Schreit nur noch an der Brust - hab' zugefüttert

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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lysa
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Re: Schreit nur noch an der Brust - hab' zugefüttert

Beitrag von lysa »

schilf hat geschrieben:P.S.:

Eins fällt mir noch ein, was zwar nix mit Stillen zu tun hat, im Nachhinein aber auch ein Zeichen war: Wenn Amelie weinte und sie war auf dem Arm, half es, sie abzulegen! Kein normales Babyverhalten. Jedes andere wird ruhig, wenn es hochnimmt; Amelie wurde ruhig, wenn man sie hinlegte.

Vielleicht gibt es auch sonst noch etwas ungewöhnliches bei euch?
Oha. Schau mal hier: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 3&t=109196

Vielen Dank für Deine ausführliche Schilderung! Da habt Ihr ja ganz schön was mitgemacht :(
Ich habe viel wieder erkannt, allerdings zum Teil von meiner Tochter, zum Teil von Söhnchen. Stillprobleme der von DIr beschriebenen Art hatten wir bei ihr z.B. auch von Anfang an, inkl. Stillhütchen, bei ihm "erst" und auch nicht ganz so stark, seit er 8 Wochen alt ist. Kann sich KISS denn erst dann bemerkbar machen?
"Keine erkennbare Logik" - so war das bei ihr auch, monatelang. Und ich habe mich mit Beobachten und Protokollieren echt verrückt gemacht. Bei ihm mache ich das bisher nicht, bin aber kurz davor... Und die Stillmahlzeiten, wie Du sie beschreibst, sind exakt unsere - bei ihr ging das wochenlang so, bei ihm mal so, mal so, aber zur Zeit ist es auch so extrem, daher ja dieses Posting.
Übrigens hat die KiÄ bei Söhnchen auch leichte Asymmetrie (einseitige Faust, leicht c-förmiger Körper, Unterschiede bei den Lageraktionen) und demzufolge leichte motorische Rückstände festgestellt. Daher machen wir ja die Cranio. SOllte die bei KISS nicht greifen??

Ach ja, und über Saugverwirrung, Brustschimpfphase, zu wenig Milch, zu starken MSR, Kuhmilchunverträglichkeit bei mir etc. denke ich auch nach - jetzt schon wieder beim zweiten Kind. Wie vertraut mir all das ist... Und ich hatte so gehofft, dass sich das nicht wiederholt :cry:

Nochmal zum Tragen: In den ersten 8 oder 10 Wochen war Tragen im Tuch Söhnchens ein und alles. Auf dem Arm nicht so (das war bei meiner Tochter anders, die schlief damals oft nur auf meinem Unterarm). Dann wurde es schwieirg mit dem Tragen, 'ne Zeitlang ging nur der Marsupi, den ich eigentlich nicht leiden kann. Jetzt ist es wieder was besser, aber es gibt Tage, wo ich das müde und brüllende Baby eine Stunde lang schnellen Schrittes im Tuch oder Sling durch die Gegend trage, bis es schläft - dann drückt er sich die ganze Zeit gegen das Tuch und scheint sich zu wehren. Wenn ich ihn aber rausnehme, ist es nur noch schlimmer.
Am Rucksackbinden bin ich total gescheitert, da drückt er sich so durch, dass es schlicht nicht möglich ist. Die Trageberatung half da auch nicht weiter. Und manchmal passiert auch bei uns genau das, was Du beschreibst: Wenn er meckert, müssen wir ihn hinlegen statt auf den Arm nehmen. Wenn er dann zu sehr drüber ist, hilft das aber auch nicht mehr :( Auf dem Arm beruhigt er sich eigentlich gar nicht, nur wenn er gepuckt ist.

Was meinst Du? Ich sehe da schon einige Ähnlichkeiten...

LG
lysa
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Re: Schreit nur noch an der Brust - hab' zugefüttert

Beitrag von lysa »

Helix hat geschrieben:Ist es vielleicht die Brustschimpfphase? Oder muss er Pipi und will abgehalten werden?
SOrry, vom Abhalten hab ich keinen Plan. Brustschimpfphase? Seit 8 WOchen? Hm, glaube ich nicht, aber danke fürs Mitdenken!
lysa
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Re: Schreit nur noch an der Brust - hab' zugefüttert

Beitrag von lysa »

Hat noch eine von den Stillberaterinnen eine Idee? :?:
Helix
hat viel zu erzählen
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Re: Schreit nur noch an der Brust - hab' zugefüttert

