Schreien beim/gleich nach dem Stillen!?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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lysa
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Re: Schreien beim/gleich nach dem Stillen!?

Beitrag von lysa »

Hallo Steffi,

exakt mit 8 Wochen hat mein bis dahin vollkommen ruhiger und zufriedener Sohn auch mit diesem Verhalten angefangen - und es bis heute (19 Wochen) mehr oder weniger beibehalten. Mehr oder weniger heißt: Wir haben gute und schlechte Stillphasen. In den guten ist klar, wann er Hunger hat und er ist nach dem Stillen einiermaßen zufrieden. Wenn es sehr gut läuft, nuckelt er dann noch ein bisschen an der Brust und schläft manchmal sogar ein. Das ist aber die absolute Ausnahme.

In schlechten Phasen trinkt er extrem unruhig, schreit zwischendurch manhcmal und am Ende auf jeden Fall, scheint wieder an die Brust zu wollen, will dann aber doch nicht, dreht den Kopf weg und wieder hin, schreit an der Brust, schreit, wenn ich ihn hochnehme etc. Ich habe dann auch nicht die geringste Ahnung, ob er nun Hunger hat oder nicht, und meine Intuition versagt völlig. Ich kann da nur auf Austrocknungsanzeichen, Gewichtszunahme etc.achten, um einigermaßen sicher zu sein, dass er genug bekommt. Wobei auch das schonmal aus dem Ruder gelaufen ist, weil Söhnchen "von Natur aus" sehr leicht ist und ich mich habe verrückt machen lassen, dass er nicht genug zunimmt, dann Mega-STress hatte usw. usf. Hatte ich hier gepostet und vel Untersützung bekommen.

Meine Tochter hatte dasselbe sogar noch extremer: von Geburt an 6 Monate lang hat sie sich beim Stillen so verhalten, wie Du's beschreibst. Nur nachts nicht, da war's okay. Soll heißen: Ich kann sooooooo gut verstehen, wie's Dir geht!

Auch ich arbeite daran, mehr Ruhe zu bekommen, mich nicht stressen zu lassen und dadurch das Problem noch zu evrschlimmern. Ich habe jetzt mal eine Sitzung Erste Emotionelle Hilfe gemacht, das war ganz hilfreich. Ansonten versuche ich es mit Aussitzen (hat damals bei meienr Tochter nach Monaten ja auch gewirkt), zwar für ihn da zu sein, aber das Problem nicht allzu nah an mich heranzulassen, Hm, das klingt jetzt missverständlich. Also, ich gehe mit der Haltung ran: "Es ist objektiv gesehen alles in Ordnung (!), aber dir geht's gerade schlecht. Daran kann ich leider nichts ändern, aber ich kann für dich da sein und dir helfen, das durchzustehen." Ganz wichtig ist für mich, mir klarzumachen: Ich bin nicht die Ursache und ich bin nicht schuld! Das kriege ich mal mehr, mal weniger gut hin, im Moment zum Glück ganz gut.

In der Situtaion heißt das konkret: Wenn er an der Brust schreit, nehme ich ihn hoch und teste, ob er ein Bäuerchen machen muss. Wenn nicht und wenn er dann noch mehr schreit, biete ich ihm noch einmal die Brust an. Wenn er sie dann nicht möchte, beende ich das Stillen, gebe ihm den Schnuller und trage ihn rum, bis er sich beruhigt hat. Später dann neuer Versuch, neues Glück :wink: Und wie gesagt: Ich achte bei dieser Hitze natürlich sehr darauf, dass er keine Austrocknungsanzeichen hat. WIr haben auch 30 Grad in der Wohnung, und es geht uns allen ziemlich mies damit. Übrigens denke ich, dass diese Belastung sich auch negativ aufs Stillen auswirkt., Die Hietz ist einfach Stress, und mein Söhnchchen schläft auch sehr schlecht dadruch, ist entsprechend schlecht drauf, schwankt zwischen Hunger und Müdigkeit etc.

