kein Zurück?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Minou
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Re: kein Zurück?

Beitrag von Minou »

Squeeziemami hat geschrieben:auch wenn ich nicht wie ihr den MSR spüre, es kommt immer Milch und sie schluckt auch kräftig.
Hallo,
ich habe jetzt nicht alles gelesen, bin aber über diese Aussage gestolpert. Bitte mach dir keine Gedanken über den MSR! Es gibt einige Frauen die ihn nicht spüren, ich z.B. merke NICHTS! Meine Tochter stillt seit 1,5 Jahren, am Anfang hatte ich Durstanfälle wenn die Milch kam, aber das verging irgendwann. In letzter Zeit dachte ich oft sie würde trocken nuckeln, bis ich ein paar mal sah, wie ihr die Milch aus der Schnute läuft :wink: .
Wenn deine Tochter schluckt, ist da auch Milch, ob du sie nun spürst oder nicht.

Das mit der erzwungenen Beikost bei einem so kleinen Baby macht mich etwas stutzig. Was sollst du ihr denn füttern? Ist dir/deiner Ärztin bewusst, das Gemüsebrei deutlich weniger Kalorien hat als Muttermilch? Wenn deine Tochter also viel Brei isst wird sie eher noch weniger zunehmen! Warst du mal bei einem anderen Arzt und hast dir eine zweite Meinung eingeholt? Es klingt alle so als würd dein Kind dir fast verhungern, da wird oft viel zu viel Panik verbreitet. Manche Kinder sind einfach zart und nehmen langsamer zu, natürlich sollte man das im Auge behalten, das ist klar. Aber zu viel Angst und Unsicherheit müssen auch nicht sein.
Ich wünsch dir alles Gute! Und ich würde die Flasche komplett weglassen, du hast doch Milch und sie stillt gut? Dann holt sie sich was sie braucht!
Mit großer (11.'99) und kleiner Maus (03.'09)
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Squeeziemami
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Re: kein Zurück?

Beitrag von Squeeziemami »

Ich hatte meine Waage mit bei der Ärztin und hab parallel gewogen zum Vergleich.
Tagesablauf: Nacht um drei trinkt sie, dann morgens ab halb fünf/ fünf. Dann nuckelt sie immer mal so ab sechs, bis wir zwischen sechs und neun aufstehen - da biete ich ihr wieder und wieder die Brust, meist schläft sie bis neun. Früher hab ich da schon ne Flasche angeboten, das lass ich jetzt immer, nun war auch mein Fuß überdehnt und ich wollte wenig laufen. Sie nimmt dann aber ordentlich die Brust. Wenn ich gefrühstückt habe wird sie schimpfig und will wieder ins Bett, dort unterhalte ich sie und es gibt Brust. Wenn ich danach die Flasche biete, nimmt sie max. 30ml - tagsüber nimmt sie sich dann so vier Schläfchen, zum Einschlafen und Aufwachen gibt es Brust. Nachmittags (so ab halb vier) ist Aufwachen meist gleich Schreien?! Und dann nimmt sie auch ungern die Brust, hingegen gute 120 ml Flasche. Abends, so halb acht meistens, wird ebenfalls die Brust angemault nach einigen Zügen und zwischen 120 und 240ml Flasche genommen. Manchmal aber auch die Flasche abgelehnt dafür dann die Brust gebissen, genuckelt und irgendwann getrunken, dann braucht sie aber ne gute Stunde zum Einschlafen..
Wir haben das nicht täglich gleich. Hab es mal ganze Tage mit keiner Flasche geschafft, weil sie nicht maulig wurde. Aber innerhalb der letzten Zeit war es wieder so, dass sie trinkt an der Brust, aufhört, wieder schnappt, ich ewig Geduld habe, sie dann aber irgendwann gar nicht mehr will, dann aber eine Flasche nimmt.... Es kommt auch vor, wie bereits beschrieben, dass sie Flashcen ablehnt und dann die Brust nochmal nimmt oder Flaschen ablehnt weil sie anscheinend satt ist....
Pipiwindeln haben wir jetzt aber gut (wobei ich ja Flaschen gebe ab und an). Bin mir so unsicher. Wenn meine Brust aber doch Milch hat, würde sie dann nicht ihren Hunger daran stillen, wenn es keine Flaschen mehr gibt? Und wieso nahm sie aus dem BES so wenig? Weil meine Brust genug hat? Aber den Schlauch im Mund mag sie eh nicht....
Sie nimmt zu, wenig, aber bisher hat sie nie abgenommen. Sie hat Pipiwindeln (auch in der Zeit hatte sie sogar Stuhl, als ich Flaschen mal wegließ und sie viel maulte und ich ewig und oft anlegte und sie biss und schnappte und trank und nuckelte und war sichtlich unzufrieden aber es kam ja Milch).
Hat sie einfach bequeme Phasen??? Aber es floss ja auch aus dem BES. Was ist da nur los?

