über ein jahr fast ausschließlich stillen, was tun?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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MondNacht
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über ein jahr fast ausschließlich stillen, was tun?

Beitrag von MondNacht »

hallo,
mein sohn ist jetzt fast 14 monate und isst immer noch fast nichts, mal hier eine nudel, mal hier ein ministück brot, mal wasauchimmer, aber immer nur minimengen. brei verweigert er komplett.
heisst also, er bekommt fast ausschliesslich muttermilch.
was kann ich machen, um langsam mal etwas mehr feste nahrung in den kleinen reinzukriegen?
in meinem umfeld machen mir inzwischen alle druck. ich kann ihn aber doch nicht zwingen?
neulich war er länger bei meiner mutter und hat dort mehr als 8 stunden nur eine halbe reiswaffel gegessen und ein bisschen wasser getrunken, als ich wieder kam, hat er sich auf die milchbar gestürzt und war nicht mehr zu bremsen.
er isst total gerne, aber eben nur minimengen.
ich stille ihn am tag etwa 6-7 mal und vermeide es in der stunde vor den familienmahlzeiten zu stillen, so dass er auch hunger haben kann.
nachts schläft er mit einer stillunterbrechung durch (abgesehen von krankheit und anderem stress).
hat vielleicht hier jemand eine idee für mich?
gruß
(kleinschreibung, wegen kind auf dem arm)
Tabea (5/07)
Thorin (3/09)
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elfindatio
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Re: über ein jahr fast ausschließlich stillen, was tun?

Beitrag von elfindatio »

ich hab hier auch so ein ähnliches exemplar.
er hat ende des neunten monats zögerlich angefangen vom familientisch mitzuessen.
aber auch wirklich nur minimengen.
ich hab ihm dann einfach zwischendrin immer mal wieder obst oder gemüse angeboten.

richtig viel essen mag er selbst heute,mit 19 monaten immer noch nicht.
sagen wir so,gibt es etwas was er wirklich mag futtert er schonmal größere mengen.
brei war hier auch nie ein thema,weder selbstgekocht noch fertig,weder süß noch herzhaft.

ich denke mal,das ist auch bei uns ein grund warum er nachts noch so oft und vieltrinken möchte.
Ines mit "aller guten Dinge sind sechs":die Größte,9.90,der Größte,12.92,der Große,2.00,der Kleinen,10.03,dem Kleinen,9.04 und dem ganz Kleinen,9.08

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Robo-mami
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Re: über ein jahr fast ausschließlich stillen, was tun?

Beitrag von Robo-mami »

Laß deinem Kind Zeit, es wird ganz sicher von selbst anfangen wenn es mit euch vom Tisch essen will. Bei unserer Kleinen (2) ist das essverhalten auch manchmal sehr unterschiedlich. den Rest holt sie sich beim stillen. Es gibt zwar auch Tage wo es mich nervt und ich am liebsten gar nicht mehr stillen will, aber auch die Zeiten gehören dazu und vorallem sind die sehr selten.

Macht euch und den Kids bitte keinen Streß!!!!
Licht und Liebe Robo-mami

Ps: meine Leertaste klemmt leider ab und an.
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Seerose
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Re: über ein jahr fast ausschließlich stillen, was tun?

Beitrag von Seerose »

Zeit lassen, keinen Druck, gar keinen...

Kind verhungert nicht.

Und da die Vollstillzeit wie Du ja berichtest vorbei ist, würd ich mir auch keine Sorgen um die Mundmotorik machen. Mal ne Nudel reicht dafür... :mrgreen:
__________________________________________________

Liebe Grüße,
Seerose
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Jägerin
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Re: über ein jahr fast ausschließlich stillen, was tun?

Beitrag von Jägerin »

Solange er fit ist und sich sonst gut entwickelt würde ich es weiterhin locker gehen lassen. Bei uns hat es auch sehr lange gedauert, bis Sohnemann nennenswerte Mengen gegessen hat. Eigentlich hat er er erst in den letzten 2 Wochen im Urlaub an der Nordsee so richtig gut gegessen (für seine Verhältnisse... :wink: ).
Evtl. auch einfach mal was anderes anbieten. Meiner steht total auf Rohkost und Obst. Gekochtes Gemüse mag er nicht so gerne.
LG
Jägerin mit (06), (08) und (2012)
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rhapsody
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Re: über ein jahr fast ausschließlich stillen, was tun?

