Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra

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Montanara
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Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra

Beitrag von Montanara »

Klar ist Lungenkrebs übel. Muss aber nicht tödlich sein, und es ist eine schlimme Krankheit, die eine Zeit lang dauert.
Aber ein Leben lang mit einer kaputten Hüfte leben, mit einem kaputten Rücken mit zwequetschten Bandscheiben - lebenslänglich - DAS ist auch nicht schön!
Ich kenne eine Person mit Hüftdysplasie und muss sagen - wenn man was aktiv dagegen tun kann, wenn das Kind klein ist - UNBEDINGT machen!!!

Ich weiss, mein Vergleich ist stark und womöglich zu weit hergeholt, aber das fiel mir gerade ein dazu.
Es geht ja darum zu relativieren - es gibt eben Dinge, die extrem schädlich sind, und manchen Menschen macht das was aus und anderen nicht. Darum und nur darum geht es mir.
Ich möchte, dass man den Trage-Perfektionismus nicht zu wörtlich nimmt - aber man soll nicht ins Gegenteil fallen. Man soll es einfach so gut als möglich machen :wink: .

Und Nota bene: Vielleicht gibt es auch korrekt getragene Kinder, die als Erwachsene kaputte Rücken haben werden? - Eine Garantie gibt es nie.....

Liebe Grüsse
Dorothea
hausgeburtserprobte, langzeitstillende und kinderwagenfreie Mutter von Eva Sophia (Mai 2002) und Susanna Martina (Sept. 2004)
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liahl
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Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra

Beitrag von liahl »

Hallo,

ich würde auch sagen, dass beraterinnen das binden perfekt beherschen sollten, weiter noch immer wieder optimieren sollten!

dennoch merke ich in beratungen, wie ich glücklich bin, wenn die eltern sich erstmal überhaupt trauen zu tragen!
klar möchte ich auch aufklären und ihnen somit mehr entscheidungsmöglichkeiten geben, finde aber immer wieder die grenze zwischen aufklärung und schuldgefühle machen (auch wenn man dass nicht beabsichtigt, eltern sind dafür einfach die beste zielgruppe!!) extrem wackelig! auch der weg zwischen dogmatismus und fahrlässigkeit ist ein schmaler, ich weiß..

ich halte mich bei einzelberatungen lieber an die fakten und sage auch ganz klar, dass ich keine studien zu langzeitfolgen kenne und auch nicht weiß ob es diese gibt.
durch die schlüssige erklärung wieso ich denke, dass die ash vorteilhaft für die reifung der hüften und der gesamten wirbelsäule ist ergibt sich eher ein : "ich kann so" und nicht ein "wenn ich nicht so, dann.."

ich behaupte nie etwas allgemeingültig, erlaube oder verbiete nichts (auch wenn sich dass manch einer wünscht) ...
ich gebe das weiter was ich für schlüssig halte und mache klar, dass es eben genau dass ist: eine meinung, nicht mehr aber eben auch nicht weniger!
ich glaube viele eltern vertrauen genau deswegen, weil ich ehrlich bin mit meiner meinung und dabei versuche nicht übergriffig zu werden...und meine ehrliche meinung ist: das leben ist nicht 100%; kein hochglanzmaganzin und kein perwoll...also lieber ein bißchen druck rausnehemen, als immer ALLES richtig gemacht zu haben...und auch mal die EIGENE LEISTUNG ANERKENNEN.

Ich will den ELtern ja helfen ihren Alltag zu meistern ...
klar heißt dass auf der anderen seite nicht everything goes..aber die gefahr hab ich in meinem umfeld auch noch nie gespürt (eher im gegenteil)..

