Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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tata
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von tata »

monsmasima hat geschrieben:
Was mich genug beruhigt, um trotzdem zu fahren, ist zum einen, daß Simon auch sehr gern bei seinem Papa ist (läßt sich problemlos ins Bett bringen, etc.), und zum anderen, daß er es auch absolut gleichmütig hinnimmt, wenn dieser mal für ein paar Tage weg ist. Ich habe den Eindruck, wichtiger als daß gerade ich da bin, ist, daß überhaupt eine Vertrauensperson da ist, die für ihn da ist. Neben meinem Mann wird auch noch Simons Patentante da sein, um zu helfen.
Die Bindung zwischen Mutter bzw. engste Bezugsperson und Kind ist eine ganz andere als zwischen allen anderen, und mögen sie noch so präsent sein, Personen.
Berufsbedingt kenne ich mich ein bißchen mit reaktiven Bindungsstörungen aus, und solche "Abbrüche" in der Kindheit können sich auf die Bindungsfähigkeit im ganzen Leben auswirken, angefangen von einem Verhalten, dass einen von anderen abhängig macht, und weiter mit Bindungsunfähigkeit.
Wahrscheinlich geht es bei Euch echt nicht anders, sonst kann ich mir kaum vorstellen wieso man dieses Risiko eingehen sollte.
Frozen Watchfullness ist noch das geringste was eine Mutter, bzw. die engste Bezugsperson, damit auslösen kann, das bedeutet daß das Kind sich ständig in der Pflicht fühlt, aufzupassen seine Bezugsperson nicht (wieder) zu verlieren. Bei dieser "Störung" nehmen Kinder ziemlich viel in Kauf um zu gewährleisten dass der andere begehrte Mensch (später Freunde, Ehepartner) nicht verschwindet, und stellen eigene Wünsche und Bedürfnisse hintenan um nicht verloren zu gehen.
JA es gibt auch Kinder die das wegstecken oder verarbeiten. Das ist sicher wie mit anderen Traumata (JKKSL etc.), man kann russisch Roulette spielen und manchmal geht es gut.
Und wenn es gar nicht gehen sollte, kann ich immer noch früher wieder zurückkommen.
Ich hoffe dass Du rechtzeitig erkennst wann es Deinem Kind schlecht geht, und dann auch wirklich erkennst dass es an der Zeit ist heimzukommen.

Ich habe absichtlich versucht meine persönliche Meinung rauszuhalten und hoffe es ist mir gelungen - das Fachwissen wollte ich Dir mitgeben.
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tata
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von tata »

monsmasima hat geschrieben: Und danke, Muli. Ich möchte die Entscheidung an sich tatsächlich nicht diskutieren. Also macht's mir bitte nicht schwerer als es ohnehin schon ist. Wenn ich wirklich starke Bedenken hätte, daß mein Sohn es nicht verkraftet, würde ich nicht fahren.
Entschuldige bitte, ich hatte nur das EIngangsposting gelesen. :?
Schön wäre wenn das Kind dann wirklich noch stillen mag, das wäre wahrscheinlich heilsam für beide.
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Buzzel
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Buzzel »

liebe monsmasima,
in einer intakten familie, wovon ich mal bei euch ausgehe :wink: , wird ein kind sicher keinen schaden davon tragen. es geht nicht spurlos an ihm vorbei, aber von einem schaden ist das weit entfernt.
warscheinlich wird dein kind eher sehr viel davon provitieren mal in ruhe ne zeit mit papa allein zu sein.oh man er ist ja schließlich der PAPA und keine person zweiter wahl!
du machts es um einen besseren beitrag zum familieneinkommen zu leisten, schon allein dafür mußt du dich nicht hier rechtfertigen. ich finde es toll das du deinem partner so viel vertrauen schenken kannst. so soll es ja auch in einer partnerschaft sein. und so lebt man einem kind auch vertrauen vor! das ist verdammt wichtig
Es tut gut...
manchmal die Augen zu schließen um besser zu sehen
manchmal die Stille aufzusuchen um besser zu hören
manchmal die Leere zu ertragen um vielleicht den Zipfel des Mantels zu ertasten der uns schützt
um ein wenig zu begreifen

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Bettina
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Bettina »

monsmasima hat geschrieben:Danke für die Antworten.

