Mehrfachmamas - Frage

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Cheetah
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Mehrfachmamas - Frage

Beitrag von Cheetah »

So, jetzt muß ich ier mal die Frage stellen...

Wie erging es Euch beim 2. Kind?

Mein große (5) und ich waren ein Herz und eine Seele. Noch eine Stunde vor der Geburt vom Kleinen hab ich mich gefragt, ob ich das richtige tue, in dem sie einen Bruder bekommt und ich nicht mehr voll und ganz für sie da sein kann. Ich weiß, blöder Gedanke, aber er kam...naja, und seit der Kleine da ist und sich der Papa extrem um die Große gekümmert hat, habe ich - ich trau mich fast nicht, es zu schreiben - fast keinen Draht mehr zu ihr.

Kann mal Liebe vielleicht doch nicht teilen? Ich versteh das nicht...ich hing wirklich sehr an ihr. Alle haben das mit dem Stillen in Verbindung gebracht, weil sie bis 1 Tag nach Laurens' Geburt gestillt hat (wenn auch die letzten Monate/Jahre nur selten). Ich hatte oft Angst um sie, weil sie so wild war, wir waren ziemlich 'eng'.

WIe kann das auf einmal weg sein? Liegt das mit da dran, daß 5jährige anders ticken und generell 'schwieriger' sind?

Oder hat mich der kleine total vereinnahmt? Ich kann mich irgendwie garnicht an Einzelheiten des letzten Jahres erinnern, seit er geboren ist....au weia...
Cheetah

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Yolanthe
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Re: Mehrfachmamas - Frage

Beitrag von Yolanthe »

Hi!

Ich hätt mich ja nicht getraut, mit diesem Thema nen Thread zu eröffnen, aber ich oute mich auch mal:
mir geht es fast genauso wie Dir...

Zwischen meiner Tochter und meinem Sohn liegen sogar 7 Jahre Altersunterschied, und obwohl sie schon seit Juli/August 2001 abgestillt ist, hatten wir trotzdem ein sehr sehr enges Verhältnis. Was auch daran liegen kann, daß ich alleinerziehend bin.
Vor 3 Jahren hab ich den Papa meines kleinen Mannes (seit gestern 1 jahr) kennengelernt.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten ham sich die beiden prima verstanden. Sie hat sich auch riesig über meine Schwangerschaft gefreut, aber ich hatte ne Risikoschwangerschaft und war dementsprechend oft beim Arzt (oft 3-5 mal die Woche bei unterschiedl. Ärzten). Da hat sie sich natürlich große Sorgen um mich gemacht. Sie hat ja nur mich!

Nach dem KS gab es auch ein paar Komplikationen und mit dem Kleinen ist nicht alles i.O. Er hat eine sehr seltene schwere Nierenerkrankung und daher müssen wir mit ihm ständig zur Charite und sehr oft zum kinderarzt. Voriges Jahr hatten wir noch 3mal die Woche Krankengymn., weil er motorisch nicht altersgemäß entwickelt war.

Da ist die Große oft auf der Strecke geblieben. Leider hat mein Freund das nicht "auffangen" können, weil er seit Monaten auf Arbeit sehr gemobbt wird. Ich merke selbser, daß ich viel stenger zu ihr geworden bin, obwohl ich das eigentlich nicht sein will. Aber ich brauche ihre Hilfe und wenn sie dann nur hilft, wenn sie will (3 h später zB) oder rumtrödelt, wenn wir zum Arzt mit dem Kleinen müssen, schrei ich sie schon mal an. :oops:
Ich denke schon daß sie sich vernachlässigt fühlt. Aber da ich selbst Hilfe brauche (bin selbst nicht gesund), weil ich auch nicht, wie es laufen soll(te).

Vielleicht hat eine andere Mehrfachmama nen Tip für uns, Cheetah?
Liebe Grüße von Yolanthe
mit großem Fische-Mädchen (03/2001) und kleinem Stier (05/2008)
Elise

Re: Mehrfachmamas - Frage

Beitrag von Elise »

Hi Ihr,
also der Gedanke, man könne nicht Liebe für mehrere Kinder "teilen" geht irgendwie in die falsche Richtung, find ich :wink:
Das würde ja etwa bedeuten, dass nur Einzelkinder die ganze Liebe der Eltern genießen können!?

