stillen und zufüttern

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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samaika
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stillen und zufüttern

Beitrag von samaika »

Hallo,
meine Kleine ist heute 11 Wochen alt. Leider muss ich seit der 3. Woche zufüttern, da ich nicht genug Milch hatte. Ich hab wirklich alles probiert, da ich überzeugt vom stillen war und mir es so sehr gewünscht hatte.Ich wurde durch eine sehr gute Hebamme betreut, die wirklich alles getan hat mir zu helfen. Ich hab wirklich Dauer-Still-Marathons hingelegt, abgepumt, Stilltee, Malztee, Hühnerbrühe, Gerstenwasse und Milchbildungscocktails getrunken. Fenchelgemüse gegessen und Globuli und Bockshornkleesamenkapseln genommen. Nichts hat geholfen und sie hat einfach nicht richtig zugenommen. Nach 3 Wochen lag sie immer noch 170 g unter dem Geburtsgewicht und meine Hebamme meinte dann ich müsste nun zufüttern.Ab dem Zeitpunkt hat sie dann auch angefangen vor Hunger zu schreien.
Das erste Fläschchen war schrecklich für mich.
Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt und es hat bisher auch ganz gut geklappt, immer zuerst stillen und dann Fläschchen. Meine Milchmenge bleibt konstant gleich und die Fläschen nehmen logischerweise zu. Ich hatte gehofft dies 6 Monate durchziehen zu können, aber in den letzten Tagen verweigert meine Kleine immer öfters die Brust und schreit so lange vor Hunger, bis ich ihr die Flasche gebe, da es ihr an der Brust wahrscheinlich zu langsam geht. Jetzt habe ich Angst, dass sich das mit dem stillen bald von selbst erledigen wird.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie lange konntet ihr das durchziehen mit dem stillen + zufüttern?
Mika01
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Re: stillen und zufüttern

Beitrag von Mika01 »

Herzlich willkommen hier im Forum. :wink:
es ist ja schon etwas spät aber ich denke es werden sich noch ein paar melden und dir ein paar Tipps geben.
ich wünsche euch das ihr hilfe bekommt.
Liebe Grüße von Michaela
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Squeeziemami
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Re: stillen und zufüttern

Beitrag von Squeeziemami »

Liebe Samaika,

gut, dass Du mir eine E-Mail gesandt hast. Ich war die letzten Tage nur ganz kurz hier. Daher sah ich auch Deinen Beitrag nicht! Also, wie Du ja gelesen hast, habe ich den ganzen Müll hinter mir. Mittlerweile futtert meine Tochter schon ab und an Brot, vorwiegend trinkt sie aber (wieder!) an der Brust und ergänzend biete ich ihr Fläschchen an, von denen sie insgesamt nicht mehr als max. 240 ml am Tag! zu sich nimmt - mein Arztbesuch war gewichts- und entwicklungstechnisch positiv.
Ich habe von vielen hier wunderbare Unterstützung und Hilfe sowie beste Ratschläge bekommen. Mit Flasche und Brust mag es bei manchen klappen, bei uns ja nun auch, aber gerade jüngere Kinder sind klug und wählen zum überlebenswichtigen Trinken den schnelleren Weg! Mir wurde das BES - Brusternährungsset empfohlen. Ich war sehr kritisch. Dabei hängst Du dir die Flasche, die man da hat, um den Hals und hast zwei Schläuche, die Du an der Brust mit Klebeband befestigst. Ich habe eins von Medela und da meine Kleine nur im Liegen trinken mag, nicht dann, wenn ich sitze, habe ich es über dem Kopfkissen befestigt. Also, wir haben das versucht. Ich war sehr sehr skeptisch. So ein Schlauch an er Brust... Nerv. Aber, Leah-Sarai hat es gut angenommen - eine kurze Zeit. Ich habe die Flaschen weggelassen! Komplett. Sodass sie die vergisst. Das hieß dann: ins Bett legen, Ruhe, mein Mann übernahm die Hunde - Leah-Sarai nahm die Brust, spuckte sie aus, schrie. Hunger, Schreien. Ich hatte auch Tränen. Aber es gab keine Flasche. Es gab Brust immer wieder angeboten mit Schläuchlein. Hab den andren Schlauch nicht festgeklemmt und den mit der höchsten Durchlaufgeschwindigkeit genommen. So floss es in ihr Mündchen. Probier das, liebe Samaika! Denn ich weiß, wie hart es ist, wie weh es tut :( Wir haben uns wieder und es hat lange, lange gedauert :) Aber es klappt, ganz sicher!! Du kannst mich gerne anrufen oder weiter fragen, dann schicke ich Dir noch meine Kontaktdaten! Ganz liebe Grüße und versuch es mal mit dem BES! Gib nicht auf und gib Dich nicht der Flasche hin. Säuglinge haben wenig Wahl von der Natur: Einfacher Weg, um satt zu werden. Ich wünsche euch ganz viel Erfolg und Dir viel Kraft, das durchzustehen!!
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jusl
Jusl Almighty
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Re: stillen und zufüttern