Puh, das ist jetzt ein Roman geworden. Ich hoffe, Du kannst was damit anfangen.

Liebe Grüße!
lysa
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laelia1831
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Re: Schreien beim/gleich nach dem Stillen!?

Beitrag von laelia1831 »

lysa, du hast mir schon sehr geholfen. Ich konnte mich genau wieder sehen in deinem Post (bzw. meinen Kleinen) und das es an manchen tagen besser ist und anderen eben nicht, ist bei uns genau so.
GEstern brach ich in Tränen aus, weil der Kleine auf dem Arm meines Mannes zu weinen anfing, als er mich ansah und ich ihn ansprach. Das tat mir sehr weh und ich brach in dem moment zusammen (naja in tränen aus und es kam der Ganze Tag hoch, der so furchtbar für uns beide war). Ich weinte und dachte, ich mach was falsch und bin Schuld, weil ich nicht sehe, was er will. Aber es stellte sich heraus, Ich hatte Recht. Er hatte hunger, war nur zu müde um an der Brust zu liegen und einfach nur zu trinken. Zu überdreht war er um ruhig da zu liegen und gestillt zu werden. Ich stillte ihn dann im Stehen und wippend und dann gings. ich setzte mich dann hin und es war gut. Er schlief dann auch ein und schlief dann bis nachts um 1:30Uhr (von 10 vor acht an).

HEUTE hat er einen tollen Tag. Er trinkt jedes Mal beide Brüste und zeigt mal EINDEUTIG "ich habe Hunger" (er macht mit dem Kopf immer so Bewegungen wie ein Specht :mrgreen: wenn ich ihm auf dem Arm habe und das zeigt immer recht eindeutig, dass er Hunger hat). Er lutscht halt jetzt vermehrt an der Faust, weil er nunmal in dem alter ist wo so langsam mit dem Mund alles erforscht wird. Das macht er aber auch wenn er nur nuckeln will und keinen Hunger hat, deshalb ist das nichts eindeutiges. Und da solche "Suchreflexe" ja nunmal nicht mehr so sind wie bei den Neugeborenen macht einen das schon unsicher. SOlange er den "Specht" macht bin ich wenigstens sicher. Manchmal weint er aber auch nur und dann heißt es eben ausprobieren. Aber heute scheint es gut zu sein. Und es ist immer nur an den Tagen so schlimm, an denen er nicht so wirklich zum Schlafen kommt.
Wir haben uns heut bei meiner Mutter einquartiert. Hier sind es angenehme 25°C im Haus und er schläft auf der Terrasse im Kinderwagen und jetzt in der Wiege die Meine Mutter hier immer stehen hat wenn wir kommen.

Ich muss mir wohl einfach wirklich immer sagen, dass ich nicht schuld bin und es einfach aussitzen. Es gibt halt nicht immer eine Ursache die man beheben kann und das muss ich auch noch verinnerlichen denke ich ;-).

Danke für deinen Roman :knutsch
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lysa
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Re: Schreien beim/gleich nach dem Stillen!?

Beitrag von lysa »

Ja, Steffi, diese Erkenntnis musste ich auch erst lernen, und das war damals bei meienr Tchter ein ganz ganz harter Weg: Es gibt nicht immer eine Ursache, die man beseitigen kann!

Was nicht heißen soll, dass ich das jetzt immer kann, übrigens :wink: . Ich habe immer wieder Tage, an denen ich doch dem Ursachen-Such-Wahn verfalle - schließlich will man ja als Mutter nicht, dass es dem Kleinen offensichtlich so schlecht geht, so sind wir einfach gepolt - und mich sehr, sehr "disziplinieren" muss, um damit aufzuhören.

