Der Onbuhimo

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Alexandra
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Alexandra »

Sonnenschnuckel hat geschrieben:
olle hat geschrieben: Und ich glaube, dass diese ganze Rückenrundungsdiskussion von vorne bis hinten rein spekulativ ist!
Von außen betrachtet muss sich die eine Trageschule nämlich von der anderen abheben. Wäre das nicht, wären wohl beide "gleichwertig".
Manchmal wirds doch echt enstirnig...
:?:

So langsam nimmt das hier einen total schalen Beigeschmack. :(

Und mich stören wirklich auch diese total unqualifizierten Beiträge, die keinem weiterhelfen, sondern das hier nur noch irreführender machen. :? `
Danke, Ähnliches wollte ich gerade schreiben.

Olle, wer bist Du und was möchtest Du hier?

Wir Mods/Admins haben mehrfach betont, daß wir niemanden verunsichern wollen. Es wurde immer weiter und immer weiter gefragt - und jetzt habe ich das Gefühl, daß Du versuchst, mal wieder alte Klischees auszupacken und uns in die Dogmatismus-Ecke zu stellen. Das lasse ich nicht zu - lies mal HIER, das steht in unserem Forum seit bereits 3,5 Jahren. Auf dieser Ebene wird hier nicht "diskutiert". Bleibe fachlich und sachlich, dann können wir gerne weiter reden (oder eher schreiben :wink: ).

Liebe Grüße Alex
Liebe Grüße von Alex mit dem ganz Großen 05/00, dem Großen 06/04, dem ziemlich Großen 01/08, der Pferdenärrin 11/13 an der Hand und Mondmädchen Luna Nicole (*+ 9/11) für immer im Herzen


Tragekinder - "Mein" Kindersachbuch zum Tragen

"Ich ehre das Leben... In tiefer Dankbarkeit..." alequito
Ließe der Mensch sich genügen, so hätte er Ruhe. Jakob Böhme
jatta

Re: Der Onbuhimo

Beitrag von jatta »

Ich fand das einen ganz tollen Beitrag von Dir, Maria. Ich bin selber ja kein Freund von anderen Tragehilfen als dem Tuch und habe daher auch einfach nicht die Möglichkeit alles selber zu testen. Und ich betone hier einfach noch einmal, dass ich für mich und meine Tochter nur das Tuch mag - und viele andere Tragehilfen dürfen und sollen natürlich auch ihre Berechtigung für andere Eltern und Kinder haben ;)

Das Wirkungsprinzig des Onbuhimos ist sehr deutlich erklärt worden und durch Eure Fotos auch untermauert worden. Ich denke nicht, dass man da groß etwas hin- und herdiskutieren muß, da es rein physikalische Kräfte sind, die komplett auf das Kind wirken und nicht über einen Hüftgurt abgeleitet werden können. Manche Kinder kommen mit dem verstärkten Druck im Nacken - bzw. oberen Wirbelsäulenbereich wohl gut zurecht, aber andere eben nicht. Optimal ist das sicherlich nicht, aber das sind die Kreuztrage, der Ergo und viele andere Tragehilfen auch nicht. Ich finde es nur wichtig, nicht nur die Vorteile, sondern auch die Nachteile der einzelnen Tragehilfen zu kennen. Danach kann man immer noch für sich selber entscheiden, ob sie trotzdem noch in Frage kommt und vielleicht für das jeweilige Tragepaar das optimale ist :)

Dankeschön jedenfalls :) :)
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Rachel
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Rachel »

Olle, ich finde deine Beiträge hier im Fred auch sehr unfachlich.
Ich finde es sehr schade, dass hier auf so einer Ebene diskutiert wird.
Und hier von Baby Björn zu behaupten, dass es hier keine Nachweise für die schlechte Haltung gibt ist ja wohl echt der Oberhammer.
Setz du dich doch mal eine Stunde auf einen dicken Strick ohne Fußbodenkontakt! Dann stell dir dazu noch Erschütterungen vor.
Das braucht eigentlich gar keine weitere Ausführung.
Weiter Ausführung erspar ich mir, weil die hier JEDER kennt.