Ist die Frage, was man sich unter Liebe vorstellt :?: Verwöhnen? Auf Schritt und Tritt hinterhersein?

Für mich klappt das "Liebe teilen" auf die Art, dass jedes Kind seinem Entwicklungsstand entsprechend Aufmerksamkeit und liebevolle Zuwendung bekommt (was in der Trotzphase oder Pubertät ... zeitweise schwierig ist - aber trotzdem nach Möglichkeit angestrebt werden soll: liebevoll :wink: )
Klar erregt so ein süßer kleiner Wonneproppen die wonnigsten Liebegefühle in der Mutterbrust und zudem ist ein inniger Körperkontakt praktisch vorgegeben, da so ein Baby sich noch nicht eigentständig fortbewegen kann, aber so soll es auch sein!

Mutter - Sein hat noch viel mehr Seiten als Stillen und Tragen :lol:
die Kinder entwickeln sich mehr und mehr zu eigenständigen Individuen, phasenweise dem Naturell der Mutter sehr verschieden, auch kontrovers ausfallen können......
Liebe - auch Mutterliebe - bedeutet für mich immer: Den anderen annehmen, wie er ist, ihn auch mitunter "er" - tragen; Liebe ist ein Bündnis, das Geschenk eines Kindes eine Verpflichtung, in der Liebe zu ihm treu zu bleiben mein Leben lang! :D
Yolanthe
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Re: Mehrfachmamas - Frage

Beitrag von Yolanthe »

Elise hat geschrieben: Für mich klappt das "Liebe teilen" auf die Art, dass jedes Kind seinem Entwicklungsstand entsprechend Aufmerksamkeit und liebevolle Zuwendung bekommt (was in der Trotzphase oder Pubertät ... zeitweise schwierig ist - aber trotzdem nach Möglichkeit angestrebt werden soll: liebevoll :wink: )
Klar erregt so ein süßer kleiner Wonneproppen die wonnigsten Liebegefühle in der Mutterbrust und zudem ist ein inniger Körperkontakt praktisch vorgegeben, da so ein Baby sich noch nicht eigentständig fortbewegen kann, aber so soll es auch sein!
So hab ich das bisher nicht gesehen... Danke für den Denkanstoß!

Leider kann ich meiner Großen nicht immer die Aufmerksamkeit geben, die sie braucht. Da habe ich ein extrem schlechtes Gewissen.
Der Kleine schläft zB regelmäßig vor dem Mittagessen ein, und schläft dann circa 2 h. Wenn ich ihn vorher füttern will, hat er keinen Hunger und ißt nur 1 Löffel. Da er ohnehin nur 2 Mahlzeiten zu sich nimmt (mittags und abends), sehe ich halt zu, daß ich den Brei dann irgendwann vor 16 Uhr in ihn reinbekomme. Wenn er Hunger hat, ist das auch kein Problem- dann isser nach 10 min fertig. Da die Große meist bis 13:30 Schule hat (und danach im Hort Mittag ißt und mit ihren Freundinnen spielt), kann ich sie auch nicht vor seinem (vor-dem-Essen-)Schlaf abholen, sondern meist erst anch 16 Uhr. Dann laufe ich ne halbe Stunde zum Hort und ne halbe Stunde brrauchen wir auch mindestens zurück. Meist muß ich dann noch was einkaufen, so daß wir erst kurz vor 6 zuhause sind. Dann spielt sie noch bis 18:45, dann gibt es Sandmännchen, danach Abendessen und 19:30 soll sie sich dann bettfertig machen.

Wie ihr seht, verbringe ich nicht wirklich viel Zeit mit ihr. :cry: Ich habe auch ein extrem schlechtes Gewissen ihr ggü.
Klar weiß ich, daß ich auch vormittags einkaufen gehen könnte, da ist sie ja in der Schule.
Nur, der Kleine schläft (nachdem ich ihn für Flasche und Windel geweckt habe um 7 Uhr früh) sehr lange, manchmal bis 12 Uhr, selten länger.
Das liegt an seinen Medikamenten, die er wegen seiner Nierenerkrankung nehmen muß. Wenn ich ihn vorher wecke, schreit er nur. Ganz schlimm...