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich willkommen hier!

Hui, da hast Du ja echt Einsatz gezeigt in Eure ersten Stillwochen, Respekt! Da kann ich Dir gut nachfühlen, dass das erste Fläschchen sich für Dich ganz und gar nicht gut angefühlt hat :(

Zunächst: Was hat die Hebamme denn als URSACHE vermutet? Irgendwas beim Kind oder irgendwas bei Dir? (Die zahlreichen von Dir beschriebenen Maßnahmen hören sich eher danach an, als hätte die Hebamme sich da sehr auf DICH konzentriert)

Magst Du ein bisschen von der Geburt und Euren ersten Tagen und Wochen berichten? War das Stillverhalten Deines Babys denn unauffällig (also mind. 8-12 Stillmahlzeiten ab dem 2. Tag nach der Geburt, kräftiges, effektives Saugen)?
aber in den letzten Tagen verweigert meine Kleine immer öfters die Brust und schreit so lange vor Hunger, bis ich ihr die Flasche gebe, da es ihr an der Brust wahrscheinlich zu langsam geht.
Dies ist leider nicht selten. Zwiemilch-Ernährung geht für eine Weile gut, aber dann "kippt's" oft in eine Richtung: die Babys verweigern dann zunehmend oder plötzlich entweder die Flasche oder die Brust (kommt beides vor).

Was würdest Du Dir persönlich denn am meisten wünschen? Den Status den Ihr hattet (also konstante "Stillmenge", und den (mit der Zeit zunehmenden) restlichen Bedarf mit künstlicher Säuglingsmilch bestreiten), oder Milchmenge steigern, oder künftig Flaschen nicht mehr nutzen müssen, oder noch etwas ganz anderes?

LG,
Julia
samaika
Herzlich Willkommen
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Re: stillen und zufüttern

Beitrag von samaika »

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten.
In den ersten beiden Wochen hatte ich eigentlich nie das Gefühl zuwenig Milch zu haben. Das Stillen klappte ganz gut(natürlich auch mit blutigen Brustwarzen usw., aber da muss man halt durch) Ich war in einer stillfreundlichen Klinik und dort hat uns auch eine Stillberaterin beim stillen zugesehen, und bestätigt dass wir alles richtig machen und es gut läuft. Doch dann hat Maria einfach nicht zugenommen. Anfangs dachten wir es läge eher an Maria, da sie immer wieder an
der Brust schnell eingeschlafen ist und sie immer zum trinken animiert werden musste aber nach und nach hat sich eben eher herausgestellt dass ich zuwenig Milch produziere. Da nützte auch das ganze Anlegen und Abpumpen nichts (da kamen auch immer nur ca. 15 ml). Am zuwenig Anlegen lag es sicher nicht, die Hebamme hat mir bestätigt, dass sie selten eine Mutter gesehen hat die so viel stillt wie ich.
Inzwischen habe ich mich nochmals an die LaLecheLiga gewandt. Nach mehreren Frage- Antwortemails meint die Beraterin nun, dass ich tatsächlich wohl zu den 1-3% der Frauen gehöre, die zuwenig Brustdrüsengewebe haben. Da meine Brust während der Schwangerschaft nie größer geworden ist und ich auch nie einen Milchspendereflex gespürt habe. Dafür ist es schon ein Wunder, dass Maria von mir täglich ca. 450 ml Mumi erhält (wie ich vermute) und nur meinem großen und unermüdlichen Einsatz zu verdanken. Sie gibt mir jetzt eine Adresse von einer Fachärztin in meiner Nähe, damit diese mir das bestätigen kann (oder eben auch nicht). Ich weiß nicht, ob man dann tatsächlich etwas machen könnte, damit ich vielleicht wenigstens mein nächstes Kind stillen könnte, aber das werde ich dann ja erfahren.
Sollte die Stillberaterin mit Ihrer Einschätzung falsch liegen, werde ich mal das BES ausprobieren, danke für den Tipp!

