Angebot und Nachfrage

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Antworten
Benutzeravatar
Leesha
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 397
Registriert: 11.12.2009, 14:19
Wohnort: Mittelfranken

Angebot und Nachfrage

Beitrag von Leesha »

Hallo,

unsere Kleine (9 Monate) wird in der Nacht ca. 5 mal gestillt. Tagsüber bekommt sie Mittags und Abends Brei. Theoretisch wollte ich die anderen Mahlzeiten (also Morgens, vormittags und nachmittags) weiter stillen. Morgens (also gegen 7.00 Uhr) ist es auch so. Aber am Vormittag und am Nachmittag verschläft sie manchmal die Stillmahlzeiten. Also ist es manchmal so, dass ich sie am Tag nicht mehr stille, dafür aber in der Nacht viel. Am Abend sind dann meine Brüste sehr, sehr voll, was auch manchmal schon ein Milchstau ist. Dann habe ich sie am Abend gestillt und kein Brei gegeben, sonst hätte ich es nicht mehr ausgehalten. Eigentlich will ich ja auch tagsüber garnicht abstillen, aber es ergibt sich manchmal einfach so. Das ist aber auch nicht jeden Tag so.

Nun meine Frage:
Könnte sich das einspielen ? Ist es möglich in der Nacht viel zu stillen und am Tag nicht und trotzem am Abend keinen Milchstau zu haben (Angebot und Nachfrage)?
Ich habe sie auch schon nach dem Brei geben gestillt, aber da hat sie nochmehr Milch rausgespuckt als sie eh schon macht. Also war das Stillen dann doch zu viel, oder?
Viele Grüße!

Mama mit 3 tollen Kindern
2 Jungs (04/2004 und 03/2007) und 1 Mädchen (03/2009)
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Angebot und Nachfrage

Beitrag von jusl »

Hallo,
Könnte sich das einspielen ? Ist es möglich in der Nacht viel zu stillen und am Tag nicht und trotzem am Abend keinen Milchstau zu haben (Angebot und Nachfrage)?
ja, das ist auf jeden Fall möglich. Unzählige Frauen machen das so (z.B. die erwerbstätigen, die während der Arbeitszeit nicht abpumpen)
Ich habe sie auch schon nach dem Brei geben gestillt, aber da hat sie nochmehr Milch rausgespuckt als sie eh schon macht. Also war das Stillen dann doch zu viel, oder?
Ja, das kann schon sein - Bäuchlein voll, was über ist, kommt oben wieder raus ;-). Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, erst zu stillen, und danach noch etwas feste Nahrung anzubieten.

Manchmal kann es günstiger sein, sich grundsätzlich vom "Mahlzeitenkonzept" doch lieber weitgehend zu lösen. Also weniger "Frühstück - Vormittag - Mittag - Nachmittag - Abendessen" - und diese Mahlzeiten werden dann entweder aufs Stillen und auf feste Nahrung verteilt, sondern einfach nach Bedarf weiterstillen, wie man das aus den ersten Lebensmonaten kennt (dann z.B. auch zum Trost, zur Beruhigung, als Einschlafhilfe usw.) , und ZUSÄTZLICH, ebenso nach Bedarf, feste Nahrung anzubieten.
Neben Milchstau könnte es nämlich sein, dass beim Mahlzeitenkonzept das Abstillen auf einmal deutlich schneller passiert ist, als Du gedacht hattest. Fällt tags über "Stillmahlzeit über Stillmahlzeit" weg, PLUS das Kind schläft auf einmal plötzlich durch - dann rutsch unerwartet die Stillhäufigkeit auf 1-2 mal in 24 Std. runter. Manche Kinder mögen dann nicht, dass plötzlich nur noch wenig Milch da, und schwupps ist es dann ganz vorbei.