Meine Mutter macht es sich da sehr sehr einfach: ich solle mich nicht nach dem Kleinen richten, sondern nach der Großen, und ich müsse ihn in unseren Tagesrythmus integrieren. Unser Rhythmus (so wir überhaupt einen haben!) richtet sich nunmal nach dem Kleinen. Wenn ich nicht aufpasse, daß er genung trinkt (ca. 1,3 l pro Tag), seine Medikamente nimmt und seinen pH-Wert regelmäßig messe, funktionieren seine Nieren irgendwann gar nicht mehr und dann muß er zur Dialyse. :cry: Also steht er ganz klar im Mittelpunkt des Geschehens. Meine Tochter hat da auch Verständnis für, nur ist sie erst 8 und braucht mich halt auch sehr. Es tut mir soo leid- aber das hilft ihr auch nicht.
Elise hat geschrieben:Mutter - Sein hat noch viel mehr Seiten als Stillen und Tragen :lol:
die Kinder entwickeln sich mehr und mehr zu eigenständigen Individuen, phasenweise dem Naturell der Mutter sehr verschieden, auch kontrovers ausfallen können......
Liebe - auch Mutterliebe - bedeutet für mich immer: Den anderen annehmen, wie er ist, ihn auch mitunter "er" - tragen; Liebe ist ein Bündnis, das Geschenk eines Kindes eine Verpflichtung, in der Liebe zu ihm treu zu bleiben mein Leben lang! :D
Da krieg ich hin! Dann bin ich wenigstens keine ganz so schlechte Mutter...
Liebe Grüße von Yolanthe
mit großem Fische-Mädchen (03/2001) und kleinem Stier (05/2008)
Elise

Re: Mehrfachmamas - Frage

Beitrag von Elise »

Klar gibt es Phasen, wo sich die Bedürfnisse mehrerer Kinder kreuzen! Das erzeugt Stress (für mich ist es einfach "Stress und nicht "schlechtes Gewissen" - warum soll ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich meine Zeit für mehr Kinder schenke??), logo!
Wenn zum Beispiel alle gleichzeitig kommen und was wollen oder was erzählen. So eine Situation zeigt deutlich, dass auch die Kinder untereinander gefordert sind, aufeinander zu achten, Konsens zu finden, dem anderen mal den Vortritt lassen. Ich als Mutter muss in diesem Fall die gerechte Reihenfolge herausfinden, was aber nicht heißt, dass da jemand "unter den Tisch" fällt!
Blöd halt, wenn zwei Kinder gleichzeitig was brauchen, aber noch zu klein sind, warten zu können; jedes Baby kennt ja nur ICH und SOFORT :wink:
Aber es gibt für alles eine Lösung (z.B. Tragetuch :wink: ) und die Phasen wechseln und die Babies werden ja auch so schnell größer!

Wichtig ist halt, dass eine so geforderte Mutter guten Rückhalt (vom Mann, von der Familie ...) hat! Je mehr Kinder, umso besser muss ich sehen, dass ich Ausgleich finde und Gelegenheit, Kraft zu schöpfen :!:
Karlina

Re: Mehrfachmamas - Frage

Beitrag von Karlina »