Beitrag von rhapsody »

Hier auch ein Wenig- und Spätesser. Mein Sohn fängt erst jetzt an, nennenswerte Mengen neben seiner Muttermilch zu essen. Von einer ganzen Mahlzeit sind wir weit entfernt. Es gibt Tage, da isst er gerne am Familientisch mit, probiert viel, und Tage, da mag er fast nichts 'Richtiges' essen. Er kann, genauso wie Du das von Deinem Sohn beschreibst, den ganzen Tag hungern, er will dann einfach nichts anderes, ausser Milch (kriegt er ja auch)- aber unterwegs ist teilweise alles zu aufregend zum Stillen, und dann wartet er lieber, bis wir zu Hause sind, verweigert auch anderes Essen (mittlerweile nimmt er gerne mal ein Stück Brezel oder Apfel unterwegs, aber lange auch gar nichts).
Ich kenne es auch, dass das Umfeld da immer wieder nervt, wann das Kind denn 'richtig' isst. Aber schon relativ lange erzähle ich aktiv nichts mehr übers Stillen, und die 'wohlmeinenden' Verwandten denken dann, wir haben vorher/nachher/wann immer 'Babysachen' gegessen. Und wenn der Kobold 'Milch' signalisiert, denken die meisten Leute ja an Flaschenmilch- sollen sie doch. Ich denke auch, so lange sich das Kind gut entwickelt, wird es schon zeigen, wann es richtig essen will und wieviel es will. Hier ist es jedenfalls so und das Essen wird nun auch langsam mehr. Ein 'dickes' Baby habe ich noch dazu, von daher also auch ein gutes Argument, dass ihm nichts fehlt.
Ansonsten kann ich Dir nur 'Mein Kind will nichts essen' ans Herz legen. Gutes Buch, auch mit Argumenten für die 'wohlmeinende' Verwandtschaft.
Rhapsody mit Koboldsohn 10/2008, Koboldtochter 06/2011 und Babykobold 02/2014
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Wenn Kinder mit einer Bitte kommen, wollen sie immer zwei Dinge gleichzeitig: Das Eis und Kontakt. Sie kommen gut ohne das Eis aus, aber nicht ohne Kontakt." Jesper Juul
ChristineMa
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Re: über ein jahr fast ausschließlich stillen, was tun?

Beitrag von ChristineMa »

Immer, wenn etwas nicht ganz so läuft wie es sich der "Großteil der Menschheit :wink: " vorstellt, kommen wir Mütter unter Druck. Das eine schläft nicht wie es "soll", das andere isst nicht, das wieder andere kann man nicht "abgeben". Und weil es andere ja häufig besser wissen als wir selber, glauben sie, uns auch darüber aufzuklären wie`s richtig geht. :evil: Echt doof.
Ich glaub so einfach ist`s gar nicht mit einem Tipp? - Du hast vermutlich schon einige bekommen oder?
Erzähl mal wie euer Tagesablauf so ausschaut, auch rund ums Essen. Wann esst ihr, wer aller, Schläfchen... Was dir so wichtig erscheint, vielleicht kommen wir auf eine Idee die zu euch passt?
Erika
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Re: über ein jahr fast ausschließlich stillen, was tun?

Beitrag von Erika »

Mein Sohn isst mit seinen 15 Monaten auch nur Minimengen. Wir bieten ihm immer was an, er findet das auch interessant, aber eben, wie Du schreibst: hier mal ne Nudel, da mal einen Biß KNäckebrot usw.

Für mich gibts mehrere Gründe, warum ich ihn nicht dränge/zwinge/aktiv dazu bringe, mehr zu essen:

(1) Ich glaube, Essen soll Spaß machen. Stillen ist ja auch Essen, das macht ja auch Spaß. Wenn der Spaß weg ist und es Zwang wird, dann sind m.E. spätere Essstörungen vorprogrammiert und DAS WILL ICH AUF KEINEN FALL. WIr sind beide leidenschaftliche Esser und Genussmenschen, dass soll unser Kind auch werden. Sein Geschmack ist auch durchaus erlesen, er ist also auf einem guten Weg :lol: , nur sind die Portionen eben "vornehm klein". :mrgreen:

(2) Ich weiß, dass er über das Stillen alles bekommt, was er braucht. Es wird seine Gründe haben, warum er die benötigte Energie usw. vorwiegend über das Stillen nimmt. Zudem ist die Milch ja superleicht verdaulich, so dass also keine nutzlose Energie aufs Verdauen usw. verschwendet werden muss.

(3) Er isst mal mehr, mal weniger und hat mir in einer Woche Stillstreik mit 12 Monaten mal gezeigt, dass er durchaus auch mehr richtiges Essen essen kann und will, wenn er keine Milch trinkt.

(4) Ich finde es nach wie vor praktisch, dass ich nur irgendwas zum Knabbern einpacken muss, wenn wir nicht zu Hause sind. Ansonsten stille ich ihn halt. Heute zum Beispiel waren wir den ganzen Tag wandern, da war das auch wieder irre praktisch.