Dies nur grundsätzlich - lass Dich davon bitte nicht verunsichern: wenn es bei Euch gut läuft, und Du keine Probleme mit Milchstau o.ä. hast, ist alles bestens. :D

LG,
Julia
Benutzeravatar
Tobis Mama
alter SuT-Hase
Beiträge: 2619
Registriert: 13.07.2008, 19:04
Wohnort: Kaiserslautern

Re: Angebot und Nachfrage

Beitrag von Tobis Mama »

War bei uns auch so als Tobias so knapp 10 oder 11 Monate alt war. Morgens im Bett noch stillen und dann erst wieder abends zum einschlafen. Nachts dann gerne in manchen Phasen alle zwei Stunden. Und ich bin tagsüber nicht ausgelaufen (und ich bin am Anfang NUR ausgelaufen). Und wenn er mal zum Mittagsschlafstillen ran wollte (und durfte), hat das auch nicht alles durcheinander gebracht, dann war die Brust abends nur nicht ganz so schwer. Wobei auch das nachgelassen hat.
Nicole mit Tobias (09/2007) und Laura (06/2010)
Trageberaterin (ClauWi, GK 06/2012)

Bild

http://dreihundertfuenfundsechzigtage.blogspot.de/
Erika
gehört zum Inventar
Beiträge: 534
Registriert: 15.07.2009, 22:37
Wohnort: Sachsen

Re: Angebot und Nachfrage

Beitrag von Erika »

Hallo Leesha,

ich habe einen (gemessen an der Norm) recht eigenwilligen Sohn, der mit 11 Monaten quasi noch vollgestillt werden möchte. Feste Nahrung interessiert ihn eigentlich nicht groß, erst in den letzten Wochen entwickelt sich da etwas ...
Er hat mich aber auf eine ganz interessante Art der Beikost gebracht, die genauso praktisch (weil überhaupt nicht zeitaufwändig) ist, wie Stillen.

Er wird tagsüber und nachts nach Bedarf gestillt, das ist und bleibt erstmal die Hauptnahrungsquelle. Seit etwa 10 MOnaten sitzt er bei jeder Mahlzeit bei uns am Tisch auf dem Schoß (er kann noch nicht allein sitzen) und bekommt etwas von unserem "normalen" Essen angeboten: zuerst war das immre eine Brotrinde Roggenvollkornbrot, später dann etwas Butter drauf, ein Stück Apfel zum knabbern, heute früh Brot mit Eigelb vom Frühstücksei usw., mittags gerne zerdrückte Kartoffeln oder zerdrücktes Gemüse usw. Wenn nichts für ihn dabei ist, gibts Reiswaffeln, Hirsebällchen oder sonst irgendwas anderes. Welche Lebensmittel geeignet sind, findet man gut in dem Buch von Gabi Eugster: Babyernährung gesund und richtig. DIe Menge bestimmt er selbst, beim ihm ist es immer noch sehr wenig, bei Euch wäre sicherlich schon ein "richtiges" Abendbrot und ein "richtiges" Mittagessen fällig.

Ich bin mir sehr sicher, es wird sich so entwickeln, dass er mit der Zeit immer mehr von den "festen" Sachen essen wird und sich (zumindest) tagsüber die benötigte Milchmenge dann langsam reduzieren wird.

Ich finde dieses Vorgehen irgendwie viel besser, das das "Ersetzen" von Milchmahlzeiten durch Breimahlzeiten, weil er nach wie vor häufig gestillt werden kann (Hauptnahrungsquelle), ich durch das kontinuierliche Stillen keine Probleme mit der Milchmenge habe und das normale Essen wirklich nur "Bei"kost ist, wie es im ersten LJ sein soll.

Mich hat in Deinem Beitrag stutzig gemacht, dass Du sagt, er würde Stillmahlzeiten "verschlafen". Ich würde ihn nach einer gewissen Zeit (z.B. spätestens nach 3-4 Stunden) wenn er wieder aufgewacht ist auf alle Fälle stillen (DEIN Bedarf!). Den Mittags- und Abendbrei würde ich wirklich im strengsten Sinne des Wortes als BEIkost auffassen: d.h. erst wird gestillt, dann wird noch je nach Appetit Brei gegessen. Dann isst er ggf. weniger Brei als bisher, aber ist das schlimm? Sonst riskierst Du eventuell, dass er sich tagsüber abstillt.
LG
Erika

___________________________________
mit großem Schnuffel (*Jan 2009) und kleinem Schnuffel (*Aug 2011)
Benutzeravatar
Leesha
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 397
Registriert: 11.12.2009, 14:19
Wohnort: Mittelfranken

Re: Angebot und Nachfrage

Beitrag von Leesha »