liebe müde grüße

lisa
Lösche Benutzer 1828

Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Ich habe als Mutter und Tragende nie Trageberatung in Anspruch genommen.
ich trug mein erstes Kind erst im Glückskäfer (zum Glück war mir der BB schon immer suspekt gewesen - aber ich weiß gar nicht mehr, wie und wo ich mich informiert hatte, war aber irgendwie da babymäßig auf der Öko-Schiene und kam vielleicht daher), das war total unbequem für mich. Also doch noch ein TUch gekauft (das andere, gebraucht gekaufte hatte ich schon wieder weitergegeben). Und ich habe mein Kind dann 1,5 Jahre fast nur im Tuch getragen - meist in der einfachen Kreuztrage.
Zweites Kind, zweites Tuch dazu, WKT. Ich wurde besser, schaute, wo es mich zwickte und habe mal ein bißchen div. Anleitungen angeschaut und mich im Internet umgetan.
Drittes Kind- auch WKT - und dann Anmeldung hier.....Tücher, Slings, Komforttragen zogen ein. Ich merkt, wo ich noch besser sein kann, spürt mehr, wo es nicht optimal war.
Dann der Grundkurs - und ich merkte, dass man immer noch einiges verbessern kann. Und so würde ich es gerne auch weitergeben.
Aber ICH war froh, für mich gut zu tragen und wir haben uns dann ganz gut damit gefühlt.
asujakin
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Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra

Beitrag von asujakin »

Hallo

Das ist ein interessantes Thema. Mir war eigentlich von Anfang an klar, dass ich tragen möchte. Ich für mich würde auch sagen, wir tragen gut. Den Kopf bekomme ich trotz viel Übung nie komplett straff gestützt im Tuch, aber es wird besser. Ich variiere mittlerweile auch etwas, was die Bindeanleitungen angeht.

Ich schätze das ist wie beim Kochen. Man bekommt ein Rezept vom Meisterkoch und weiß "Wenn ich genau danach koche, schmeckt es vorzüglich". Nunja - vielleicht sind ja Zwiebeln drin, die mag ich aber nicht, also nehme ich dafür was anderes...letztendlich muss ICH es ja essen...Man experimentiert, würzt etwas anders und zack hat man SEINE Leibspeise :mrgreen:

Ich denke, wenn ich eine Bindeanleitung leicht abwandle, einfach weil es für mich bequemer ist - ist das doch auch noch in Ordnung. Solange die Haltung meines Kindes richtig ist und ich mich dabei wohl fühle und lang tragen kann ist das doch die Hauptsache. Klar gibt's Dinge auf die ich auch achte - straff angezogen, richtige Haltung vom Zwerg, bequem für mich usw.

Und ich denke das ist doch die Hauptsache. Ich muss niemandem zeigen "schau mal wie toll und perfekt ich mein Tuch binden kann" - so zappelig wie der Kleine manchmal (öfters :wink: ) ist, bin ich froh, wenn ich es überhaupt straff gezogen bekomme und hinterher etwas nachkorrigieren kann, wenn er eingeschlummert ist...

Anfangs war ich etwas "überfordert" von den Ansprüchen hier im Forum. Ist ja auch verständlich, wenn es hier soviele Frauen gibt, die sich darauf spezialisieren. Aber ich war schon froh keinen BB zu benutzen, sondern ein Tuch. Auch dass wir jetzt Tragehilfen dazu holen - ist doch weitaus besser als ein BB oder sonstigem Kram - und immernoch kommt Kritik und obwohl man's prinzipiell richtig macht bekommt man unterschwellig ein schlechtes Gewissen, als würde man seinem Kind nicht das Beste bieten.

Ich bin ehrlich - wir tragen Noah gerade lieber im Manduca + Neugeboreneneinsatz als im Tuch. Einfach weil er darin besser zur Ruhe kommt, sich geborgen fühlt und es so schnell geht (auch wenn das Tuch an Tragecomfort für den Tragenden nicht zu übertreffen ist finde ich!)

Ich schätze solche Vergleiche kann man in allen möglichen Lebensbereichen ziehen. Die einen kochen nur Bio und alles frisch und bestehen darauf, dass die Kinder super gesund ernährt werden, die anderen kaufen auch mal im Supermarkt ein und ihre Kinder bekommen statt selbstgemachtem Apfelmus auch mal einen Fruchtzwerg - schlecht ist das dann deswegen nicht, solange die Grundbedingungen stimmen.