Ich habe natürlich selber genug Bedenken, wie mein Sohn das verkraftet. Aber ich glaube, der Großteil meiner Unruhe ist eher um meinetwillen als um seinetwillen. So wie ich manchmal nicht so entspannt hingucken kann wie ich will, wenn er sich an Tischen und Stühlen lang hangelt. Vielleicht versteht ihr, was ich damit meine.

Was mich genug beruhigt, um trotzdem zu fahren, ist zum einen, daß Simon auch sehr gern bei seinem Papa ist (läßt sich problemlos ins Bett bringen, etc.), und zum anderen, daß er es auch absolut gleichmütig hinnimmt, wenn dieser mal für ein paar Tage weg ist. Ich habe den Eindruck, wichtiger als daß gerade ich da bin, ist, daß überhaupt eine Vertrauensperson da ist, die für ihn da ist. Neben meinem Mann wird auch noch Simons Patentante da sein, um zu helfen.
Und wenn es gar nicht gehen sollte, kann ich immer noch früher wieder zurückkommen.

Ich werde versuchen, dreimal am Tag zu pumpen. Gerade weil ich so lange weg bin, ist es mir wichtig, daß es so gut wie möglich wie vorher ist, wenn ich wieder da bin, und er so wie vorher stillen kann.
Das hört sich gut an.
Du schaffst das schon!!!
(Übrigens habe ich es auch gut verkraftet, dass meine Mutter mich mit 3 Monaten "verlassen" hat, weil sie ne heftige Nierenbeckenentzündung bekam und vier Wochen ins Krankenhaus musste. Vergiss nur nicht, jeden Abend vor dem Schlafen gehen per Telefon "Gute Nacht" zu sagen und am nächsten Morgen "Guten Morgen", dann wirst Du auch nicht vergessen.)
Liebe Grüße
Bettina mit zwei recht großen Mädchen
Blog
"Und doch fragt mich jeder neue Tag, auf welcher Seite ich steh.
Und ich schaff's einfach nicht, einfach zuzusehen, wie alles den Berg runtergeht.
Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier?
Wie, wenn ohne Liebe? Wer, wenn nicht wir?" [Rio Reiser]
monsmasima
ist gern hier dabei
Beiträge: 72
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von monsmasima »

Buzzel hat geschrieben: in einer intakten familie, wovon ich mal bei euch ausgehe :wink: , wird ein kind sicher keinen schaden davon tragen. es geht nicht spurlos an ihm vorbei, aber von einem schaden ist das weit entfernt.
warscheinlich wird dein kind eher sehr viel davon provitieren mal in ruhe ne zeit mit papa allein zu sein.oh man er ist ja schließlich der PAPA und keine person zweiter wahl!
Das ist etwa mein Grundgefühl bei der Sache.
Ich werde hinterher mal berichten, wie es so gelaufen ist.
mit Simon (Juni 08)
Lösche Benutzer 1828

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Angreifen wollte Dich ganz sicher niemand. Aber hier äußern viele- ich auch - eben auch ganz offen ihre Bedenken. Das schätze ich auch so hier - ehrliche Meinungen.
Und ganz sicher rührt das auch von den ganz vielen unterschiedlcihen Persönlichkeiten. Für MICH käme es jetzt noch nicht in Frage, mein Stillkind mit 21 Monaten so lange allein zu lassen - die Bindung an mich als Hauptbezugsperson ist viel zu eng, Papa zwar heißgeliebt aber auch nicht groß vermißt, wenn er mal tagelang weg ist. Ich könnte m ir das für mich eben halt absolut nicht vorstellen.

Ich wünsche Euch, dass es gut für Euch und vor allem für Deinen kleinen Sohn läuft. Und ja, berichte doch bitte mal.
Ehut

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Ehut »

ich denke auch nicht dass dich jemand angreifen möchte, aber für viele hier ist so eine situation halt undenkbar. wenn es bei euch klappt, dann ist alles gut. ich wünsche dir und deiner familie alles gute, für MICH wäre das allerdings nichts.
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Talgaro
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Talgaro »

Sandküste hat geschrieben:Angreifen wollte Dich ganz sicher niemand. Aber hier äußern viele- ich auch - eben auch ganz offen ihre Bedenken. Das schätze ich auch so hier - ehrliche Meinungen.
Und ganz sicher rührt das auch von den ganz vielen unterschiedlcihen Persönlichkeiten. Für MICH käme es jetzt noch nicht in Frage, mein Stillkind mit 21 Monaten so lange allein zu lassen - die Bindung an mich als Hauptbezugsperson ist viel zu eng, Papa zwar heißgeliebt aber auch nicht groß vermißt, wenn er mal tagelang weg ist. Ich könnte m ir das für mich eben halt absolut nicht vorstellen.