Ich weiß, dass es schwer ist, das Umfeld zu beruhigen. Ich habe das Glück, dass mein Sohn gut gebaut ist, daher frage ich immer (wenn wieder ein Kommentar kommt) ob Sie denn meinen würden, dass man sich bei diesem Kind mit diesen dicken Bäckchen Sorgen um eine ausreichende Ernährung machen müsste. "Natürlich nicht", kommt dann i.d.R. zurück. Wenn noch irgendein "ABER" kommt, sage ich, dass das mit der Kinderärztin abgestimmt sei, das sei völlig normal, die Kinder würden sich halt unterschiedlich schnell entwickeln. Er sei eben ein Langsam-Esser. Nach diesem Argument waren alle Zweifler ruhig (medizinische Autorität der Frau Doktor zieht halt doch....).
LG
Erika

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mit großem Schnuffel (*Jan 2009) und kleinem Schnuffel (*Aug 2011)
MondNacht
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Re: über ein jahr fast ausschließlich stillen, was tun?

Beitrag von MondNacht »

hmm, also unser Tagesablauf im groben sieht so aus:
Thorin steht gegen 5 auf und trinkt ein Schlückchen, selten (eine nennenswerte Menge) Milch, dann kuscheln wir zu dritt im Bett bis etwa 6, dann gibt frische Windeln, Waschprogramm und tageskleidung und dann setzen wir uns an den Tisch (alle drei). Tabea sagt was sie essen möchte (Brot, Müsli, Brei...)und ich mache uns das dann. Thorin bekommt angeboten und isst ganz begeistert drei Krümel Brot, zwei Haferflocken, einen viertel Löffel Brei oder was auch immer.
Für den Vormittag mache ich dann Obst und Rohkost fertig (Tabea braucht bis zum Mittagessen mindestens zwei Zwischenmahlzeiten), Davon biete ich thorin zum Frühstück auch etwas an, er nimmt aber höchsten einen halben Bissen Banane, alles andere mag er nicht, da schüttelts ihn richtig (aber er probiert jeden Tag wieder).
Bevor wir raus gehen stille ich Thorin und meist auch nochmal etwas später, Hausarbeit usw helfen die Kinder mit :wink: .
Mittags gibts was Warmes, davon biete ich ihm auch immer an und er isst auch ganz begeistert sein Nudel oder die Karotten oder so (Süßes Gemüse und Teigwaren, mit Körnern und Kartoffeln brauche ich nicht ankommen, das Lieblingsessen meiner Tochter wird verschmäht: Zucchini, Brokkoli, Blumenkohl mit Reis). Joghurt mag er auch nicht, den gibt es oft mittags (Naturjoghurt, manchmal mache ich etwas Obst mit rein).
Über die Mittagspause wird Thorin gestillt, meist zweimal, einmal nach dem Essen und einmal eine Stunde später (wie er halt will).
Nach der Mittagspause bekommt Tabea einen Snack (meist einen Keks und/oder Obst) und Thorin biete ich auch etwas an, aber da nimmt er meist gar nichts.
Nachmittags gehen wir Einkaufen oder zu Nachbarskindern oder haben irgendwas anderes vor, auf jeden Fall gehts wieder irgendwie raus.
Der Rest des Tages kommt nachher, Thorin ist jetzt wieder fit...
Tabea (5/07)
Thorin (3/09)
Rosinchen
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Re: über ein jahr fast ausschließlich stillen, was tun?

Beitrag von Rosinchen »

Meine Tochter ist auch ein kleiner Beikostmuffel ;-) Letztens hatte ich ein Wochenende, da hat es mich fast zur Verzweiflung getrieben. Ich dachte, sie muss doch irgendwann mal anfangen zu essen.
Jetzt ist es von Tag zu Tag unterschiedlich. Mal stillt sie fast nur und dann wieder mampft sie eine Scheibe Roggenbrot mit Frischkäse zum Abendessen weg (und stillt danach noch beide Seiten). Ich kann total schlecht einschätzen, ob ihre Beikostmengen schon eine Mahlzeit ersetzen und deshalb lege ich sie nach dem Essen immer noch an. Sie trinkt noch jedes Mal.
Außerdem kann ich nie sagen, dass das, was ihr heute geschmeckt hat, auch morgen wieder schmeckt (außer Birne, die geht immer).
Ich merke, dass sie an den Tagen, an denen sie mehr isst und weniger stillt, dann öfter nachts zum Trinken kommt. Sie schläft zwischen meinem Mann und mir und ich werde davon wach, dass sie im Schlafsack an mich dran gerobbt ist und in mein Nachthemd beißt. In manchen Nächten passiert das drei bis vier Mal, dann wieder nur einmal.
Wir bleiben einfach dran, mit der Beikost und mit dem Stillen. Irgendwann wird es sich einpendeln.
Große Maus, geb. Juni 2009
Mittlerer Mäuserich, geb. Mai 2011
Kleine Maus, geb. Juli 2013
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