Kein Verständnis in der Umgebung

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Benutzeravatar
christina
Profi-SuTler
Beiträge: 3033
Registriert: 13.11.2009, 22:24
Wohnort: Bayern

Kein Verständnis in der Umgebung

Beitrag von christina »

Ich fühl mich grad echt allein...

Mein Mann steht total hinter mir, das vorab!

Aber die restliche Umgebung, Verwandtschaft/Bekanntschaft etc... ich krieg die Krise. Meine Kleine will noch keine Beikost, fängt richtig zu würgen an, wenn man ihr Brei gibt, in Fingerfoodform interessiert es sie auch kein Stück, also werde ich weiterstillen! Heute kam schon wieder von meiner Schwägerin der erste nette Kommentar: "Alle Kinder spucken doch den Brei anfangs aus!"

Ja und nun? Ich hab gesagt, dass manche Kinder aber auch deutlich zeigen, wenn sie noch nicht möchten und dass man auch länger stillen kann! Aber die denken eh alle, ich hätte nen Knall, warum ich überhaupt die 6 Monate richtig voll gestillt hab und das mit dem Tragen im Tragetuch und so... ich bin wohl schon komplett Außenseiter hier.

Ich wohne im Ausland und stoße hier echt viel auf Unverständnis. Auch der KiA versteht meine Ansicht soweit nicht. Die Kleine krebst immer um die unterste Perzentille gewichtsmäßig, ist aber total lebensfroh, spielt, zappelt, brabbelt, einfach ein super ausgeglichenes, fröhliches Kind. Ich selber bin ja auch nur 47 kg auf 171 cm... und der Papa ist auch echt schlank! Wie soll sie da mehr haben? Meine Neffen waren ähnlich! Aber die KiÄ meinte direkt, ich solle noch vor dem vollendeten 6. Monat zufüttern... hab ich nicht. Ich hab gewartet und gestern angeboten. (Zucchini)
Sie hat auch immer konstant schön zugenommen. In letzter Zeit dann weniger pro Woche/Monat, was ja aber im Verlauf normal ist! Ich hab auch mit 2 Stillberatern gesprochen, alles ok!



(Problem ist auch, dass die KiÄ immer nachfragt, ob wir schon Beikost geben. Ich lüge aber nicht. Ich hab am 15. wieder U und werde irh sagen, dass wir anbieten... aber mehr auch nicht. Und dass ich weiterstille und dass ich mit der LLL Stillberaterin gesprochen hab etc pp... ihr noch mitbringen, was mir die Stillberaterin geschickt hat... )

Ach ich lasse das sicher zu nah an mich ran... hab aber das Gefühl als denken alle, ich hab sie nicht mehr alle und würde meinem kind nichts gutes tun...

Keine Ahnung...

Brauch wohl mal ein paar seelische Streicheleinheiten...?


Ich fühl mich grad einfach echt alleine... vielleicht versteht ihr, was ich meine. Wie reagiert ihr auf die anderen Leute? Was sagt ihr denen? Wie war das mit dem Kinderarzt?
Mit Maikäferinchen 2009, Regentonnenmopsi Juni 2012 und Miniraupe April 2015

"Ein Kind oder zwei Kinder zu beaufsichtigen ist viel anstrengender, als vier oder fünf. Ich glaube, dass viele Eltern ein schweres Leben haben, weil die anderen Kinder fehlen." - Remo Largo
Clauwi GK 2011
huschiwuschi123
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1147
Registriert: 13.05.2009, 14:39
Wohnort: Münsterland

Re: Kein Verständnis in der Umgebung

Beitrag von huschiwuschi123 »

Du machst ganz genau intuitiv das Richtige. Eure Kleine wird Euch schon zeigen, wann sie bereit ist für den Beikoststart.
Ich ziehe den Hut vor Müttern die das alles durchhalten.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, das es schwer ist, wenn das Umfeld so dagegen ist. Was auch ein Grund ist, warum ich nicht durchgehalten habe.

Ganz toll und wichtig finde ich, das Dein Mann voll hinter Dir steht und das unterstützt.