Ich wünsche Euch, dass es gut für Euch und vor allem für Deinen kleinen Sohn läuft. Und ja, berichte doch bitte mal.
Das ist aber in jeder Familie auch anders. bei uns war der Papa von Anfang an etwa genauso wichtig wie ich. Klar stillen konnte nur ich, aber der Papa war in allem anderen sehr gern gesehen. Später sind beide sehr sehr dolle Papakinder gewesen, gerade so mit 1,5 bis 2,5 Jahren, als ich in der Zeit bei meinem Großen für zwei Wochen weg war, war das überhaupt kein Problem, der Papa wäre ein viel größeres Drama gewesen.
Liebe Grüße von Talgaro & ihren drei Räuberkindern (Juni 2002 - Juli 2006 - März 2010)
vroni
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Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von vroni »

Wenn in so einem Forum wie es das SuT ist, eine solche Frage aufkommt, ist es eigentlich zu erwarten, daß zu dem Vorhaben:
monsmasima hat geschrieben:Ich werde bald für 3 Wochen weit weg von zu Hause sein, um Kurse für meine Ausbildung weiterzumachen.
als Mutter eines einjährigen Kindes sich auch kritische Stimmen einfinden.
Wir haben alle als Grundsatz vor Augen, unsere Kinder liebevoll und mit Respekt zu belgeiten, ihnen die Nähe zu geben, die sie brauchen und ihre Bedürfnisse zu erfüllen.
Die Bedenken sind gerade auch vor dem HIntergrund geäußert, daß man eine Wahl hat (die z.B. in Fällen einer schweren Krankheit/eines Unfalls mit Krankenhausaufenthalt nicht gegeben ist).
Ein anderer Aspekt ist auch, daß sich bei so einem Thema auch andere userinnen Anregungen holen und vor diesem Hintergrund ist es wichtig, nicht alles "abzusegnen", sondern eine Situation differenziert zu betrachten.
Das ist von einem persönlichen Angriff oder einer unsachlichen Kritik weit entfernt.
monsmasima hat geschrieben:Ich bin doch ganz schön nervös, wenn ich darüber nachdenke, meinen Sohn, mit dem ich jetzt so lange so eng zusammen war, allein zu lassen. :?
Auch wenn Du es mittlerweile wieder etwas relativiert hattest (es sei ja nur Deinetwegen) - Dein Gefühl weicht von Deinem rationalen Plan ab - und machmal wäre es gut, auf sein Gefühl zu achten. Nicht umsonst haben Menschen Instinkte und der Mutterinstinkt ist ein ganz wichtiger, auch wenn er in der heutigen Gesellschaft eher verpönt ist, sichert er doch die emotionale und physische Entwicklung der Kinder ab.
monsmasima hat geschrieben: Aber ich muß (und will) mit der Ausbildung vorankommen, damit ich mich so bald wie möglich selbständig machen kann. Nur das Einkommen meines Mannes wird uns nicht lange reichen und Elterngeld gibt es ja nur ein Jahr. Eine Weile können wir später noch mit ALG überbrücken, aber auch das gibt es nicht lange. Das ist alles ziemlich kompliziert und wir haben lange nachgedacht und versucht, das Optimum für uns alle zu finden.
Über diese Aussage mußte ich lange nachdenken...
Ja, es gibt Dinge, die man nicht immer gleichzeitig verwirklichen kann - liebevoll für Kinder dazu sein und seine eigene Karriere voranzutreiben gehört meines Erachtens dazu (auch wenn unsere Familienministerin etwas anderes durchprügeln will und es auch nicht dem Zeitgeist entspricht).
Die Frage sollte sein, ob Dein Sohn - hätte er die Wahl - mit Deinem "Optimum" so einverstanden wäre.
Manchmal muß man im Leben Prioritäten setzen.
Viele hier - und ich auch - haben das getan: zugunsten der Kinder. [Und bei uns hat das empfindliche Konsequenzen, was das Wirtschaftliche angeht, ich weiß also auch, wovon ich rede].
Liebe Grüße
vroni mit Augenstern (*10/02) und Goldkrümel (*10/06)
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Johana
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Registriert: 11.02.2008, 10:00

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung

Beitrag von Johana »

Danke vroni :wink: !

Ich unterschreibe hier mal, wenn ich darf :lol: !

Liebe Grüße
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