Ich habe drei Kinder mit jeweils recht großem Abstand und ich hab mich solche Dinge auch schon gefragt. Auch bei mir lag die meiste Aufmerksamkeit (und größe Zuneigung) immer erstmal auf dem Neugeborenen.
Mittlerweile merke ich, dass das ganze differenzierter ist. Meine größte Aufmerksamkeit gilt immer dem Kind, das mich gerade am meisten braucht. Und das ist keine bewusste Entscheidung, sondern kommt einfach so. Meine Großen sind schon ziemlich selbständig. Aber wenn meine 12jährige weint, weil sie Streit mit ihrer Freundin hat oder mein 8jähriger von größeren Jungs geägert wird, dann werde ich zur Löwin. Dann kann ich meine geliebte Kleine ohne mit der Wimper zu zucken dem Papa auf dem Arm drücken und gut und gerne für 1-2 Stunden vergessen, weil das andere Kind mich mehr braucht.
Nur: Im ersten Lebensjahr ist es fast ausschließlich das kleine Kind, das einen mehr braucht. Vor allem, wenn der Altersabstand so groß ist.
Ich sehe das auch nicht als Nachteil für die Großen. Auch wenn es uns Müttern schwer fällt: Sie müssen und sollen sich abnabeln! Wenn ein Geschwisterchen kommt haben sie endlich die Chance dazu, weil nicht mehr die ungeteilte ständige Aufmerksamkeit auf ihnen liegt. Das geht nicht immer ohne "Kämpfe" ab, aber insgesamt kann es den Kindern nur gut tun, irgendwann die enge Symbiose zur Mutter zu lösen.
Ich bin sehr sicher, wenn dein Baby älter wird und deine Große dich wirklich braucht, dann wirst du wieder genau das innige Verhältnis zu ihr haben wie vorher. Nur wirst du auch merken, dass sie viel selbständiger geworden ist. Und das ist gut so.

Ach so, zur "Schlafproblematik" deines Kleinen: Würde er im Tuch auf deinem Rücken schlafen? Dann könntest du ihn dort zur Schlafenszeit rein packen und könntest prima einkaufen oder die Große abholen während er schläft. Ging bei uns immer sehr gut.
Yolanthe
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Re: Mehrfachmamas - Frage

Beitrag von Yolanthe »

MelB hat geschrieben:Ach so, zur "Schlafproblematik" deines Kleinen: Würde er im Tuch auf deinem Rücken schlafen? Dann könntest du ihn dort zur Schlafenszeit rein packen und könntest prima einkaufen oder die Große abholen während er schläft. Ging bei uns immer sehr gut.
Nein, leider schläft er schon lange nicht mehr im Tuch... Früher mal, vorne- aber jetzt nicht mehr. Auch auf dem Rücken nicht. Ich habe dann die Wahl, ihn schreiend im Tuch zu tragen, mit einem schreienden Kind Auto zu fahren oder den Buggy zu nehmen.
Blöderweise bin ich leicht ablenkbar beim Autofahren, sodaß ich lieber laufe... :oops:
Da er dann auch den Rest des Tages äußerst knatschig ist (wenn ich ihn aufwecke), lasse ich ihn eben schlafen.
Er mag das TT nur, wenn er wach ist- und ich mich bewege.
Liebe Grüße von Yolanthe
mit großem Fische-Mädchen (03/2001) und kleinem Stier (05/2008)
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Re: Mehrfachmamas - Frage

Beitrag von Yolanthe »

Nachtrag:

Auffallend ist jedoch, daß mir ganz viele Leute sagen, wie ruhig und ausgeglichen der Kleine ist- obwohl sie mir im gleichen Atemzug sagen, daß ich mich zu sehr nach ihm richte...
Ich denke, das eine bedingt das andere. Weil ich mich nach seinen Bedürfnissen richte, ist er - wie man so schön sagt - ein "artiges Baby".

Jetzt muß ich es nur noch schaffen, die Bedürfnisse der Großen zu erfüllen...
Ich hoffe ja auch, daß die Medikamente weiter so gut anschlagen, und ich dann (wenn er älter ist) nicht mehr auf soviel bei ihm achten muß.
Liebe Grüße von Yolanthe
mit großem Fische-Mädchen (03/2001) und kleinem Stier (05/2008)
engelchen23
ist gern hier dabei
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Re: Mehrfachmamas - Frage

Beitrag von engelchen23 »

zwischen dem großen udn der kleinen liegen fats vier jahre. er ist gsd sehr lieb zu der kleinen, will sie immer küssen udn streicheln und ist garnicht eifersüchtig. bin aber mal gespannt wie es wird, wenn sie mobiler ist und auch an seine sachen geht...
Sohn *05/05
Tochter* 01/09
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