Jeder muss für sich entscheiden, mit wieviel Perfektionismus er zurecht kommt. Es soll sich ja nicht zu Leistungsdruck entwickeln...

LG
asu
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rhapsody
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Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra

Beitrag von rhapsody »

Interessantes Thema. Ich denke, jeder perfektioniert mit der Zeit für sich selbst eine, zwei oder drei Trageweisen. Man traut sich nach und nach fester zu binden, weiss was für Mama und Kind eher bequem oder unbequem ist und wo man beim Binden besonders drauf achten muss.

Mich hat der 'Perfektionismus' hier im Forum nicht abgeschreckt, sondern ich habe wertvolle Tips bekommen und meine, dass wir jetzt ein gutes Trageteam sind. Sicher ist das Tuch nicht immer 100% perfekt oder vielleicht sogar überkorrekt gebunden- denke das bringt die Natur der Dinge mit sich: zappelndes Baby, es muss mal schnell gehen, wir sind alle nur Menschen und keine Roboter, können also nicht immer alles ganz genau gleich machen, etc.
Aber für mich ist wichtig, dass es für Baby und mich bequem ist- so wie Montanara schon geschrieben hat. Und am bequemsten ist es nun mal, wenn das Tuch straff gebunden ist und das Kind dadurch eng am Körper sitzt. EIne korrekte AHS ergibt sich da fast von selbst, finde ich.

Dass sich viele hier 'entschuldigen' wenn sie Bilder einstellen, ist doch auch verständlich. Man will ja nicht als ersten Kommentar hören, dass das Tuch an Stelle xy vielleicht zu locker sitzt. Ist sicher auch manchmal 'fishing for compliments'- zumindest nach meinem Eindruck, denn die Bilder sind ja meistens recht gut.

Korrektes Tragen heisst für mich vor allem (neben dem was ich schon geschrieben habe): Nicht nach vorne (eigentlich klar, aber die Diskussion um BB &Co und was man dann tun soll, wenn man Eltern auf der Straße trifft gibts ja auch öfter) und ASH beachten. UND vor allem jedes Mal dran denken, gut zu binden, d.h. nicht nachlässig werden , trotz Zeitnot und unruhigem Kind, und sich selber immer kritisch beobachten und das Bestmögliche geben. Aber nicht so weit gehen, dass man sich in jedem Schaufenster kontrolliert.... :wink:
Rhapsody mit Koboldsohn 10/2008, Koboldtochter 06/2011 und Babykobold 02/2014
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Wenn Kinder mit einer Bitte kommen, wollen sie immer zwei Dinge gleichzeitig: Das Eis und Kontakt. Sie kommen gut ohne das Eis aus, aber nicht ohne Kontakt." Jesper Juul
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K.arina
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Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra

Beitrag von K.arina »

Ich finde Perfektionismus beim Binden immer da unangebracht, wo Eltern dadurch vom Tragen generell abgehalten werden! Ich kenne eine Tragemutter, die beinahe aufgrund der WXT/ Känguruh-Diskussion ihr Tuch in die Ecke geworfen hätte, obwohl ihre WXT richtig gut war.
Statt dessen hat sie das weinende Kind in den Kinderwagen gepackt um ihm nicht zu schaden. (Jetzt ist aber alles wieder gut :mrgreen: )

Als ich neu im Forum war habe ich auch ständig kritisch meine Bindung beäugt, bis es fast keinen Spaß mehr gemacht hat! Ich habe 5-6 mal neu gebunden (Kind natürlich wenig begeistert). Nach einer tollen Beratung bin ich deutlich lockerer geworden, weil ich gemerkt habe, dass ich schon ziemlich gut binden kann.

