warum bekommt man sooooo oft falsche infos....

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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maionn
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warum bekommt man sooooo oft falsche infos....

Beitrag von maionn »

ich bin so dankbar über eure berichte...
habe vorher gedacht das mit mia was nicht stimmt. laut meiner hebamme würden die stillabstände vom anfang (2 stunden) irgendwann so lange werden das man wieder durchschläft, bei der rückbildung erzählen andere mamas das mein baby mit 2 stunden rhythmus wohl nicht satt wird und empfehlen as zufüttern, selbst machen die das schon seit dem 4.! monat!!! ich habe tapfer durchgehalten, jetzt schaffen wir tagsüber 3 stunden :P woher kommen den diese vielen fehlinformationen - und warum halten so wenige mamas die anstrengend schöne stillzeit nicht länger durch??? ich bin soooo froh das ich durchgehalten habe und fühle mich durch euch endlich bestätigt!! DANKE :sling:
Liebste Grüße von Marion und dem tollen Mädchen Mia (1/10)
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Miracleine
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Re: warum bekommt man sooooo oft falsche infos....

Beitrag von Miracleine »

Ich frage mich auch oft, warum so wenig Mamas die Stillzeit länger durchhalten und warum einem von allen Seiten immer das frühe Abstillen und zufüttern angeraten wird.

Leider kommt das häufig ja auch von Fachpersonal, z.B. Kinderkrankenschwestern, Kinderärzten und Hebammen. Mit allen drei Gruppe mußte ich leider schon diese Erfahrung machen. Natürlich wird man da als junge Mutter unsicher, wenn man es nicht aus vielen anderen Quellen anders weiß. Schließlich müssen es die Fachleute ja wissen... Zumindest theoretisch. Und als junge Mutter verläßt man sich nur allzu leicht auf diese Menschen.

Ich habe es jetzt gerade wieder bei einer Freundin gesehen, die nach zwei Wochen auf die Flasche umgestiegen ist, weil ihre Kleine schon 600g abgenommen hatte und sie keine adäquate Hilfe bekommen hat. Die Stillberaterin kam dann etwas zu spät, um noch etwas retten zu können, weil sie schon so unter dem Einfluß vom Klinikpersonal und ihrer Hebamme stand.

@Miamama: Wie alt ist denn Deine Kleine? Und aus welcher Ecke von Hamburg kommst Du?
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maionn
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Re: warum bekommt man sooooo oft falsche infos....

Beitrag von maionn »

heeeeey das ist ja toll wir wohnen im letzten zipfel blankenese.. mia 6,5 monate alt ;) wir sind praktisch nachbarn...
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hennnamae
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Re: warum bekommt man sooooo oft falsche infos....

Beitrag von hennnamae »

Darüber bin ich auch so oft so traurig. Es gibt so viel tolle Hilfe, LLL, ASF, doch irgendwie scheint diese Art der Hilfe vielen Fachleuten unbekannt, oder man ist unwillig, dorthin zu vermitteln.

Mir haben diese Fehlinformationen und das Desinteresse der mich betreuenden Personen die Stillbeziehung zu meiner ersten Tochter "versaut". Nein, eigentlich konnte dadurch überhaupt erst keine Stillbeziehung entstehen!

Zuerst hatten wir Probleme mit dem Anlegen. Mir war nicht bewusst, dass ich Flachwarzen habe, so dass die kleine Probleme hatte, sie bei der prall gefüllten Brust zu fassen. Anstatt mir vernünftige Anlegetechniken zu zeigen (die Fußballhaltung hat sich bei Nr. 2 für dieses Problem super bewährt), oder überhaupt eine Form von Interesse für mein Stillen zu zeigen, hat die Nachsorgehebamme mir Stillhütchen empfohlen. Damit kamen wir dann auch erst mal mehr schlecht als recht parat. Es war nervig, alles ging daneben, es bildete sich kein richtiges Vakuum und wir hatten abendfüllende Stilleinheiten. Aber wir "stillten". Der Schock kam dann bei der U3: Sie hatte seit der Geburt erst 700g zugenommen :shock: Der Kinderarzt meinte, meine Milch sei nicht reichhaltig genug, weshalb ich wohl nach dem Stillen zufüttern müsste. Mein Mann verfiehl in Panik, weshalb ich es auch ihm zuliebe anfing, anstatt mich nach Alternativen umzusehen. Bevor ich überhaupt weitere Meinungen und Ratschläge einholen hätte können, hatte ich auch schon binnen weniger Tage (es war weniger als eine Woche) abgestillt. Für mich war es dann leider vorbei - von Stillberatungen oder Relaktation hatte ich erst später gehört.