Ja, ich denke auch dass Beikost zu wenig hergibt... Mach ich sowieso nicht. Wenigstens dass sie bei Tisch irgendwann selbst beginnt mitzufuttern will ich mir nicht durch Breis nehmen lassen.
Ich würd auch einfach gern sagen ich lass die Flaschen weg. Aber was, wenn sie echt Hunger hat (hab das ja mal vier Tage gemacht und sie war nur maulig :( )
? Hach. Komisch alles.
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Squeeziemami
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Re: kein Zurück?

Beitrag von Squeeziemami »

Heute hab ich die Flasche bis 11 rausgezögert. Immer und immer wieder die Brust angeboten. Irgendwann war sie sehr wütend. Dann nahm sie Flasche. Nachmittags dasselbe. Und heute Abend war sie generell maulig und ist dann an der Brust eingeschlafen, zwischendurch hat sie aber vehement abgelehnt und Falsche 50ml getrunken, dann wieder Brust.
Morgen bin ich bei einer neuen Frauenärztin. Ich hole mir jetzt doch nochmal ein Rezept für eine Pumpe, dann nehm ich nochmal das BES. Und meine Brust lass ich auch mal untersuchen. Irgendwas muss ja schief laufen, dass es tags immer Probleme gibt. Schon zweiter Tag wieder ohne Stuhl. Aber das kann ja normal sein... :( Dennoch. Auch weniger Pipi heute.
Ich wünsche ihr doch einfach eine gute Zeit an der Brust. ich bin jeden Tag da, es gibt nichtmal die Notwendigkeit, dass die Flasche genommen wird (mein Mann sagt ihr so gute Nacht und wenn ich mal weg muss, dann bin ich pünktlich zurück oder nehme sie mit. Vielleicht schaffen wir es ja endlich. :(
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Stuermchen
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Re: kein Zurück?

Beitrag von Stuermchen »

Ach Mensch, das tut mir so leid, dass es so ein Auf und Ab ist bei Euch... :(

Ich möchte Dir einfach nochmal ganz viel Kraft und Mut und Ausdauer schicken. Meine Daumen sind weiterhin gedrückt für Euch!
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Squeeziemami
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Re: kein Zurück?

Beitrag von Squeeziemami »

Danke Dir! War nun heute bei der Frauenärztin. Brust in Ordnung. Heute wieder viel Gemaule, mal Brust mal Flasche. Ich denke nun ganz stark, dass sie weiß! es ist Tag, sie möchte Aktion wenn sie wach ist und wenn ich sie im Aufwachen erwische, dann klappt es auch mit Stillen, ansonsten ist Flasche wohl einfach bequem. Und beim BES weiß sie wohl auch einfach, dass der Schlauch an der Brust zwar fließt, aber es ist nicht die Brust allein und nicht die Flasche. Kann das nicht sein, dass sie so klug ist? Interpretier ich zu viel? Wüsste aber sonst keinen Grund, wenn immer Milch da ist und nachts sogar kräftig getrunken wird! Tut ihr relaktieren dann gut? Will sie meine Brust komplett? Oder bin ich zu egoistisch, mein Kind unbedingt wieder voll an der Brust haben zu wollen?
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Squeeziemami
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Re: kein Zurück?

Beitrag von Squeeziemami »

Heute nur 70 ml zugefüttert. Windeln - naja. Ganz ok. Nicht übervoll. Kein Stuhl. Aber lehnte Flasche ab und ich hab sie dann nicht mehr angeboten. Sie ist ohne Schnuller an der Brust eingeschlafen und wurde nicht mal durch Hundegebell eben wach. Ich nehme an, hätte ich ihr noch eine Flasche geboten, hätte sie die geleert. Aber ich wollte nicht. Hab als sie eingedöst war, nochmal die Seite gewechselt und da trank sie erneut kräftig. Werde nun am Wochenende strikt die Windeln beobachten und ihr Verhalten (Hunger...)
... Ich hoffe weiter. Also soll ich dann in einem Monat Beikost anbieten?? Avocado, Pasternake (heißt das so)?
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Squeeziemami
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Re: kein Zurück?

Beitrag von Squeeziemami »

Wenn man ,,schlaffe" Brüste hat, ist dann dennoch noch Milch genug drin? Wenn Squeezie morgens getrunken hat, sind die beiden Milchspender komplett ausgesogen ^^ - aber beim Drücken kommt Milch. Bekommt sie dann selbst noch genug? Man sagt ja während dem Trinken bilde sich Milch, aber natürlich nach zwei drei Stunden sind sie voller...
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kruemelkeks83
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Re: kein Zurück?

