Nahrungsumstellung gegen ADHD?

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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amimama
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Nahrungsumstellung gegen ADHD?

Beitrag von amimama »

Mein älterer Sohn ist so aktiv, mein Mann und ich haben gestern überlegt was wir machen können um ihm zu helfen nicht immer so wild zu sein. Ich weiß, dass manche von einer Nahrungsumstellung (z.B. ohne Zucker) schwärmen. Wie sieht sowas aus? Wer kann mir aus eigenen Erfahrung berichten wie/ob das funktioniert? Buchempfehlungen? Ich bin etwas skeptisch, da ich von Studien gelesen habe die sagen, dass Eltern es nicht wirklich auseinander halten kann welches Kind Zuckerhaltiges bekommen hat. Das waren aber durchschnittliche Kinder. Ich möchte ungern, dass mein Sohn als hyperaktiv etikettiert wir und fürchte mich etwas vorm Kindergartenstart deswegen. Es wäre schön ihm zu helfen bevor er im KiGa Schwierigkeiten bekommt, und ich bin bereit alles zu versuchen.
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purzel2010
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Re: Nahrungsumstellung gegen ADHD?

Beitrag von purzel2010 »

Da wäre ich vorsichtig, wie die Nahrungsumstellung gemacht wird - empfohlen wird ja alles mögliche, angefangen von glutenfrei, über zuckerreduziert zu milcharm und "möglichst natürlich". Wenn das einfach in den Familienalltag zu integrieren ist (weil eh viel Bio konsumiert wird, keine oder sehr wenige Fertigprodukte verwendet werden, selbst gebacken wird, etc), ist es den Versuch eventuell wert - aber wenn es zusätzlichen Stress durch ein komplettes Umkrempeln der Routine auslöst, hilft der Ansatz mMn wenig. Ich kenn den Vergleich nur aus der eigenen Familie, weil mein Bruder aus anderen Gründen im Rahmen seiner Therapie eine Nahrungsumstellung versuchen sollte, und meine Mutter damit gar nicht klar kam und sich der Zustand meines Bruders nur verschlimmerte (und zeitweise absolute Nahrungsverweigerung dazu kam) weil die Mutter ihren Stress und Ärger direkt auf ihn schob. :roll:
Bei ADHS-Kindern kommt es ja auch in vielen Fällen vor, dass nicht wenige Nahrungsmittel verweigert werden...

Ich hoffe ihr findet einen Weg - aber ich wäre vorsichtig mit dem "Label" ADHS. Wenn er im Kindergarten die Möglichkeit bekommt sich stundenlang mit Gleichaltrigen auszutoben kann es ja sein, dass er ausgeglichener wird? Möchtet ihr nicht lieber erst den Kindergartenstart abwarten, und danach eingreifen falls es nötig sein sollte? :oops:
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amimama
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Re: Nahrungsumstellung gegen ADHD?

Beitrag von amimama »

Danke, purzel2010, für deine Meinung. Du hast ja recht, dass ein zusätzlicher Stressfaktor das Familienleben nicht leichter macht. Ich glaube nicht selbst, dass dieser Label ADHS wirklich mein Kind beschreibt. Ich sage nur, dass er ein sehr aktiver Junge, der eben viel Auslauf braucht. Aber ich kann ihn wenig mit gleichaltrigen vergleichen, da man immer nur ein paar Stunden bei der Spielgruppe o.a. ist. Er ist auf jeden Fall "mehr" als manche andere Kinder und ich möchte nicht, dass es dazu kommt, dass er im KiGa gleich so ein Label bekommt. Ich denke, es muss einiges geben was wir machen können um ihm zu helfen ein
"normales" Verhalten leichter anzunehmen.
Wir essen wenig Fertigprodukte, aber der kleiner Mann liebt Süßigkeiten (danke Opa) und isst auch sonst wenig auf einmal. Abendessen ist oft anstrengend. Nach 5 Minuten ist er "satt" und fängt an in der Küche und überall rumzutoben. Er kocht zwar gern mit, aber essen tut er nicht. Was mich auf die Idee bringt, die Ernährung umzustellen, ist eine Erfahrung letzte Woche als wir Brownies gebacken haben. Wir backen gerne zusammen und ich liebe diese kleine Schokodinger. Gesund sind sie nicht, aber ein bisschen schadet nicht. Richtig? Nachdem beide Kinder eine dicke Brownie (was praktisch nur aus Kakao, Butter und Zucker besteht) gegessen haben, sitzen sie da am Tisch und schreien sich gegenseitig an. Nicht böse, sondern nur aus Spaß laut kreischen. Mir taten die Ohren schon nach zwei Minuten weh. Ich glaube sie hätten so stundenlang weiter gemacht, vor Allem der Große, wenn ich nicht den Nachtisch schnell beendet hätte um beide in die Wanne zu bringen. Es hat ein langes Bad gebraucht bis der Kleiner Bär ruhig genug war um ans Bett zu denken. War es also der Zucker oder nicht?
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Re: Nahrungsumstellung gegen ADHD?

Beitrag von Laquiqui »

Mein Sohn ist auch ein Wildfang und wir können immer wieder beobachten, dass Zucker bzw. Süßigkeiten ihn aufkratzen, auch wach halten usw.

Ein krasses Beispiel war der Urlaub mit meiner Schwiegerfamilie, wo es zum Nachtisch abends Mousse au chocolat gab. Emil hat auch davon gegessen und obwohl er vorher sehr müde war, ist er danach wie verrückt herumgetobt und hat sehr sehr lang zum einschlafen gebraucht.

Wenn Ihr einfach Süßigkeiten reduzieren oder stressfrei durch gesunde Snacks (jetzt gibts ja langsam wieder eine große Obstauswahl, oder selbstgebackenes mit wenig Zucker) ersetzen könnt, wär das doch schon super.

Ansonsten hilft bei uns draußen sein immer enorm.
Liebe Grüße von Kirsten

"Es gibt mehrere Arten, etwas richtig zu machen" Mama Muh
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