Meinen Freundinnen rate ich eindeutig vom Perfektionsstreben ab, schließlich soll das Tragen in erster Linie Spaß machen und das Leben erleichtern, nicht erschweren!
Liebe Grüße
Karina mit Krabbe (11/05), Mops (06/07) und Käferdame (11/12)


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"Wir können die Kinder nach unserem Willen nicht formen, so wie Gott sie uns gab, so muss man sie haben und lieben!" Goethe
Meli 307
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Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra

Beitrag von Meli 307 »

klar sollte man so gut binden wie es geht-aber auch die Realität anerkennen( zappeliges Kind einbinden wird nicht perfekt werden etc.)
ich mache es so gut ich es kann, weiß daß es nicht immer so ist wie es sein sollte und lebe damit.Oft bin ich froh wenn die Motte überhaupt irgendwie eingebunden ist und nicht rausfällt... :roll:
so lange später beurteilen zu wollen ob Schäden vom falschen Tragen kommen oder von was anderem stelle ich mir schwer vor.
Gruß Meli
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Lila
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Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra

Beitrag von Lila »

hi,

ich bin ebenfalls trageberaterin und mir geht es bei beratungen weder um perfektion noch um dogmatismus, sondern in erster linie die eltern kompetenter hinsichtlich des tragens zu machen.
zwei schlüsselerlebnisse hierfür sind a) die sachliche information (rücken, hüfte, bedeutung des tragens) und b) das aha-erlebnis beim korrekten tragen erst mit der puppe und dann mit baby

ich käme nie auf die idee 120% einzufordern und ich erlebe dieses forum auch überhaupt nicht mehr so ... ganz im gegenteil finde ich es mittlerweile etwas zu milde :wink:
nee, im ernst, bei einem neugeborenen und einem schlafenden baby kann man sehr gut die kriterien abchecken:
- rücken rund?
- beinchen angehockt?
- nicht zu stark gespreizt?
- ansicht der wirbelsäule frontal: gerade aufgerichtet, die wirbelsäule knickt nicht seitlich in irgendeinem bereich weg, sondern wie gesagt, seitlich betrachtet ist das baby rund, frontal betrachtet die wirbelsäule gerade und zwar vom lendenwirbelsäulenbereich bis zum ersten halswirbel

so und diese punkte können die eltern selbstständig kontrollieren ... dazu benötigen sie nicht meine wertung. in der regel binden die eltern innerhalb einer beratung sehr gut und da ich zu den eltern in der regel einen guten draht habe äußere ich dies auch sehr deutlich ... meine noten schwanken zwischen 1- und 2 ... wobei eine 1- bei mir schon perfekt ist ... es geht aber wie gesagt null um meine worte, sondern um ihr GEFÜHL ... aha, so ist tragen.

wenn man im realen leben, dann mal in deinem bereich einen abstrich macht oder in dem anderen spielt dies für mich keine rolle, wichtig ist, dass man es KANN ... ich kann z.b. theoretisch gut rückwärts einparken, es gibt aber tage an denen stehen parklücken und ich eher auf kriegsfuß (führe dies auf meinen zyklus oder die mondphasen zurück :wink: )

wenn ich eltern sehe die gravierende fehler nach einer beratung machen, dann sehe ich die beratung nicht als gelungen an ... dies ist mir bisher aber nahezu nicht passiert, außer beim sling, bei dem die eltern dazu neigen in den, "ach, das geht schnell, das kann ich"-modus zu verfallen und mir dann nach der erlernten ersten bindetechnik nicht mehr richtig zuhören.

ich habe mein baby damals (ohne trageberatung) gut getragen, aber wenn ich auf die bilder gucke, war der schlafende kopf (auf dem rücken) in der regel unzureichend gestützt ... aber der rest war top :wink:

es hat für mich nichts mit perfektionsmus zu tun, wenn ich weiß wie etwas geht und dies anstrebe ... allerdings mit engstirnigkeit, wenn ich z.b. über feinheiten so stark diskutiere, dass es zu einer anspannung kommt. es mag sein, dass ich im fall x mit der tragevariante z ein besseres ergebnis erzielen könnte als mit y ... aber wenn es um den bereich gut bis sehr gut geht verzichte ich auf derartige auswüchse. die meisten eltern wollen tragen, weil sie ihrem kind nah sein wollen, wenn ich ihnen das tuch mit spass und kompetenz vermittele, tragen sie gerne, denn sie genießen die nähe zu ihrem kind ... die wenigsten wissen, um theoretische pfennigfuchsereien einzelner trageberaterinnen oder früheren diskussionen in diversen foren ... ich bin sehr froh, dass "wir" davon weg sind und freue mich über jedes elternpaar, das gut trägt.