Kurz um, Du machst das richtig und lass Dir da bloß nichts einreden. :wink:

Je weniger sie jetzt "gezwungen" wird, umso leichter werdet ihr es später haben. :)
Huschi mit 3 Mädels (01,08,11) und nem Löwen (11/19) 🇬🇲🦁👼🏽
Benutzeravatar
Minchen
Dipl.-SuT
Beiträge: 4677
Registriert: 18.11.2008, 09:09

Re: Kein Verständnis in der Umgebung

Beitrag von Minchen »

aus dem anderen fred geklaut: http://www.afs-stillen.de/cms/cms/front ... ?idart=583

kann grad nicht so viel tippen, aber: handle nach deinem gefühl, mit der zeit wirst du eine dickere haut bekommen! und hier bekommst du IMMER unterstützung! :wink:
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
Benutzeravatar
Minchen
Dipl.-SuT
Beiträge: 4677
Registriert: 18.11.2008, 09:09

Re: Kein Verständnis in der Umgebung

Beitrag von Minchen »

p.s. das ist natürlich nicht eins zu eins für deine situtation passend, liefert aber vielleicht ein paar argumente für die beikostreife...
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
Benutzeravatar
Altraia
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 8383
Registriert: 25.01.2006, 12:22
Wohnort: Limburg

Re: Kein Verständnis in der Umgebung

Beitrag von Altraia »

So wie Du es gerade beschriebst, dachte ich, Dein Kind sei mindestens 8-10 Monate alt. Aber sie ist doch gerade erst die 6 Monate alt, ab denen der Beikostbeginn empfohlen wird! Da wird doch nicht mit Punkt 180 Tagen ein Schalter umgelegt ;-).

Nein, Kinder spucken nicht alle anfangs den Brei aus. Das machen sie normalerweise nur, wenn sie noch nicht beikostreif sind. Es ist richtig, dass Du von jetzt an immer wieder mal geeignete Beikost zwanglos anbietest, aber es kann durchaus sein, dass es noch einige Wochen dauert, bis sie wirklich essen mag. Bis dahin dränge sie nicht, stille weiter nach Bedarf, beobachte ihr Gedeihen und warte einfach ab.
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
Benutzeravatar
Sonnenblume23
hat viel zu erzählen
Beiträge: 212
Registriert: 13.09.2009, 18:28
Wohnort: Emsland

Re: Kein Verständnis in der Umgebung

Beitrag von Sonnenblume23 »

Hallo,

ich kenne das auch. Als ich unseren ersten Sohn stillte, gab es auch immer dieses Unverständnis überall in meiner Umgebung. Nachbarschaft, Verwandschaft, Krabbelgruppe, KIA. Das war ganz, ganz schlimm für mich.

Aber ich habe dennoch weitergemacht und bin super stolz, das ich das geschafft habe. Was die anderen von dir denken, zählt doch gar nicht. Mach dein Ding und lass die anderen aussen vor. Ich schreibe das so locker, mußte das aber wirklich auch lernen. Aber das habe ich geschafft.

Ich habe längst nicht jedem auf die Nase gebunden, das ich stille. Dem KiA habe ich nachher gesagt, das mein Großer Brei bekommt, weil ich es nicht ausdiskutieren wollte. Das hat mir geholfen.

Heute mache ich das nicht mehr so. Heute gehe ich offensiv damit um und komme damit gut klar. Es kommen keine blöden Sprüche mehr, vielleicht auch, weil sie wissen, das ich es so mache, wie ich das für richtig halte. Und sicher auch, weil es mein fünftes Stillkind ist. Meine Eltern haben gelernt, das es sinnlos ist, mir und dem Mäuschen den Brei anzubieten. Das machen wir in unserem Tempo.

Ihr macht das gut so ! Wenn sie würgt, dann will sie noch nicht.
Liebe Grüße
Andrea mit sieben Kindern an der Hand und zwei Sternchen im Herzen

Alle Kinder getragen und gestillt - beides ziemlich lange ;-)
Benutzeravatar
kruemel09
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 744
Registriert: 22.04.2009, 08:48

Re: Kein Verständnis in der Umgebung

Beitrag von kruemel09 »

christina hat geschrieben:Brauch wohl mal ein paar seelische Streicheleinheiten...?
(((streicheleinheit)))
Altraia hat geschrieben:Es ist richtig, dass Du von jetzt an immer wieder mal geeignete Beikost zwanglos anbietest, aber es kann durchaus sein, dass es noch einige Wochen dauert, bis sie wirklich essen mag. Bis dahin dränge sie nicht, stille weiter nach Bedarf, beobachte ihr Gedeihen und warte einfach ab.
so haben wir's auch gemacht. er hat den brei zwar nicht ausgespuckt, aber mehr als 3-4 löffel hat er nicht gegessen. und dann mit 7 monaten (ich glaube sogar auf den tag genau :) ) hat er plötzlich angefangen "richtige" portionen zu verdrücken.
beim kia kannst du ja einfach sagen "wir bieten brei an" und punkt.
christina hat geschrieben:Wie reagiert ihr auf die anderen Leute? Was sagt ihr denen?
meine schwiemu hat ihm keks- und griesbrei mitgebracht, da war er gerade so 5 monate :roll: und gemeint "da steht doch aber drauf, ab 4 monate". ich hab ihn dann ins vorratsregal gestellt und gesagt "den bekommt er später" und als ich auf die zutaten geschaut hab, hab ich ihn selber gegessen :lol:
allen anderen haben wir klipp und klar gesagt, dass es vor 6 monaten nix anderes gibt (und manchmal hab ich auch gesagt vor 7 monaten). aber meiner oma ist sooo ein stein vom herzen gefallen, als sie gehört hat, dass wir endlich brei geben 8)
Festhalten geht nicht, aber mitgehen

