Beim Stöbern auf den diversen japanischen Onbu-Shops ist mir heute noch etwas aufgefallen. Entweder werden die Träger vor der Brust gekreuzt, oder tibetanisch gebunden. Ich denke, dass hat einen nicht unerheblichen Einfluss darauf wie groß der Zug auf die Nackenkante ist. Die, die einen Mei Tai nutzen, werden es sicherlich aus eigener Erfahrung kennen, wie unterschiedlich es sich trägt je nachdem wie man die Bänder führt.
Dies ist auch der Grund, warum Maria sagte, dass der Ring- bzw. Schlaufenonbu dem Mei Tai näher kommt. Dadurch, dass man tibetanisch binden
muss, werden die Träger fast vor der Brust gekreuzt, bzw. wird der Zug auf die Außenkante der Träger erhöht und die Innenkante, die ja mit der Nackenkante verbunden ist, entlastet. Als Nachteil beim Ringonbu emfinde ich, dass die Ringe einfach zu 'rutschig' sind und die Träger je nach Gewicht des Kindes recht schnell verrutschen. Das Kind rutscht dadurch runter und der Knoten vor der Brust wird (für mich unangenehm) zusammengezogen. Gut sieht man das ja bei Sonnenschnuckels Bild. Bei Schlaufenonbus ist es nicht ganz so schlimm, da Stoff auf Stoff nicht so schnell rutscht.
Nun zum grundsätzlichen Problem beim Schnallenonbu. Wenn man sich nun einen Schnallenonbuhimo vorstellt, wie den gezeigten hier von Susanne, sind die Träger direkt am Rückenteil befestigt. Die Träger sind
gerade geschnitten. Einzig der Brustgurt hält die Träger vor der Brust des Tragenden zusammen. Das das nicht so fest geht, wie mit zurückgeführten Trägern (vor der Brust zum gegenüberliegenden Träger um den Knoten zu machen), sollte man sich eigentlich gut vorstellen können. Würden wir ein Bild von vorne sehen, dürfte es in den meisten Fällen wie der Brustgurt bei einer Komforttrage aussehen. Da durch das direkte Zurückführen der Träger zum Rückenteil um die Schultern des Tragenden herum der Weg der Trägerinnenkannte länger ist, als bei der Außenkante, wird der Zug auf die Nackenkante sehr groß. Verstärkt noch durch das Gewicht des Kindes. Das Problem haben auch Komforttragen, wie man an den welligen Außenkanten der Träger sehen kann, aber da sitzen die Kinder ja auch auf dem Hüftgurt.

Auch hier gebe ich Maria völlig recht. Da bringt es nichts den Winkel der Träger zu ändern, denn im Endeffekt bleibt das Problem das Gleiche.
Ich habe versucht dieses Problem zumindest zu minimieren, indem ich die Träger rund mache. Dadurch ist der Weg der Innenkannte wesentlich länger und ein Brustgurt kann diese vor der Brust des Tragenden auch besser zusammenhalten. Außerdem lässt diese Lösung noch die Regulierung des Zugs auf die Nackenkante durch den Trägerwinkel zu.

Als Vorteil beim Schnallenonbu finde ich, dass einmal festgezogen, nichts mehr rutscht.
Nun auch ein paar Bilder.

Eigentlich wollte ich im Moment nichts mehr zeigen, weil mir die Kopiererei auf den Wecker geht, aber ich habe jetzt soweit alles 'angemeldet' (Geschmacks- und Gebrauchsmuster).

Einmal ein Onbu mit Gurtband ausgebreitet auf dem Boden.

Die Ansicht von vorne.

Eine Mischung aus Schnallen- und Ring-Onbu.

Die Ansicht von vorne.
Das ist woran ich gerade arbeite. Vielleicht versteht ihr jetzt, warum ich Maria nach etwas mehr Info zum Ring-Onbu fragte.

Beatrice (2/72) mit dem kleinen frechen Jaydon (12/06).