spezialistin".
Manche Kinder benötigen eine - andere 3 Wochen, um von der ersten Kostprobe Karottenbrei (wenige Löffelchen mittags) zur einer entsprechenden Menge (ca. ½ Gläschen) pro Mahlzeit überzugehen. Etwa im Abstand von einer Woche kommen dann Kartoffel (als Karotten-Kartoffel-Brei) und später kleine Mengen Fleisch (im Karotten-Kartoffel-Rindfleisch-Brei) dazu. Dadurch wird dem Kind ausreichend Eisen und Eiweiß zur Verfügung gestellt, die es für sein Wachstum braucht.
Nach circa einem Monat wird eine 2. Milchmahlzeit durch einen Getreide-Obst-Brei (z.B. Karotte-Apfel, Birne-Reis bzw. Apfel-Birne-Reis) ersetzt. Die Obstmahlzeit wird bevorzugt vormittags oder nachmittags gefüttert und geht später beim Umstieg auf die Familienkost in eine Zwischenmahlzeit (z.B. ein Brot mit Obst oder ein Früchtejoghurt) über. Im 3. Beikostmonat (7. bis Anfang 9. Lebensmonat) wird zusätzlich ein Getreide-Milchbrei (z.B. Haferbrei oder Kindergries) in den Speiseplan aufgenommen, um den wachsenden Energiebedarf zu decken.
Eher so:
Montag gibt's zum ersten Mal Pastinake. Dienstag auch, egal wie oft, oder auch nicht, da geht auch noch mal vollstillen. Mittwoch ebenso usw..
Kürbis gibt's dann frühestens NÄCHSTEN Montag. Einzeln oder zur Pastinake,egal. Oder auch nochmal Pastinake alleine, ist wurscht.
ÜBERNÄCHSTEN Montag dann die Kartoffel. Einzeln oder gemischt mit Pastinake und/oder Kürbis ist egal. Oder die vorherigen Sachen alleine. Wie oft am Tag ist auch egal.
Sprich: wesentlich ist, dass Du NEUE Lebensmittel frühestens eine Woche nach den LETZTE NEUEN Lebenmittel anbietest. Nach Einführung und Vertragen jedoch darf bunt gemischt werden.
LG;
Julia
Danke Dir für die Erklärung!! Langsam kommt Licht in die Sachen. Nur noch eine Frage wie lange führe ich ein Lebensmittel pro Woche ein, das dauert ja irgendwann ewig
hier ist Ingeborg Hanreich DIE Beikost"spezialistin".
Ah, danke. Im wesentlichen propagiert sie die offenbar "abgemilderte" Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung. Das FKE ist in D recht einflussreich, gilt aber auch nicht gerade als besonders stillfreundlich, u.a. wegen der eindeutigen finanziellen Beziehungen zur Lebensmittel- bzw. Babynahrungsindustrie.
Nur noch eine Frage wie lange führe ich ein Lebensmittel pro Woche ein, das dauert ja irgendwann ewig
Das hängt vom Einzelfall ab - da kann nicht wirklich etwas anderes empfohlen werden, als nach Gefühl zu gehen.
Manche Babys machen irgendwann im 2. Lebenshalbjahr sehr deutlich, dass sie jetzt definitiv was von der Lasagne und Gulaschsuppe abhaben wollen, und vertragen diese auch bestens. Spätestens damit hat sich diese 1-Wochen-Regel dann erledigt. Genauso gibt es Babys, die auch nach dem 1. Geburtstag noch einen sehr empfindlichen Darm und Immunsystem haben, von sich aus auch noch weiterhin gar nichts anderes als die gewohnte Baby-Schonkost verlangen und daher auch noch bis ins 2. LJ hinein besser mit der 1-Wochen-Regel fahren.