Beitrag von Helix »

ich hab auch keine Ahnung vom Abhalten :wink: Bei den Raben gab es aber ein paar ähnliche Threads, wo Leute berichteten, dass das Kind Theater an der Brust macht und sie festgestellt hätten, es wird besser durch windelfrei. Weil die geschilderten Probleme so ähnlich sind, komm ich da drauf
Lösche Benutzer 2178

Re: Schreit nur noch an der Brust - hab' zugefüttert

Beitrag von Lösche Benutzer 2178 »

Liebe Lysa,

mir ist noch eingefallen (es ist noch gar nicht so lang her, trotzdem hab ich anscheinend schon einiges vergessen), dass wenn Amelie trank - es immer sehr hektisch war und unter starkem Druck und Anspannung stand. Wie habe ich diese ruhigen, langen, entspannten Trinkzüge vermisst!

Was eine Cranio-Therapie für Wirkungen auf eventuelles KISS hat, davon hab ich keine Ahnung. Amelie wurde Krankengymnastik nach Vojta verordnet.

Was auch immer euer Stillproblem auslöst: Ich glaube, dass es sich lohnt, nach der Ursache zu forschen. Der Druck steigt so stark an, dass man ihm irgendwann nicht mehr standhält! Rückwirkend frage ich mich, wie ich die Monate eigentlich überstanden habe. WIE anstrengend es war, merke ich erst jetzt, wo das Problem weg ist. Ich weiß nicht, wie oft ich kurz davor war, Pulvermilch zu kaufen... abgehalten hat mich stets die Sorge, dass dies der Anfang vom Ende des Stillens sein könnte und die absolute Horrorvorstellung, nachts Fläschchen anrühren zu müssen.

Ich wollte dir einfach mit unserer Geschichte Mut machen, weiter zu versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen. Ich kann mir schon vorstellen, dass ein Besuch bei einem KISS-Spezialisten dabei helfen könnte. Und wenn es das nicht ist, kannst du zumindest einen "Punkt" abhaken und dich anderen Vermutungen zuwenden.

Ich drücke euch ganz fest die Daumen!

Würd mich freuen, wenn du uns auf dem Laufenden hälst.

Mir fällt grad noch ein: Hast du Kontakt zu einer Stillberaterin? Mir hat dieser Kontakt, der in meinem Falle in der Hauptsache per Mail verlief, sehr dabei geholfen, nicht den Mut zu verlieren.
jusl
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Re: Schreit nur noch an der Brust - hab' zugefüttert

Beitrag von jusl »

lysa hat geschrieben: Seit letzter Nacht schreit er an der Brust nur noch :( . Das tut er grundsätzlich seit 8 Wochen, mal mehr, mal weniger, jetzt ist es aber regelrecht eskaliert. Er ist unruhig, ich nehme ihn an die Brust, er trinkt gierig, aber beruhigt sich nicht dabei, sondern fängt dann irgendwann an zu schreien, lässt los, trinkt ein bisschen, lässt wieder los, trinkt ein bisschen - und irgendwann versucht er gar nicht mehr, was rauszukriegen, sondern schreit nur noch.
Hallo Lysa, könnte es nicht sein, dass Ihr die Ursache einfach noch nicht gefunden habt? Das scheint mir viel naheliegender, als dass "mit Dir irgendwas nicht stimmt" ;-)

Ich habe drei Ideen:
1. Deine Beschreibung seines Schreiverhalten löst in mir sofort die Assoziation "Schmerzgeschrei" aus. Hellsehen via Internet geht nicht ;-) - aber mein Tipp ins Blaue wäre z.B.: Bauchschmerzen, durch Nahrungsmittelunverträglichkeit. Kuhmilch ist es wohl eher nicht, denn PRE verträgt er ja offenbar. Aber es blieben ja noch einige Nahrungsmittelweiweiße übrig, deren Spuren über die Muttermilch Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können. Evtl. lohnt es, in diese Richtung nachzuforschen. Du schriebst, dass Du damit ja quasi schon Erfahrung hast - wart/seid Ihr da in kompetenter ärztlicher Begleitung, was dieses Thema anbelangt?

2. Saugprobleme ausgeschlossen? Auch Schnuller können Saugstörungen auslösen. Hast Du die Möglichkeit, eine Stillberaterin vor Ort draufschauen zu lassen?