Luema, ich finde deinen Beitrag hier mal wieder genial.
Ich habe mir das auch schon öfter bei einigen Onbu Fotos hier gedacht. Die Babys sind oft so am Nacken "aufgehängt".
Ich habe selbst hier noch einen Ring Onbu. Hier gibt es z. B. auch die Möglichkeit vor dem Bauch zu binden.
Schaut mal hier http://www.youtube.com/watch?v=yPCmxGp0Svw
So ist die Verteilung um einiges besser. Die Kinder sind da nicht so aufgehängt. Allerdings müßte sie in dem Video noch nachbinden nach dem einsitzen.
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Ramona und ihre Jungs
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Luema
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Luema »

bibi hat geschrieben:Zum Onbu selber und dessen Druck auf den Nacken kann ich noch Folgendes zusteuern:
Meine Tochter mochte nicht auf dem Rücken getragen werden. Ich brachte sie einfach auch nach zwei Beratungen bei einer Lana nicht auf den Rücken, geschweige dann richtig eingebunden.
Als ich dann endlich bei Montanara eine gute und fundierte Beratung hatte, ging es. Aber nur so, wenn ich ihr den Nacken nicht richtig fest gebunden habe. Ausserdem wollte sie immer die Arme draussen lassen. Und sie lies sich nicht einhocken.
KISS hatte sie damals nicht mehr, wurde zum Glück gut von meinem Osteopathen gelöst. Aber eine Blockade in der Hüfte. Diese wurde dann von Dr. Maggi behoben und seither lässt sie sich besser einbinden.
Aber auch sie ist ein Kind, welche am Nacken nicht festes duldet. Mit dem Mei Tai von Acqua kann ich sie tragen, mit dem Onbu nicht. Der von Ulla geht so eingiermassen, aber nicht lange. Weiter muss sie beim Onbu die Arme drin haben, was ihr bis vor einem halben Jahr nie in den Sinn gekommen wäre.... Heute schon.

Also finde ich, dass ich meine Tochter wohl eher nicht in einem Onbuhimo trage, weil es ihr einfach unangenehm ist. Ihr ist der Druck im Nacken nicht willkommen.
Edit von luema: Ich habe diesen Thread nun überarbeitet, und das was nicht in die Grundinformationen gehört, hierher verschoben. Da darf über abweichende Themen weiterdiskutiert werden. Sachliche Diskussionen über den Onbuhimo sind weiterhin hier erwünscht.
Liebe Grüsse von Maria
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Acqua
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Acqua »

xknäckebrotx hat geschrieben:Kennt sich hier irgendjemand aus mit dem Onbu-Gebrauch in Japan? Wie das mit kleinen Babies aussieht? Ob man da von irgendwelchen resultierenden Problematiken weiß? Die haben doch eine jahrhundertelange Tradition mit dieser Trageweise, wie wird das denn mit den ganz Kleinen gehandhabt?

Alle Bilder, die ich kenne, sind eher mit Arme-Raus oder "neumodische" Modelle mit einer integrierten Kopfstütze.

So rein spekulativ von Blockaden zu sprechen, die daher kommen könnten, finde ich...hm naja...eben rein spekulativ.

Ich hab nur rausfinden können, dass "Onbu-Himo" bedeutet: "auf dem Rücken tragen". Weiß jemand mehr darüber oder kann mal was recherchieren? Immerhin haben die Menschen in Japan ja die zweithöchste Lebenserwartung der Welt :wink: :wink:
Ich google gerade ein bisschen. :wink:

Eine lange Tradition hat wohl das Furoshiki. Das ist ein Tuch. Es wurde aber auch zum Transportieren allerlei anderer Dinge genutzt.

