Hallo und herzlich willkommen hier im SuT!
Klasse, dass Du Deine beiden Babys stillen willst - selbstverständlich ist es möglich, Mehrlinge vollzustillen (ca 90% aller Mütter sind in der Lage, genug Milch für Mehrlinge, auch höhergradige, zu bilden.).
Zunächst einige allgemeine Informationen:
* Deine Babys sind knapp drei Wochen alt, d.h. Ihr alle seid noch im Wochenbett. In dieser Zeit ist es i.d.R. möglich, die Milchbildung recht flott auf Mehrlingsniveau hochzufahren. Nach den ersten Wochen ist dies immernoch möglich, aber braucht meist mehr Zeit. Die Voraussetzung dafür ist eine etablierte Milchbildung, die mengenmäßig in etwa für EIN Baby reicht, d.h. normales "Einlings-Vollstillniveau".
* Es wird schneller mehr Milch gebildet, wenn Du möglichst häufig beide gleichzeitig stillst (oder eins stillst und die andere Seite gleichzeitig abpumpst), da der doppelt starke Saugreiz die Milchbildung besser ankurbelt als ein einseitiger. 12x tandemstillen ist für ein Hochfahren der Milchproduktion besser als 24x einzeln.
* Nicht alle, aber viele Kinder entwickeln Stillschwierigkeiten, wenn sie häufig per Flasche gefüttert werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist umso höher, je jünger die Kinder bei der ersten Flasche waren. Der Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Saugtechniken: an der Flasche muss ein Baby etwas anderes machen als an der Brust (betrifft v.a. Zungen- und Kieferstellung und - bewegung, Saug-Schluck-Koordination). Günstig wäre daher, medizinisch (noch) notwendiges Zufüttern stillfreundlich, d.h. SAUGFREI zu gestalten, damit sich die Babys keine Flaschen-Technik angewöhnen. Auch auf andere künstliche Sauger sollte möglichst verzichtet werden, in der Zeit des Stillen-Lernens auf jeden Fall.
* Wie viel Du abpumpen kannst, ist KEIN guter Indikator dafür, wie viel Milch Du produzierst. Denn: Die Kunst des Abpumpens besteht darin, den Milchspendereflex ("MSR") auszulösen (nimmst Du den beim Stillen wahr? So ein kribbeliges oder ziehendes Gefühl, und dann fließt die Milch?). Das müssen viele Frauen lange üben!.. Ohne MSR kommen nur wenige Teelöffel voll, meist zwischen 5 und 25 ml. Ein guter Trick ist, WÄHREND des Stillen abzupumpen, denn der MSR wirkt immer beidseitig, und das Baby löst den MSR meist problemlos aus, also gleichzeitig auch für die abzupumpende Seite.
* Realistische Erwartungen können sehr hilfreich und sehr entlastend sein. Das Baby, dass alle vier Stunden für 20 Minuten trinkt und die restlichen 3:40 brav in seinem Bettchen schläft ist ein Mythos aus der Pamperswerbung, aber hat nichts mit der Realität zu tun. Ich hatte die liebsten Kinder der Welt, aber allein ins Bettchen hätt ich sie garantiert nicht legen können! Da hätten sie sofort geweint. (wusste ich zum Glück vorher; deshalb hab ich's gar nicht erst versucht

). Babys bleiben meist lieber in der Nähe ihrer Familienmitglieder, sie fühlen sich mit ganz viel Körperkontakt am wohlsten. Deshalb ist es gerade für Zwillingsmütter gut, wenn häufig noch jemand anderes da ist zum Helfen/Babys Rumtragen/Haushalt machen; und es ist SEHR GÜNSTIG, wenn Du Dich ganz bald mit dem Gebrauch einer guten Tragehilfe vertraut machst. Dann kannst Du ein Baby sicher im Tragetuch/in der Tragehilfe verstauen (darin kann es auch wunderbar schlafen!), und hast immer noch die Arme fürs andere Baby frei.
Um zu schauen, wie Ihr möglichst schnell vom Zufüttern wegkommen könnt, sind vorher noch einige Details wichtig, die ich Dich gerne fragen möchte:
* Wie oft in 24 Stunden stillst Du?
* Wie viele Milliliter fütterst Du in 24 Stunden ungefähr zu, pro Kind?
* Wir oft in 24 Stunden fütterst Du zu? Nach jedem Stillen, oder manchmal auch nicht?
* Wie war die bisherige Gewichtsentwicklung Deiner Babys? (bitte ALLE Daten aufschreiben)
* Hast Du ein gutes Stillbuch daheim?
* Wie sind Deine Babys so?

Schläfrige Murmeltiere, hastige Zappelkinderchen, wache Weltgucker? In welcher Schwangerschaftswoche kamen die beiden auf die Welt?
* Hast Du schon mal versucht, beide gleichzeitig zu stillen? Klappt das Andocken auf Anhieb?
Mit Hilfe dieser Antworten ist eine Abschätzung der Zeit möglich, die es voraussichtlich braucht, bis Du Deine Babys ausschließlich stillen kannst, und welche stillfreundlichen Zufüttermethoden in Frage kommen.
Ich hoffe, diese Infos waren erstmal hilfreich für Dich,
liebe Grüße,
Julia