3. Du schriebst, Schreiambulanz hättest Du schon durch. Wie waren Deine Erfahrungen damit? Worauf führst Du zurück, dass Euch da nicht wirklich geholfen werden konnte? Kennst Du das Konzept der "Ersten Emotionellen Hilfe"?

Es ist wichtig, dass Du Dir folgendes klar machst:
Die Tatsache, dass Du zwei "Schreibabys" hast, sagt NICHTS automatisch über DICH aus. Weder über Deine Milch, noch über Deine mütterlichen Fähigkeiten, noch über Dich als Person, oder sonst irgendwas. Das erste Kind meiner Freundin (eine erfahrene Mutter mit viel Kompetenz, Wissen und Selbstsicherheit) war ein "Schreibaby", das zweite überhaupt nicht. Das dritte ein "noch schlimmeres Schreibaby", das vierte überhaupt nicht! Sie hat sich jedes Mal "gleich gut" um die Kinder gekümmert - mit anderen Worten: es lag überhaupt nicht an ihr.

Mein Rat: zögere nicht, Dir jede erdenkliche Unterstützung zu suchen, von der Du glaubst, dass sie Dir helfen könnte. Nicht alle Schreiambulanzen arbeiten gleich (v.a. arbeiten nicht alle gleich gut!..).
Und: gib Deiner Trauer und der Enttäuschung darüber, wie Eure Babyzeiten verlaufen sind, Raum. Tausch Dich mit anderen Müttern von "Schreibabys" aus. Lass Dir Tipps geben,
* welche diagnostischen und therapeutischen Ansätze hilfreich sein könnten,
* welche Techniken Du entwickeln kannst, mit den Schreiattacken konkret umzugehen, ohne selbst in eine Krise zu geraten, und
* welche Wege es gibt, Eure Beziehung dennoch positiv zu gestalten.

Ich wünsche Dir viel Kraft für die nächste Zeit!
LG;
Julia
lysa
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Re: Schreit nur noch an der Brust - hab' zugefüttert

Beitrag von lysa »

Danke, Ihr alle, für Eure bestärkenden und tröstenden Antworten!
Nachdem gestern die Situation vollkommen eskaliert ist und er die Brst komplett verweigert hat, bin ich mit Söhnchen ins KH gefahren, um Austrocknung auszuschließen. Ergebnis nach 3 Stunden Warten: keine Austrocknungsanzeichen, und er hat seit letztem Mittwoch sogar schon 80 g zugenommen. Kann mir wer erklären, wie das geht? Die 2 Fläschchen Pre können das ja wohl nicht bewirkt haben. Soiel also zur Auasagekraft von Wiegeergebnissen... Emfpehlung des Arztes: Verdacht auf Fütterstörung, alles mit der KiÄ besprechen (dabei fing die ja erst an mit der STillprobe und mangelnder Gewichtszunahme) und entspannen. Ach was.

Wenig entspannend war danach dann, dass ich mit Kind im Sling auf einem menschenleeren Gehweg rumstand, 15 km von zuhause entfernt in einer mir unbekannten Gegend, und sich kein Taxi mit Babyschale fand, das bereit gewesen wäre, uns nach Hause zu befördern. Mitten in Berlin! U-Bahn meilenweit weg, außerdem hatte ich nicht mal'n Stadtplan dabei und mein Knie tat weh, weil ich Söhnchen schon seit 4 Stunden mit tiiiiefen Schritten rumgetragen hatte. So blöd bin ich mir selten vorgekommen! Nach einer Dreiviertelstunde weiteren Auf- und Abgehens und wilden Telefonierens hatte ich dann endlich ein Taxi - und dann war ich echt fertig mit diesem Tag :(

Öhm ich schweife ab. Am Abend hat Söhnchen dann jedenfalls seine Brustverweigerung aufgeben, und trinkt seitdem in 2- bis 2,5-Std-Abständen *gäääähn* - mit dem üblichen Gemecker am Ende, aber doch deutlichem Appetit. Kann mir wer mein Baby erklären, bitte?

Jetzt sind wir also etwas entspannter, aber ich werde dennoch einigen Tipps nachgehen, die ich hier bekommen habe. Erstmal versuche ich, einen Termin bei einem KISS-Arzt zu bekommen. Erste Emotionelle Hilfe, Julia, kannte ich bisher nicht, finde den Ansatz aber, da körperorientiert, sehr interessant für mich. Ich muss mal sehen, wo ich da einen Zugang bekomme. Gibt es einzelne Berater, die sowas machen? Oder läuft das über Kurse?