Wie Anna schon schrieb bedeutet Onbu Himo 'auf dem Rücken tragen'. Onbu = Rücken, Himo = Tragen. Bauch ist Dakko. Hier im Banner sieht man ein paar ältere S/W-Bilder. Ich schätze mal, die stammen aus den 50igern. Wie man sieht, gehen die Bänder da noch über die Beinchen, wie wir es auch von einigen Bildern aus China mit dem Mei Tai kennen. Übrigens habe ich auf einer japanischen Kunsthandwerkseite ein Bild eines 4 Meter langen Tuchs gesehen, dass auch als Onbuhimo bezeichnet war.
Hier noch ein anders Bild: http://onbu.info/image/sato_asinuki.jpg
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Luema »

Wow, das sind mal interessante Infos, danke Aqua! Dann ist streng genommen Onbuhimo sowieso die falsche Bezeichnung für diese Tragehilfe, und der Name hat sich nur in der westlichen Welt so etabliert.
Liebe Grüsse von Maria
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Acqua
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Acqua »

Doch, ich denke, es ist schon die richtige Bezeichnung. Es handelt sich ja um eine Rückentrage. Wenn man sich die HPs der japanischen Hersteller anschaut, sind die Onbus sich doch alle recht ähnlich und, sie haben alle Ringe am Beckengurt. Bauchtragen gibt es auch, die heißen dann Dakko(himo). Gibt es übrigens auch bei uns in Dland und zwar hier.

OT: Ich weiß ja, dass Asiaten kleiner und schmaler sind. Aber mal ehrlich, wenn ich mir die Bilder und Videos anschaue, muss ich immer an den BB denken. :?
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Mariepia
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Mariepia »

Luema, danke, das ist sehr interessant. Habe das noch nie so bedacht, für mich war der Onbu eben auch nur eine Variante des MT`s.
Ich hatte bisher mit 3 Onbus Erfahrungen gesammelt. Zwei Ringonbus und einen (selbstgenähten) Schlaufenonbu. Die von dir genannten Punkte sind mir persönlich nicht aufgefallen. Trotzdem meine Kiss hatte (behandelt), hat sie die zwei Onbus aus Tragetuch genäht ganz gerne gemocht. Den dritten aus Dekostoff nicht wirklich. Wobei ich dazusagen muss, dass Pia nicht mehr ganz Klein war, als ich die Onbus getestet habe. Für mich war das eine sehr interessante Alternative, wie ich meine Maus tragen kann, wenn ich wieder schwanger sein sollte. Allerdings war für mich persönlich das Tragen mit Onbus nicht so wirklich bequem.
Schade ist nur ein wenig, dass sich manche so verunsichern lassen, dass sie fest getätigte Kauf- und Tauschzusagen in der KK wieder rückgängig machen, aber das gehört hier nicht her.
Fazit für mich ist, dass ich sehr froh über deine Hinweise bin. Ob ich einen Onbu nutzen werde, ist einfach situationsabhängig, wobei meine Kleine nun ja schon ein Laufling ist. Für Neugeborene werde ich vermutlich nach wie vor das Tuch und in Ausnahmesituationen den MT nutzen.
Also: Danke für den ausführlichen Bericht.
Liebe Grüße,
Marie
Liebe Grüße von Marie mit Pia 09/08 + Raphael06/10 und Phillipp 09/12
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von EmmiLou »

Mariepia hat geschrieben: Schade ist nur ein wenig, dass sich manche so verunsichern lassen, dass sie fest getätigte Kauf- und Tauschzusagen in der KK wieder rückgängig machen, aber das gehört hier nicht her.
Sorry fürs OT: :oops:
Meine Käuferin ist auch zurückgetreten (kurz nach diesem Thread)... was mich sehr traurig gemacht hat. Die Verunsicherung ist also leider durchaus da...

und nun troll ich mich wieder :oops:
Liebe Grüße

Bianca
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Re: Der Onbuhimo

Beitrag von Acqua »

Beim Stöbern auf den diversen japanischen Onbu-Shops ist mir heute noch etwas aufgefallen. Entweder werden die Träger vor der Brust gekreuzt, oder tibetanisch gebunden. Ich denke, dass hat einen nicht unerheblichen Einfluss darauf wie groß der Zug auf die Nackenkante ist. Die, die einen Mei Tai nutzen, werden es sicherlich aus eigener Erfahrung kennen, wie unterschiedlich es sich trägt je nachdem wie man die Bänder führt.