Das knabbert immer noch an mir, dass ich es damals nicht besser wusste und nicht mehr Infos eingeholt habe. Ich dachte, man könnte den Fachleuten für Babys vertrauen. Nun bin ich schlauer :roll:

Unter gleichen anatomischen Vorraussetzungen stille ich mein 2. Kind nun ohne Stillhütchen mit grandiosen Ergebnissen auf der Waage. Mit ca. 6 Wochen hatte das Bröckchen schon 1,3kg zugelegt - obwohl meine Milch angeblich nicht nahrhaft genug ist :lol: Ich musst es zwar erst mal lernen, ihn vernünftig anzulegen - aber es geht! Meine neue Hebamme war übrigens wesentlich interessierter und definitiv pro Stillen.
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Miracleine
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Re: warum bekommt man sooooo oft falsche infos....

Beitrag von Miracleine »

miamama hat geschrieben:heeeeey das ist ja toll wir wohnen im letzten zipfel blankenese.. mia 6,5 monate alt ;) wir sind praktisch nachbarn...
Stimmt, Frau Nachbarin.

Da könnten wir uns ja glatt mal irgendwann treffen, auch wenn unsere Zwerge sehr unterschiedlich alt sind. :D
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nwsurgeon
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Re: warum bekommt man sooooo oft falsche infos....

Beitrag von nwsurgeon »

An das Thema Hohlwarzen kann ich mich auch noch erinnern, die hatte ich nämlich mal :lol: .
Deshalb sagte mir meine Schwester, die vor 12 und 9 Jahren ihre Kinder wirklich lange gestillt hat, " da wirst Du wohl später mir Stillhütchen stillen müssen".
Nach der Geburt meiner Großen (10/2006) hat das Andocken zunächst nicht so gut geklappt (angedockt, nicht sofort Milch, abgedockt, geschriehen) aber meine Hebamme hat ihr einfach meine Brust in den Mund gestopft. Wir haben dann immer beim Andocken abgepumpte Milch über die Brustwarze in den Babymund tropfen lassen und nach ein paar Mal hat es dann geklappt. Aber mit den Hohlwarzen hatte das nichts zu tun, da das Kind ja eh den ganzen Vorhof in den Mund nehmen soll. Die Hohlwarzen waren dann schon nach ein paar Monaten verschwunden, dank der Super-Baby-Unterdruckpumpe. Jetzt stille ich immer noch und seit 09/2009 Tandem (aber nicht gleichzeitig und die Große nur noch Abends).

Zum Allgemeinen: Das Thema Stillen findet im Medizinstudium nicht statt, so dass sich leider unter dem sogenannten Fachpersonal (inkl. Schwestern und Hebammen die ja auch oft nur in Krankenhäusern ausgebildet werden) die Ammenmärchen verbreiten und halten. Fundierte Kenntnisse sind halt nur mit Mühe zu finden (oder bei LLL).
nwsurgeon mit zwei großen Mädels (10/2006 und 09/2009), Hündin *2019 und Stute *2017
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Fliederbusch
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Re: warum bekommt man sooooo oft falsche infos....

Beitrag von Fliederbusch »

Ich finde es auch immer noch erschreckend, dass es so viele uninformierte und vorallem unbelehrbare Hebammen und Aerzte(egal ob frisch von der Uni oder Urgestein) gibt.
Wenn ich nicht so ein muendiger Mensch und Patient waere, haette ich schon laengst abgestillt.
LG
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blueberry
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Re: warum bekommt man sooooo oft falsche infos....

Beitrag von blueberry »

Ich denke, das ist zum Teil eine Frage der Informationsquellen und deren Finanzierung :? Die meisten Kinderärzte hören übers Stillen (meist gleich im Kontext "Babyernährung" erst auf Fortbildungen während der Berufstätigkeit etwas. Und dreimal dürft Ihr raten, von wem die finanziert werden :roll: Dann wundert es auch nciht, dass man auch als vollstillende Mutter bei der U2(!) in der KiA-Praxis Hipp-Werbung in Form von netten Fläschchen und Gratis-Blechdose mit Aufdruck bekommt :evil:

Es ist halt traurig, aber da man mit dem Stillen kein Geld verdienen kann, wird da auch nie eine so finanzkräftige Lobby dahinter stehen wie hinter Pulvermilch, Abendbrei und Co :(
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
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