by the way, wenn "meine" eltern eine tragevariante wirklich gut können steht ihnen der weg für alle anderen techniken offen, da sie das prinzip verstanden haben und sich vieles selber aneignen können ... das steht für mich im vordergrund ... wie oben geschrieben: wissen + aha-erlebnis ... dann packen sie alles was mit dem tragen zusammenhängt kompetent selber.

lg
Lila mit zwei Kindern (*2003 und *2006)
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Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra

Beitrag von lunalof »

Ich stimme Rhapsody zu. Ich denke, die meisten wirklichen Tragemamas perfektionieren 2-3 Bindeweisen mit der Zeit. Ob mit oder ohne Trageberatung sei dahingestellt. Klar ists besser mit Trageberatung, aber ich glaube, wenn man sich ein DD Heft wirklich durchliest, dann überliest man die ASH nicht und den runden Rücken etc.

Ich persönlich weiß auch, daß mein Rucksack manchmal etwas windschief ist, weil der Kleine recht gezappelt hat, aber grad wenns schnell gehen muß, oder ich weiß, daß ich ihn in 5min eh wieder heraussen habe, binde ich nicht neu. Den WKR lasse ich aber, weil ich weiß, daß der bei uns einfach nichts rechtes wird. Da hab ich dann lieber einen 95% Rucksack, als einen 85%igen WKR.
Beim Sling oder überhaupt beim Tragen auf der Hüfte bin ich schon pingelig. Ich habe festgestellt, daß da schlampiges Binden einfach unangenehm ist.

lg
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Re: Perfektionismus beim Tragetuch - pro und contra

Beitrag von jusl »

montanara hat geschrieben:Als Referentin von ClauWi muss ich auf einer Perfektion gerade bei Beraterinnen bestehen. Nur wer selber gut binden kann, kann das auch Eltern gut vermitteln. Aber wie Ihr schreibt: Im täglichen Leben sieht es oft anders aus.
Dem schließe ich mich an - als Trageberaterin binde ich 100% gut (also, probiere es zumindest :lol: ). Ich denke, das können die Eltern, die ich berate, auch für ihr Geld erwarten!

Wenn ich mit Kindern öffentlich draußen unterwegs bin, dann im einem super gebundenen Tuch, denn mir wäre es sehr unangenehm, wenn ich ich auf der Straße mit schlecht gebundenem Tuch gesehen würde und andere kundige Leute mich sähen und sagen "Ach, schau Dir mal die schlampige Bindeweise an - die kann's ja auch nicht besser als alle anderen!" - neeee danke, ich hab nen Ruf zu verlieren! :lol: :lol: :lol: Außerdem wäre DAS dann doch wenig glaubwürdig, ganz abgesehen davon, dass ich allein aus Bequemlichkeit und Sicherheit viel lieber möglichst perfekt gebunden rumlaufe.

Alleine zuhause, mal schnell für den Weg vom Wohnzimmer in den Waschkeller, darf auch mal ein Zipfel irgendwo rausgucken, das ist klar.

Von anderen Eltern erwarte ich diesen Perfektionismus selbstverständlich NICHT - ich freue mich aber einfach, wie oft tatsächlich den Eltern, die ich berate, supergute Bindeweisen gelingen. Wenn doch jemand mal größere Schwierigkeiten hat, dann gibt's doch gute Alternativen an Komfort-THn usw. Und ich habe auch kein Problem damit, wenn jemand etwas unordentlicher bindet - einizige Ausnahme allerdings: bestehender auffälliger Hüftbefund (kommt etwa einmal im Monat vor bei mir) - DA "bestehe" ich auf das Optimum; und bisher konnte ich betroffenen Eltern auch immer problemlos vermitteln, wieso ;-).

LG;
Julia
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