Ich finde es toll, dass Du Dich hier für Deine Schwester informierst und ihr auf diese Weise zum Stillerfolg verhelfen willst. Allerdings wäre es noch besser, sie könnte sich auch selbst einmal hier melden, da Informationen aus zweiter Hand für uns schwerer zu bearbeiten sind.
Deine Schwester sollte unbedingt auch noch eine Stillberaterin mit Erfahrung beim Thema Saugschwäche hinzuziehen. Die Hebamme handelt insofern richtig, als sie stillfreundliche Zufütterungsmethoden empfiehlt, aber Deinem Bericht kann ich nicht entnehmen, dass sie auch nach Ursachen für das Problem sucht. Wahrscheinlich ist das Baby zu schläfrig/schwach, um an der Brust zu saugen. Das kann verschiedene Gründe haben, denen auch nachgegangen werden sollte. Durch die Gewichtsabnahme wird die Problematik ja noch verschärft - wobei eine Abnahme bis zu 7 (evt. 10) Prozent des Geburtsgewichtes toleriert werden kann.
Oberste Direktive: Nähre das Kind - keine Frage!
Aber natürlich ist es auch wichtig und wünschenswert, das Kind an die Brust zu bekommen. Hier wäre es v. a. wichtig, es wach zu bekommen - hier könnten folgende Wecktipps für schläfrige Neugeborene helfen:
- Schlafpuppentrick:Dein Kind auf Deine ausgestreckten Unterarme legen, sodass Ihr (theoretisch) Blickkontakt habt. Immer hoch und runterschaukeln, meist gehen beim Hochschaukeln die Augen auf - wie bei einer Schlafpuppe eben.

- Streichelmassage des Gesichts: Mit einem Finger in sanften, kurzen Bewegungen vom Haaransatz Richtung Augen über die Stirn streicheln, von einer Seite zur anderen und wieder zurück. Die gleichen Bewegungen an beiden Wangen, an der Oberlippe weitermachen. Dasselbe von UNTEN NACH OBEN vom Kinn aufwärts zum Mund. Das macht nicht nur wach, sondern stimuliert auch die für effektives Trinken so wichtige Gesichtsmuskulatur.
- Beim Stillen sollte es das Kind nicht zu warm haben, sonst schläft es meist schnell wieder ein - hier hilft es häufig, das Baby weitgehend zu entkleiden. In Ruhephasen ist Wärme aber wichtig, denn ein frierendes Baby (ok, bei der Hitze recht unwahrscheinlich) verbraucht zusätzlich Energie.
- Beim Stillen die Füßchen kneten.
- ggf. Wechselstillen (Wenn das Kind an der einen Seite nicht mehr richtig trinkt, wechseln)
Dann muss das Kind durch richtiges Anlegen überhaupt die Chance haben, effektiv zu trinken.
- Der Mund muss weit geöffnet sein, das Kind hat mehr als nur die Brustwarze im Mund, d. h. auch einen Teil des Brustwarzenhofes.
- Die Zunge liegt auf der unteren Zahnleiste. Dies kann man natürlich schwer sehen, aber vielleicht gelingt es durch Vormachen, das Kind dazu zu bringen, mal die Zunge rauszustrecken um zu überprüfen, ob die Zunge überhaupt weit genug herausgestreckt werden kann. Wenn nämlich das Zungenbändchen zu kurz ist, geht dies nicht und effektives Trinken ist schwer möglich.
- Das Kind muss sich nicht verdrehen, sondern Ohr, Schulter und Hüfte bilden eine Linie. Der Bauch des Kindes ist möglichst nah an die Mutter herangezogen.
- Das Kinn berührt die Brust - das verbessert die Zungenbewegung.
Zur Aufrechterhaltung bzw. Steigerung der Milchproduktion sollte Deine Schwester pumpen und/oder Muttermilch von Hand ausdrücken. Es ist sehr effektiv, beides zu kombinieren, d. h. nach dem Pumpen die Brust noch einmal manuell zu entleeren.
Zur Verbesserung der Saugtechnik könnte ein Saugtraining gemacht werden - aber hier ist die Grenze der Internetberatung (zumal aus zweiter Hand) erreicht, sondern Hilfe vor Ort gefragt. Die ehrenamtlichen Stillberaterinnen von
AFS und
LLL helfen gern, sind aber oft in diesem Bereich nicht so erfahren. Es gibt auch professionelle Stillberaterinnen, deren Einsatz kostenpflichtig, aber bezahlbar ist. Aber auch hier sollte vorher nachgefragt werden, ob sie in diesem Bereich erfahren sind. Du findest sie z. B.
hier.