BildBild BildBild

Bild
Benutzeravatar
ausnahmefall
gut eingelebt
Beiträge: 25
Registriert: 15.11.2009, 21:10

Re: Kein Verständnis in der Umgebung

Beitrag von ausnahmefall »

Ich habe meinen Großen auch 8 Monate praktisch voll gestillt. Er hat lieber an Bananen, gedämpften Möhren/Zucchinis/Äpfeln etc. genüsselt. Und dann sind wir so richtig über Fingerfood eingestiegen. Breiiges Essen mag er heute noch nicht. Anfangs hat er wie gesagt nur genüsselt und dran gelutscht. So mit acht Monaten hat er dann angefangen richtig zu essen, also so, daß ich immer weniger nachstillen mußte. Und jetzt ißt er praktisch alles. Ich würde ihr die Zeit lassen, es aber auch immer wieder anbieten.
LG Anja
mit zwei Jungs *04/08 und *10/09
Benutzeravatar
Nyrith
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 998
Registriert: 24.04.2009, 20:24
Wohnort: Essen

Re: Kein Verständnis in der Umgebung

Beitrag von Nyrith »

Ich dachte auch beim lesen, dass deine Maus deutlich älter wäre. Was würde deine Verwandschaft wohl zu meinem Sohn sagen, er ist 9 1/2 Monate alt, auch recht schlank und ernährt sich komplett von MuMi. Er würgt sobald was anderes in seinem Mund ist, er nuckelt ab und zu an einem Stück Gurke, aber ich glaube er sabbert alles was davon abgeht wieder aus.
Meine Verwandschaft ist genauso wie deine, allerdings haben sie noch tolle Ernährungstipps, wie : Gib ihm doch mal Fleischwurst, Schlagsahne, Schokolade usw.
Bei vielen Leuten denke ich mir einfach, dass ich genau dafür 2 Ohren habe. Bei naher Verwandschaft, die ich oft sehe, sage ich den Leuten, dass er essen wird, wenn er dazu bereit ist. Schokolade und co kann er noch sein ganzes Leben lang essen.
Meine Kinderärztin wird wohl nichts sagen, da sie auch schon meine Kinderärztin war, und ich auch als Baby sehr dünn war. Als wir zuletzt da waren, hab ich ihr auch nur gesagt, dass er nix essen mag, und sie fand es okay, wir sollten ihm halt nur was anbieten und er entscheidet ob er was davon isst.

Fühl dich mal gedrückt und denk an deine beiden Ohren :wink:

LG Moni
mit
Frosch 13.02.2009
Raupe 13.01.2013
Zwerg 13.09.2015
und
Hui-Buh 08.03.2019
Benutzeravatar
Beccy
alter SuT-Hase
Beiträge: 2113
Registriert: 13.06.2009, 21:46
Wohnort: Lkr Rosenheim

Re: Kein Verständnis in der Umgebung

Beitrag von Beccy »

Das finde ich lustig! Marie stillt auch noch sehr viel ist aber am oberen Ende der Perzentile. Hier bekomme ich ganz oft gesagt, dass ich mein Kind ganz dringend mehr füttern soll, da die Muttermilch zuviele Kalorien hat und mein Kind dann bald zu dick würde... :roll: Egal ob groß oder klein, dick oder dünn die Muttermilch ist schuld und das Kind zum essen zwingen die einzige Heilung... :twisted:
Ich grins mir inzwischen bei solchen Sprüchen einen! 8)

LG,
Liebe Grüße von Beccy mit dem Mariekäferchen 01/09 und dem Küken 08/10

"Wahre Prinzen töten für Dich keinen Drachen, sondern lieben Dich wenn Du mal wieder einer bist" (unbekannt)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“