Ganz liebe Grüße,
Samaika
jusl
Jusl Almighty
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Re: stillen und zufüttern

Beitrag von jusl »

Hallo,

ja, ich kann mir auch gut vorstellen, dass Deine Stillberaterin mit ihrer Vermutung richtig liegt; Dein Bericht klingt sehr typisch dafür. Es ist echt klasse, dass Du so super am Ball geblieben bist - dass Du immerhin ein rund 50%-Niveau erreichen konntest, ist einzig Deinem Engagement zu verdanken! (Milchspendereflexe hast Du übrigens GANZ SICHER - eine tägliche Produktion von 450 ml ist ohne MSR praktisch ausgeschlossen. ;-) Tatsächlich SPÜREN aber nicht alle Frauen den MSR; das macht auch gar nichts)

Dass Du ja schon einiges an Maßnahmen probiert hast, spricht möglicherweise dafür, dass Du evtl auch bereit wärst, ein weiteres Medikament zu probieren? Frauen mit wenig Brustdrüsengewebe, Hormonstörungen, Rezeptorproblemen usw. erzielen oft merkliche Ergebnisse mit der Einnahme von Domperidon (gerade auch die, bei denen Bockshornkleesamenpräparate wenig oder nichts bringen). Du könntest Deinen Gyn oder Hausarzt bitten, es Dir zu verschreiben.

Das Brusternährungsset wählen viele betroffene Mütter, die ihre Stillzeit retten möchten. Die Vorteile liegen auf der Hand:
* das Baby saugt ausschließlich an der Brust,
* der Stillerfolg ist unabhängig von der Milchmenge der Mutter,
* die Milchbildung wird weiterhin aufrecht erhalten (und kann evtl sogar gesteigert werden, da das Baby mehr Zeit effektiv(!) saugend an der Brust verbringt).

Eine Daueranwendung über viiiiiile Monate bzw. die gesamte Stillzeit ist möglich. Gerade bei immerhin 50% Milchproduktion besteht sicherlich die Möglichkeit, dass das BES gar nicht unbedingt zu JEDER Stillmahlzeit zum Einsatz kommen muss. Manche Mütter müssen z.B. nur tags damit stillen, nachts (da ist der Prolaktinspiegel ohnehin höher als tags) reicht stillen ohne BES.

Hier im Forum findest Du einige Anwenderinnen, und damit sicher ganz viel Rat, Tipps und Hilfe, solltest Du Dich dafür entscheiden.

Ein zwingendes MUSS ist das BES nicht - möglicherweise schaffst Du es auch noch eine ganze Weile weiter zu stillen, indem Du die Flaschen reduzierst und stattdessen notwendige Zusatznahrung möglichst weitgehend saugfrei fütterst.
Ich weiß nicht, ob man dann tatsächlich etwas machen könnte, damit ich vielleicht wenigstens mein nächstes Kind stillen könnte, aber das werde ich dann ja erfahren.
Weitere Diagnostik ist eine gute Idee. Es sollten z.B. auf jeden Fall ein Hormonstatus und ein Brustultraschall gemacht werden. Hast/hattest Du zufällig was an mit der Schilddrüse oder PCOS? Dies sind klassische Ursachen für Hypogalaktie (= zu wenig Milch), außerdem bestimmte Stoffwechselstörungen wie Diabetes und anderes. Eine Fehlbildung der Brustdrüsen selbst kann ebenso Ursache sein; die Menge des Brustdrüsengewebes kann per Ultraschall und Tastbefund überprüft werden.

LG,
Julia
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