Dies ist auch der Grund, warum Maria sagte, dass der Ring- bzw. Schlaufenonbu dem Mei Tai näher kommt. Dadurch, dass man tibetanisch binden muss, werden die Träger fast vor der Brust gekreuzt, bzw. wird der Zug auf die Außenkante der Träger erhöht und die Innenkante, die ja mit der Nackenkante verbunden ist, entlastet. Als Nachteil beim Ringonbu emfinde ich, dass die Ringe einfach zu 'rutschig' sind und die Träger je nach Gewicht des Kindes recht schnell verrutschen. Das Kind rutscht dadurch runter und der Knoten vor der Brust wird (für mich unangenehm) zusammengezogen. Gut sieht man das ja bei Sonnenschnuckels Bild. Bei Schlaufenonbus ist es nicht ganz so schlimm, da Stoff auf Stoff nicht so schnell rutscht.

Nun zum grundsätzlichen Problem beim Schnallenonbu. Wenn man sich nun einen Schnallenonbuhimo vorstellt, wie den gezeigten hier von Susanne, sind die Träger direkt am Rückenteil befestigt. Die Träger sind gerade geschnitten. Einzig der Brustgurt hält die Träger vor der Brust des Tragenden zusammen. Das das nicht so fest geht, wie mit zurückgeführten Trägern (vor der Brust zum gegenüberliegenden Träger um den Knoten zu machen), sollte man sich eigentlich gut vorstellen können. Würden wir ein Bild von vorne sehen, dürfte es in den meisten Fällen wie der Brustgurt bei einer Komforttrage aussehen. Da durch das direkte Zurückführen der Träger zum Rückenteil um die Schultern des Tragenden herum der Weg der Trägerinnenkannte länger ist, als bei der Außenkante, wird der Zug auf die Nackenkante sehr groß. Verstärkt noch durch das Gewicht des Kindes. Das Problem haben auch Komforttragen, wie man an den welligen Außenkanten der Träger sehen kann, aber da sitzen die Kinder ja auch auf dem Hüftgurt. :wink: Auch hier gebe ich Maria völlig recht. Da bringt es nichts den Winkel der Träger zu ändern, denn im Endeffekt bleibt das Problem das Gleiche.

Ich habe versucht dieses Problem zumindest zu minimieren, indem ich die Träger rund mache. Dadurch ist der Weg der Innenkannte wesentlich länger und ein Brustgurt kann diese vor der Brust des Tragenden auch besser zusammenhalten. Außerdem lässt diese Lösung noch die Regulierung des Zugs auf die Nackenkante durch den Trägerwinkel zu. :wink: Als Vorteil beim Schnallenonbu finde ich, dass einmal festgezogen, nichts mehr rutscht.

Nun auch ein paar Bilder. 8) Eigentlich wollte ich im Moment nichts mehr zeigen, weil mir die Kopiererei auf den Wecker geht, aber ich habe jetzt soweit alles 'angemeldet' (Geschmacks- und Gebrauchsmuster).

Bild
Einmal ein Onbu mit Gurtband ausgebreitet auf dem Boden.

Bild
Die Ansicht von vorne.

Bild
Eine Mischung aus Schnallen- und Ring-Onbu.

Bild
Die Ansicht von vorne.

Das ist woran ich gerade arbeite. Vielleicht versteht ihr jetzt, warum ich Maria nach etwas mehr Info zum Ring-Onbu fragte. :wink:
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