Mir hilft manchmal, wenn ich mir klarmache: Babys schreien nicht nur, weil sie gerade irgendetwas wollen, weil etwas falsch ist, was geändert werden muss, sondern auch, um Stress abzulassen. Dazu haben sie ja wenig andere Möglichkeiten. Und dann ist es meiner Meinung nach nicht der richtige Weg, das Schreien um jeden Preis möglichst schnell abstellen zu wollen, weil man damit dem Baby ja die Möglichkeit des Stress-Abbaus nimmt. Ich erlebe bei SÖhnchen oft, dass er schreit wie verrückt und ich ihn dann einfach auf dem Arm halte (aber nicht mit der Absicht, das Schreien möglcihst schnell abzustellen, sondern einfach nur, ihm beizustehen, solange es dauert - so wie später übrigens auch bei den Trotzanfällen :wink: ) - und dann ist der Spuk nach einigen Minuten vorbei, er ist wieder ruhig und schläft im besten Fall ein. Wenn ich mir dann sage: "Okay, dir geht's gerade nicht gut, und das muss raus" und selbst ruhig bleibe, weil ihm das am besten hilft, sind wir oft schneller wieder entspannt, als wenn ich ihn stundenlang trage, beruhige, schuckle, stille etc., er aber trotzdem die ganze Zeit wirkt wie ein Kochtopf, der kurz vor dem Überkochen ist. Weiß Du, was ich meine?

Ach, schon wieder ein halber Roman... Das ist halt einfach mein Thema, schon beim zweiten Kind. Übrigens handle ich nur halb so überlegt, wie ich hier schreibe :D

LG und nochmal alles Liebe!
lysa

PS: Schreibst Du mir bitte noch kurz, wie Du den Hop Tye umschlägst? Siehe Dein anderer Fred...
Notanativa
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Re: Schreien beim/gleich nach dem Stillen!?

Beitrag von Notanativa »

:) ui jetzt habe ich gerade ein ähnliches Problem wie du....und bevor ich das gelsenen habe hab ich ein neues Thema eröffnet...ja vielleicht auch gut so, dann gibt individuellere Ratschläge!

wenn du' dir ansiehst dann steht da, dass meine Kleine auch plötzlich nicht mehr alle 2 Stunden trinken ma und nur noch alle 4-5h ....und wenn ich sie wach halte und ihr geben will, dann hab ich genau die Situation die du beschreibst!!! Hat mich die letzten Tage wahnsinnig und so traurig gemacht und durch die Hitze in der Wohnung war ich einfach nur fertig!

...seit gestern hab ich versucht sie wirklich 'nur' zu stillen wenn sie die Brustwarze auch selber annimmt und drangedockt bleibt und gemütlich trinkt. Ja und schau an, nix mehr mit schreien, brüllen oder quengeln.. sie trinkt..ist dann wach und wir wickeln, schmusen, spielen, sie schaut mir beim Hausarbeiten zu usw. und dann wenn sie zu quengeln beginn versuch ich ihr erst gar nicht mehr die Brust zu geben, da wird sie soooo böse und der Tanz beginnt von Neuem! Sondern leg sie in ihr Bettchen wo sie dann nach rummlutschen an den Händen oder an ihrem Nuckelmond einfach einschläft! Hm...nicht hungrig nur müde?? Scheint grad so zu sein...

Meine Unruhe und Angst dass sie zu wenig bekommt (deswegen auch das neue Thema!) ist dadurch zwar nicht besser aber ich bin grad etwas ruhiger, da sie mir zufrieden vorkommt beim Nuckeln und Schlafen oder manchmal nicht richtiges schlafen sondern nur so 'dösen'...

ja, so ists grad bei mir..weiss nicht ob's dir was hilft..kann dir nur sagen, dass ich echt mit dir fühlen kann und weiß wie traurig einen das macht! :piepmatz:

alles Liebe,
Nota
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Re: Schreien beim/gleich nach dem Stillen!?

Beitrag von laelia1831 »

danke nochmal tut gut sich nicht allein zu wissen. und so langsam krieg ich den bogen raus wie ich mich dann am besten verhalte :).
lysa hab im annderen fred geantwortet zwecks hüftgurt umschlagen beim hoptye :)
laelia mit Räuber (05/2010) an der Hand, trägt und stillt die Räubertochter (12/2015) mit Hingabe
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