Vielen Dank für Eure Antworten.
Ich werde wohl wieder mehr nach Bedarf stillen (d.h. auch vor den Mittag und Abendbrei). So ist die "Gefahr" vom Abstillen tagsüber schon einmal nicht mehr gegeben. :)
Ich habe gleich heute damit angefangen und die Kleine vor dem Mittag und Abendbrei gestillt. Danach hat sie die halbe Portion Brei gegessen und das ist auch kein Problem für mich.
Unsere Maus ist ja schon unser 3. Kind. Meine beiden Großen habe ich bis 6 Monate voll gestillt und dann jede Stillmahlzeit durch Breimahlzeit ersetzt und mit ca. 1 Jahr waren beide abgestillt. So schnell will ich aber das Stillen dieses mal nicht aufgeben. Ich bin daher noch ein Neuling wenn es um längeres Stillen geht. Warum soll das Stillen im 1. LJ die Hauptmahlzeit darstellen?
Viele Grüße!

Mama mit 3 tollen Kindern
2 Jungs (04/2004 und 03/2007) und 1 Mädchen (03/2009)
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Angebot und Nachfrage

Beitrag von jusl »

Meinst Du damit die Frage, warum Muttermilch im 1. LJ das Hauptnahrungsmittel darstellen sollte? Dies sind einfach wissenschaftlich abgesicherte, allgemeine Ernährungsempfehlungen: am 1. Geburtstag ist das Mengenverhältnis Muttermilch-feste Nahrung oft 50:50, wobei die Streubreite dieser Angabe im Rahmen gesunder biologischer Variation recht groß ist ;-) - bei manchen ist es eher 80:20 und bei anderen wiederum 20:80 (wobei es aber mind. noch 2 Mumi-Portionen pro Tag sein sollten). Das ist auch total in Ordnung so.

LG;
Julia
Benutzeravatar
Leesha
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 397
Registriert: 11.12.2009, 14:19
Wohnort: Mittelfranken

Re: Angebot und Nachfrage

Beitrag von Leesha »

jusl hat geschrieben:Meinst Du damit die Frage, warum Muttermilch im 1. LJ das Hauptnahrungsmittel darstellen sollte? Dies sind einfach wissenschaftlich abgesicherte, allgemeine Ernährungsempfehlungen: am 1. Geburtstag ist das Mengenverhältnis Muttermilch-feste Nahrung oft 50:50, wobei die Streubreite dieser Angabe im Rahmen gesunder biologischer Variation recht groß ist ;-) - bei manchen ist es eher 80:20 und bei anderen wiederum 20:80 (wobei es aber mind. noch 2 Mumi-Portionen pro Tag sein sollten). Das ist auch total in Ordnung so.

LG;
Julia
Ich hatte immer in Kopf: 6 Monate vollstillen, dass Muttermilch im 1. LJ das Hauptnahrungsmittel darstellen soll war mir neu.
Dank u.a. auch deiner Antwort, bin ich nun nicht mehr so festgelegt auf das Mahlzeitenprinzip. Das finde ich eigentlich auch so viel besser, weil das bei mir einen gewissen Druck herausgenommen hat. Toll was ich hier alles dazulerne. :)
Mit der Variante, die ich mir jetzt überelegt habe, geht es mir viel besser. Ich stille nach Bedarf und wenn schon etwas geeignetes dabei ist , gebe ich ihr Fingerfood vom Familientisch(heute gab es Blumenkohl und Abends Brot). Wenn nichts geeigentes vom Familientisch dabei ist, gebe ich ihr Brei. Das mit dem Fingerfood ist auch eine neue Erfahrung. Sie isst natürlich noch keine nenneswerte Menge, aber das rummatschen macht ihr auch viel Spaß und den gönne ich ihr. Am besten hat es mit dem Brot geklappt, wenn ich ihr ein kleines Stück in den Mund geschoben habe. Sie sah zwar nicht sehr begeistert aus, aber sie hat es gegessen.

Also nochmals vielen Dank!
Viele Grüße!

Mama mit 3 tollen Kindern
2 Jungs (04/2004 und 03/2007) und 1 Mädchen (03/2009)
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Angebot und Nachfrage

Beitrag von jusl »

Prima :D
"6 Monate vollstillen" ist ja auch völlig richtig, und DANACH sollte Muttermilch zunehmend mit fester Nahrung ERGÄNZT werden, nicht ERSETZT. Nach Bedarf gestillt werden kann und sollte prinzipiell während der gesamten Stillzeit.

LG,
Julia
Antworten

Zurück zu „Stillforum“