Beitrag von kruemelkeks83 »

Meine Brüste fühlen sich manchmal auch leer an, aber Krümel trinkt wunderbar und nach kurzer Zeit merke ich auch, wie die Milch wieder einschießt. Trinkst du Stilltee? Eine Zeit lang hat Krümel morgens immer die Brüste sehr leer gemacht und ich hatte das Gefühl, es dauert recht lange, bis sie wieder voll waren. Habe dann Stilltee getrunken und dann hatte ich das Gefühl, dass sie schneller voll wurden.
Grüße von krümelkeks mit krümel (März 2010) und minikrümel (Februar 2012)
jusl
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Re: kein Zurück?

Beitrag von jusl »

Squeeziemami hat geschrieben:Wenn man ,,schlaffe" Brüste hat, ist dann dennoch noch Milch genug drin? Wenn Squeezie morgens getrunken hat, sind die beiden Milchspender komplett ausgesogen ^^ - aber beim Drücken kommt Milch. Bekommt sie dann selbst noch genug? Man sagt ja während dem Trinken bilde sich Milch, aber natürlich nach zwei drei Stunden sind sie voller...
Das Völlegefühl nach einigen Stunden Stillpause wird NICHT vollständig durch "sich zwischenzeitlich in der Brust angesammelte" Milch verursacht. Selbst bei ganz prallen Brüsten (etwa morgens beim Aufwachen, wenn das Kind unerwartet lange schlief) ist die Menge derjenigen Milch, die sich zwischen den Mahlzeiten ansammelt, normalerweise recht gering (ein paar Esslöffel voll, meist irgendwas zwischen 5 und 20 ml). Der größte Anteil der Milch wird WÄHREND des Stillens selbst gebildet, genauer: kurz vor und dann nach Einsetzen des MSR.

Das starke Völlegefühl wird vorrangig verursacht durch erhöhte Durchblutung/Gewebswasser, daher die Prallheit und das Wärmegefühl, nicht durch "vorproduzierte" Milch. Die Brust merkt sozusagen "Baby lang nicht an der Brust gewesen, dann müsste es doch gleich stillen wollen, ich fahr schon mal die Durchblutung hoch, damit ich gleich ganz viel Milch bilden kann", bildlich gesprochen.

Mit fortschreitender Stillzeit, also wenn das Baby älter wird, nimmt das Völlegefühl bei (längeren) Stillpausen in aller Regel deutlich ab, bzw. verschwindet ganz. Grund hierfür ist das eingespielte Zusammenwirken der verschiedenen Stillhormone: die Milch wird beinahe nur noch dann gebildet, wenn sie nachgefragt wird, also direkt während des Stillens selbst. Dadurch erklärt sich auch, warum viele Mütter von gestillten Kleinkindern recht problemlos am Montag 6 mal stillen können (mit reichlich Milch), und am Dienstag aber gar nicht - und das, OHNE Milchstaugefahr/Übervölle wahrzunehmen. Dienstag abend sind die Brüste immernoch fast völlig weich. Wird am Mittwoch wieder gestillt, ist die Milch genauso flexibel wieder "da".

(Bei der Beschreibung dieses Phänomens zeigt sich wieder einmal, dass Ausdrücke wie "ich HAB viel Milch" oder "meine Milch ist WEG" den Kern der Sache nicht treffen. Passender wäre "Das Drüsengewebe produziert derzeit auf Überschuss" (bezeichnet die physiologische Prolaktin-Hochlage in den ersten Wochen nach der Geburt) oder "Mein Milchspendereflex setzt zügig und intensiv ein" (bezeichnet die etablierte, reichliche Milchbildung) oder "Das Drüsengewebe reagiert kaum auf Oxytocinausschüttung" (bezeichnet geringe Milchproduktion trotz Saugreiz) und so weiter. )

Jedenfalls: die Brust funktioniert NICHT wie eine Flasche, die sich erst wieder auffüllen muss. Viel Milch "DRIN" hat man praktisch NIE, und man kann auch NICHT einfach WARTEN, bis die Brüste wieder voll Milch sind - denn die Milch wird immer erst aus dem vorbeifließenden Blut gebildet, und zwar im wesentlichen genau dann, wenn gestillt wird. Dies passt auch exakt zum Stillgrundsatz Nr.1
"Die Nachfrage bestimmt das Angebot": Je häufiger gestillt wird, desto mehr Milch wird gebildet.

Ich hoffe, diese Zeilen erhellen diese Vorgänge ein bisschen ;-)
LG;
Julia
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kruemelkeks83
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Re: kein Zurück?

Beitrag von kruemelkeks83 »

Danke für die super Erklärung Julia!
Ich wusste zwar, dass die Milch beim Stillen erst gebildet wird, aber nicht, dass pralle Brüste nichts mit viel Milch zu tun haben.
Das erklärt auch meine Beobachtung, dass ich viel seltener pralle Brüste habe.
Grüße von krümelkeks mit krümel (März 2010) und minikrümel (Februar 2012)
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