Meine Erfahrung mit der Schreiambulanz damals bei meiner Tochter? Da saß eine Psychoanalyse-Tante, die mir partout einreden wolle, ich hätte eine Ur-Angst, aufgefressen zu werden, und wollte daher unbewusst nicht stillen. Und als ich dann meine Tochter gestillt habe und sie wieder ganz doll schrie, saß die Tante nur dabei, ohne irgendwas Unterstützendes zu tun oder zu sagen, und schaute uns mit stechendem Blick zu wie zwei Versuchsmäusen im Labor. Ich habe mich selten so alleingelassen gefühlt. :evil:

Kuhmilch- oder eine andere Unverträglichkeit: Nein, wir haben das damals nicht wirklich medizinisch verfolgt, es war nur eine von vielen Ideen, die ich im Kopf hatte. Da meine Tochter aber nachts beim Stillen grundsätzlich nicht geschrien hat, hielt ich eine Unverträglichkeit dann für ausgeschlossen. Ob es diesmal anders ist? Weiß nicht, ich werde nochmal darüber nachdenken. Sein Geschrei ist aber tatsächlich so extrem, dass es nach Schmerzen klingt, das empfinde ich auch so.

Danke auch Dir, Julia, für Deine Zusicherung, ich sei nicht schuld. Das ist schwer zu glauben, wenn jetzt schon mein zweites Kind beim Stillen schreit (beim ersten brauchte ich zwei Jahre und viel "Trauerarbeit", um zu dieser Überzeugung zu gelangen), aber ich versuch's. Die Fallhöhe ist diesmal höher, weil Söhnchen in den ersten 6 Wochen ein so friedliches Baby war, dass ich es kaum für möglich gehalten habe. Und weil er in dieser Zeit null Stillprobleme hatte - ganz anders als meine Tochter. Manchmal denke ich dann, ich habe ein eigentlich ausgeglichenes Baby "verdorben" mit meiner Angespanntheit, und das macht's nicht besser. Ach ja, ich werde mal nach dieser EEH suchen...

Danke fürs Lesen Euch allen, und fürs Mutmachen. Ich werde mich bemühen, demnäcshst auch mal gute Nachrichten hier zu posten :wink:

LG
lysa
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Nimue1212
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Re: Schreit nur noch an der Brust - hab' zugefüttert

Beitrag von Nimue1212 »

Ich möchte dir alles Gute wünschen!! Ihr bekommt das sicher in den Griff!
Liebe Grüße
Anika mit Lisa (03/95), Livie (07/06), Nottie (03/08 ) und

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Tagsüber Zirkus, Abends Theater
lysa
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Re: Schreit nur noch an der Brust - hab' zugefüttert

Beitrag von lysa »

schilf hat geschrieben:Der Druck steigt so stark an, dass man ihm irgendwann nicht mehr standhält! Rückwirkend frage ich mich, wie ich die Monate eigentlich überstanden habe. WIE anstrengend es war, merke ich erst jetzt, wo das Problem weg ist. Ich weiß nicht, wie oft ich kurz davor war, Pulvermilch zu kaufen...
Oh ja, das weiß ich nur zu gut, meine Große hat ja 6 Monate lang beim Stillen geschrien. Das habe ich überhaupt nur durchgehalten, weil sie nachts ruhig trank und ich da erlebt habe, wie schön Stillen sein kann. Und als "es" (wasauchimmer) dann vorbei war, war ich so dankbar für jede einzelne friedlich verlaufende Stillmahlzeit - und das in einem Alter, in dem andere sich längst vom Stillen verabschieden - das können viele Frauen, die diese Probleme nicht hatten, gar nicht verstehen!

Allerdings bin ich nicht ganz so überzeugt davon wie Du, dass Ursachenforschung der richtige Weg ist bei meiner Tochter hat das alle nichts gebrahct und uns, so glaube ich jetzt, nur noch mehr unter Druck gesetzt. Aber ich bin noch nicht entschieden, die KISS-Schiene werde ich jedenfalls verfolgen...

AUf jeden Fall vielen Dank für Deinen Zuspruch und Deine ausführlichen Antworten! :) :) :)

Liebe Grüße
lysa
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Re: Schreit nur noch an der Brust - hab' zugefüttert

Beitrag von lysa »

Nimue1212 hat geschrieben:Ich möchte dir alles Gute wünschen!! Ihr bekommt das sicher in den Griff!
Danke! :D
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